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Faszination des Morbiden

Gestern ging die Versteigerung des legendären Autofriedhofs von Kaufdorf (Schweiz) zuende. Der Auktionskatalog ist auf jeden Fall eine Ansicht wert! Unglaublich, was da alles angesammelt wurde und bis zu welchem Grad es verwittert ist…
Ich weiß, dass Tobias missbilligt sowas, aber ich hab eine morbide Schwäche für sterbende Pretiosen wie diese.

Vor einiger Zeit bin icha uch über eine holländische Seite gestolpert, auf der eine Liste mit sterbenden Traumwagen geführt wurde/wird. Da finden sich Bilder wie diese hier:

Es tut einem im Herzen weh. Allerdings finde ich es auch einen faszinierenden Gegensatz zwischen eigentlichem Wert des Fahrzeugs und seinem aktuellem Zustand. Die ganze Bilderserie findet ihr übrigens hier.
Jetzt fühle ich mich ein wenig schmutzig….

Am Wegesrand XX (Des Weinfescht)

Vergangenes Wochenende luden mich die Eltern der besten Freundin von allen zum Weinfest nach Oberkirch in Baden ein.
Es gab Federweißen und Flammkuchen:

*Mjam*
Ich will euch aber nicht mit lukullischen Details langweilen.
Schließlich gab es auch einige automobile Leckerbissen zu sehen!
Bei einem Ausflug in das nahgelegene Straßburg stolperte ich in einer Seitengasse über diesen mir bisher völlig unbekannten Wagen:


Nach einiger Recherche halte ich es für ein frühes Simca Aronde Coupé und behaupte weiterhin, ganz klar die Formsprache von Facel wieder zu erkennen, wo die Coupés anfangs gebaut wurden (Korrekturen sind, wie immer, herzlich willkommen). Auf dem letzten Bild erkennt man leider auch die französiche Park-Mentalität…
Vor dem Straßburger Münster trafen wir dann die Teilnehmer der Bareiss Classics:


In einer anderen kleinen Seitenstraße (wir hassen beide große Touristenströme) stieß ich auf einen schönen Comic-Laden mit einer tollen Auslage:

Ich glaube, sobald ich mit 3-Räder-sammeln fertig bin, werde ich auf Comics der 60er-80er umschwenken. Alleine die Cover von „Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure„, „Buck Danny“ oder „Jean Mermoz“ verursachen ein leichtes Kribbeln in meinen Fingern.
Ein paar Sträßchen weiter gab es einen sehr malerischen Hinterhof zu bewundern:


Natürlich hatte mich etwas anderes in diesen Hof gelockt, als seine hübsche Architektur…. In der Ecke versteckte sich ein sehr schöner Citroën Méhari:


Zurück in Oberkirch gab es auch noch ein paar Leckerlies. In einem leerstehenden Autohaus stand dieser Opel P4:

Daneben fand sich ein alter Opel Rekord E der örtlichen Feuerwehr:


Im Opel Autohaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand dieser Opel Kadett B Kiemencoupé (Ich hoffe ich liege diesmal richtig…) Rohbau:

Zusammen mit dem Opel stand auch dieses Hercules-Mofa mit im Schauraum:

Allerdings habe ich keine Ahnung, um was für einen Typen es sich handelt. Der „Sachsonette“ Schriftzug auf dem Motor ergibt für mich wenig Sinn.
Auf dem Festgelände selbst, trieb sich dieser Hanomag Kurier (Modellversion „Garant“) rum:


Beim obligaten Spaziergang rauf zur Schauenburg entdeckte ich noch dieses herrliche Beispiel deutscher Bürokratie:

Noch heute rätsel ich darüber, wie der Mensch, welcher ganz vorne rechts parken soll, da wieder raus kommt ohne das alle anderen ihm Platz machen müssen.
Auf dem Rückweg überholten wir noch diesen schönen Hot-Rod:


Mein überhektischer Auslöserfinger vermasselte aber ein schickeres Foto.
Der Kurzurlaub war somit sowohl in lukullischer als auch autophiler Hinsicht ein Erfolg.

Vor und nach „fest“ kommt ab

Nach Wuschels super Ausführungen zu Festigkeiten von Schrauben, habe ich mich mal schlau gemacht, wie die „nicht-ISO-Welt“ ihre Schraubenfestigkeiten einteilt und markiert. Die „imperiale-Welt“ verwendet dazu die SAE J429-Norm. In dieser Norm finden sich die Festigkeitsklassen 0 bis 8, welche als „Grade“ bezeichnet werden. Je höher die Zahl ist, desto höher ist auch die Festigkeit.
Allerdings wird die Festigkeit bei diesen Schrauben nicht (nur in Spezialfällen) durch Zahlen auf dem Kopf symbolisiert, sondern durch verschiedene Striche. Eine gute Übersicht mit Darstellungen der verschiedenen Striche findet sich in diesem Artikel.
Als Daumenregel hilft hier mal wieder: „Viel hilft viel“. Je mehr Striche auf dem Kopf sind, um so fester ist die Schraube.
In der realen Welt sieht das mit den Striche so aus:

Alles drei sind „Grade 5“ Schrauben. Bei der Mittleren muss man etwas genauer hinsehen, da sie noch verschiedene Buchstaben und Zahlen auf dem Kopf hat.
Knackpunkt ist nun natürlich die Umrechnung bzw. Vergleichbarkeit zwischen den beiden Klassifizierungen.
So soll zum Beispiel ein 8.8er Bolzen mit einem SAE grade 5 vergleichbar sein. Ein 10.9 soll nahe einem SAE grade 8 sein. Das blöde an den obigen Wikipedia-Tabellen ist, dass bis auf die Kernhärte (in Rockwell) die Werte in unterschiedlichen Maßeinheiten angegeben sind und es so an einfacher Vergleichbarkeit fehlt. Für die anderen Einheiten habe ich bisher auch noch im Netz keinen Umrechner gefunden. Da ist also Taschenrechner zücken angesagt, wenn man sich nicht ausschließlich auf die Kernhärte verlassen will.
Die einzige Vergleichstabelle, die ich gefunden habe, findet ihr hier.

„Du bist ein krankes Schwein, Robin!“

Mein alter Kumpel eBay hat mal wieder einen Reliant im Angebot. Diesmal ist es ein 1979er Robin Estate mit Rechtslenkung. Eigentlich nix besonderes, besonders, wenn man die Bilder vom Zustand sieht:


Auch der Innenraum wurde auf sehr englische Weise individualisiert:

Für diesen Zustand klingt der Startpreis von 2000€ (welcher sichtbar unter dem Mindestpreis liegt) schon sehr hoch gegriffen. Allerdings hat der Wagen auch ein paar unzweifelhafte Vorteile:
1. Er steht schon in Deutschland.
2. Er hat schon eine deutsche Zulassung
3. Mit Baujahr 1979 ist er theoretisch H-Kenzeichen-fähig
Für unerschrockene Bastler, welche sich ungerne mit Papierkrams rum schlagen, wäre der Wagen somit schon eine Option. Allerdings glaube ich kaum, dass er für den gewünschten Preis weg geht. Ich denke, da könnte man getrost auf ein Ende ohne Verkauf spekulieren, um dann nachher mit dem Verkäufer Kontakt aufzunehmen und einen eigenen Preis auszuhandeln.