Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Das Ende der Hitzewelle III

Nachdem der Kühlkreislauf gespült war, habe ich den alten-neuen Alu-Kühler hervorgekramt und für die ewige Anprobiererei das Kühlernetz mit Pappen gepolstert:
Neuer Kühler
Grob reingehalten; schon mal nicht gänzlich unmöglich:
Neuen Kühler reingehalten
Richtet man den Einlass des Kühlers auf den Auslass des Thermostatgehäuses, sieht man, dass da in allen Dimensionen einiges an Abstand zum karosserieseitigen Halter ist:
Abstand rechts
Auch auf der linken Seite ist reichlich Luft:
Abstand links
Während ich noch auf Konstruktionen mit Winkeln sinnierte, brachte Tobias mich auf die Idee, den alten Rahmen des Kühlers zu verwenden. Der Rahmen ist zwar am Boden durchgerostet bzw. Oblaten-dünn, aber die Seiten mit den zur Karosserie passenden Haltemutter sind noch ok. Nachdem eine erste Anprobe vielversprechend aussah, habe ich die Seitenteile grob abgesäbelt:
Alter Rahmen zersägt
Sieht gut aus:
Testeinbau
Der Kühler sitzt mit den Seitenteilen schön mittig:
Neuen Kühler mit altem Rahmen
Nun gings ans befestigen. Der alte Kühler wird vom Rahmen einfach umschlossen. Dafür ist der Alu-Kühler aber zu breit und nachdem ich den Boden des Rahmens abgesägt hatte, war das eh raus. Der Alu-Kühler hat extra auf jeder Seite vier aufgeschweißte Muttern um ihn zu verschrauben.
Also mussten passende Löcher in die Seitenteile.
Um die richtige Position für die Löcher zu bekommen, habe ich mich eines Tricks bedient:
Eigenbau-Dorn
Bei einem passenden Bolzen feilt man das Ende so zurecht, dass es eine Spitze ergibt und sägt anschließend den Kopf ab.
Nun kann man den angespitzten Stummel von Hand in eine der Muttern drehen:
eingeschraubter Dorn
Platziert man nun das Rahmenteil an zuvor festgelegten Markierungen und gibt ihm einen kleinen Klapps mit dem Hammer, erhält man vorzügliche Markierungen zum bohren:
Markierung außen
Zur besseren Sichtbarkeit kann man auf die Innenseite auch ein Stück „Crap-Klebeband“ aufkleben. Die Markierung bohrt man anschließend durch und schraubt einen Bolzen zur Zentrierung ein. Dann markiert man nacheinander alle anderen Bohrlöcher und schraubt ebenfalls Bolzen ein. So kann man immer für das nächste Bohrloch nachkorrigieren.
Um zu zeigen, wie schief die kleinen Chinesen die Muttern am Kühler fest geschweißt haben, habe ich mal zwei extra lange Bolzen eingeschraubt:
schiefe Anschweißmuttern
Unschön, aber im Endeffekt unererheblich, da die später verwendeten Schrauben so kurz sind, dass sie trotzdem noch auf den Unterlegscheiben großflächig aufliegen. Ob das beim Mini (für den der Kühler im Original bestimmt ist) auch so problemlos klappt, kann ich natürlich nicht sagen.
Nachdem die Seitenteile gebohrt waren, habe ich sie noch fein bearbeitet und lackiert. Anschließend ging’s an den Einbau.

Das Ende der Hitzewelle II

Nachdem alle alten Kühlerschläuche entfernt und katalogisiert waren, sowie der Kühler auf der Werkbank lag, habe ich den Rialto nach draußen gerollt um den Motorblock zu spülen.
Dazu habe ich die Wasserauslässe an der Pumpe und dem Block mit Schläuchen zu einem Kreislauf verbunden bzw. verschlossen und anschließend den Gartenschlauch platziert:
Block spülen
Um das Wasser wieder aus dem Block raus zu bekommen, gibt es an der hinteren linken Seite eine Ablassschraube:
Kühlwasser-Ablassschraube
Auf dem Bild seht ihr auch schon eine Plastiktüte, die ich großflächig über der Fußraumöffnung ausgebreitet habe.
Das sollte man nachmachen, will man nicht den gesamten Fußraum überfluten:
Block spülen 2
Während das Wasser vor sich hin plätscherte, habe ich mit einem Draht im Ablauf rumgestochert und einiges an Sedimenten rausgeschwemmt bekommen:
Sedimente
Danach konnte es an den Umbau gehen.

Das Ende der Hitzewelle I

Als ich vor einiger Zeit die Ventile am Rialto nachgestellt habe, fiel mir auf, in welch schlechtem Zustand die Kühlerschläuche waren:
aufgequollener Schlauch
Aufgequollen, rissig, ausgehärtet.
Höchste Zeit da mal tätig zu werden.
Da der Rialto im Sommer sein Hitzeproblem nie ganz losgeworden ist, konnte ich bei der Gelegenheit auch den latent gammeligen Kühler austauschen.
altes Setup
Vom Bond Bug hatte ich ja noch den China-Alu-Kühler liegen.
Alles ein Aufwasch.
Als erstes habe ich mich an den Ausbau der alten Schläuche gemacht.
Beim abziehen sind sie entweder direkt abgerissen:
abgerissenes Schlauchende
oder ich musste sie mühsam von  den Stutzen schneiden:
alten Kühlwasserschlauch aufschneiden
Wirklich höchste Zeit für den Austausch.
Die entfernten Schläuche habe ich durchnummeriert und den Verlauf notiert:
alter Schlauch 3
Danach habe ich noch Fotos von den verschiedenen Distanzstücken und der Anordnung des alten Kühlers gemacht:
Befestigung alter Kühler
Um anschließend alles raus zu reißen:
Alles ausgebaut
Auf dem letzten Bild sieht man sehr schön, wie grob Reliant damals im Werk die GFK-Karosserien für den Kühler ausgeschnitten hat. Da muss man beim hantieren schon ein wenig aufpassen, dass man sich nicht die Hände aufreißt.

Hakenzeichen

Ziemlich genau zu seinem 32. Geburtstag hat der Rialto das begehrte H-Kennzeichen erhalten:
Oldtimergutachten (bearbeitet).jpg
Er ist nun offiziell ein „historisches Kulturgut“.
Das sollte mal jemand Jeremy Clarkson erzählen….
Dank des neuen Prüfers meines Vertrauens, Fred (einigen Bekannt vom monatlichen Altautotreff) war die Abnahme erfreulich schnell gegessen:
Rialto beim Oldtimergutachten
Als Freund von vielen-Fliegen-mit-einer-Klappe-Aktionen konnte ich so H-Gutachten, HU und die fällige Ummeldung anlässlich des Umzuges in einem Aufwasch erledigen.
Tschüss Osnabrück, willkommen Osten.
Der Wunschkennzeichengenerator des Landkreises stellte mich dabei vor ungeahnte Herausforderungen.
Dort kann man als Kreis nämlich BK, OK, , HDL, OC, WMS oder WZL wählen.
Diese Auswahl! Die macht einen fertig…
Als Kind der SMS-Generation habe ich mich dann für eine Liebeserklärung an den Rialto entschieden:
Rialto mit neuem Kennzeichen

Die Drückerkolonne II

Nach über 5 Jahren war es mal wieder Zeit, nach den Ventilen des Rialtos zu schauen.
Da ich vom letzten mal noch wusste, dass man diese Arbeit mindestens zu zweit angehen sollte, habe ich die Weihnachtsfeiertage genutzt um Vaddern und Tobias zu requirieren.
Die Ventile der hinteren beiden Zylinder muss man durch die Zugangsluken im Fußraum einstellen, so dass diese im nächsten Schritt geöffnet wurden:
Zugangsluke Fahrerfussraum
Als nächstes mussten die Schläuche rings um den Ventildeckel weichen und es konnte dieser dann ebenfalls abgenommen werden:
Schläuche entfernen
Damals(™) hatte ich ja die neue Ventildeckeldichtung mit Lagerfett eingestrichen um ein festbrennen am Zylinderkopf zu vermeiden. Dies hat auch vorzüglich funktioniert! Der Deckel ließ sich (im Gegensatz zu früher) leicht abnehmen und die Korkdichtung blieb unbeschädigt.
Hat man den Ventildeckel runter, sollte man unbedingt daran denken, die Benzinschläuche an der mechanischen Benzinpumpe ab zu ziehen:
Benzinpumpe
Gibt ansonsten eine schöne Sauerei! Auch die Zündkerzen zu entfernen ist keine falsche Idee. Das erleichtert das durchdrehen des Motors erheblich.
Die Einstellung selbst habe ich schon wie damals vorgenommen:
Fühlerblattlehre
Erfreulicherweise musste ich nur ein einziges Ventil nachstellen (zu lose). Bei allen anderen Ventilen flutschte die Fühlerblattlehre schön saugend durch.
Als wir damit fertig waren, habe ich auch mal meine neue Zündzeitpunktpistole rausgekramt und zum ersten mal nach dem Einbau der 1-2-3-Ignitiondie Zündung überprüft:
Zündzeitpunkt einstellen
Auch das war erfreulich schnell gegessen. Die Zündung war schon mittels der eingebauten LED haargenau richtig eingestellt.
Alles in allem, sehr befriedigend.