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Wabeco No.25 I

Liebe Menschen haben mal wieder an mich gedacht und mir einen WABECO No.25 75 vermacht:

WABECO ist die Abkürzung für „Walter Blombach & Co.„, einen bekannten Hersteller von Fräs- und Drehmaschinen.

„No.25“ bezeichnet hierbei die Bauform und „75“ die Breite der Backen in Millimeter. Es ist also eher ein handliches Hobby-Modell.

Wie man unschwer erkennen kann bedurfte das gute Stück etwas Liebe, bis es mit dem Krawatten-Eck ein zeitgenössisches Ensemble bilden kann. Als Lehrstücke finden sich multiple Beiträge bei YouTube oder im Netz. Also zuerst mal alles in Rostlöser einweichen und zerlegen. Der Schlitten hat keinen hinteren Anschlag an der Spindel, so dass man ihn einfach herunter drehen kann. Hierbei kommt einem auch die kleine Ausgleichsplatte entgegen, mit der das Spiel des Schlittens eingestellt wird:

Weiter geht’s auf der Unterseite:

Um die Spindel aus dem Gehäuse zu entfernen, muss der Pin links neben der Feder raus. Achtung, er ist aus eher weichem Metall und lässt sich auch nicht nach innen durchschlagen. Hier ist Schluss:

Ich habe ihn rausbekommen, indem ich die Spindel schräg stellte und den Pin möglichst weit diagonal raushämmerte:

Dann konnte ich den schmalen Überstand des Splintes mit einer Gripzange greifen und ihn langsam rausdrehen/ziehen. Anschließend kann man die Spindel einfach nach vorne rausziehen. Die Reihenfolge der Bauteile ist folgendermaßen:

Danach habe ich die Backen gelöst. Hier ist ein großer Schraubenzieher samt Schlüssel oder ein Hand-Schlagschrauber angebracht:

Da die Enden der Schlitzschrauben im Freien sitzen, rosten sie gut fest. Also Obacht. Anschließend habe ich alles in Bremsenreiniger gebadet und mit Fertan eingepinselt:

Für solche einfachen Bauteile sollte sich Fertan eigentlich gut eignen. Es sollte zumindest ein übersichtlicher Test werden. 48h später habe ich die Teile dann abgewaschen und war von dem Ergebnis nur so mittel angetan:

Wie ihr seht hat das Fertan auf der Basis (rechts) gut funktioniert, aber auf dem Schlitten (links) hat sich kaum etwas getan. Eine Erklärung habe ich nicht wirklich, da ich alle Teile identisch behandelt habe. Ich habe auf eine weitere Behandlung verzichtet, da die von mir ausgesuchte Farbe eh damit protzt, direkt auf Rost aufgetragen werden zu können. Und damit beschäftigen wir uns dann im nächsten Teil.

Johnson’s Welding and Repairs

Da ich momentan wenig Neues zu berichten habe (die Restaurierung der Gorilla steht jedoch in den Startlöchern), möchte ich euch Thomas aus Philo, Illinois vorstellen, welcher als echter Motorhead die verlassene Autowerkstatt von „Johnson’s Welding and Repairs“ gekauft und restauriert hat.
An sich eine wenig bemerkenswerte Geschichte, jedoch gehörte die von 1930 bis 1980 betriebene (und dann völlig überwucherte) Werkstatt zwei Eigenbrötlern und absoluten Technik-Messies, welche auf dem Gelände tonnenweise (Thomas spricht von über 100t!) historische Technik horteten.
Auch der neue Eigentümer Thomas ist ein bemerkenswerter Zeitgenosse, denn er hat dieses Chaos nicht einfach entsorgt, sondern über Jahre akribisch aufgearbeitet und mit viel Fachwissen, Schweiß sowie Geld einen absoluten Traum von Werkstatt hergestellt.
Hier ein paar Vorher-Nachher-Fotos (Ja, das ist die identische Werkstatt!):

Dankbarerweise hat Thomas die gesamte Restaurierungsgeschichte mit der Kamera begleitet und in einen mittlerweile 300 Seiten umfassenden Thread im The Garage Journal Board Forum dokumentiert.
Aufgrund des schieren Umfangs des Projekts gibt es für die schnellere Lektüre eine sehr gute Übersicht, in der nur die wichtigsten und bildgewaltigsten Postings von Thomas verlinkt sind.

