Archiv der Kategorie: JZR

Ladeanschluss

Da auch ich (gemächlich) aus Fehlern lerne, habe ich jeden Monat einen fixen Termin im Kalender stehen, der da lautet „Batterien laden“.
Ab diesem Datum tingel ich immer mit meinem Bosch C3-Ladegerät durch die Garage und klemme nach und nach jede Batterie an. Bei Fahrzeugen mit Motorhauben klappt das auch ganz wunderbar. Ein Problemfall war bisher immer der JZR, dessen Batterie sich im Beifahrerfußraum an der Spritzwand befindet.
Da musste man also entweder akrobatisch im Fußraum abtauchen oder die ganze Front demontieren.
Abhilfe tat Not.
In einem ersten Schritt stellen wir fest, dass auch bei ausgeschalteter Zündung Strom am Zigarettenanzünder anliegt:

Spannung am Zigarettenanzünder

Wo Strom raus kommt, kann auch Strom rein gehen.
eBay lieferte Ringkabelschuhe mit passendem Stecker für das C3-Ladegerät und im Fundus fand sich noch der Rest vom 12V-Aschenbecher (Scheiße, das ist 10 Jahre her!):

Bauteile

Um da offen für spätere weitere Adapterlösungen zu sein, habe ich den Zigarettenanzünder-Stecker nicht direkt an das Adapterkabel gelötet, sondern Kabelschuhe angecrimpt:

Kontakte vercrimpen

Um eine Verpolung auszuschließen, habe ich Männchen und Weibchen immer abwechselnd vercrimpt und auch das schwarze Kabel zum Stecker mit rotem Schrumpfschlauch markiert.
Fertig:

Adapter fertig

Links original, rechts Ziggi-Adapter.
Ah, welch ein Komfortgewinn:

Ladeadapter funktioniert

Besinnliche Weihnachten 2024

Liebe Lesenden, ich wünsche euch allen ein erholsames und ruhiges Weihnachtsfest. Genießt die Zeit mit euren Lieben und besinnt euch auf die Dinge im Leben, auf die es wirklich ankommt. Und wenn ihr einen Moment Ruhe habt, denkt vielleicht an die, denen dieses Weihnachten nichts als Schmerz gebracht hat und gebt den Euren einen extra Kuss.

Trauer Weihnachten 2024

Solltet ihr meinen obligaten Jahresrückblick am 31.12. schwänzen, wünsche ich euch schon mal einen guten Rutsch und wir lesen uns hoffentlich in einem besseren Jahr 2025 wieder.

Drahtseilakt

Als ich beim Tausch der vorderen Motorabdeckung am JZR den Bowdenzug der Kupplungsbetätigung in der Hand hatte, purzelte mir ein zerriebenes Stück Plastik entgegen. Das sah wie die Überreste eines Kunststoffkäfigs der Bowdenzug-Tonne aus. Also mal die Tonne selbst näher begutachten:

Tonne mit Kerbe

Ok, da hat sich der Betätigungsarm ja schon mächtig reingearbeitet. Ersatz wäre sinnvoll. Aber drei Tage später sollte das Dreiradtreffen starten. So schnell bekomme ich kein Ersatzteil. Ich weiß ja noch nicht mal, ob das der Standardbowdenzug aus der CX500 ist, oder ggf. was extra angefertigtes.
Also mit Knetmetall provisorisch die Kerbe in der Tonne füllen:

Vertiefung gefüllt

Während die aushärtete zum „Raketenkappen-Fundus“ gegriffen und einen neuen Käfig geschnitzt:

Neue Hülse

Das sieht doch wieder gut aus. Sollte halten. Ab in die Falle.
Am nächsten Tag beschlich mich das ungute Gefühl, dass eventuell nicht nur dieses Ende des Bowdenzuges ordentlich Verschleiß aufweisen könnte. Also schnell die Motorhaube abgenommen und am Pedalblock nachgesehen:

Gerissene Seele

Kacke!
Da hängt der Bowdenzug nur noch am seidenen Faden. Damit brauche ich nicht los. Also Augen zu und durch:
CX500-Bowdenzug raussuchen und bei dem Händler mit der kürzesten Lieferfrist bestellt.
Was soll ich sagen, noch am selben Tag kam die Versandmitteilung und schon am nächsten Tag hatte ich den Bowdenzug im Briefkasten.
So konnte ich am Vorabend des Dreiradtreffens an den Austausch gehen.
Glücklicherweise ist es wirklich das Standardteil aus der CX500:

Kupplungsbowdenzug im Vergleich

Noch schnell das Kupplungsspiel einstellen und ab die Post!

Eingangsservice

Um den anonymisierten Kupplungsdeckel am JZR zu montieren, musste ich das Öl ablassen. Das traf sich eh, da der Ölwechsel fällig war. Um ordentlich zu arbeiten, nutzte ich die Chance und tauschte auch den Wellendichtring (12x18x3) der Betätigungswelle im Kupplungsdeckel. Die sind auch als Standardware überall verfügbar. Als mein Neuteil eintraf habe ich es natürlich mit dem Altteil verglichen. Was ich nicht verglichen habe, war die Dicke. Es folgte der Klassiker:
„Hmm, irgendwie saß das Altteil tiefer im Gehäuse! Na vielleicht braucht er einfach noch 1-2 Hammerschläge…“
Die brauchte er auch. Um kaputt zu gehen….
Hier im Vergleich:

Wellendichtringe im Vergleich

Von links nach rechts: Zweiter Ersatz, Altteil, erster Ersatz. Der erste Ersatzring war im Format 12x18x5 mm. Das passt auch. Darf man halt nur nicht so tief ins Gehäuse prügeln…
Danach konnte ich auch wieder die Welle und den Druckpilz montieren:

Betätigungswelle montiert

Für den Ölwechsel am JZR demontiert man am besten die Abdeckung über der Lenkung:

Lenkungsabdeckung demontiert

Das Öl plätschert dann gemütlich über eine Rahmenstrebe in eine Auffangschale:

Öl ablassen

Für den nächsten Ölwechsel kann ich mich mal um eine magnetische Ölablassschraube kümmern.
Während das Öl ablief habe ich mich weiter der Kosmetik zugewandt. Irgendeiner der Vorbesitzer fand es eine gute Idee, den ganzen Motor matt-schwarz zu lackieren.
Natürlich ohne Grundierung:

Farbreste

Die noch nicht von alleine abgeblätterte Farbe ließ sich glücklicherweise ohne großen Widerstand mit einem Holzschaber abkratzen:

Motor gesäubert

Beim Filterwechsel müsst ihr aufpassen, dass ihr die Unterlegscheibe vom Filterelement nicht verliert:

Ölfilter demontiert

Auf diese Scheibe drückt nämlich die Feder, die den Filter selbst dicht am Motor hält. Fehlt die Unterlegscheibe kann sich das Ende der Feder in das Gummi des Filters bohren, so dass er nicht mehr mit ausreichend Druck an den Motor gepresst wird, um noch zuverlässig zu funktionieren.
Für die Demontage des Kupplungsdeckels müsst ihr den Bowdenzug aushängen. Um den Betätigungshebel gegen die Federkraft der Kupplung zu bewegen, eignet sich gut ein 22er Maulschlüssel:

Kupplungshebel betätigen

Hat man den Bowdenzug ausgefädelt und die Schrauben des Deckels entnommen, kann man ihn abnehmen. Kommt einem dabei ein kleines Lager entgegen ist das nur mittelschlimm:

Deckel mit Lager

Auf das Lager drückt normalerweise der Druckpilz der Kupplungsbetätigung. Es lässt sich mit einer passenden Nuss zurück in seinen Sitz klopfen:

Lager wieder eingepresst

Danach kann der Deckel mit neuer Dichtung wieder montiert werden:

Kupplungsdeckel montiert

Anonymisierung abgeschlossen.
Zum Öl auffüllen nimmt man am besten einen Trichter mit flexiblem Rüssel und tüddelt ihn an einer Rahmenstrebe fest:

Öl einfüllen

Knüppeldick

Neben den Schriftzügen am JZR habe ich mich noch einer anderen optischen Aufwertung zugewandt. Das Leder des alten Schaltknaufes war durchgescheuert und es guckte sein Plastik-Korpus durch:

Eher unschön.
Bei Limora gibt es Schaltknäufe in allen Formen und Farben. Da fand sich auch adäquater Ersatz samt neuem Unionjack.
Der alte Schaltknauf ließ sich nach einigem Widerstand einfach abdrehen. Zurück blieb reichlich Epoxidharz:

Das habe ich feinsäuberlich abgekratzt und danach die Oberfläche mit etwas Schleifpapier geglättet:

Die Schaltstange hat 10mm Durchmesser, die Aufnahme des neuen Schaltknaufes leider nur 7mm:

Innenmaß Schaltknauf

Nix, was ein Bohrer in der Standbohrmaschine nicht lösen könnte.
Mit etwas Nachdruck ging der neue Schaltknauf dann auch auf die Stange und sitzt schön fest:

Neuer Schaltknauf

Sieht wieder schick aus und fasst sich auch gut an.
Mal sehen, ob er sich im Laufe der Zeit lockert. Dann muss ich wohl auch zu Epoxidharz greifen.