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Der Familien-Checker

Ein trauriges Ereignis zwingt mich dazu, meinem Bruder fürs erste Blogverbot hier zu erteilen.

Doch von Anfang an:
Tobias nutzte ja (nach erfolgreicher TÜV-Abnahme) den treuen, alten Volvo 740 GL weiterhin als Daily. Nun ereilte mich die Hiobsbotschaft: Er hat die Schlappe in die Luft geworfen! Es findet sich reichlich Öl im Kühlwasser.
Minimum-Fern-Diagnose: Zylinderkopfdichtung durch.
Maximum-Fern-Diagnose: Riss im Block/Kopf.
Auf jeden Fall bedeutet das erstmal das Aus für den treuen Begleiter. Nach nur knapp 390.000 km eher ungewöhnlich für einen Volvo.
Allerdings ist das auch keine Reparatur, die wir mal so eben zwischen durch erledigen können. Zumal ja auch momentan der Bug die Garage blockiert.
Außerdem muss Tobias ja auch morgen wieder zur Arbeit….
Selbstverständlich bekommt er daher den V50 von mir.
In Speyer selbst brauche ich ja kein Auto. Ich brauch es erst wieder, wenn ich von da aus am 31.01. zurück muss.
Allerdings ist der V50 auch keine Dauerlösung. Vaddern will den selber mal fahren. Komisch…

Darum ergeht ab jetzt ein Leseverbot an Tobias hier im Blog (nich mit dem Feedreader schummeln!) und der Familien-Checker hat seinen ersten großen Auftritt…….

Tobias hat mich beauftragt in Speyer eine Rest-TÜV-Gurke für maximal 500€ zu besorgen.
Typ, Ausstattung, Form alles egal.. sein einziger Wunsch:
Der Wagen soll möglichst trist sein.

Eine harte Nuss. „Tristesse“ ist nicht gerade ein Attribut, dass ich meinem Fuhrpark geben würde. Aber der Familien-Checker wirds schon schaukeln.
Ab dem 13.01. hab ich alle meine Prüfungen da unten hinter mir und es kann los gehen.
Innerhalb von zwei Wochen sollte sich da doch was Lebensverneinendes finden lassen!

Mobile.de, autoscout24 und eBay hab ich natürlich im Auge. Aber ich werde wohl nicht um ein paar Runden bei den örtlichen Fähnchenhändlern vorbei, rum kommen. Mal sehen, was sich da so in Fahrradreichweite findet.

Ich werde euch natürlich meine verschiedenen Funde präsentieren und würde mich über Kommentare und Ratschläge freuen! Auch über Hinweise, wenn ihr selbst zufällig was passendes gefunden habt, wäre ich sehr erfreut!

Tobias hat gesagt, dass zur Not auch was „nicht-tristes“ geht.

Die Urzelle allen Schraubertums

Auf dem Plan mit den sonstigen Arbeiten für die Weihnachtszeit, stand neben der Erweiterung unseres Lagerkellers auch die Renovierung unseres Werkkellers. Nach 30 Jahren ununterbrochenem Schraubertums, ist da eine Sanierung notwendig geworden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Werkbank und der Wand dahinter:
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Feuchtigkeit war dort unbemerkt durch die Wand gekrabbelt und konnte aufgrund mangelhafter Belüftung dort nicht weg.
Also alles raus reißen.
Ist schon lustig, was alles im Laufe der Jahre hinter die Schubladen gefallen ist. Zum Beispiel auch die guten „Attaché Royal“ zu 2 Deutsche Mark das Stück:
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Zum Glück war die Kiste leer.
Die Werkbank bekommt im Zuge der Renovierung auch eine neue Deckplatte. Die Alte bestand aus zwei zurechtgesägten Türblättern. Die hatten im Laufe der Zeit schon einige Spuren abbekommen:
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Die neue soll aus massiven Küchenplatten entstehen. Ich bin mal gespannt, wie schnittfest so eine Küchenplatte ist. Wir werden zwar versuchen immer was drunter zu legen, aber verhindern kann man es sicherlich nicht, dass auch mal ein Schnitt in die Platte geht.
Die neue Platte soll auch dreiteilig werden (ca. 1,5m pro Stück). Das hat auch den Vorteil, dass man eventuell mal einen der Teile austauschen kann, wenn er zu sehr verschlissen ist.
Im Zuge des Umbaus wird auch der im obersten Bild rechts ersichtliche Schreiner-Schraubstock weg rationalisiert. Wenn wir empfindliche Teile haben, kommen die mit zwei Holzklötzchen in den normalen Schraubstock. Der aktuell noch freie Teil ganz rechts (mit der weißen Schublade) wird mit offenen Staufächern für Felx und co. ausgestattet.
Das Untergestell der Werkbank ist übrigens ein Stück Familiengeschichte.
Es ist nämlich ein alter Verkaufstresen, aus dem Handarbeits- & Kolonialwarenhandel in dem mein Großvater (väterlicherseits) als Kaufmann gearbeitet hat.
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Daher ist die „Rückseite“ auch verglast:
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Die Schubladen sind auch unterschiedlich tief, damit Mutti sehen konnte, was der Kaufmann zu bieten hatte. Die Deckplatte war dementsprechend früher auch verglast.
Man beachte im Hintergrund übrigens auch unser Schuhkarton-Ordnungssystem für Kleinteile aller Art.
Kaum hatten wir den Tresen abgerückt, zeigte das feuchte Grauen auch schon sein rosa Gesicht:
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Chlor machte ihm aber ratzefix den Gar aus.
Vaddern hat im Anschluss eine Wasserdichte Sperrschicht („Trockener Keller“ von MEM) aufgetragen. Mal sehen, was das kann.
Wir überlegen jetzt, wie wir in Zukunft die Rückseite der Werkbank besser belüften können. In den Sockel der Werkbank kommen Löcher, links und rechts am Rand ein vertikaler Spalt und hinten in die Arbeitsplatte zwei Lüftungsgitter (alles natürlich mit feinem Drahtgitter verschlossen, gegen kullernde Schrauben).
Ich überlege auch auf einer ähnlichen Konstruktion rum, wie die „Lüfterbank“ aus dem Aerosolwerk. Müsste ich mal im Fundus wühlen, was wir noch so an Lüftern da haben.

Habt ihr noch irgendwelche Anregungen oder Tipps, was man bei so einer Werkbanksanierung direkt mit einbauen sollte?

Inkontinente Verzögerung

Um die Wartezeit auf den neuen Sicherungskasten zu überbrücken, hab ich mich mal unter den Bug begeben.
Ich hatte den ja noch nie von unten betrachtet.
Mein erster kritischer Blick galt natürlich den Benzinleitungen.
Wie zu erwarten war, fand sich da auch wieder grauenhaftes:
Benzinleitung Bond Bug
Das Verbindungsstück zur Benzinpumpe ist ohne Schlauchschellen nur gesteckt und der Schlauch zerlegt sich schon in seine Bestandteile. Dringender Handlungsbedarf!
Leider sieht man auch deutlich, dass die vollverzinkten Rahmen erst mit der „Rialto“-Serie bei Relinat Einzug erhalten haben. Es findet sich reichlich Rost. Nix gravierendes, aber alles gut angerostet. Da muss ich also auch mal mit ner Schruppscheibe tätig werden und danach Bratho-Korrux 3-in-1 streichen.
Leider ist auch (wie bei Sir Edward) der Halterahmen vom Kühler durchgegammelt:
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Nicht akut, aber in absehbarer Zeit auch fällig.
Eigentliches Ziel meiner Expedition war es allerdings, dass Leck im Bremssystem zu finden.
Der Hauptbremszylinder ist leer und das Bremspedal fühlt sich eher nach Gaspedal an…
Ziemlich schnell rückten die vorderen Radbremszylinder ins Visier des Fahnders. Der Lack auf der Rückseite der Bremstrommel-Abdeckplatte hatte die Konsistenz von Gummi, warf Falten und ließ sich einfach abziehen. Klares Anzeichen von ausgelaufener Bremsflüssigkeit.
Also habe ich den Bug auf Achsständer gesetzt und die Bretter unter dem Vorderrad entfernt:
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Bisschen mulmiges Gefühl, wenn die Kiste auf lediglich noch einem Balken über einem schwebt, aber die Arbeitsposition ist natürlich vormidabel.
Kaum hatte ich die Bremstrommel runter und die Gummikappe des einen Radbremszylinders angelupft, quaddelte mir die Brühe auch schon entgegen:
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Das ist so nicht original! Einfache Diagnose.
Leider ist der Andere auch nicht 100% trocken unter seiner Manschette:
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Natürlich hab ich aber nur einen Ersatz-Bremszylinder hier liegen. Doof.
Egal. Auseinander muss die Chose eh.
Also die Bremsbeläge runter genommen und ein schnelles Erinnerungsfoto der Federn-Anordnung gemacht:
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Die Beläge werde ich in Bremsenreiniger einlegen. Mal sehen, ob das den öligen Film entfernt. Ansonsten müssen die auch neu.
Als nächstes mussten die Bremsleitungen vom defekten Zylinder ab.
Da graute es mir ja schon etwas vor. Bei Sir Edward endete das damals desaströs.
Das Glück war mir allerdings hold und beide Verschraubungen lösten sich mit moderatem Kraftaufwand:
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Als ich kurze Zeit später den Radbremszylinder draußen hatte, hab ich ihn mal interessehalber zerlegt:
PC260588
Sieht schon fies vergammelt aus.
Gänzlich zerlegt und gereinigt, sieht er jedoch garnicht mal so übel aus:
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Der Zylinder und der Bereich hinter dem Dichtgummi am Kolben weisen keine Rostfraß-Spuren auf. Wahrscheinlich hat nur das Gummi seine abdichtende Fähigkeit verloren.
Das ganz kommt jetzt in ein beschriftetes Tütchen und in den Fundus. Wer weiß, wann man den nochmal braucht.
Ich hätte natürlich auch schon direkt nen neuen Bremszylinder eingebaut, wenn ich die Ersatzteile nicht in Osnabrück vergessen hätte….

Fundus XL

Sorry, das hier die Infos momentan etwas tröpfeln. Das Internet kommt hier mal wieder nur per Rauchzeichen. Das hemmt die Laune zum bloggen ein wenig. Wir aber alles nachgeholt.

Nicht das ihr meint, ich wäre die letzten Tage untätig gewesen. Auch wenn es am Bug lediglich mit drei-Meilen-Stiefeln voran geht.
Jedoch gibts verschiedene andere Baustellen, an denen ich momentan werkel.
Eine war unser Partyverließ. Der Name rührt von seiner unterirdischen Lage mit einem einzigen, vergitterten Lichtschacht her.
Von meinen Eltern als Ort gesellschaftlicher Zusammenkünfte erdacht, war mein 16. Geburtstag die letzte Fete die dort gelaufen ist…. und das ist (ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen) schon ein paar Sommer her.
Seit dem wurde der Raum als uninspiriertes Lager genutzt:
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System? Fehlanzeige.
Das konnte so nicht weiter gehen.
Neben dem Altblech/-plastik ist ja „aufräumen“ eines meiner großen Hobbys.
Daher sieht der Keller jetzt, zwei Tage später, so aus:
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Sind über 30qm zusätzlicher Regal-Lagerraum. Das sollte unseren verschiedenen Fundi erstmal wieder ein wenig Platz schaffen.
Die Regale stammen vom Toom-Baumarkt. Solides verzinktes Stahlblech mit 175 Kg Tragkraft pro Spanplatten-Boden. Für 19,99€ pro Stück konnte selbst eBay nix besseres liefern. Klare Empfehlung.

Warnblinkerei

Es gibt nur wenige Dinge, bei denen der TÜV keine Baujahrsbedingte Gnade kennt.
Eines davon ist die Warnblinkanlage.
Sowas muss selbst Opas Schnauferl von 1912 haben.
Die Engländer hingegen, halten sowas für neumodischen Nonsens. Geht doch niemanden was an, wenn ich ne Panne habe! „Datenschutz“ und so!
Dementsprechend muss ich beim Bug solch ein Gerät nachrüsten.
Ohne Armaturenbrett im klassischen Sinne hat man aber nix, wo man sowas im Innenraum drunter schrauben kann.
Die normalen Nachrüst-Teile sind auch eher grobe Klötze:

Eher unschön im glatten Bug-Innenraum.
Torsten aus dem BondBug-Forum
zeigte mir ein Bild seiner Lösung. Leider hab ich es gerade nicht zur Hand.
Er hat einfach ein neues Abdeckblech für die Schalterreihe in der Mittelkonsole mit einem zusätzlichen Loch angefertigt und dort seinen Warnblinkschalter untergebracht. Allerdings auch ein ziemlich klobiges Teil.
Der Ansatz war aber super! Ausgiebige eBay-Suche förderte dann eine schlanke Lösung für Motorräder zutage:
Warnblinkanlage
Nice! Den Kippschalter werde ich dann irgendwann einfach gegen ein Bug-Original tauschen und schon sieht das aus, wie serienmäßig. Das Relais selber ist kaum größer als eine Streichholzschachtel.
Um sie einzubauen, musste also die Front der Schalter ab. Damit nachher jeder wieder an seinen originalen Platz zurück findet, hab ich sie beschriftet:
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Danach kam die große Enttäuschung. Haben die Schimpansen damals doch kein nützliches Zugangsloch in die Karosserie gesägt, sondern nur so mickrige Löcher für jeden Schalter:
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Da werde ich also selbst die Säge zücken müssen.
Ärgerlich.
Ich hab dann mal geguckt, ob ich da vielleicht von hinten dran komme.
Als erstes musste dazu der Hitzeschild mit dem Sicherungskasten weg:
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Den hat einer der Orang-Uthans von Vorbesitzern mal mit ner Laubsäge malträtiert und auch einen selbst gestrickten Sicherungskasten da drauf genietet:
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Intelligenterweise hatte er auch, als er den Sicherungskasten an das Blech genietet hat, das ganze an der Karosserie fest genietet…. Durfte ich also erstmal ausbohren.
Der selbst zusammengewürfelte Sicherungskasten erklärt auch, warum alle Kabel schwarz sind, die dort rein und raus gehen… sehr sinnvolle Modifikation….
Engländer und Elektrik. Mir fehlen die Worte!
Ich hab den ganzen Scheiß jetzt im hohen Bogen raus geworfen. Gibt nen schönen neuen Sicherungskasten mit Steckschuh-Kontakten und original Kabelfarben.
Als ich das Blech endlich raus hatte, musste ich aber erkennen, dass so auch kein vorrankommen war:
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Ker, ich hätte nicht gedacht, dass mir mal die geräumigen Platzverhältnisse von Sir Edward fehlen würden.
Außerdem hatte ich mehrfach die Erkenntnis, wie segensreich doch ein Auto aus Erstbesitz ist, an dem noch keiner rum gepfuscht hat. Was ich schon am Bug alles entdeckt habe….Junge, Junge.