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Praktikantenarbeit

Bei meiner Examenslernerei bin ich vor einiger Zeit über diesen Stempel in einem juristischen Buch gestolpert:
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Im Detail sieht er so aus:
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Das war bestimmt in den 60er-Jahren ne ganztägige Praktikantenaufgabe: „Hier, Jung, hasse nen Edding und jetzt mal ma alle Hakenkreuze in den Büchern über. Aber nich den schönen Adler! Den hamma ja immer noch.“
Quer über den Stempel steht übrigens Ausgeschieden…entbehrt ja bei genauerer Überlegung auch nicht einer gewissen Komik. Hat bestimmt jemand mit einem Seufzer drüber gestempelt. Oder mit Genugtuung und einem Lächeln. Weiß man ja alles nicht…

Jedem seine Titanic

Ab übermorgen gehen meine Examensklausuren los. Aus diesem Grund wird hier im Blog für einige Zeit erstmal Funkstille herrschen. Ich habe zwar noch einige Konserven-Artikel, allerdings weiß ich nicht, ob ich dazu komme sie online zu stellen. Ich erwarte, dass die Klausuren meine persönliche Titanic-Fahrt werden. Deshalb verbleibe ich frei nach Benjamin Guggenheim: „Ich bin angemessen gekleidet und bereit, wie ein Gentleman unterzugehen.“

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin JHWH

So sagt es schon die Tora in Lev 19,18 EU . Und auch ich betrachte es als eines meiner ehernen Grundprinzipien. Seit Jahren helfe ich weinenden Kindern auf dem Rummel ihre Mütter wieder zu finden, alten Omas im Supermarkt die Dosen aus dem obersten Regal zu bekommen und Mädels beim umziehen Umzug. Ich tue dies, weil ich fest davon ausgehe, dass all diese Dinge irgendwann einmal auf mich zurückfallen. Und sei es nur, dass ich den Menschen ein dankbares Lächeln ins Gesicht zaubere und damit meine Mühen vollauf abgegolten werden. Ganz im Sinne des Glücksprinzips.
Nun, was soll ich sagen? Heute war für mich Zahltag. Ein ausgesprochen freundlicher älterer Herr hatte mich vor einiger Zeit angesprochen, gerade als ich Lola für die Nacht eingepackt habe. Wir redeten eine ganze Zeit über Lola sowie das Leben an sich und erschienen uns gegenseitig sehr sympathisch. Ich klagte ihm mein Leid über meine Vertreibung und die ungeschickten Töffel. Er zeigte hierfür viel Mitgefühl und sagte, dass man da vielleicht was machen könnte. Heute traf ich den Mann wieder und er sagte, dass er sich die ganze Sache nochmal durch den Kopf hat gehen lassen und dass es ja wirklich schade wäre, wenn Lola den Winter über draußen stehen müsste. Er und seine Tochter hatten sich deshalb überlegt, dass ich Lola kostenlos in eine ihrer Garagen stellen könnte, wenn ich das denn möchte. Es müsste da nur etwas aufgeräumt werden, aber grundsätzlich müsste da reichlich Platz drin sein und sie selbst würden ihn nicht brauchen. Man muss dazu wissen, dass die Garagen hier hinterm Haus 45€ pro Monat an Miete kosten. Wenn denn überhaupt mal eine frei wird! Ich war natürlich hellauf begeistert und wir räumten dann heute Nachmittag schnell die Garage auf. Dabei fielen auch noch einige Geschenke für mich ab (Zwei Akku-Taschenlampen und eine Petroleumheizung).
Als auch dies erledigt war, bin ich noch schnell in die Stadt gefahren und habe mir einen Schlüssel für das Garagentor nachmachen lassen (Im Endeffekt bin ich zweimal hingefahren, da der erste Nachgemachte nicht passte…). Das waren 11,80€ die ich gerne investiert habe. Nun hat Lola einen wesentlich schöneren, geschützteren und trockeneren Schlafplatz als vorher. Ganz so, wie sie es verdient:
Lolas Garage
Danke.

eBay – Ein Quell ewiger Freuden

Gestern sind zwei Päckchen für mich angekommen. In dem einen der gebrauchte Scheibenwischermotor für Lola und in dem Anderen der sehnsüchtig erwartete Wagenheber. Die Beiden Sendungen waren mal wieder ein Musterbeispiel für Dinge, die man bei eBay erlebt.
Beispiel 1: „total siffig und man ist sich nicht wirklich sicher, obs wirklich ein Originalteil ist.“
Der Scheibenwischermotor sieht so aus:
Scheibenwischermotor 002

