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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern II

Mein Vorrat an Einmalhandschuhen hat sich nach über einem Jahr ziemlich erschöpft. Beim daher anstehenden Neukauf wollte ich dieses mal ungepuderte Handschuhe aus Nitril nehmen. Bisher hatte ich immer welche aus Latex, allerdings zerfielen die wie schon geschrieben beim lediglichen Anblick von Benzin oder Öl. Auch die Reibungsbeständigkeit war nicht gerade grandios, von der Allergiegefahr und der Sauerei durch den Puder ganz zu schweigen. Leichtgläubig wie ich bin, bin ich also in die nächste Apotheke getapert und habe da nach Nitrilhandschuhen gefragt. Die Apothekenfachverkäuferin meinte: „Sowas haben wir nicht. Geht nicht auch Latex?“ Ich: „Ja, nee, geht nicht. Wegen Benzin und Allergie…“ Sie: *ungläubiger Blick und Gedanke „Perversling!“* „Wir können die Ihnen aber bestellen, wenn sie möchten?!“ Ich: „Was würden die denn dann kosten?“ Sie: „100 Stück, 24,95€.“….
Ich hab sie jetzt per eBay gekauft. Für knapp 10€ incl. Versand. Kein Wunder, dass der Volksmund sagt: „Das sind ja Apothekenpreise!“.
Nitrilhandschuhe 001
Man beachte auch die Rechtschreibfehler bei den Sicherheitshinweisen… „Product of Malaysia“
Die Handschuhe lassen sich auch mit verschwitzten Händen gut anziehen und sitzen schön eng. Das „Griffgefühl“ ist gleich dem der Latexhandschuhe. Die Benzinbeständigkeit konnte ich allerdings noch nicht testen.
Als es um die Auswahl der Größe ging, habe ich mich mal wieder überschätzt und „M“ gewählt. Das ist reichlich groß.
Die Größen sind aber standardisiert. Solltet ihr daher auch mal vor haben, euch Schutzhandschuhe zu kaufen, messt vorher eure Handflächen von der Daumen-Innenseite bis zur Handkante beim kleinen Finger. Die zu den jeweiligen Größen gehörenden Maße entnehmt ihr dann einfach diesem Bild:
Nitrilhandschuhe 002

Peepshow

Um nicht immer nur zu nörgeln, dass Lola nicht läuft, hier mal wieder ein Beitrag von (vielleicht) allgemeinem Interesse:
Um festzustellen, wie es um den Getriebeölhaushalt des M53-Motors bestellt ist, haben die Ingenieure sich eine Ölstandskontrollschraube einfallen lassen. An sich ne schlaue Sache. Die Schraube befindet sich „zwischen“ der Kette direkt hinter dem dicken Gussklops. Quasi die Schraube, auf die der Pfeil zeigt:
Ölkontrollschraube markiert
Normalerweise muss man zur Ölstandskontrolle die Schwalbe bis zu einem gewissen Grad schief halten und dann soll die Suppe bis zum unteren Rand des Loches stehen. Ich zitiere:
Beim Motor M 53/54 ist die Ölstandskontrolle etwas umständlicher da der Ölstand im Kupplungs- und im eigentlichen Getriebe­raum unterschiedlich hoch ist. Das Kupplungszahnrad fördert das nach einiger Stand­zelt teilweise in den Kupplungsraum zurück­gelaufene Öl während des Laufes (eine Mi­nute im Leerlauf reicht aus) über eine Öl­fangrille in den Getrieberaum zurück. Aus diesem Grunde soll die Ölstandskontrolle auch kurz nach dam Abschalten des Motors erfolgen. Nach Entfernen der zwischen den Ketten­schläuchen liegenden Kontrollschraube muss bei leicht nach rechts geneigtem Fahrzeug (max. 20°) Öl austreten. Das Nachfüllen er­folgt durch den Deckel zum Kupplungsdeckel. Vor der erneuten Kontrolle muss der Motor jedoch wieder gelaufen sein.
„Schön gedacht, schlecht gemacht“. Schief stellen ist beim Duo ja nur schwerlich möglich. Also ist mal wieder Erfindungsgeist gefragt.
Autos haben so praktische Ölmessstäbe. Warum sowas nicht auch fürs Duo basteln?
Erst hatte ich überlegt hierfür die originale Kontrollöffnung zu nehmen und mit einem gewinkelten Draht den Füllstand zu checken. Das hat sich allerdings als unpraktikabel erwiesen. Man muss auf dem Boden rumkrauchen, die Kettenschläuche und die Schwinge sind im Weg und den Draht da rein und wieder raus zu bekommen ist ein ziemliches Gefummel, bei dem man keine anständigen Werte bekommt, weil man den Draht dauernd am Gehäuse abstreift. Also nächste Öffnung.
Als Alternative bietet sich die Öffnung an der Oberseite des Getriebes an. Schön großes Loch gerader Durchgang bis zum Getriebeboden. Zum drehen der Schlitzschraube, welche die Öffnung verschließt, bietet sich übrigens eine große Unterlegscheibe an. Die hat ein gekrümmten Rand, welcher gut in den Schlitz passt und man vergnaddelt die Schraube nicht mit einem zu kleinen Schraubenzieher.
Das Problem an dieser Stelle ist nur, dass man mit dem Messstab ja immer an der selben Position messen muss, weil man sonst durch den unebenen Gehäuseboden und eine mögliche Schiefstellung des Messstabes ungenaue Werte bekommt. Aber auch da hilft der ingenieuse Zufall. Wie auf dem Bild zu sehen ist, ragt ein pilzförmiges Bauteil in den Sichtbereich „unterhalb“ des Loches. Man wählt also seinen Messtab im Durchmesser so aus, dass man ihn zwischen Lochrand und „Pilz“ auf der rechten Seite durchfädeln kann. Dazu ist keine Gewalt oder großer Druck notwendig. Diese beiden Punkte sollen lediglich bewirken, dass ihr den Stab immer an der selben Stelle einführt.
Das Loch mit „Pilz“:

Und der Stab dann in Position:

Als Material für den Messstab habe ich erst einen starken Kupferdraht probiert. Allerdings konnte man auf dem rötlichen Untergrund kaum erkennen, bis wo hin das Öl stand. Ihr solltet dementsprechend helles Material verwenden und eventuell, wie beim Auto, ein paar Rillen auf dem Stab einritzen, in denen sich das Öl festsetzen kann. Ich habe zum Probieren einen kleinen Holzstab genommen (Achtet darauf, dass ihm keine Fremdkörper wie Staub oder Späne anhaften). Der helle Untergrund und die relativ raue Oberfläche ergaben ein schön klares Bild über den Ölstand.
Ich habe euch unten mal ein bemaßtes Foto angehangen.

Damit ihr wisst, wann der Stab auf dem Boden steht, solltet ihr euch eine Markierung bei 9,5 cm machen. Dieser Punkt muss dann mit dem oberen Rand der Schraubenöffnung gleich auf sein. Wenn der Stab 3 cm hoch „nass“ ist, habt ihr genau 500 ml Öl drin. Dieser Wert variiert natürlich, wenn sich das Öl im Getriebe verteilt hat. Direkt nach dem Auffüllen sind es zumindest 3 cm. Ich werde die Tage nochmal messen, wenn ich ein wenig gefahren bin und sich das Öl verteilt hat.

P.S.: Ich stelle gerade fest, dass dies mein 100. Artikel ist. Muss ich mir doch erstmal selbst zu gratulieren… 😉

Die Dosis machts

Häufig geistert die Frage durch die Gegend, mit welchem Benzin-Öl-Mischungsverhältnis man sein Duo (oder seine Schwalbe Typ S) betreiben soll. Ob man 1:33 oder 1:50 nehmen soll.
Das Mischungsverhältnis ist bei den Motoren der M53-Rheihe abhängig vom verbauten Kolbenbolzenlager. Ist ein Nadellager verbaut, darf man 1:50 tanken, hat man ein altes Bronze-Gleitlager, benötigt der Motor etwas mehr Schmierstoff (1:33). Vom Werk aus sind die M53/11AR-Motoren ab der Motornummer 0540333 für 1:50 vorgesehen. Die Motornummer findet ihr unterhalb des Krümmergewindes eingeschlagen.
Hier zu sehen:
Krümmermutter
Sollte euer Motor in der Zwischenzeit mal regeneriert worden sein, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dabei auch gleich ein modernes Nadellager verbaut wurde. 100%ige Sicherheit bringt hier aber nur ein öffnen des Motors.

Unabhängig vom verbauten Kolbenbolzenlager sollte in der Einfahrzeit (ersten 500 km eines Motors) immer 1:33 getankt werden.

Quelle: Zusatz zur Betriebsanleitung für die ‚Simson‘-Kleinfahrzeuge, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1972

Putzfimmel

Nur weil ich es gerade im Schwalbennest mal wieder als „ganz heißen Tipp“ gelesen habe:

Das reinigen von Kühlrippen soll auch mit einem alten Bowdenzug gehen. Der innere Zug wird passend zurecht geschnitten und in eine Akkubohrmaschine gespannt, dass andere Ende wird leicht ausgefranst und fungiert dann wie eine kleine Drahtbürste.
Der Tipp stand mal in der Oldtimer Praxis und kann getrost in der Pfeife geraucht werden.

Ich habs selbst ausprobiert, weil es sich ja erstmal gut anhört und nix kostet. Ist aber kacke. Es dauert ewig, der Akkuschrauber wird heiß, weil der nicht für Dauerbetrieb ausgelegt ist, der Bowdenzug spratzt in kürzester Zeit auf (ja, auch wenn man ihn gegen die Wickelrichtung laufen lässt), man kann kaum genug Druck ausüben um den Dreck ab zu bekommen und wenn genug Druck drauf ist, bekommst du Kratzer in der Aluoberfläche vom Zylinder…. Ich habs nach ca. ner Stunde und 5 Rippen aufgegeben.
Strahlen oder Chemie ist da eher was. Ich lese gerade von „Kaltreiniger“ aussem Baumarkt. Das klingt vielversprechend.