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Schon wieder?!

Und mal wieder sind die Besucherzahlen bei mir im Blog explodiert….
Da die Suchanfragen auf den Bug schließen lassen, meine Frage an die netten Besucher: Verrät mir jemand, wo über meinen orangenen Liebling berichtet wurde?

„Herzlich willkommen“ übrigens…

Der Zwinger

Damit der Alptraumpolo nicht die einzige Option ist, habe ich mich noch ein wenig weiter in Speyer nach Alternativen umgesehen.
Ich hab mittlerweile unzählige Händler abgeklappert. Vom Opel-Autohaus bis zum Export-Hökerer. Das billigste, was ich dort bisher fand,war ein Golf III TDI für 1800€ „für Export“.
Allerdings war einer der Händler so freundlich, mir den Tipp zu geben, es doch mal beim örtlichen Schrottplatz zu versuchen. Der hätte öfters Fahrzeuge in meiner Preisklase.
Das klang vielversprechend und erwies sich als Volltreffer!
Mein Verhältnis zu Schrottplätzen und besonders ihren Eigentümern ist ja ein wenig gespannt. Allerdings war der Eigentümer eine wohltuende Abwechslung: Sehr verbindlich und nett. Hat sich Zeit für mich genommen und stand für Fragen zur Verfügung.
Beim schlendern über den Hof erblickte ich sogar zwei Manta A:
BMW 316i 13
Ganz vorne am Zaun stand sogar direkt ein Mazda 121 DB für 700€ mit TÜV bis 05/2012.
Allerdings kommt ein Ei nicht in die Tüte. Das wäre garantiert besser als alle seine Mitbewerber. Aber es bestünde die reelle Gefahr, dass es Tobias gefallen könnte und gerade das ist ja etwas, was er vermieden wissen möchte. Eier sind einfach nicht trist.
Allerdings fand sich direkt hinter dem Ei schon der nächste Kandidat.
Ein BMW 316i (E30):
BMW 316i 14
Auf den ersten Blick machte er einen ganz ordentlichen Eindruck:
BMW 316i 15
Rost, bzw. ein Loch, welches selbiger hinterlassen hat, fand ich nur im hinteren rechten Radhaus.
Auch der Motorraum war ohne Befund (Das Batteriefach mal ausgenommen):
BMW 316i 19
Der Ölzettel versprach einen frisch gemachten Wechsel:
BMW 316i 18
Für ebenfalls 700 Tacken gabs TÜV bis 02/2012, knapp über 197.000km, 100 PS und Heckantrieb:
BMW 316i 16
Auf der Negativseite stand der M40-Motor mit Zahnriemen statt Steuerkette. Keine Ahnung, wann der zuletzt gewechselt wurde. Außerdem ist der Wagen mal aufgebrochen worden und seit dem funktioniert das Schloss der Fahrertür nicht mehr. Allerdings lässt sich das ja ganz einfach mit sowas und einem Stöckchen beheben:

Herzallerliebst war auch der völlig verwüstete Innenraum:
BMW 316i 17
Dort muss der Vorbesitzer sein kettenrauchendes Berggorillapärchen drin gehalten haben.
Alle möglichen Schalter und Hebel waren abgebrochen/eingedrückt, die Sitze völlig zerfetzt, überall waren Brandlöcher und Aschereste. Der Fahrersitz ließ sich nicht mehr umklappen und der Beifahrersitz ist irgendwann mal gegen einen Fahrersitz getauscht worden. Dies alles in Verbindung mit den multiplen Brauntönen des Innenraums sorgte für ausreichend Tristesse, damit der BMW in die nähere Auswahl kommt.
Nur der eigentlich zu hohe Preis stört. Mal sehen, ob da Verhandlungsspielraum ist.

Ich muss eh nochmal zurück zu dem Schrotti. Der hat nämlich noch nen angeschossenen Renault Twingo I mit nagelneuem TÜV (01/2013) für 600 Doppelmark dort stehen. Den will ich mir auch nochmal näher begucken. Den Twingo I hasst Tobias auch schon seit Jahren. Wäre also ne gute Gelegenheit.
Leider hat der Subaru Libero (FA), den ich da noch entdeckt habe, einen Motorschaden. Der wäre sonst auch noch ein Kandidat gewesen.

Das chinesische Grauen

Nachdem ich heute meine letzte Prüfung hier unten hatte, hab ich mich natürlich direkt mal auf die Suche nach Tobias Tristesse gemacht.
Passender Weise hatte er mir vorher auch nochmal eine Mail zur Spezifikation seiner Wünsche geschickt:

Hallo lieber Checker,

ich bin der Tobias, 30 Jahre alt und fahre einen Volvo 740. Völlig unerwartet hat der mich Anfang des Monats bei nur 384000 km mit Öl im Kühlwasser überrascht. Da ich beruflich viel unterwegs bin, brauche ich für die Übergangszeit bis die Reparaturen abgeschlossen sind einen fahrbaren Untersatz. Und das ist Dein Auftrag:
Als Freund stilvoller Fortbewegungsmittel wäre es mir zuwider, ein akkurates Auto in dem Wissen zu fahren, dass sich unsere Wege aus pragmatischen Gründen nach kurzer Zeit wieder trennen werden. Daher bin ich auf der Suche nach einer möglichst unattraktiven Ranzkarre mit Rest-TÜV. Je billiger desto besser. Gepflegte Langeweile. Das Interieur ein Traum aus grauem Plastik. So fällt mir dann die Trennung vielleicht nicht ganz so schwer.

An die Arbeit, Checker!

Gesagt, getan!

Der erste Kandidat steht momentan bei ebay:
VW Polo 6N

Ich traf mich mit dem Eigentümer auf einem Platz auf dem Abwrackprämienautos gesammelt wurden:VW grusel-Polo 5
Natürlich fanden sich auch mal wieder die obligaten Trauerbeispiele:
VW grusel-Polo 7
Augenscheinlich nahezu rostfrei:
VW grusel-Polo 8
Der von mir gesuchte Wagen fand sich dann im hinteren Bereich des Platzes und war leider nicht zum abwracken gedacht.
Was ein Trauerspiel!
VW grusel-Polo 9
Der Schriftzug steht bestimmt für „HBodenlos geil“.
Der Streifschuss an der Seite verstärkt diesen Dorfdisko-Charm:
VW grusel-Polo 12
Nur falls ihr es bisher noch nicht gesehen habt:
Der Wagen war früher weder weiß noch türkis….
Er war rot:
VW grusel-Polo 10
Die Umbauten waren herrlich lieblos und schlampig ausgeführt. Überall blätterte der Spachtel in dicken Batzen, die Lackierung war überall so umfassend wie im Motorraum: Türausschnitte, Heckklappe, Anbauteile…alles innen/drunter noch rot. Auch die gecleanten hinteren Türen und die Heckklappe waren ein Geistesblitz des Vorbesitzers! Um nämlich nun die Heckklappe auf zu machen, muss man erst die Fahrertür öffnen, von da die hintere Tür auf machen, nun auf die Rückbank krabbeln, in den Kofferraum langen und dort an einem Draht ziehen, der zum Heckschloss läuft und selbiges entriegelt, dann wieder raus, ums Auto laufen und mit den Fingernägeln (gibt ja keinen Griff mehr) die Klappe auf puhlen…..
Die Motorhaube ging übrigens nicht mehr richtig zu, nachdem er sie geöffnet hatte. Sie schlug immer irgendwo an, bevor das Schloss sie endgültig verriegeln konnte („Geht aber!“).
Hinten gibts keine Kennzeichenbeleuchtung, die Blinker sind Aquarien, Öl war Pech-schwarz („Keine Ahnung, wann das gewechselt wurde.“), Zahnriemen (dito), Batterie tot („Gibt gebrauchte beim Kauf dazu“), hinten links schienen die Polster feucht…. alles in allem also genau der richtige Wagen, für Tobias!

Ich bin zufrieden mit meinem ersten Fund.

Momentan liegt die Kiste bei 250 Schleifen. Der Verkäufer will sich überlegen, ob er sie auch für 500€ hergeben würde.

Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou

Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou
Tag 8: Marrakesch - Plage Aglou
Heute wollten wir zum ersten Mal die offizielle Roadbook-Strecke fahren. Unser ursprünglicher Plan war es eigentlich, auch durch den Antiatlas zu fahren. Aufgrund unseres unfreiwilligen Zwischenstops bei Ismail und dem Defekt an Cobra I, mussten wir jedoch die dringend anstehenden Wartungsarbeiten am Morgen durchführen. Diese Zeit fehlte uns nun für den Antiatlas-Umweg.
Da wir ja erst im Dunkeln angekommen waren, hatten wir auch nicht mitbekommen, dass der Campingplatz von Pfauen bevölkert wurde.
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Da guckt man schon ziemlich dumm, wenn man halb verschlafen den Reißverschluss vom Zelt öffnet und unversehens so einem Vogel in die Augen blickt.
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Während die anderen beiden noch ein wenig schlummerten, schaute ich schon mal nach Cobra I.
Nächster Stopp auf meiner Werkstatthandbuch-Checkliste war der Temperaturfühler, welcher den Lüfter bei Bedarf zuschaltet. Kaum hatte ich mir das Teil auf dem Papier angeschaut und einen Blick auf die Stelle im Motorraum geworfen, war der Defekt offensichtlich.
Lediglich ein abgebrochener Stummel ragte noch aus dem Motorblock. Der Rest des Schalters baumelte lose am Kabel.
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Anscheinend war er das erste Opfer der afrikanischen Buckelpisten. Allerdings hatten die auch heilende Wirkung! Die ursprünglich defekte Zentralverriegelung von Cobra II funktionierte plötzlich wieder!
Zum Glück war der Reststummel des Schalters so abgebrochen, dass er noch dicht hielt und kein Kühlwasser austrat. So war die Reparatur einfach.
Der Lüfter hat Dauer-Plus und bekommt Masse über besagten Temperaturschalter. Ich habe dann einfach die sterblichen Überreste des Schalters vom Kabel abgetrennt und es unter eine Masseschraube am Motorblock getüddelt.
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Damit lief der Lüfter nun dauerhaft. Er hielt das übrigens klaglos bis Gambia durch.
Wir checkten auch alle Flüssigkeiten und ich zog die Schrauben unserer Unterfahrschutze nach.
Das Blumenbeet leistete mir gute Hilfe.
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Außerdem machten wir die Luftansaugstutzen mit Strumpfhosen wüstentauglich.
PB140214
Das feine Gewebe verhindert, dass Sand und grober Staub seinen Weg in den Luftfilter findet und diesen zusetzt. Hat spitzenmäßig funktioniert. Während andere Teams mit dem Inhalt ihrer Luftfilter Sandkuchen backen konnten, waren bei uns nur ein paar Krümel drin.
In der Zwischenzeit war auch der Rest der Truppe erwacht und hatte gefrühstückt. Als die anderen endlich abfahrbereit waren, waren wir die letzten Teams auf dem Zeltplatz.
Unser Weg führte uns nun statt in die Berge zum Meer hin. Hier war es auch, dass die Strecke erstmals nach Wüste aussah.
Kein Baum, so weit das Auge reicht:
First Glimpse Of Desert
Und vor uns eine Straße, wie mit dem Lineal zum Horizont gezogen:
PB140224
Am Meer schauten wir uns die „weiße Stadt“ Essaouira an und schmierten uns am Strand Fladenbrote zum Mittag. Sorenski vom Team „Elke Pohn“ fand dort in einem lokalen Sonnenbrillenverkäufer einen neuen Freund von dem er sich (zu unser aller Erheiterung) nur schwer wieder trennen konnte.
P1030700
Später hielten wir noch bei einer Frauen-Kooperative, welche in Handarbeit verschiedene Produkte aus den Früchten des Arganbaumes herstellten.
Das Arganöl war sehr würzig-nussig und ganz anders als Olivenöl. Die Nussbutter war ein Gedicht! Zu den angebotenen Kosmetikprodukten kann ich nix sagen. Allerdings war Antje nicht sehr beeindruckt. So lecker die Sachen aber auch waren und so nett die Dame uns auch alles dort zeigte und erklärte: Die Preise waren saftig! Ein kleines 200-gr-Döschen Nussbutter sollte z. B. 100 Dirham (ca. 10 €) kosten. So sind wohl die Preise, wenn man zur Herstellung eines Liter Öls 30 kg Früchte braucht und selbst das Mahlen und Pressen in Handarbeit geschieht.
Coopérative Féminine Tiguemine Argane
Danach sind wir weiter Richtung Nachtlager gefahren – unterbrochen von einem Tankstopp in Agadir und einem Fotostopp bei Sonnenuntergang an einer atemberaubenden Klippe 300 Meter über dem Meeresspiegel.
Sunset Above The Ocean

Above The Atlantic Ocean
Natürlich kamen wir wieder erst im Dunklen an.
Da Plage Aglou direkt am Meer liegt, war der Wind recht stark.
Es trat auch ein sehr interessantes Phänomen auf: Der Wind dreht dauernd seine Richtung und damit änderte sich auch schlagartig die Umgebungstemperatur. Kam der Wind vom Meer griff man leicht fröstelnd zum Pulli. Kurze Zeit später kam er wieder vom Land und es war im Pulli zu warm… sehr strange.
Um unsere Zelte gegen den starken Wind zu schützen, bauten wir wieder eine Wagenburg aus den Autos.
P1030729
Ich krabbelte dann auch bald in meinen Schlafsack. Antje und Tobias schlenderten noch etwas über den Platz zu den anderen aus unserem Tross. Atze kam bei der Gelegenheit auf die Idee, ein Foto, dass Antje vom Team Øltanker geschossen hatte, anzuschauen. Daher gingen die beiden zu den Orgas, wo eine Reporterin von AUTO MUTTI MOTOR und SPORT gerade dabei war auf ihrem Laptop die Fotos der letzten 8 Tage zu sichten und einen kurzen Zwischenbericht zu schreiben. Als die Reporterin das Bild sah, war sie ganz begeistert und fragte, ob sie es für ihren Bericht verwenden dürfte. Dagegen hatte Antje natürlich nichts. Vielleicht hat es ja durch Zufall einer von euch in der passenden Ausgabe gesehen:
P1030694
Nach ein wenig Plauschen mit dem Rest vom Tross gingen Tobias und Antje dann auch ins Bett.
Da der Wind während der Nacht immer mehr an Stärke zu nahm und auch seine vorherrschende Richtung änderte, so dass unsere Eier keinen Schutz mehr boten, fing Tobias und mein Zelt an im Wind zu knattern und wurde auf uns herunter gedrückt. Gegen 2:30 Uhr war es dann so arg, dass wir aufstehen und das Zelt mit der spitzen Seite in den Wind drehen mussten. Das linderte die Auswirkungen des Windes und wir schliefen wieder mit dem Tosen der Brandung ein.

Ebenfalls nur ne Nummer

Um die Zeit ein wenig zu überbrücken hier mal noch ein paar Details zum Bond Bug.
Ich hab mich mal wegen seiner Motornummer schlau gemacht.
Die sieht nämlich etwas anders aus, als die von Sir Edward:
Bond Bug Motornummer 21

Allerdings gelten auch hier die gleichen Prinzipien:

  • „3G“ entspricht dem Produktionsdatum ‚Juli 1973‘
  • „177930“ ist die Motornummer
  • „C“ steht für den Fahrzeug-Typ in dem er original eingebaut war
  • „70“ steht für 700 ccm

Alles soweit ok. Nur leider dürfte da kein „C“ stehen, wenn es der/ein original Bond Bug-Motor wäre.
Die frühen Bugs hatten ein „B“ vor der 70. Die späteren E und ES-Modelle zusätzlich ein „E“ oder „ES“ hinter der „B70“. Die Motoren waren zwar konstruktiv mit denen aus dem Reliant Regal identisch, unterschieden sich aber in der Kompression.
Bei der Restaurierung scheint da einer der Vorbesitzer das Aggregat getauscht zu haben.
Damit ist der Bug wohl nicht mehr Number-matching. Schade. Das sollte allerdings dem Fahrspaß keinen Abbruch tun.