Am elektrisierten Frontabschnitt der Operation Gorilla (Note to self: Muss aufhören, beim tippen „Er ist wieder da“ zu hören!) musste ich neben dem Stecker am Zündschloss noch weiteren Pfusch beheben.
Es fing mit meiner Neugier an:
Vom Bremshebel auf der rechten Seite kamen ein rotes und ein schwarzes Kabel. Am Stecker zum Kabelbaum endeten diese Kabel jedoch als grün/gelb und schwarz.
Da musste also unterwegs was los sein.
Also mal ein wenig das Isolierklebeband des Kabelbaums abgewickelt und schnell fündig geworden:

Es fand sich gewohnte Qualitätsarbeit:

Löten? Crimpen? Warum, wenn man auch ein wenig rödeln kann?!
Also die Bremsarmatur demontiert und dabei auch gleich einen abgebrochenen Gasbowdenzug diagnostiziert:

Den Schalter für das Bremslicht kann man im unteren Teil des obigen Bildes gut erkennen.
Kaum fummelte ich mit der Armatur vor mich hin, baumelten auch schon zwei weitere lose Kabelenden vor meiner Nase rum:

Der Mensch, welcher sich da mal an einer Reparatur versuchte, hatte beschlossen, dass es ausreichen würde, die blanken Kabelenden mittels Isolierklebeband an den Kontakten des Schalters fest zu tapen….
Ich kenne Blinkmuffel, die aus Ausflucht immer behaupten, dass es niemanden etwas anginge, wo sie hin wollten, dies sei schließlich Datenschutz.
Der „Mechaniker“ sah das anscheinend ähnlich in Bezug aufs Bremslicht. „Geht keinen was an, wenn ich in die Eisen gehe!“
Der Schalter selbst war übrigens auch defekt:

Hat also noch nicht mal in der Theorie funktioniert.
Muss ich erwähnen, dass das Ersatzteil samt Kabelbaumstück gerade mal 14,28 € kostet?
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100 % Pfusch
Der Einsatz des neuen Blinkrelais führte leider nur zu sporadischem Leben in den orangenen Latüchten.
Als System konnte ich folgendes herausfinden:
Dienstags und Donnerstags bei abnehmendem Vollmond und Aszendent Steinbock funktionierten die Blinker.
Ansonsten war tote Hose.
Da diese Konstellation die Nutzbarkeit der Gorilla doch etwas zu sehr einschränkte, habe ich mich mal auf systematische Fehlersuche gemacht.
Erster Halt ist (insbesondere bei 6V-Systeme) die Masseverbindung der einzelnen Komponenten.
Extra Verbindungen sowohl am Relais als auch an den Leuchten brachten jedoch keine Besserung.
Um das Relais als Fehlerquelle ausschließen zu können, habe ich es mal mit einem Kabel überbrückt:

Ergab jedoch ebenfalls keine Besserung.
Also Voltmeter ausgepackt und mal Schritt für Schritt den Stromfluss geprüft.
An der Batterie lagen volle 6,4 Volt an. Hinter dem Sicherungshalter ebenfalls.
Von da aus geht die positive Leitung nach vorne zu einem Verbindungsstecker am Zündschloss.
Den also getrennt und vermessen:

An der vom Kabelbaum kommenden Seite lagen ebenfalls noch 6 Volt an.
Die Widerstandsmessung der „Schlossseite“ ergab jedoch auch bei eingeschalteter Zündung unendlichen Widerstand.
Da musste also der Fehler liegen!
In Gedanken sah ich mich schon wieder das Schloss zerlegen.
Während ich aber so vor mich hin fummelte, fiel mir der Baumarktkontakt des roten Kabels auf der Schlossseite ins Auge.
Kurz dran gezuppelt und schwups hatte ich ihn in der Hand!
Ich traute meinen Augen kaum, als ich sah, dass dies ein männlicher Kontakt war, ist doch das Gegenstück am Kabelbaum ebenfalls männlich:

Der Blick in den offenen Stecker zeigte dort jedoch einen weiblichen Kontakt.
Mich dünkte die Quelle meines Unbills gefunden zu haben.
Die einzelnen Kontakte werden in dem Stecker über kleine Rastnasen auf ihrer Oberseite gehalten.
Um sie raus zu bekommen muss man diese Nase flach biegen.
Nach ewiger Fummelei mit Feinmechanikerschraubenziehern hat sich ein schnöder Nagel als zielführendste Methode erwiesen:

Anschließend offenbarte sich das volle Ausmaß dieser Pfuscherei:

Anscheinend war (aus welchem Grund auch immer) der originale weibliche Kontakt mal abgebrochen. Statt nun aber einfach den Stummel zu entfernen und einen neuen Kontakt anzucrimpen entschied man sich, einen männlichen Kontakt zu verwenden und diesen lose in das Steckergehäuse zu schieben. Der Kontakt war somit nur gegeben, wenn sich Überrest und neuer Kontakt berührten.
Bei einem (Gelände-) Mokick eine denkbar schlechte Kombi! Jeder Gullideckel führt da zu einem Spannungsabriss.
Aufgrund dessen, dass sich meine geliebte Crimpzange bei Vaddern in der alten Heimat befindet, musste ich externe Hilfe zur Reparatur aufsuchen.
Die fand ich auch fix in Gestalt von Hennig (welcher neben Austin-Healey und MGA auch ein DDR-Sportboot mit Wartburgmotor besitzt) vom Magdeburger Oldtimerstammtisch.
So sieht sowas anständig aus:

Dann klappts auch mit der Stromversorgung!
Bling-Bling
Nachdem der Benzinhahn gefixt war, habe ich mich wieder der Beleuchtung zugewandt.
Die Blinker gaben kein Lebenszeichen von sich.
„Fahrtrichtungsanzeiger“ sind zwar an Kleinkrafträdern nicht vorgeschrieben (§ 54 V Nr. 4 StVZO), aber es macht doch einen „erwachseneren“ Eindruck am Mopped.
Erster Verdächtiger war das (original) Blinkrelais:

Angekokelt, abgebrochener Halter, raschelndes Innenleben und im Betrieb vibrationsstarker Aufbewahrungsort förderten mein Vertrauen nicht gerade.
Ein Testaufbau am Trafo entlockte ihm keine Regung:

Ebenso die direkte Verbindung mit der (natürlich vollen) Batterie.
Da war also ein neues Relais fällig.
Wichtig ist es hierbei, auf Ersatz mit drei Kontakten zu achten.
Man hat die Wahl zwischen dem original NipponDenso-Teil für sagenhafte 56,52€ und einem namenlosen eBay-Duplikat mit verblüffender Ähnlichkeit für 11,34€.
Macht die Entscheidung nicht wirklich schwer:

Sogar der seitliche Halteclip für die Gummiaufhängung ist an dem Replikat vorhanden.
Zwecks Dokumentation hier mal die Belegung des Relais:

Grün = E = Masse
Schwarz = B = Batterie +
Grau = L = Lichtschalter
Erleuchtung & Shen Mengs Cock II
Wie geschrieben bestellte ich bei Scooterwelt.de neben den drei P26s-Lampen auch einen neuen Benzinhahn.
Der original Benzinhahn der Gorilla war latent sabberig und leider vernietet, so dass ich da auch keine Dichtung tauschen konnte.
Ebenfalls war problematisch, dass sich Ein- und Auslass in gerader Linie befanden:

Um die letzten Rostflocken aus dem Tank zu filtrieren habe ich einen Benzinfilter in die Leitung gehangen, welcher dazu führte, dass die Spritleitung einen scharfen Knick machen musste. Auf dem obigen Bild ist der Knick im Schlauch noch zu erkennen.
Der von Scooterwelt.de vertriebene Shen Meng Fuel Cock hat einen 90°-Winkel und ist verschraubt:

Im Onlineshop ist er nur als „Benzinhahn Honda MB Modelle“ betitelt, aber da die Honda MB/T/X-Serie auch nur mit 50 bis 80 ccm arbeitet ging ich mal ganz optimistisch vom Honda-Baukastenprinzip aus. Das Gewinde der Verschraubung sollte wohl passen. Baujahresmäßig lag da ja nicht sooo viel zwischen. Für 4,57€ war das Risiko ebenfalls sehr überschaubar.
Mein Plan ging jedoch allerliebst auf:

Passt 100%ig! Selbst die Länge des „Reserveröhrchens“, welches in den Tank ragt ist gleich lang wie beim Original.
Nun läuft der Benzinschlauch wesentlich entspannter Richtung Vergaser und die ausreichende Spritversorgung ist auch bei Vollgasorgien sichergestellt.
Der letzte Weg des Tages führte mich zur nahen Allianz-Vertretung für ein neues Kennzeichen:

Leider ist die Gorilla noch keine 30 Jahre alt, so dass ich nicht in den Genuss des Oldtimer-Mokick (!!) Kennzeichens kommen konnte.
Die Allianz bietet (dem Oldie-Moped-Hype folgend) eine Haftpflichtversicherung für Mofa, Moped, Mokick und Co. für 25€ Jahresbeitrag, wenn diese 30+ Jahre auf dem Buckel haben. Der Normalpreis liegt bei 67€!
Einzige Einschränkung ist, dass nur „gelegentliche Fahrten“ erlaubt sind. Es wird jedoch weder ein Tachostand noch irgend ein sonstiger Laufleistungsnachweis gefordert. Ein Schelm, der an Missbrauch denkt.
Ich bin mal gespannt, ob ich das Kennzeichen für Lola nehmen kann, oder ob Krankenfahrstühle davon ausgenommen sind.
Erleuchtung & Shen Mengs Cock
Nachdem ich die Super Bravo gegen die Gorilla getauscht hatte, gab es in Magdebrug noch ein paar (vermeintliche) Kleinigkeiten zu erledigen.
Oben auf der Liste stand eine neue Batterie. In dem Karton mit den Ersatzteilen fanden sich auch zwei Batterien. Die Alte war nicht mehr zu gebrauchen (Ich vermute einen Kurzschluss zwischen den Zellen). Also musste ich die „Neue“ (und damit auch schon 15+ Jahre alt) fit machen:

Batteriesäure hatte ich noch reichlich von der neuen Batterie des Rialtos. Umbasteln musste ich nur die Flachstecker auf Japan-Stecker. Beim Sicherungshalter genügte umschrauben, da die Gewinde glücklicherweise identisch sind. Das blaue Massekabel musste ich per Lötkolben verpflanzen.
Für einiges an Rätselraten sorgte das Leuchtobst des Frontscheinwerfers:

Wie man sieht, hat da schon mal jemand die Halterung mit der Flex „optimiert“.
Dem ungeachtet brauchte ich auch eine neue Birne, weil die alte durchgebrannt war.
Um mir das Porto zu sparen bin ich zur SimsonKlinik geradelt, welche hier um die Ecke liegt.
Die Simmen brauchen auch größtenteils 6V-Leuchtmittel, so dass ich da ein wenig räubern konnte.
Sowohl die zwei BA9s 6V 2W als auch die vier BA15s 6V 21W waren in Sekundenschnelle auf dem Tresen.
Für den Hauptscheinwerfer wollte ich etwas Neues ausprobieren:
Bei der Bestandsaufnahme ganz zu Anfang war mir ja schon aufgefallen, dass der Keramikwiderstand auf dem Rahmen zerbröselt ist:

Recherchen und ein Blick in den Schaltplan offenbarten, dass dieser Widerstand eine Besonderheit für den deutschen Markt war.
Der Widerstand hängt zwischen Lichtspule sowie Hauptscheinwerfer und verbrennt einfach 10 Watt. Soweit ich raus gefunden habe, durfte nämlich in den 80ern die Hauptbeleuchtung eines Mokicks im Westen nicht mehr als 15 Watt haben (Fragt mich nicht nach dem Grund! Wäre sonst nicht funzelig genug gewesen, oder so…). Die internationalen Versionen der Monkeys und Gorillas hatten diesen Widerstand nicht und dementsprechend eine 25Watt Birne im Scheinwerfer.
Da gute Beleuchtung vor geht, habe ich kurzerhand den defekten Widerstand ausrangiert und nach einer BA20d 6V 25W-Birne gesucht.
Im lockeren Schrauberschnack mit dem Herrn von der SimsonKlinik meinte dieser jedoch, dass das dort in der Fassung gar keine BA20d-Birne wäre, sondern irgendwas anderes exotisches.
Auch hier verbleibt die Motivation des Umbaus im Nebel der Geschichte…
Kurz darauf stöberten wir zusammen in einem Leuchtenkatalog von Narva und identifizierten die Birne als P26s.
Eine passende hatten sie leider nicht im Angebot, so dass ich im Netz stöbern musste.
Gar nicht so einfach eine P26s 6V 25W zu finden, ohne gleich ein Vermögen auszugeben! 5,50 € plus Versand sind eher die Regel, als die Ausnahme.
Überraschenderweise fanden sich welche für läppische 0,97 € bei scooterwelt.de.
Damit sich die Versandkosten auch lohnen habe ich gleich drei Stück und noch einen Benzinhahn dazu geordert.
Bisher hält die Birne auch klaglos durch und verbreitet ausreichend Licht, um auch mal bei Dunkelheit unterwegs sein zu können.
Ich werde berichten, wie sie sich dauerhaft schlägt.