Solltet ihr also noch eine Fluchtmöglichkeit vor dem Weihnachtstrubel suchen, so freut euch! 1-2 Tage sind schon mal mit dieser Geschichte gut verplant.
Dann erfahrt ihr auch die Geschichte dieses 1936er Hudson Terraplane, welchen Thomas, neben einigen anderen völlig überwucherten Autos, auf dem Grundstück fand:

REMA I Restaurierung VI

Einen einsamen Abend ohne anständiges Fernsehprogramm habe ich mal zum meditativen Zusammenbau der REMA I genutzt:
Zusammenbau
Dank penibler Beschriftung und reichlich Fotos von der Demontage, konnte ich mit relativ wenigen Fehlversuchen alles wieder zusammen setzen.
Sie funktioniert sogar wieder/immer noch!
Hier ein Foto vom aktuellen Zustand:
neu lackiert und zusammengebaut
So speckig wie der Lack auf dem Bild rüber kommt, ist er in Wirklichkeit nicht. Eher ein leicht glänzendes Matt. Ist sogar gar nicht sooo schlecht, wie ich anfangs meinte.
Vielleicht erschnorre ich mir auch mal einen Grundkurs „Lacken mitter Dose“ von AerosolWerk, wenn ich in Zukunft bei ihm in der groben Gegend wohne…
Zu meiner Ehrrettung aber abschließend nochmal ein Foto vom Ausgangszustand:
Rechenmaschine Vorderseiteseite unrestauriert
Denke schon, dass sich die Gesamtsituation verbessert hat.
Die große Handkurbel muss ich nochmal behandeln und auch sonst gibts noch ein paar Kleinigkeiten zu machen. Die Beschriftung muss ja auch wieder drauf.
Ist also nicht der letzte Artikel.
Momentan hat sie aber erstmal einen prominenten Platz auf meinem Schreibtisch bekommen und darf ein paar leichte Aufgaben berechnen.

REMA I Restaurierung V

Das schöne Wetter am Samstag habe ich mal genutzt um bei der REMA I Restaurierung ein wenig weiter zu kommen.
Letzter Stand war ja, dass ich die Abdeckungen mit Fertan eingepinselt hatte.
Die Reste soll man vorm lackieren gründlich abwaschen, was ich auch getan habe:
Abdeckungen abgespült
Nachdem die Sonne die Teile getrocknet und angewärmt hatte, habe ich sie in mehreren Durchgängen mit schwarz glänzend eingedeckt:
Abdeckungen lackiert
Der Lack zeigt leider deutlich die vernarbten Stellen im Blech. So richtig gefällt mir das nicht. Mal sehen, ob ich mich da nochmal dran begebe.
Während der Lack trocknete habe ich den letzten Schwung Chromteile mit der Silikonscheibe und Nevrdull angegangen.
Vorher:
Chromteile vorm polieren
Nachher:
Chromteile poliert
Mal sehen, wie lange sich auch hier der Glanz hält.
Sobald der Lack nun ausgehärtet ist, werde ich die Maschine wieder zusammen setzen.
Das obere Abdeckungsblech ist schnell wieder demontiert, wenn ich die weiße Beschriftung nachziehen will.

REMA I Restaurierung III

Auch bei der REMA I bin ich ein wenig weiter gekommen.
Ich habe mal den Tipp von dieser Seite ausprobiert und habe mir ein paar Silikon-Schleifscheiben für den Dremel besorgt.
Damit habe ich sowohl die verrosteten Abdeckungen, als auch die mitgenommenen Chrom-Teile angegriffen:
Kommaschieber poliert
Auf dem obigen Bild sieht man schon, wie ich den Kommaschieber behandelt habe. Der weiße Belag kommt von der anschließenden Behandlung mit „Nevr-Dull“. Verrostete Stellen, bei denen sich der Chrom schon gelöst hatte, wurden „eingeschliffen“ und sind nun etwas dunkler erkennbar.
Auf dem nachfolgenden Bild könnt ihr schön den Behandlungsverlauf sehen:
Klemmleiste
So wie das linke Ende sah das ganze Teil aus. Poliert man nun die Abdrücke meiner Griffel weg, erstrahlt es wieder in nahezu altem Glanz.
Um die Vorderseite der oberen Abdeckung abschleifen zu können, musste ich noch den Sperrschieber für die Trommel entfernen:
Abdeckung Rückseite
Dabei muss man besonders auf die winzigen Federn achten, welche sich in dem festen „Lager“ befinden:
Federn der Walzensperre
Eines dieser kleinen Biester ist mir natürlich prompt weggeflogen…. Glücklicherweise habe ich gehört, wo es auf kam und konnte es dann auf allen Vieren wieder finden.
Hier noch ein schönes „Vorher-/Nachher“-Foto von der Abdeckung.
Vorher:
Abdeckung Ausgangszustand
Nach ca. 5 Minuten:
Abdeckung abgeschliffen
Diese Schleifscheiben sind echt kleine Wunderteile!
Für Chrom und blankes Metall einfach perfekt. Sie nehmen nahezu kein Metall ab, entfernen aber zuverlässig Rost und alten Lack. Die Standzeit ist ebenfalls beachtlich.
Die Reste des weißen Lacks aus den Ziffern und Buchstaben habe ich mit einer Nadel in mühsamer Kleinarbeit raus gekratzt.
Ich werde die blanken Metallteile jetzt noch mit Fertan behandeln und anschließend schwarz glänzend lackieren.
Die Rückseiten und die Teile deren original-Lack noch gut war, habe ich nicht abgeschliffen. Diese Teile werde ich nur durch einen leichten Ölfilm konservieren.
Sobald sie fertig ist, wird das gute Stück bei mir ja keine wirkliche Feuchtigkeit mehr sehen. Da sollte das ausreichen.