Archiv der Kategorie: Am Wegesrand

Die Entdeckungen des Alltags

Tamworth Specials Treffen 2025

Nachdem 2023 Wolfgang den Start gemacht hatte und 2024 Karsten so nett war unser kleines „Tamworth Specials“-Gruppentreffen auszurichten, war Holger so leichtsinnig, sich für 2025 als Ausrichter anzubieten. Ein Schwur, der noch nachts mit Ramazotti italienischem Kommodenlack besiegelt wurde.
Aufgrund widriger Umstände konnte ich leider nur am Samstag dabei sein und auch die beiden Schräubchen konnten mich nicht begleiten. Es gab ehrliche Tränen. Auch die technischen Voraussetzungen waren suboptimal (Bericht folgt), so dass ich die knapp 300 km nicht auf eigener Achse antrat. Gute Gelegenheit, nach dem JZR auch den Rialto mal auf der Lafette zu transportieren:

Rialto aufladen

Auch den Rialto zog meine 12V-Winde über die Anhängersteckdose des Gerontengolfes klaglos auf den Anhänger. Etwas schwieriger als beim JZR war die Ausrichtung des Rialtos für die korrekte Stützlast. Der Rialto hat erstaunlich viel Gewicht hinten. Erst mit zwei Kontergewichten (die Konstruktion hat sich ebenfalls schon mehrfach bewährt) war sie ausreichend:

Stützlast mit Kontergewichten

Ich machte kurz vor Hamburg einen Zwischenstopp bei meinen Schwiegereltern und parkte den Gerontengolf samt Lafette dort. Für das letzte Stückchen ging es im Morgengrauen auf eigener Achse weiter.

Ab hier normal

Ein sehr schönes Motto. Da sind Menschen mit einer erwachsenen Begeisterung für Dreiräder ja goldrichtig! Wenn wir nicht „supernormal“ sein sollen, wüsste ich nicht, wer sonst in Frage käme.

Ankunft morgens

Das Navi war sich bei der Zieladresse etwas unsicher, aber ich habe einfach mal hier angehalten. Ich hatte das Gefühl, nicht ganz falsch zu sein. Kaum waren die ersten Teilnehmer erwacht, traf auch Torsten mit seinem Velorex ein:

Torsten und sein Velorex

Torsten hat auch eine Reliant Ant und einen Bond Bug, aber beides sind aktuell Baustellen. Dreiräder sind halt Rudeltiere…
Während in Villarriba schon gefrühstückt wurde, wurde in Villabajo noch geschraubt:

Schraubereinsatz

Aber auch diese Reparatur war in kürzester Zeit fachgerecht ausgeführt:

Auspuffreparatur

Den Eigentümer dieses gelben Robins kennen wir übrigens auch schon. Das ist Heinrich, der mir netterweise mal ein Gogomobil für eine Geschäftsreise geliehen hatte.
Die Reparatur ließ mir aber genügend Zeit ein paar Teiledeals mit unserer niederländischen Fraktion abzuwickeln:

Reliant Regal Heckklappe

Von Byron bekam ich einen extra flachen Luftfilter aus dem Reliant Regal 21E 700, sowie zwei elektronische Zündmodule. Den Luftfilter plane ich im Bond Bug zu verbauen, da dort der Platz für den original Filter sehr eng bemessen ist. Erik brachte mir diese herrlich patinierte Hecktür eines Reliant Regal 3/30 Vans mit. Anhand des Kennzeichens konnten wir die EZ des Spenderfahrzeuges auf „zwischen 1951 und 1965“ eingrenzen. 1951 startete die Zulassung mit der Buchstabenfolge „AC-…“ und 1965 endete sie mit „ZZ-…“. Die EZ muss also verhältnismäßig nah an 1951 gewesen sein.
Ich habe die Tür sorgsam eingepackt. Sie wird exakt in diesem Zustand ein super Deko-Objekt für das Genesungswerk! Die Kennzeichenleuchte werde ich als Ambientebeleuchtung reaktivieren.

Nachdem alle gestärkt waren, gab es eine kurze Fahrerbesprechung für die anstehende Ausfahrt. Holger hatte nicht nur bombastisches Wetter für uns bestellt, sondern auch seine Kontakte zum lokalen Deichwart genutzt, um für uns eine ganz besondere Tour zusammen zu stellen:

Farbenspiel auf der Brücke

Dieser erste Halt fand zum Beispiel auf einer Drehbrücke statt. Natürlich ist es normalerweise verboten auf der Brücke zu halten, muss sie doch jederzeit zur Seite schwenken können, sollte ein Schiff passieren wollen. Aber auch den Brückenwart kannte Holger beim Vornamen und lockte ihn für einen gemütlichen Plausch aus seiner Kommandozentrale.
Dank eines ausgeliehenen Generalschlüssels öffneten sich anschließend für uns alle Schranken, die normalerweise den Verkehr von den Elbdeichen fern halten. So fuhren wir auf den schmalen Wirtschaftswegen entlang der Deichkronen und schauten den Deichschafen bei der Arbeit zu. Herrlich!

Pause auf dem Deich

Byron hatte seine Drohne dabei, so dass wir auch ein paar schöne Luftaufnahmen vom Farbenspiel der Fahrzeuge bekamen:

Luftaufnahme

Das blau-metallic-farbene Coupé am Rand ist übrigens ein Reliant Scimitar SE4:

Reliant Scimitar SE4

Wir sind da ja nicht so….

Letzter Halt war dann der Sandstrand bei Kollmar:

Blick auf den Horizont gerichtet

Während einige den Horizont nach Schiffen absuchten, bereiteten andere Kaffee und Kuchen vor.

Kaffee und Kuchen

Auch hier wieder eine tolle Organisation und vielen Dank für das großartige Picknick!Den Respekt der versammelten Mannschaft verdiente sich Heinrich, der trotz Warnung vor der tückischen Strömung (annähernd) blank zog und sich in die Fluten stürzte.
Mit gefüllten Bäuchen und sonnengegerbt ging es am späten Nachmittag wieder zurück zu Holger.

Dort angekommen hatte Robert noch einen Leckerbissen für uns:

Sinclair C5

Er hat einen Sinclair C5 auf die moderne Antriebstechnik eines Pedelecs umgebaut. Ich durfte ihn mir für eine Testrunde ausborgen:

Testrunde Sinclair C5

Verdammt…leider geil…. Wobei die Lenkung unter den Beinen schon echt gewöhnungsbedürftig ist. Ultradirekt und ohne jede Federung. Da spürt man jede Rille im Pflaster. Aber gefährlich schönes Spielzeug!
Es wurde viel gelacht und geschnackt. Unterbrochen von einer Verpflegung mit extrem guten Burgern:

Burger am Abend

Als der Sonnenuntergang einsetzte machte ich mich schweren Herzens auf den Weg zu meinen Schwiegereltern.
Es war eine ganz wundervolle, herzliche Veranstaltung!
Danke an alle Teilnehmer, die hierzu beigetragen haben! Ihr seid eine tolle kleine Blase und es ist schön euch zu kennen.
Vielen Dank auch nochmals an Holger und Kathrin, die sich als Gastgeber wirklich überschlagen haben. Ein Messlatte, die zukünftig kaum zu erreichen sein wird!
Mal sehen, wie es 2026 wird. Da bin ich der Organisator….

35. INTERNATIONALES DREIRADTREFFEN

Es ist Sommer, da komme ich traditionell leider kaum zum schreiben. Es passieren aber trotzdem Dinge.
Zum Beispiel fand auf der Burg Ziesar das 35. internationale Dreiradtreffen statt:

Burghof Tag 1

Ich predige es ja immer wieder: Das Treffen ist an Putzigkeit kaum zu überbieten! Eine echte Empfehlung, sollte es mal in eurer Nähe stattfinden!
Leider war die Wettervorhersage so eindeutig, dass ich an beiden Tagen mit dem Rialto anreiste. Am Freitag füllte sich der Burghof so langsam:

Lineup Tag 1

Selbst die Dame mit dem dreirädrigen Kinderwagen wurde direkt eingewiesen:

Kinderwagen

Ich selbst fand einen Platz neben meinem Wochenendhighlight:

Rialto und Invacar

Für die Rätselnden unter euch: Das neben dem Rialto ist ein Invacar:

Invacar Front

Das ist das angelsächsische Pendant zum Krause Duo, Duo 4/1, Duo 4/2 oder zum SMZ S-1L aus der Sowjetunion.
Schon in England haben nach der staatlichen Verschrottungsaktion Anfang der 2000er (die Invacars gehörten immer dem Gesundheitsministerium) kaum noch Exemplare überlebt. Ursprünglich produziert wurden mehrere zehntausend.
Überlebt hat nur eine Handvoll Exemplare. Bei Hubnut findet sich ein in der Szene recht bekanntes Invacar.
Passend zu seinen drei Rädern hat das Invacar nur eine (Schiebe-)Tür auf der linken Seite:

Invacar Tür offen

Der einzelne Sitz ist auf seitlichen Schienen angebracht, so dass man ihn für einen besseren Ein- und Ausstieg nah zur Tür bewegen kann:

Invacar Tür offen 2

Angetrieben wird dieses Exemplar von einem Villers 197 ccm-Motor, welcher lediglich auf das linke Hinterrad wirkt:

Invacar Motor

Lola lässt grüßen.
Nachdem übrigens in den frühen 70ern die Produktion der Villers-Motoren eingestellt wurde, wurden die Invacars mit einem 500 bzw. 600 ccm-Motor von Styr-Puch ausgestattet. Mit diesem Leistungsschub schafften die Invacars ca. 130 km/h (82 mph)!
Zusammen mit gänzlich fehlender Crash-Sicherheit, miesem Handling und einer hohen Unfallrate, führte die Einführung eines Subventionsprogrammes zum Umbau regulärer PKW zum aussterben der Invacars.
Ganz viel Liebe für den sehr netten Eigentümer dieser Pretiose!
Auch sonst gab es einiges zu bestaunen.
Hier die Notwendigkeit für einen Pickup:

Huckepack

Oder die Verstärkung aus der alten Heimat:

Besuch aus Lippe

Der blaue Messerschmidt mit dem DT-Kennzeichen war natürlich auch wieder mit dabei.
Aber auch im Fahrerlager fand sich ein Goldstück:

Ex-Pferdetransporter

Mit diesem, für die niederländische Polizei-Reiterstaffel ursprünglich gebauten, Harburger Transporter war der Eigner einer 50er-Ape angereist. Neben der Ape passte noch ein Feldbett und eine kleine Küchenkombination mit in den Transporter. Herzallerliebst!
Tag Eins endete mit einem gewaltigen Regenschauer, der mich auf der Rückfahrt überraschte.
Tag Zwei war hingegen ein einziger Regenschauer. Das kann die wackeren Recken allerdings nicht schrecken:

Auf in den Regen

Vorausgegangen war die Fahrerbesprechung seitens der Organisatoren. Es gab folgende Ansage:
„Wir starten mit einer kleinen Rundfahrt durch die Altstadt von Ziesar. Hierfür haben wir die Auflage der Polizei, dass wir in Gruppen mit nicht mehr als 10 Fahrzeugen fahren dürfen, um den Verkehr nicht unnötig zu behindern. Wir machen es daher so, dass sich gleich 9 Fahrzeuge hier hinter dem roten Mercedes als Führungsfahrzeug sammeln. Der Klaus/Horst/Günther im Mercedes fährt dann voraus und führt die 9 Fahrzeuge durch die Altstadt. Außerhalb der Stadtgrenze sammeln wir uns dann, er kommt zurück und holt die nächsten 9 Fahrzeuge bzw. die Elisabeth/Marianne/Ursula im gelben Käfer fährt dann mit dem nächsten Pulk los.“
Verständiges Nicken der Zuhörenden
Und daraufhin brach das Chaos aus…..
Natürlich stiegen alle in ihre Fahrzeuge und stellten sich in einer langen Schlange hinter dem Führungsfahrzeug an. Als selbiges losfuhr, fuhren auch einfach alle hinterher. Das klappte auch exakt bis zur ersten roten Ampel. Danach verlor ein Großteil der Gruppe den Anschluss in den kleinen Altstadtgässchen.
Ich hatte allderweil auf dem Burghof zusammen mit den Velorex- und Messerschmidt-Pilot/-innen wieder eine „schnelle Gruppe“ als Nachhut gebildet.
Als wir als Letzte losfuhren, hatten wir das lustige Erlebnis, dass während unserer Tour durch die Altstadt immer wieder aus irgendwelchen winzigen Gässchen verirrte historische Dreiräder auf uns zu kamen. Wir haben herzlich gelacht. Natürlich klappte es dementsprechend auch nicht, dass sich die Gruppe geschlossen hinter der Stadtgrenze wiedertraf. Glücklicherweise war die Pilotin eines Messerschmidts ortskundig und konnte uns auf die Spur der ursprünglichen Führungsgruppe bringen.
Leider war in diesem Durcheinander auch der Kradmelder verschütt gegangen, der eigentlich entlang der Strecke die Hinweisschilder zur Streckenführung anbringen sollte.
Er überholte uns dann im Tiefflug und ströhmenden Regen. Als wir ihn an der nächsten Abbiegung einholten, vereinbarten wir mit ihm, dass wir den Pulk hinter uns an geeigneter Stelle aufhalten, ihm etwas Vorsprung geben und uns dann weiter auf den Weg machen würden. Das klappte gut, so dass wir mit einer recht großen Teilgruppe an unserem Zwischenziel, dem Schulmuseum Reckahn ankamen:

Schulmuseum Reckahn mit Autos

Mal wieder einer dieser Orte, die ich sonst nie extra besuchen würde.
Es lohnte sich aber! Für uns war eine historische Schulstunde gebucht. Unterhaltsam, lehrreich und liebevoll gestaltet.
Auch hier merkte man wieder, dass das Thema mit Herzblut verfolgt wurde.
Während ich also unter den wachsamen Augen von Fräulein Schubert mein Sütterlin übte:

Sütterlin

Wurde draußen schon das Mittagessen aufgebaut.
Eine wirklich gute Soljanka brachte uns über den fortlaufend heftigen Regen.

Aufstellung vor dem Schulmuseum

Hier noch eine wirklich schöne Lösung für mehr Verkehrssicherheit am Vorkriegstempo:

Funk-Rücklicht

Die LED-Einheit ist mittels Magnet befestigt, batteriebetrieben und wird per Fernbedienung vom Fahrerhaus aus gesteuert. Wenn ich mich recht entsinne hat sie sogar ein Bremslicht integriert, das per Trägheitssensor funktioniert. Kudos an den Erfinder!
Anschließend sattelten wir wieder die Hühner und fuhren über kleine Sträßchen:

Über kleine Straßen

Zum „Mollihof Jakob“ nach Grüningen:

Mollihof Schild

Dort gab es, wen überrascht es?, DDR-Geräteträger in allen Formen, Farben und Zuständen zu bewundern:

Mollihof 2

Auch Sondervarianten, wie diese, zum vereinfachten Fahrtrichtungswechsel:

Mollihof Wechselsitz

Ansonsten kann man sich den Mollihof so vorstellen, dass nebenan ein DDR-Museum detoniert ist. Die Trümmer regneten dann auf den Hof nieder und wurden teilweise sogar verräumt. Oder als lebensgroßes Wimmelbild. Ist halt die private Sammlung eines DDR-Bürgers mit viel Platz und großer rosa Brille für die Vergangenheit.
Entsprechend geteilt war auch das Echo auf den Besuch. Insbesondere der der NVA gewidmete ex-Kälberstall samt ausstaffierter Puppen rief einige Irritationen hervor. Fairerweise war er aber auch vom Eigentümer als etwas „nur für echte Genossen“ angekündigt worden.
Zur Ehrenrettung der Veranstalter will ich aber auch betonen, dass man erstmal in so kleinem Aktionsradius überhaupt sehenswertes finden muss!
Nach der Besichtigung ging es wieder im Regen zurück auf die Burg:

Fahrt im Regen

Hatte ich schon erwähnt, dass mein Highlight das Invacar war?

Invacar vor mir

Das sieht so lustig aus!
Im großen Burgsaal konnte man sich dann bei Heißgetränken und einem riesigen Kuchenbuffet wieder stärken.
Nach dem obligaten Klöhnschnack machte ich mich wieder auf den Heimweg.
Vielen, vielen Dank an den Motor-Club Ziesar e.V. für die Organisation! Es war eine würdige Veranstaltung!
Wir sehen uns nächstes Jahr in Haseloff!

Relianttreffen 2024

Neben der Fritten & Friends Tour stand das diesjährige Relianttreffen als fester Termin im Kalender. Nach dem furiosen Auftakt im letzten Jahr, hatte sich Karsten netterweise bereit erklärt unseren kleinen Zirkus dieses Jahr zu beheimaten. Da das kleine und große Schräubchen auch Lust hatten mitzukommen, habe ich unser Zelt eingepackt:

Zelt aufgebaut

Für das Wochenende war zwar trockenes Wetter vorhergesagt, aber nachts sollten die Temperaturen auf 6-8 °C fallen. Dementsprechend voll war der Rialto mit Zelt, Plane, Outdoorschlafsäcken, Luftmatratzen, Decken und Kuscheltieren. Gut, dass ich damals extra nach einem Kombi gesucht habe!
Natürlich gab es auch reichlich Schrauberarbeit. Karsten hatte einen Zylinderkopf zu entfernen:

Zylinderkopfdemontage

Zwei Tage vor dem Treffen war Karstens Sohn auf der Autobahn mit dem Motor nämlich ein kleines Malheur passiert:

Kurbelwellenbruch

Mit der gebrochenen Kurbelwelle lief der Motor übrigens noch 6 km bis nach Hause! Bisherige Opferzahlen: Kurbelwelle und direkt angrenzende Lagerschalen. Sonst nix…

Holger hat das Treffen genutzt um seinen frisch restaurierten Robin 400km einzufahren:

Holgers Robin

Das klappte nur so leidlich, so dass wir ihn aus Brandenburg retten mussten. Seine mysteriösen Zündungsprobleme waren ein Thema für das ganze Wochenende:

Haubentaucher

Glücklicherweise fanden wir Samstag Abend den letzten Kupferwurm, so dass er glücklich beseelt Testrunde um Testrunde in der Nacht drehte.
Mit sechs (bzw. sieben wenn man Karstens ausgebeintes Kurbelwellenopfer im Carport dazu zählt) Fahrzeugen war es schon wieder das größte Reliant-Threewheeler-Treffen Deutschlands:

Lineup

Am Samstag Vormittag hatte Karsten eine große Rundfahrt über 90km (!) organisiert. Wir schauten uns Potsdam an:

Schloss in Potsdam

und machten ein schönes Picknick vor der Glienicker Brücke:

Picknick

Den Nachmittag verbrachten wir wieder an der Basis bei schönstem Sonnenschein. Die Kinder spielten vergnügt und entdeckten einen alten DDR-Tretroller, den wir kurzerhand wieder flott machten. Ich nutzte die Chance und kümmerte mich um Karstens Berlin Roller:

Berlin Roller

Lohn war eine Runde um den Block. Ein schön herrschaftliches Fahrgefühl. So ein historischer „Großroller“ würde mich ja auch noch reizen (guckt euch nur mal die Čezeta an!)….
Daneben guckten wir noch Karstens Motorradsammlung an:

Motorradsammlung

Der Abend klang, wie der Freitag, gemütlich aus. Als es gen Bettchen ging, bekam noch jedes Kind eine Wärmflasche in den Schlafsack. Der viele Sauerstoff und Auslauf den Tag über besorgte den Rest, so dass um 22 Uhr die Augen zu fielen und sich bis kurz vor 8 Uhr am nächsten Morgen nicht mehr öffneten.
Morgens beglückten uns Nicole, Monique und Miranda immer mit einem tollen gemeinsamen Frühstück:

Frühstück

Auch ansonsten war es, wie immer, sehr familiär und gemütlich. Vielen, vielen Dank an Karsten und seine Familie für das liebevolle Treffen! Es war das erwartete Jahreshighlight!
Nächstes Jahr treffen wir uns bei Holger in Elmshorn. Die Schräubchen haben schon gefragt.

Fritten & Friends 2024

Eh ich bei der Berichterstattung zum Dach weiter mache, will ich kurz etwas in die jüngere Vergangenheit springen und von der ersten öffentlichen Ausgabe der „Fritten & Friends“ Ausfahrt berichten. Tobias hat diese Rundfahrt anlässlich des Tages der Currywurst aus der Taufe gehoben. Die Idee ist, mit Altblech und Gleichgesinnten die schönsten Currywurstbuden des Ruhrpotts abzuklappern. Dazu dann noch ein leichtes Kulturprogramm, fertig ist das Konzept. Zur gemeinsamen Anreise gen Pott trafen wir uns in kleiner Runde in Paderborn:

erstes Treffen in PB

Die Anreise war gemütlich im Konvoi:

Lineup Anfahrt

Unser erster offizieller Treffpunkt war am Bratwursthaus in Bochum:

Lineup 2024

Wie ihr seht, war es ein kleines aber farbenfrohes Lineup. Tobias hatte die Einladung erst mal nur im kleinen Kreis verteilt, da die Ausfahrt nur ein erster Testballon sein sollte. Ich persönlich freute mich besonders über den Besuch von Hauke, Diana und Leia.
Da die angepeilten Wurstschmieden nicht vor 11 Uhr öffneten gab es halt ein spätes Frühstück:

Frühstück

Das war schon mal ein solider Start. Handwerklich wirklich gut gemacht mit den schmackhaftesten Pommes des Tages. Weiter ging die Gourmetreise zum Profi-Grill nach Wattenscheid:

Profi-Grill in Wattenscheid

Laden, Publikum und Inhaber sind echte Unikate! Guckt euch mal die Geschichte auf der Homepage an. Dort gab es (nach meiner Auffassung) auch die beste Currywurst des Tages:

Currywurst mit Pommes und Spezialsoße

Um etwas Zeit für die Verdauung einzuräumen spazierten wir danach zu den Autos zurück, schnackten ausgiebig und fuhren gemütlich zum LWL-Museum Zeche „Hannover“:

Zeche Hannover

Da die Zeche schon in den 1870er-Jahren eingerichtet wurde, gibt es da einiges an historischer Technik zu bewundern. Zum Beispiel diese einzylindrige Dampfmaschine, die die gigantischen Grubenventilatoren (6 m³ pro Bergmann/Minute) antreibt:

Dampfmaschine für Grubenventilator

Auch die jeweils dreistöckigen Aufzüge konnte man besichtigen:

Fahrstuhlschacht

und die zugehörige Antriebsmaschine samt Führerstand:

Fahrstuhlwinde

Wie der Fahrstuhlführer ohne Telefon oder Funk wusste, was im Stollen vorging? Da gab es ein ausgeklügeltes Signalsystem:

Platz des Fahrstuhlführers

Das alles war interessant und nett gemacht, aber zu einem echten Highlight wurde der Besuch erst durch die organisierte Führung zum Thema „Migration und Zuwanderung ins Ruhrgebiet„! Ich finde die Qualität solcher Führungen steht und fällt immer mit dem Interesse der Führung für das Thema. Ich kann sagen, unsere Führerin brannte für das Thema! Und dazu kam dann noch die tolle Chemie unserer Gruppe! So haben wir wirklich kurzweilige 2,5h Stunden miteinander diskutiert und verschiedene Stationen der Migrationsgeschichte des Ruhrgebietes „abspaziert“. Es war wirklich eine Freude und Bereicherung!
Zum Abschluss öffnete sie uns noch ein ansonsten nicht zugängliches historisch erhaltenes Zechen-Wohnhaus:

Wohnhaus der Kumpel

Die Führung endete im historischen Selbstversorgergarten hinter dem Haus, wo wir noch lange beisammen saßen und uns nur schwer vom Thema lösen konnten. Wie gesagt: Ein absolutes Highlight!

Nach so viel intellektuellem Input hatten wir alle wieder Hunger auf Currywurst und machten uns auf zur letzten Bude „Die Currywurst“ in Herne. Der Laden ist bekannt für seine besonders scharfen Saucen:

Saucenauswahl bei Die Currywurst

Passenderweise lief dort gerade eine Scoville Challenge. Kurz nachdem wir angekommen waren, kam auch ein Sanitäter um den fünftplatzierten zu versorgen. Ich habe die Saucen der Stufe 3, 5 und 7 probiert. 3 war Ketchup, 5 war pikant, nach 7 schmeckte man eine Zeit lang nichts mehr. Der lukullische Genuss dieser Art von Saucen hat sich mir ehrlich gesagt nicht erschlossen. Dementsprechend fand ich die Currywurst dort auch am schwächsten. Es fand sich aber ein schönes anderes Relikt: Der Sparschrank eines Sparvereins:

Sparverein

Auf dem Weg zu den Autos gab es noch dieses schöne Haus. Man achte auf die Fensterlinie im Erdgeschoss:

Bergschäden oder betrunkener Maurer?

Entweder war der Maurer sternhagelvoll oder es sind (wie an so vielen Stellen im Pott) Bergschäden.
Bei dieser letzten Bude trennten sich unsere Wege. Der Abschied war herzlich und ich hatte den Eindruck, dass die Tour allen viel Spaß gemacht hat.
Tobias hat schon durchblicken lassen, dass er (bei entsprechendem Feedback) für das nächste Jahr wieder eine solche Tour planen würde. Ggf. sogar mit Übernachtung (Campingplatz).
Solltet ihr also Lust haben, daran teilzunehmen, scheut euch nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.
Danke für die Organisation und danke an die tollen Teilnehmer!

7. Elmdrive

Vor einiger Zeit hatte mich Bodo zum 7. Elmdrive auf das Schloss Schöningen eingeladen. Das Wetter passte, der (aktuell sehr volle) Terminkalender hatte eine kleine Lücke, warum also nicht?!

Je näher ich meinem Ziel kam, desto größer wurde die Oldtimerdichte auf den Straßen. Was mich aber vor Ort erwartete verschlug mir die Sprache! Oldtimer so weit das Auge reichte:

Übersicht Park 2

Glücklicherweise sammelte mich Bodo an einer Zufahrt ein und lotste mich durch das Getümmel. An einem schattigen Plätzchen wartete schon sein Triking auf seinen alten Stallgenossen:

JZR und Triking

Nach einem kurzen Begrüßungsschnack und der Beantwortung einiger neugieriger Nachfragen der Umstehenden, machten wir uns auf den Weg durch das Getümmel, um einen Freund von Bodo zu finden. Wir bahnten uns den Weg durch hunderte von Oldtimern:

Übersicht Park

Es war wirklich der Wahnsinn! Und das war nur der Besucherparkplatz („Oldtimer im Volkspark“)!

Übersicht Elmdrive

Ich weiß nicht, ob die Veranstalter mit solch einem Andrang gerechnet hatten, aber das Catering hatte es augenscheinlich nicht. In der irrsinnig langen Getränkeschlange kam aber schnell heitere Stimmung auf und ich erntete gegenüber einem älteren Herrn mit dem Spruch „Ich kannte deine Eltern. Als kleiner Bub stand ich da hinten mit denen…“ schallendes Gelächter. Wir saßen dann noch nett mit Bodos Freunden zusammen, bis sich die Runde irgendwann auflöste. Bodo und ich schlenderten dann noch in großen Schleifen über das Gelände, bis wir uns am Nachmittag voneinander verabschiedeten. Eine wirklich tolle Veranstaltung und ein Fest für jeden mit Freude am Blick über den Tellerrand. Danke Bodo für die Einladung! Den Termin für 2025 trage ich mir direkt in den Kalender ein.

Aus dem Meer an Fahrzeugen habe ich euch mal meine persönlichen Highlights herausgepickt: