Archiv der Kategorie: JZR

Service in red II

Nachdem beim JZR alle Lager frisches Fett bekommen hatten, konnte ich direkt mit den sonstigen Schmiermitteln weiter machen.
Das Öl im Endantrieb steht genau am Gewinde:

Ölstand Endantrieb

und auch Motoröl ist ausreichend vorhanden.
Die NGK DR8ES sind etwas verrußt:

Zündkerzen verrusst

Aber nix, was eine Kupferbürste nicht regeln könnte. Der Abstand passt:

Abstand Zündkerzen

Als nächstes habe ich mich dem Schalthebel zugewandt. Der hatte auf seiner linearen Führung seitliches Spiel. Dann schauen wir doch mal, wie sowas in England konstruiert wurde:

Schalthebel demontiert

Man nehme also einen Rundstahl, den man in Form biegt und schweiße einen Bolzenstummel sowie eine fette Mutter an. Das Gewinde der Mutter schleift man dann so weit runter, dass ein kleines Nadellager (HK 1212) da saugend rein passt. In das Nadellager kommt dann noch eine Hülse, die auf einem an der Karosserie verschweißten Bolzen dreht.
Gut, dann bauen wir das Alles mal mit reichlich Fett und einer selbstsichernden Mutter wieder zusammen:

Schalthebel gefettet

Damit war der Service als Aufwärmübung durch und ich konnte an die größeren Baustellen am JZR gehen.

Service in red I

Nachdem der Rialto fit für den Start in die neue Saison war, konnte ich am JZR weiter machen.
Das war der erste größere Service nach dem Kauf.
Als erstes habe ich mal den Zustand der Bremsflüssigkeit getestet:

Bremsflüssigkeit Check

So einen Bremsflüssigkeitstester kann ich nur empfehlen! Spart einem so manchen turnusmäßigen Wechsel.
Nächster Halt waren die Bremsbeläge. Vorne ist das einfach:

Bremsbeläge vorne

Hinten gibt es eigentlich eine Verschleißanzeige an Trommel und Betätigungshebel. Da sind zwei Pfeile, die sich im Laufe der Zeit immer näher kommen.
Jedoch wurde am JZR für den Einbau einer Handbremse der Betätigungshebel der Bremse getauscht und der Neue hat keine Markierung:

Bremshebel ohne Verschleißanzeiger

Ich habe dann den Betätigungsweg gemessen und daraus geschlossen, dass da noch reichlich Fleisch auf den Bremsschuhen sein muss.
Der gründliche Check samt Nachrüstung einer Markierung wird aber als Winterarbeit notiert.
Da ich für den Abschmierdienst eh den kompletten Innenraum ausräumen musste, habe ich dies mal für eine gründliche Reinigung genutzt. Das war dringend nötig:

Innenausstattung ausgebaut

Den ersten Schmiernippel findet man am Endantrieb:

Schmiernippel Endantrieb

Den nächsten am Lagerbock der Kardanwelle im Innenraum unterm Teppich:

Blechverkleidung Kardanwelle

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Blechverkleidung der Kardanwelle demontiert:

Kardanwelle freigelegt 2

Auch das vordere Lager freut sich über frisches Schmierfett:

Mittellager

Ein echtes Problemkind ist der Schmiernippel im vorderen Kreuzgelenk:

Schmiernippel vorderes Kreuzgelenk 2

Keine Chance da mit dem Mundstück der Fettpresse drauf zu kommen.
Während ich da auf die DHL-Fee wartete, mir eine Lösung zuzustellen, habe ich schon mal auf der Rückseite des hinteren Lagerbocks ein wenig gegraben:

Hinteres Lager Ausgangszustand

Keine Ahnung, auf welchem englischen Acker der JZR mal unterwegs war, aber das Leistungsgewicht hat das definitiv beeinflusst:

Dreck vom hinteren Lager

Jetzt sieht man auch wieder das Lager:

hinteres Lager sauber

Beim vorderen Lager hatte schon jemand die Abdeckbleche rausgehebelt, so dass man direkt an den Lagerkäfig samt Kugeln kam:

Mittellager geöffnet

Ich habe das Lager dann mehrfach mit Bremsenreiniger ausgespült und sinnlich neues Fett einmassiert:

Mittellager gefettet

Auch den Austausch dieses Lagers setze ich auf die Winter-Liste. Leider muss dafür der Motor raus.
Mittlerweile hatte auch die DHL-Fee geklingelt und von Krümmel 4×4 Technik diesen super Aufsatz für die Fettpresse geliefert:

Kreuzgelenk-Adapter Fettpresse

Ist eine super Anschaffung für schwer zu erreichende Schmiernippel. Der Adapter wird einfach mit einem eigenen Schmiernippel auf das Mundstück der Fettpresse geklickt und mit einer Schiebehülse gesichert. Klare Produktempfehlung!
Damit war der erste Teil der Services abgeschlossen.

Ladeanschluss

Da auch ich (gemächlich) aus Fehlern lerne, habe ich jeden Monat einen fixen Termin im Kalender stehen, der da lautet „Batterien laden“.
Ab diesem Datum tingel ich immer mit meinem Bosch C3-Ladegerät durch die Garage und klemme nach und nach jede Batterie an. Bei Fahrzeugen mit Motorhauben klappt das auch ganz wunderbar. Ein Problemfall war bisher immer der JZR, dessen Batterie sich im Beifahrerfußraum an der Spritzwand befindet.
Da musste man also entweder akrobatisch im Fußraum abtauchen oder die ganze Front demontieren.
Abhilfe tat Not.
In einem ersten Schritt stellen wir fest, dass auch bei ausgeschalteter Zündung Strom am Zigarettenanzünder anliegt:

Spannung am Zigarettenanzünder

Wo Strom raus kommt, kann auch Strom rein gehen.
eBay lieferte Ringkabelschuhe mit passendem Stecker für das C3-Ladegerät und im Fundus fand sich noch der Rest vom 12V-Aschenbecher (Scheiße, das ist 10 Jahre her!):

Bauteile

Um da offen für spätere weitere Adapterlösungen zu sein, habe ich den Zigarettenanzünder-Stecker nicht direkt an das Adapterkabel gelötet, sondern Kabelschuhe angecrimpt:

Kontakte vercrimpen

Um eine Verpolung auszuschließen, habe ich Männchen und Weibchen immer abwechselnd vercrimpt und auch das schwarze Kabel zum Stecker mit rotem Schrumpfschlauch markiert.
Fertig:

Adapter fertig

Links original, rechts Ziggi-Adapter.
Ah, welch ein Komfortgewinn:

Ladeadapter funktioniert

Besinnliche Weihnachten 2024

Liebe Lesenden, ich wünsche euch allen ein erholsames und ruhiges Weihnachtsfest. Genießt die Zeit mit euren Lieben und besinnt euch auf die Dinge im Leben, auf die es wirklich ankommt. Und wenn ihr einen Moment Ruhe habt, denkt vielleicht an die, denen dieses Weihnachten nichts als Schmerz gebracht hat und gebt den Euren einen extra Kuss.

Trauer Weihnachten 2024

Solltet ihr meinen obligaten Jahresrückblick am 31.12. schwänzen, wünsche ich euch schon mal einen guten Rutsch und wir lesen uns hoffentlich in einem besseren Jahr 2025 wieder.

Drahtseilakt

Als ich beim Tausch der vorderen Motorabdeckung am JZR den Bowdenzug der Kupplungsbetätigung in der Hand hatte, purzelte mir ein zerriebenes Stück Plastik entgegen. Das sah wie die Überreste eines Kunststoffkäfigs der Bowdenzug-Tonne aus. Also mal die Tonne selbst näher begutachten:

Tonne mit Kerbe

Ok, da hat sich der Betätigungsarm ja schon mächtig reingearbeitet. Ersatz wäre sinnvoll. Aber drei Tage später sollte das Dreiradtreffen starten. So schnell bekomme ich kein Ersatzteil. Ich weiß ja noch nicht mal, ob das der Standardbowdenzug aus der CX500 ist, oder ggf. was extra angefertigtes.
Also mit Knetmetall provisorisch die Kerbe in der Tonne füllen:

Vertiefung gefüllt

Während die aushärtete zum „Raketenkappen-Fundus“ gegriffen und einen neuen Käfig geschnitzt:

Neue Hülse

Das sieht doch wieder gut aus. Sollte halten. Ab in die Falle.
Am nächsten Tag beschlich mich das ungute Gefühl, dass eventuell nicht nur dieses Ende des Bowdenzuges ordentlich Verschleiß aufweisen könnte. Also schnell die Motorhaube abgenommen und am Pedalblock nachgesehen:

Gerissene Seele

Kacke!
Da hängt der Bowdenzug nur noch am seidenen Faden. Damit brauche ich nicht los. Also Augen zu und durch:
CX500-Bowdenzug raussuchen und bei dem Händler mit der kürzesten Lieferfrist bestellt.
Was soll ich sagen, noch am selben Tag kam die Versandmitteilung und schon am nächsten Tag hatte ich den Bowdenzug im Briefkasten.
So konnte ich am Vorabend des Dreiradtreffens an den Austausch gehen.
Glücklicherweise ist es wirklich das Standardteil aus der CX500:

Kupplungsbowdenzug im Vergleich

Noch schnell das Kupplungsspiel einstellen und ab die Post!