Archiv der Kategorie: Simson Duo 4/1

Hier geht es um mein heiß geliebtes Duo 4/1. Meinen ersten Oldtimer.

Sisyphos schob ein Duo den Berg hoch

Gerade mal 10 Kilometer hat meine Reparatur gehalten. Danach ging der 3. Gang nicht mehr rein. Der Schalthebel bot keinen fühlbaren Widerstand mehr und ich landete nur noch im Leerlauf. Danach fing der 2. Gang mit Malessen an. Der geht jetzt nur noch mit Doppelschalten rein. Erster Schaltvorgang bietet bis zum Anschlag keinen fühlbaren Widerstand und man landet auch im Leerlauf. Wiederholter Schaltvorgang geht dann nur den halben Weg, bis mit einem hörbaren *Klonk* der 2. Gang einrastet.

War ne tolle Fahrt zurück vom Baumarkt…

Ach ja: Anspringen will sie übrigens auch wieder nicht.
War der gestrige Tag wohl für die Katz. Ganz großes Kino. Ich bin nun so demotiviert, dass Lola erstmal weggestellt wird, bis nach meiner Prüfung im Juli. Fürs Logbuch: „Ich hab keine Lust mehr, Captain.“

In der Madenschraube ist der Wurm drin II

Manchmal hilft es, einfach nen Schritt zurück zu treten und nochmal ein wenig zu denken… Dann braucht man auch keine fremde Hilfe.
Ich hatte vergessen, dass der Ganghebel beim Duo ja einen Umlenkpunkt hat. Wenn man den Schalthebel zurück zieht (um runter zu schalten) bewegt sich der Hebel auf der Schaltwelle nach vorne. Selbiges habe ich schlicht und einfach verpeilt und die ganze Zeit den Hebel (wie den Schalthebel) zurück gezogen, um in den Ersten zu kommen. Kein Wunder, dass ich da nix finde und die Madenschraube keinen Anschlag findet…. Wald…Bäume….alter Hut.
Nachdem ich das durchschaut hatte, ging das Einstellen fix und auch wie in der Anleitung beschrieben.
Danach wollte ich noch den Schalthebel auf der Welle neu justieren, um zu verhindern, dass er wieder am Kotflügel anschlägt. Ein kurzer Dreh mit dem Ringschlüssel und fertig ist die Misere:

Rund gedreht….Traumhaft. Zum Glück fand die Kombizange noch etwas Gripp und ich konnte die Mutter von der anderen Seite lösen.
Zwischendurch fiel mir noch ein Nachteil von NOS-Teilen auf:

Die Muffe ist gerade mal 1,5 Jahre im Einsatz. Davor lag sie allerdings mindestens 20 Jahre lang in einem Regal. Das bekommt dem Gummi augenscheinlich nicht so gut. Mal sehen, ob ich da irgendwo ein reproduziertes Teil bekomme.
Nachdem nun sowohl der Vergaser als auch das Getriebe wieder Spaß an der Arbeit gefunden haben, wollte ich mich direkt auf eine Probefahrt mit Lola begeben. Das Wetter ließ mich aber einen Moment innehalten. Es kamen 3-4 Tropfen vom Himmel:

Eine Stunde später hatte die Sonne die Straße wieder getrocknet und ich konnte doch noch ne Runde um den Block drehen. Dabei traf ich auch auf meinen Erzfeind:

Leider bog er an dieser Kreuzung links ab, so dass ich ihm nur zuwinken konnte und eine Revanche aus blieb. Na warte!

In der Madenschraube ist der Wurm drin

Lola hat in der letzten Zeit mal wieder das Zicken angefangen. Wahrscheinlich Eifersucht auf Sir Edward und meine Freundin…“Frauen“…
Erst ließ sie sich kaum starten, bzw. nur, wenn man gleich beim ersten Lebenszeichen Vollgas gab und dann ein paar Sekunden lang die Drehzahl über 3000 hielt. Ging sie bei diesem Startversuch aus, konnte man fünf Minuten warten bis sie wieder an sprang.
Als ihr das an Zickerei noch nicht reichte, kamen mal wieder Schaltprobleme hinzu. Der 3. Gang ging immer schwerer rein, sprang ab und zu mal raus und am Ende ließ sich der Schalthebel vom 2. aus gar nicht mehr weiter vor drücken. Es kann natürlich auch Lolas Angst vorm älter werden sein. Zumindest der Tachostand lässt so eine Deutung zu:
Vergaserreparatur 001
Also mal wieder das Werkzeug ausgepackt und ran ans Werk. Es passt mir zwar momentan überhaupt nicht in den Zeitplan, aber wir brauchen Lola spätestens Donnerstag für den Umzug meiner Freundin. Da müssen wir die Wohnung noch streichen und brauchen ein Auto, um die Farbeimer im Baumarkt zu kaufen.
Aus dem Mühsal des letzten Mals habe ich gelernt und als erstes den Vergaser samt Muffe und Luftschlauch ausgebaut:

