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Facelift I

Wie uns schon das große gegenwartsphilosophische Werk „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ lehrt, gibt es auch an einer super Ollen mitunter einiges zu optimieren! So auch beim JZR.

Bei meiner Service-Runde um den JZR kam ich natürlich auch am Kühler vorbei:

Blick in den Kühler

Das sieht nicht gut aus…
Kein Problem. Lassen wir mal das Kühlwasser ab und nehmen eine Probe:

Kühlwasserprobe

Ürgs
Aber ist halb so wild nach einiger Zeit wird das Wasser oben wieder klar:

Kühlwasserprobe 2

Verdammt…..
Ok, also Kühlsystem spülen. Der Kühler selbst ist übrigens auch fritte:

Kühler feucht

Einzelne Kühlröhrchen sind augenscheinlich undicht, so dass er immer leicht feucht ist.
Den ersetze ich aber später. Teil eines größeren Planes.
Ok, wenn ich da aber jetzt eh schon dran muss, dann kann ich bei der Gelegenheit auch den Materialmix im Kühlsystem reduzieren und den Verlauf der Schläuche ändern:

Kupferrohr

Aktuell finden sich neben Gummi auch Alu, Kupfer, Eisen, Zink und Messing im Kühlsystem. Ein spannungsreihiger Alptraum!
Außerdem musste einer der Vorbesitzer für das gerade Kühlwasserrohr nach vorne die Motorhaube aussägen. Das würde ich auch gerne rückgängig machen.
Da ich einige 22mm-Schlauchbögen für das Projekt brauchte und diese einzeln unbezahlbar sind, habe ich geschaut, welche 500ccm-Maschinen Honda noch gebaut hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Honda da andere Schlauchdurchmesser verwendet hat, war verschwindend gering. Für schmalen Taler kam ich an einen Satz passende Kühlerschläuche der Honda CB 500:

Schlauchset CB500

Den habe ich in einem Essig-Bad entkalkt und gereinigt.
Während das einweichte habe ich den Motor und Kühlkreislauf in alle Richtungen gespült:

Kühlkreislauf spülen

Das Thermostat bedurfte ebenfalls einer gründlichen Reinigung (nach dem obligaten Check im Kochtopf):

Thermostat verklebt

Auch solche Schläuche flogen direkt auf den Müll:

alte Schläuche

Hmm…. Wenn ich eh schon so weit bin, dann kann ich doch eigentlich auch grundlegender das Erscheinungsbild des JZR ändern?!
Der Motor war mir hinter Zusatzkühler, Schläuchen und schwarzem Lack immer viel zu versteckt. Das wird was größeres…

trickle-down effect

Als ich den Kabelbaum ausdünnte, stieß ich im Beifahrerfußraum auf ein komisches Konstrukt in der Benzinleitung. Hier könnt ihr es in der hinteren rechten Bildecke erahnen:

Kabel kreuz und quer

Ich habe es dann mal ausgebaut. Es ist eine Adapterkonstruktion:

Alten Übergang ausgebaut

Um von der starren 10mm-Benzinleitung auf den 6mm-Anschluss am Vergaser zu kommen, verwendete einer meiner Vorgänger einen 10mm-8mm-Kunststoffadapter, einen Aquariumschlauch sowie einen 6mm-Messingverbinder. Kann man so machen, geht aber auch schöner:
Ich habe dann mal 4,95€ in einem Messingadapter 10mm-6mm investiert:

Konstruktionen im Vergleich

Gleich ein ganzes Rudel Schlauchschellen weniger:

Ordentlicher Übergang

Ausdünnen

Der Service am JZR war durch, so dass ich an die größeren Baustellen für diesen Winter gehen konnte.
Ganz oben auf der Liste stand die Elektrik!
Moment, habe ich da irgendwen „Klischee“ rufen hören?! Nee, bittere Erfahrung
So sah es bislang im Beifahrerfußraum aus:

Kabelsalat im Fußraum

Batterie und Steuergerät flogen lose herum. Da es ein englisches Fahrzeug ist, gab es gebrochene Quetschverbinder:

gebrochene Kontakte

Kreuz und quer gezogene Kabel unterschiedlichster Farbübergänge:

Kabel kreuz und quer

Lüsterklemmen:

Lüsterklemmen

Lediglich verdrillte und mit Panzerband isolierte Kabel:

Panzertape

überflüssige Bauteile:

Überflüssiges Steuergerät

Am Ende flog ein erklägliches Häufchen Plunder aus dem JZR:

Plunder aus dem Kabelbaum

Und der Beifahrerfußraum sieht jetzt so aus:

Fußraum aufgeräumt

Besser. Nicht „gut“, aber „besser“.
Wenn ich mit dem Bond Bug durch bin, bekommt der JZR auch einen neuen Kabelbaum!