Scheibenwischermotor 004
Er ist total versifft und ich glaube, dass einer der Vorbesitzer in die Außenhülse der Welle ein Gewinde geschnitten hat. Zumindest ist solch ein grobes Gewinde nicht an dem Scheibenwischermotor von Lola. Außerdem sieht die Welle irgendwie sehr lang aus…das würde dann aber auch bedeuten, dass es ein anderer IFA-Motor wäre. Diese Motoren sollen im Vergleich zu den original Duo-Motoren etwas müde sein. Hat zumindest Elion mal behauptet, wenn ich mich recht entsinne. Naja, sobald ich Zeit habe, werde ich ihn mal auseinanderbauen, reinigen und neu fetten. Dann werde ich auch testen, ob er wirklich wie versprochen läuft. Aber für 5,50€ + Versand kann man das schon mal riskieren. Normalerweise kosten die Motoren das Dreifache.

Beispiel 2: „Chinascheiß und nicht durchdachte Verpackung“
Das ist der Wagenheber:
Wagenheber
Man merkt die billige Verarbeitung von „Shin Fu Europe B. V.“. Auch die Bedienungsanleitung ist ein Quell der Freude. Besonders herzlich gelacht habe ich über Punkt 6:
Wagenheber Bedienungsanleitung
Er besagt: „6. Tragen Sie eine Sicherheitsbrille während der Arbeit mit diesem Produkt.“. Ich meine, wer hat sich denn damit schon mal ein Auge „ausgehoben“? Handschuhe, ok. Sicherheitsschuhe, ok. Aber eine Schutzbrille? Soll ich auch noch Sonnenschutzcreme auftragen, bevor ich damit arbeite?
Der hydraulische Stempel wird in der Bedienungsanleitung immer als „Bremse“ bezeichnet…. hat schon etwas gedauert, bis ich die Suche nach der Bremse aufgegeben und den Zusammenhang verstanden habe. Das die Asiaten aber auch immer online-Übersetzungsprogramme benutzen müssen, um ihre Bedienungsanleitungen erstellen zu lassen…
Schön fand ich die Tatsache, dass der Verkäufer (Welcher wirklich bei mir um die Ecke wohnt) den Wagenheber im Paket mit BILD-Zeitung gepolstert hat. Die Leute machen sich einfach viel zu wenig Gedanken über ihr Verpackungsmaterial! Ich meine, was macht das denn für einen Eindruck?! In die FAZ oder SZ einpacken ist in Ordnung. Das ist nen Statement! Oder die Coupé… Ich hatte mal eine Sendung, die in alte Baupläne eingepackt war. Das hatte auch Unterhaltungswert. Fand ich gut. Aber bitte doch nicht die BILD!

Ach übrigens, nur falls ihr auch mal nen Wagenheber kaufen wollt: Stempelwagenheber sind kacke. Die winzige Auflagefläche auf dem Stempel ist blöd zu platzieren und der Hebelarm zum hochpumpen benötigt recht viel Platz. Also gleich Rangier- oder Scherenwagenheber kaufen.

Mit Liebe zum Detail

Bei meiner Suche nach einem passenden Reliant, habe ich mir vor einiger Zeit schon mal prophylaktisch alle Werkstatthandbucher, derer ich habhaft werden konnte, als digitale Kopien besorgt. Dabei viel mir wieder auf, wie viel besser und schöner die früher waren. In den modernen Reparaturhandbüchern, wie dem von unserem Rallye-Golf, wird alles anhand von Fotografien erklärt. Das hat zwar einen höheren Realismusfaktor, allerdings finde ich, dass die vielen Details doch sehr ablenken. Bei den alten Reliant-Handbüchern aus den 60er-Jahren finden sich hingegen nur ganz wenige Fotografien und dafür fast nur Zeichnungen. Diese haben den Vorteil, dass der Zeichner unwichtige Details weglassen konnte und auch viel einfach Schnittzeichnungen zu realisieren waren. Auf der anderen Seite konnte er aber auch liebevolle Hintergrunddetails hinzufügen (siehe den Mechanikeranzug unten auf dem Bild). Außerdem finde ich, dass diese Zeichnungen viel mehr Liebe zur Technik ausstrahlen als die modernen Fotos. Von dem Unterschied der beschriebenen Arbeiten mal ganz zu schweigen! Oder glaubt ihr etwar, dass heute noch erklärt wird, wie man ne Achse austauscht? Diese Seite aus dem 1961er The Reliant Regal and Commercial Vehicles Marks III, IV, V, VI and 5-cwt. Vans Workshop Manual verdeutlicht hoffentlich, was ich meine:
Screenshot von Manual Reliant MK1 6