Als ich den Kabelbaum ausdünnte, stieß ich im Beifahrerfußraum auf ein komisches Konstrukt in der Benzinleitung. Hier könnt ihr es in der hinteren rechten Bildecke erahnen:
Ich habe es dann mal ausgebaut. Es ist eine Adapterkonstruktion:
Um von der starren 10mm-Benzinleitung auf den 6mm-Anschluss am Vergaser zu kommen, verwendete einer meiner Vorgänger einen 10mm-8mm-Kunststoffadapter, einen Aquariumschlauch sowie einen 6mm-Messingverbinder. Kann man so machen, geht aber auch schöner: Ich habe dann mal 4,95€ in einem Messingadapter 10mm-6mm investiert:
Der Service am JZR war durch, so dass ich an die größeren Baustellen für diesen Winter gehen konnte. Ganz oben auf der Liste stand die Elektrik! Moment, habe ich da irgendwen „Klischee“ rufen hören?! Nee, bittere Erfahrung… So sah es bislang im Beifahrerfußraum aus:
Batterie und Steuergerät flogen lose herum. Da es ein englisches Fahrzeug ist, gab es gebrochene Quetschverbinder:
Kreuz und quer gezogene Kabel unterschiedlichster Farbübergänge:
Lüsterklemmen:
Lediglich verdrillte und mit Panzerband isolierte Kabel:
überflüssige Bauteile:
Am Ende flog ein erklägliches Häufchen Plunder aus dem JZR:
Und der Beifahrerfußraum sieht jetzt so aus:
Besser. Nicht „gut“, aber „besser“. Wenn ich mit dem Bond Bug durch bin, bekommt der JZR auch einen neuen Kabelbaum!
Nachdem beim JZR alle Lager frisches Fett bekommen hatten, konnte ich direkt mit den sonstigen Schmiermitteln weiter machen. Das Öl im Endantrieb steht genau am Gewinde:
und auch Motoröl ist ausreichend vorhanden. Die NGK DR8ES sind etwas verrußt:
Aber nix, was eine Kupferbürste nicht regeln könnte. Der Abstand passt:
Als nächstes habe ich mich dem Schalthebel zugewandt. Der hatte auf seiner linearen Führung seitliches Spiel. Dann schauen wir doch mal, wie sowas in England konstruiert wurde:
Man nehme also einen Rundstahl, den man in Form biegt und schweiße einen Bolzenstummel sowie eine fette Mutter an. Das Gewinde der Mutter schleift man dann so weit runter, dass ein kleines Nadellager (HK 1212) da saugend rein passt. In das Nadellager kommt dann noch eine Hülse, die auf einem an der Karosserie verschweißten Bolzen dreht. Gut, dann bauen wir das Alles mal mit reichlich Fett und einer selbstsichernden Mutter wieder zusammen:
Damit war der Service als Aufwärmübung durch und ich konnte an die größeren Baustellen am JZR gehen.
Nachdem der Rialto fit für den Start in die neue Saison war, konnte ich am JZR weiter machen. Das war der erste größere Service nach dem Kauf. Als erstes habe ich mal den Zustand der Bremsflüssigkeit getestet:
So einen Bremsflüssigkeitstester kann ich nur empfehlen! Spart einem so manchen turnusmäßigen Wechsel. Nächster Halt waren die Bremsbeläge. Vorne ist das einfach:
Hinten gibt es eigentlich eine Verschleißanzeige an Trommel und Betätigungshebel. Da sind zwei Pfeile, die sich im Laufe der Zeit immer näher kommen. Jedoch wurde am JZR für den Einbau einer Handbremse der Betätigungshebel der Bremse getauscht und der Neue hat keine Markierung:
Ich habe dann den Betätigungsweg gemessen und daraus geschlossen, dass da noch reichlich Fleisch auf den Bremsschuhen sein muss. Der gründliche Check samt Nachrüstung einer Markierung wird aber als Winterarbeit notiert. Da ich für den Abschmierdienst eh den kompletten Innenraum ausräumen musste, habe ich dies mal für eine gründliche Reinigung genutzt. Das war dringend nötig:
Den ersten Schmiernippel findet man am Endantrieb:
Den nächsten am Lagerbock der Kardanwelle im Innenraum unterm Teppich:
Bei der Gelegenheit habe ich auch die Blechverkleidung der Kardanwelle demontiert:
Auch das vordere Lager freut sich über frisches Schmierfett:
Ein echtes Problemkind ist der Schmiernippel im vorderen Kreuzgelenk:
Keine Chance da mit dem Mundstück der Fettpresse drauf zu kommen. Während ich da auf die DHL-Fee wartete, mir eine Lösung zuzustellen, habe ich schon mal auf der Rückseite des hinteren Lagerbocks ein wenig gegraben:
Keine Ahnung, auf welchem englischen Acker der JZR mal unterwegs war, aber das Leistungsgewicht hat das definitiv beeinflusst:
Jetzt sieht man auch wieder das Lager:
Beim vorderen Lager hatte schon jemand die Abdeckbleche rausgehebelt, so dass man direkt an den Lagerkäfig samt Kugeln kam:
Ich habe das Lager dann mehrfach mit Bremsenreiniger ausgespült und sinnlich neues Fett einmassiert:
Ist eine super Anschaffung für schwer zu erreichende Schmiernippel. Der Adapter wird einfach mit einem eigenen Schmiernippel auf das Mundstück der Fettpresse geklickt und mit einer Schiebehülse gesichert. Klare Produktempfehlung! Damit war der erste Teil der Services abgeschlossen.
Da auch ich (gemächlich) aus Fehlern lerne, habe ich jeden Monat einen fixen Termin im Kalender stehen, der da lautet „Batterien laden“. Ab diesem Datum tingel ich immer mit meinem Bosch C3-Ladegerät durch die Garage und klemme nach und nach jede Batterie an. Bei Fahrzeugen mit Motorhauben klappt das auch ganz wunderbar. Ein Problemfall war bisher immer der JZR, dessen Batterie sich im Beifahrerfußraum an der Spritzwand befindet. Da musste man also entweder akrobatisch im Fußraum abtauchen oder die ganze Front demontieren. Abhilfe tat Not. In einem ersten Schritt stellen wir fest, dass auch bei ausgeschalteter Zündung Strom am Zigarettenanzünder anliegt:
Wo Strom raus kommt, kann auch Strom rein gehen. eBay lieferte Ringkabelschuhe mit passendem Stecker für das C3-Ladegerät und im Fundus fand sich noch der Rest vom 12V-Aschenbecher (Scheiße, das ist 10 Jahre her!):
Um da offen für spätere weitere Adapterlösungen zu sein, habe ich den Zigarettenanzünder-Stecker nicht direkt an das Adapterkabel gelötet, sondern Kabelschuhe angecrimpt:
Um eine Verpolung auszuschließen, habe ich Männchen und Weibchen immer abwechselnd vercrimpt und auch das schwarze Kabel zum Stecker mit rotem Schrumpfschlauch markiert. Fertig:
Links original, rechts Ziggi-Adapter. Ah, welch ein Komfortgewinn: