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Anprobe

Nachdem der Fehler bei WebGo24 endlich gefunden ist und wir wieder auf unsere Foto-Datenbank zugreifen können, mache ich mich mal ans aufarbeiten:

Meinem Neujahrsvorsatz entsprechend, habe ich mich an die Gorilla begeben.

Um nicht immer am Boden rum kriechen zu müssen, habe ich sie auf einen verlängerten Tisch im Werkkeller gespaxt. So kann man gemütlich im sitzen am Motor arbeiten und sonst stehend um den kleinen Affen turnen.
Um mir endlich mal einen vollständigen Überblick zu verschaffen, habe ich mal die ganzen Teile aus den Kartons sortiert und lose zusammengesteckt:
Honda Gorilla zusammengesetzt rechts
Sieht schon fast wie ein Motorrad aus.
Honda Gorilla zusammengesetzt links
Glücklicherweise ist es nahezu vollständig. Lediglich die Luftfiltereinheit konnte ich direkt als großes fehlendes Element identifizieren.
Eine schnelle Suche im Netz förderte leider nur Sportluftfilter zutage. Ein Original/Nachbau-Teil wäre mir jedoch wesentlich lieber. Mal sehen, wo ich da eine Quelle auftue.

My Home is my Land Yacht

Die ultimative Möglichkeit seine Leidenschaft zu historischem Fahrgut aus zu leben ist wohl in ihm zu wohnen.
Sollte einem das Geld für eine bewohnbare Oldtimersammlung á la Dirk Pitt (Held meiner immer noch andauernden Jugend) fehlen, so kann man „in“ auch wörtlich nehmen….
Lathaniel aus Denver, Colorado ist so jemand. Er restauriert klassische amerikanische Wohnmobile, lebt dann einige Zeit in ihnen und verkauft sie wieder um sich dem nächsten Projekt zuzuweden.
Wer der englischen Sprache nicht abgeneigt ist und auf Bilder wie dieses:

steht, dem lege ich Lathaniels Blogs ans Herz. Eines zu seinem früheren 1978er Foretrave Motorhome und eines zur Restaurierung seines späteren 1971er Dodge Travco 270 (und ein paar anderen).
Ein schöner Blick über den Tellerrand der automobilen Wohnküche.

Schwanengesang

Mit großer Überraschung und ebensolcher Bestürzung, musste mein Bruder beim letzten TÜV-Besuch mit seinem Volvo 740 GL die Botschaft entgegennehmen: „Wesentliche Mängel – Durchrostungen“.

Im Beifahrerfußraum klaffte ein großes Loch:
Volvo Rostlöcher
Im Fahrerfußraum ebenfalls:
Volvo Rostlöcher 2
Und auch in der Reserveradwanne war ein anständiges Loch.
Glücklicherweise erklärte Igor sich bereit da ein paar Bleche ein zu schweißen.
Damit die Sache schnellstmöglich über die Bühne gehen konnte, haben wir am letzten Wochenende also mal alles brennbare aus dem Innenraum entfernt.
Vom Reliant bin ich da ja ziemlich verwöhnt. Da hebt man den Teppich hoch und hat den Fahrzeugboden vor sich. Entsprechend hoch ist natürlich auch die Geräuschkulisse und die Hitzeabstrahlung des Motors. Beim Volvo begannen wir erst mal mit der Demontage diverser Verkleidungsteile:
Volvo Rostlöcher 3
Dabei stießen wir auch auf diese komische Abdeckung/Klappe, deren Funktion wir uns noch nie erklären konnten:
Volvo Rostlöcher 4
Hat da jemand von euch ne Idee, wozu die da ist?
Unter dem Teppich folgten drei teils geklebte Isolationsschichten!
Eine mussten wir erst rausschneiden, da sie als komplettes Teil bei der Produktion in die Karosserie gelegt wurde und dann alle Anbauteile drauf kamen.
Unter den Schichten wurde das Grauen dann langsam immer deutlicher:
Volvo Rostlöcher 5
Je mehr Bitumen wir entfernten um so größer wurden die verrosteten Partien:
Volvo Rostlöcher 6
Die Fahrerseite war noch schlimmer:
Volvo Rostlöcher 7
Am Sonntag fuhr Tobias dann bei Igor zum schweißen vorbei.
Dieser musste erst noch einen Aston Martin Virage/Vantage auf Vordermann bringen:
Volvo Rostlöcher 8
Danach schwang er die Flex bei unserem Schätzchen.
Beifahrerfußraum:
Volvo Rostlöcher 9
Fahrerfußraum:
Volvo Rostlöcher 10
Reserveradwanne:
Volvo Rostlöcher 11
Danach gabs neues Blech:
Volvo Rostlöcher 12

Volvo Rostlöcher 13
Jetzt fehlen noch neue Spurstangenköpfe und der TÜV sollte seinen Segen für weitere zwei Jahre geben.
Jedoch kann nichts darüber hinweg täuschen, dass es wohl die letzten zwei Jahre des treuen Gefährts werden…
So traurig es doch ist, aber der unentwegte Alltagseinsatz der letzten 22 Jahre hat ihm doch arg zugesetzt.
Da der Wagen mit seinen knapp 380.000 km auf der Uhr und seltenem Vergasermotor jedoch keinerlei Wiederverkaufswert hat, werden wir ihn wohl erstmal wegstellen und in ein paar Jahren restaurieren.
Schließlich haben Tobias und ich da drin einen Großteil unserer automobilen Jugend verbracht. Wir haben in ihm gespielt, geschlafen, gelernt und geliebt. Sowas wirft man nicht einfach weg, um später an der Tanke zu sagen: „So einen hatte ich auch mal!“!

Ich bin einfach zu fett geworden

Bei uns zuhause lag anständig Schnee. Sogar so viel, dass unser treuer Dackel bis zum Bauch drin versunken war:
Schlitten kaputt
Da war es natürlich klar, dass ich meine Freundin einpackte um vom matschigen Osnabrück in die verschneite Heimat umzusiedeln und ein Wochenende mit rodeln und Kaminfeuer zu verbringen. Neben einem LKW-Schlauch (Mal wieder für Lau vom Abfallhaufen des Reifenhökerers) besitze ich auch noch den schnellsten Schlitten des Dorfs. Oder besser „besaß“… aber dazu später mehr. Es ist der alte Kinderschlitten, auf dem schon meine Mutter rodelte. Eigentlich ein ganz normaler Holzschlitten, wie es sie zu Hauf im Dorf gibt. Allerdings sind die Kufen dieses Schlittens insgesamt nur 43cm lang. Weniger Reibung = mehr Speed… Dazu noch Hänflingsausmaße wie ich sie mitbringe, Schmirgelpapier sowie etwas Wachs und man ist seit 20 Jahren ungeschlagener Rodelmeister. Die heutigen Kinder mit ihren Sicherheits-Plastikschlitten sind eh raus. Um die fahre ich Kreise auf der Piste und bin trotzdem noch schneller… Das hier ist das gute Stück:
Schlitten kaputt 02
Es war also an der Zeit, es den Jungspunden mal wieder zeigen. Doch 40 Jahre harter Rodeleinsatz und 20 Jahre gute Ernährung führten zu einem verfrühten Ende der Aktion… Ich bin einfach zu fett geworden:
Schlitten kaputt 01

Eigentlich sollte ich den Schlitten dann zerlegen und ihn bei uns durch den Ofen schieben. Aber als ich so vor ihm stand und an all die schönen Erinnerungen dachte, habe ich es einfach nicht übers Herz gebracht. Es wäre fast sogar zu einer Träne gekommen. Mein Vater sah uns beide Häufchen Elend und meinte: „Na, bringstes nicht übers Herz? Weißte was: Den reparieren wir. Da schreinern wir zwei neue Streben und schauen auch mal nach dem Rest und dann läuft der wieder.“
Jedes Kind sollte einen Vater haben….. aber das sagte ich ja schon mal.