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Das hebt! II

Bevor mich OSTs Tipp erreichte, hatte ich schon für meinen neuen Rodcraft Wagenheber nach Auflagetellern geguckt.
Das Maßband verriet mir, dass der Original-Teller 120mm Außendurchmesser hat. Eine ausgedehnte Amazon-Suche später hatte ich einen Ersatzteller für Nussbaum-Hebebühnen im Einkaufskorb.
Die Teller haben auf der Unterseite einen umlaufenden Gummirand und einen einvulkanisierten Stahlteller:
Nussbaum Auflageteller Rückseite
Der Durchmesser innerhalb des Randes beträgt 120mm. Damit passt der Teller haargenau auf den Wagenheber:
Nussbaum Auflageteller
Sitzt schön fest und drückt sich durch den Stahlteller auch nicht durch. Super Sache!
Wenn man den Teller noch zusätzlich befestigen will, kann man dass wie Ado machen.

Pimp my Wagenheber

Es wird alles aufgerüstet, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
So auch mein Kinderwagenheber:
Wagenheber Ausgangszustand
Seine einzige Daseinsberechtigung ist seine Handlichkeit. Hub, Bedienkomfort und Tellergröße sind grottig.
Wobei letzteres nun besser ist.
Der original Teller war winzig und hat den Unterboden vermackt. Da musste Abhilfe her.
Glücklicherweise kann man ihn entnehmen und es bleibt eine Art Tasse am Hubarm übrig.
Ausgangsmaterial ist eine Siebdruckplatte:
Siebdruckplatte
Die ist Wasser- und Ölfest und kann auch große Lasten ab.
Damit mir der Teller nicht vom Wagenheber rutschen kann, gab es noch ein kleines Füllstück aus OSB-Platte:
Teile ausgesägt
Verbunden wird beides mittels Dübel und Leim in den Zentrierlöchern der Kreisbohrer:
Dübel
Eigentlich könnte man den Teller so schon verwenden.
Allerdings wollte ich ihn noch ein wenig mit Gummi polstern um ihm auch mehr Grip zu verleihen.
Vom Kreissägenumbau hab ich noch reichlich Waschmaschinen-Dämmgummi liegen. Das ist billig und extrem zäh.
Daher ist schneiden auch ein wenig mühsam. Ich empfehle für den Grob-Schnitt die Stichsäge mit wenig Pendelhub und Drehzahl.
Die Verbindung stellt Superkleber her:
Teller in Rohform
Den anschließenden Feinschnitt kann man mit einer scharfen Cutterklinge erledigen:
Gummi beschnitten
Damit hat sich die Auflagefläche verdoppelt und durch den dicken Teller gibt es auch noch 2-3cm mehr Hub:
Neuer Teller
Und da ich schon mal dabei war, gab es auch gleich Auflagestreifen für die Unterstellböcke:
Auflage für Unterstellbock
Den ersten Praxistest hat beides auch schon bestanden. Dazu später mehr.

Hoch hinaus

Es gibt mal wieder prähistorischen Zuwachs im Werkzeugfuhrpark.
Tobias hat für schmale Mark diesen gigantischen Rangierwagenheber erstanden:

Ich kenne Kleinwagen, die kompakter sind.
Es handelt sich bei dem Okolyten um einen italienischen „Grazia“ von 1969:

Die zulässige Last beträgt lediglich 1250 Kg, aber darauf kam es bei der Anschaffung auch weniger an.
Viel wichtiger ist die flache Nase, der lange Hubarm und die immense Hubhöhe von über 1,2 Meter.
Nun muss noch ein neuer Dichtsatz her (soll es gerüchteweise noch bei Hebidicht.de geben) und er kann bei uns seinen Altersruhestand versehen.

Nur mit frischem Gummi

Letztes Wochenende stand das Fahrwerk von Tobias Volvo 740 auf dem Plan. Nach 22 Jahren war das einfach fertig und gierte nach neuen Gummis und Gelenken. Teil I hatten die Beiden schon ohne mich vor einigen Wochen erledigt und auch bei Teil II war ich eher Zaungast.
Als ich dazu kam, hatten die Beiden schon prähistorische Saurierknochen unter dem Alten raus gezerrt:
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 2
Außerdem hatten sie auch schon einige Buchsen mit unserer aufgerüsteten hydraulischen Presse aus- und eingepresst:
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 3
Tobias hat einen neuen 20t-Wagenheber für die Presse spendiert, nachdem der alte 5t-Heber schon das eine oder andere Mal an seine Grenzen stieß.
Der neue Heber hingegen zergnurpselt alles! Auf dem Bild oben im Vordergrund, seht ihr ein paar Pressstücke, die er während der Arbeiten zerknüllt hat. Was der nicht gepresst bekommt, hält bis zum jüngsten Gericht.
Dementsprechend ging das auspressen auch wie geschmiert (sofern man erstmal passende Pressstücke gefunden hat):
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 7
Das im Bild zu sehende Bänsel ist übrigens aus arbeitssicherheitstechnischer Sicht vorgeschrieben. Wir mussten leider feststellen, dass der Druck der Presse Metallteile in exzellente Geschosse verwandelt…
Einige der Gummi-Buchsen bedurften auch ein wenig Vorarbeit mit dem Bohrer um ihre Haftung aufzugeben:
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 8
Richtig Zeit gefressen hat neben der Pressstücksuche die Anpassung der OEM-Teile, welche Tobias besorgt hatte. Es ist unglaublich, wie schlecht die Passform der Teile war!
Nur unter Einsatz einer Feile (mit der früher russische Panzer im Nahkampf aufgerubbelt wurden) und reichlich Muskelschmalz konnten wir das Teil anpassen:
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 4
Hier seht ihr gut, wie wir die Löcher verschieben mussten, damit es überhaupt passt:
Volvo 740 GL Fahrwerksgummis 5
Das da knapp 40€ zwischen dem und dem original Volvo-Teil liegen hat schon seinen Grund. Wer auch immer der Hersteller ist: Was ein Eierladen!
Allerdings lief auch bei uns nicht alles rund. Tobias hatte es leider versäumt, vorher das Haynes-Manual zu konsultieren. Dementsprechend liefen einige der Arbeiten in der falschen Reihenfolge ab bzw. ohne Beachtung der Anzugsmomente/-reihenfolge bzw. es fehlten Teile, die in einem Aufwasch hätten mit gemacht werden können. Irgendwann hatten wir uns dann in eine Sackgasse gewurschtelt, in der nix mehr passte. Das war schon sehr ärgerlich und drückte dementsprechend auf die Stimmung. Montag morgens um halb 2 habe ich dann gekniffen und mich ins Bett verzogen (Ich war fies erkältet… da ist man als Mann etwas fragiler!). Vaddern und Tobias haben dann noch eine Stunde weiter gewullacht und ihn doch wieder zusammen bekommen.
Nicht wirklich optimal. Da muss wohl nochmal nen Seminar zur Arbeitsorganisation besucht werden…. 😉

Wechselintervalle

Da Sir Edward ja die Garage mit der Grube verlassen hatte, konnten wir uns endlich der anstehenden Wartungsaufgaben an unseren anderen Fahrzeugen widmen. Unter anderem wollte Tobias gerne, dass der alte Volvo (unser 740 GL) mal neues Automatik-Öl bekommt und bei der Gelegenheit auch der Filter und die Magneten in der Ölwanne getauscht/gereinigt werden. Er fand das sei nach über 350.000 km mit wahrscheinlich noch dem ersten Öl notwendig. Das Öl selbst zu tauschen ist nicht so schwierig. Die Getriebeölwanne hat dafür eine komfortable Ablassschraube:

Um allerdings an den Filter und die Magneten zu kommen, muss die Ölwanne ab. Damit selbige aber ab kann, muss man das Rohr für den Füllstandsanzeiger an der Seite abschrauben:

Das Rohr selbst ist mit den zwei Schrauben des Anlassers im Motorraum zusätzlich befestigt. Um dort keine Scherereien zu haben, entschlossen wir uns, das Rohr direkt unten an der Wanne abzuschrauben. Vertane Liebesmüh, wie wir nach Stunden feststellen mussten. Aber dazu später mehr.

Sollte man das Rohr direkt an der Wanne abschrauben wollen, sollte man mit viel Bedacht vorgehen!

Die große „Mutter“ zwischen Rohr und Wanne ist nämlich garkeine Mutter, sondern Teil der Wanne! Versucht man das Rohr an ihr abzuschrauben, reißt man mit relativ wenig Pech den ganzen Flansch ab und kann eine neue Wanne besorgen! Dreht man alleine an der kleineren Mutter, kann es passieren, dass diese so fest sitzt, dass man den Flansch der Wanne verdreht und dessen schweißnähte Risse bekommen. Resultat: Neue Ölwanne…

Also Obacht!

Es wird empfohlen die große „Mutter“ gegen ein Verdrehen zu sichern. Leider hat sie irgendwas bei Schlüsselgröße 32, welchen wir natürlich nicht in der Werkstatt haben. Die von mir so geliebte Knipex-Schraubzange konnten wir auch nicht einsetzen, weil nicht genug Platz war um sie anständig festzuhalten bzw. zu verkeilen. Unsere lösung war dann diese Konstruktion:

Das Rohr stützt sich über das Hölzchen an der Getriebetraverse ab, wenn die große „Mutter“ links rum will.

Nach einigen ergebnislosen Versuchen die kleine Mutter dann mittels Schlüssel oder Verlängerung zu lösen griffen wir zum nächst größeren Kaliber:

Als Schlüssel verwendeten wir einen 15/16-Zoll-Schlüssel. Dieser passte absolut bündig auf die kleine Mutter. Der entsprechende DIN-Schlüssel wieß uns zu viel Spiel auf.

Hier nochmal aus anderer Perspektive:

Da wir aber nun zu wenig Hubraum für den Schlüssel auf dem Wagenheber hatten, musste der Volvo „höher“. Wozu hat man sonst ein breites Sortiment an Wagenhebern?:

War schon eine arge Schräglage, die der Volvo erreichen musste, bis alles passte:

Als dann alles in Position war, ging es ans „drehen“ des Schlüssels. Das Ergebnis war, dass der Volvo über den Schlüssel sich vom großen hydraulischen Wagenheber heben wollte!! Als dann auch noch die kleine Mutter erste Spuren des Runddrehens aufwies, war für uns der Zeitpunkt gekommen, die Aktion abzublasen und doch den Anlasser abzubauen, um die Wanne samt Messrohr abzunehmen.

Das war zwar auch eine fiese Fummelarbeit und die Schrauben wehrten sich nach Kräften, aber es ging nach weiteren zwei Stunden.

Als wir dann endlich die Wanne in den Händen hielten, staunten wir nicht schlecht, als wir nur noch einen Magneten vorfanden:

Keine Ahnung, was mit dem Anderen passiert ist. Muss er gefressen haben.

Der Zusammenbau war dann wieder relativ easy. Beim nachfolgenden spülen des Automaten half uns noch eine Gartenschlauchkonstruktion, von der ich irgendwie vergessen habe Fotos zu machen. Leider unterlief uns dabei aber wohl ein Rechenfehler, so dass wir beim finalen Befüllen nachts um 3 zu wenig neues ATF übrig hatten… Klarer Fall von: Schön gedacht, schlecht gemacht.

Nachschub ist aber schon lange bestellt und dürfte auch schon geliefert und eingefüllt sein.

Wir hielten uns bei dieser Aktion ziemlich genau an eine sehr gute englische Anleitung, die Tobias ausgegraben hatte und deren Link er hier sicherlich in die Kommentare packen wird, sobald er den Artikel ließt. Ich finde sie nämlich nicht mehr…