Service in red II

Nachdem beim JZR alle Lager frisches Fett bekommen hatten, konnte ich direkt mit den sonstigen Schmiermitteln weiter machen.
Das Öl im Endantrieb steht genau am Gewinde:

Ölstand Endantrieb

und auch Motoröl ist ausreichend vorhanden.
Die NGK DR8ES sind etwas verrußt:

Zündkerzen verrusst

Aber nix, was eine Kupferbürste nicht regeln könnte. Der Abstand passt:

Abstand Zündkerzen

Als nächstes habe ich mich dem Schalthebel zugewandt. Der hatte auf seiner linearen Führung seitliches Spiel. Dann schauen wir doch mal, wie sowas in England konstruiert wurde:

Schalthebel demontiert

Man nehme also einen Rundstahl, den man in Form biegt und schweiße einen Bolzenstummel sowie eine fette Mutter an. Das Gewinde der Mutter schleift man dann so weit runter, dass ein kleines Nadellager (HK 1212) da saugend rein passt. In das Nadellager kommt dann noch eine Hülse, die auf einem an der Karosserie verschweißten Bolzen dreht.
Gut, dann bauen wir das Alles mal mit reichlich Fett und einer selbstsichernden Mutter wieder zusammen:

Schalthebel gefettet

Damit war der Service als Aufwärmübung durch und ich konnte an die größeren Baustellen am JZR gehen.

Service in red I

Nachdem der Rialto fit für den Start in die neue Saison war, konnte ich am JZR weiter machen.
Das war der erste größere Service nach dem Kauf.
Als erstes habe ich mal den Zustand der Bremsflüssigkeit getestet:

Bremsflüssigkeit Check

So einen Bremsflüssigkeitstester kann ich nur empfehlen! Spart einem so manchen turnusmäßigen Wechsel.
Nächster Halt waren die Bremsbeläge. Vorne ist das einfach:

Bremsbeläge vorne

Hinten gibt es eigentlich eine Verschleißanzeige an Trommel und Betätigungshebel. Da sind zwei Pfeile, die sich im Laufe der Zeit immer näher kommen.
Jedoch wurde am JZR für den Einbau einer Handbremse der Betätigungshebel der Bremse getauscht und der Neue hat keine Markierung:

Bremshebel ohne Verschleißanzeiger

Ich habe dann den Betätigungsweg gemessen und daraus geschlossen, dass da noch reichlich Fleisch auf den Bremsschuhen sein muss.
Der gründliche Check samt Nachrüstung einer Markierung wird aber als Winterarbeit notiert.
Da ich für den Abschmierdienst eh den kompletten Innenraum ausräumen musste, habe ich dies mal für eine gründliche Reinigung genutzt. Das war dringend nötig:

Innenausstattung ausgebaut

Den ersten Schmiernippel findet man am Endantrieb:

Schmiernippel Endantrieb

Den nächsten am Lagerbock der Kardanwelle im Innenraum unterm Teppich:

Blechverkleidung Kardanwelle

Bei der Gelegenheit habe ich auch die Blechverkleidung der Kardanwelle demontiert:

Kardanwelle freigelegt 2

Auch das vordere Lager freut sich über frisches Schmierfett:

Mittellager

Ein echtes Problemkind ist der Schmiernippel im vorderen Kreuzgelenk:

Schmiernippel vorderes Kreuzgelenk 2

Keine Chance da mit dem Mundstück der Fettpresse drauf zu kommen.
Während ich da auf die DHL-Fee wartete, mir eine Lösung zuzustellen, habe ich schon mal auf der Rückseite des hinteren Lagerbocks ein wenig gegraben:

Hinteres Lager Ausgangszustand

Keine Ahnung, auf welchem englischen Acker der JZR mal unterwegs war, aber das Leistungsgewicht hat das definitiv beeinflusst:

Dreck vom hinteren Lager

Jetzt sieht man auch wieder das Lager:

hinteres Lager sauber

Beim vorderen Lager hatte schon jemand die Abdeckbleche rausgehebelt, so dass man direkt an den Lagerkäfig samt Kugeln kam:

Mittellager geöffnet

Ich habe das Lager dann mehrfach mit Bremsenreiniger ausgespült und sinnlich neues Fett einmassiert:

Mittellager gefettet

Auch den Austausch dieses Lagers setze ich auf die Winter-Liste. Leider muss dafür der Motor raus.
Mittlerweile hatte auch die DHL-Fee geklingelt und von Krümmel 4×4 Technik diesen super Aufsatz für die Fettpresse geliefert:

Kreuzgelenk-Adapter Fettpresse

Ist eine super Anschaffung für schwer zu erreichende Schmiernippel. Der Adapter wird einfach mit einem eigenen Schmiernippel auf das Mundstück der Fettpresse geklickt und mit einer Schiebehülse gesichert. Klare Produktempfehlung!
Damit war der erste Teil der Services abgeschlossen.