Auch den Schalthebel habe ich abgenommen, um einfacher schalten zu können, während ich an den Schrauben rumfummel.
Nachdem alles demontiert war, habe ich mal das Getriebeöl abgelassen, um zu gucken, ob es vielleicht zu wenig ist:

Während dieses vor sich hin plätscherte, wendete ich mich dem Vergaser zu.
Ich hatte ihn für die Startprobleme in Verdacht, da der Zündfunke schön stramm und hell war. Akcrazy aus dem Simsonforum hatte mir den vielversprechenden Tipp gegeben, dass die Startprobleme von einem falsch eingestellten Schwimmerstand herrühren könnten. Wenn der Sprit nämlich zu hoch in der Vorratswanne steht, saugt der Motor kein zerstäubtes Gemisch, sondern direktemang Sprit in flüssiger Form an, mit der Folge, dass er dann einfach absäuft. Dreht man den Gashahn weiter auf, wird es doch irgendwann zerstäubt (Düse, Teillastnadel – Teillastnadel weit genug aus der Düse raus, ergo grössere Durchflussfläche….). Klang für mich nach ner plausiblen Begründung. Also Wanne abgeschraubt und Messschieber ausgepackt:

Ich kann für diese Arbeit die Einstellanleitung aus der Simsonforum-FAQ sehr empfehlen!
Die Vermutung bezüglich des Schwimmerstandes war richtig. Er schloss das Ventil zu spät und somit stand immer etwas zu viel Sprit in der Wanne. Ein späterer Testlauf förderte auch ein vorbildliches Anspringverhalten und schönen Rundlauf zu Tage. Danke nochmal für den Tipp!

Die Gänge hingegen treiben mich mal wieder zur Verzweiflung. Wie schon bei meinem ersten Versuch, kann ich die Madenschraube mit bloßen Händen rein und raus schrauben, ohne einen fühlbaren Anschlag zu erreichen:

Ich glaube ohne fremde Hilfe komme ich da nicht mehr weiter….

Die Kraftfahrstraße, mein Feind

Heute wollte ich eigentlich mit Lola zum 12. Young-Oldtimertreffen 2009 in Glandorf. Die Veranstaltung wird von den Youngtimer Freunden Osnabrück Land ausgerichtet. Letztes Jahr waren laut Homepage ca. 250 verschiedene Fahrzeuge dort zu bewundern.
Das Wetter ist ideal und heute Morgen röhrte auch schon ein Dodge Charger in wilder Kriegsbemalung (war auch schon mal in der Motoraver) mit mir durch den Osnabrücker Stadtverkehr (leider bekam ich die Kamera nicht schnell genug in den Anschlag). Das macht Laune!
Eigentlich sind es von mir auch nur knapp 25 km bis Glandorf. Also schient alles kein Problem zu sein.
Leider habe ich aber die Rechnung ohne die B51 gemacht. Die würde mich nämlich nach Glandorf bringen. Allerdings nur, wenn Lola über 60 km/h laufen würde…. wie ich feststellen musste, ist der Großteil der B51 blöderweise eine Kraftfahrstraße. Kacke! Die Alternativstrecke wäre ein gruseliges Gegurke, welches ich ohne Beifahrer, welcher das Roadbook liest, mir nicht antun wollte. Ich würde mich garantiert heillos verfranzen und käme erst nach Stunden entnervt dort an.
Somit muss das 12. Young-Oldtimertreffen leider ohne mich stattfinden. Schade.
Es wird echt Zeit, dass Sir Edward auf die Straße kommt!

Ready to race

Gestern haben Lola und ich es endlich geschafft, die leidige Einfahrzeit hinter uns zu bringen. Seit der Regenerierung des Motors sind exakt 499 Km vergangen. Damit addieren sich die mit ihr verbrachten Kilometer auf 1098. Oder anders gesagt: Ich bin schon seit 154 Km auf dem Rückweg meiner Tour von Flensburg an den Bodensee. Die „8 Tage, 1 Stunde“ die Google dafür angibt dürften auch angemessen sein….
Zur Feier dieses Ereignisses habe ich gestern auf leicht abschüssiger Strecke auch einen von den kümmerlichen Plastikbombern versägt. Jetzt fehlt mir nur noch ein Wiedersehen mit meinem Erzrivalen: