Unsere prähistorische Waschmaschine (Bauknecht WAK 5750) verweigerte vor kurzem den Dienst:

Egal welches Programm man wählte, sie meldete per Blink-Code nur noch „allgemeinen Elektrikfehler“. Das Handbuch verwies lapidar auf den Kundendienst.
Nach kurzer Konsultation des Internets stellte sich heraus, das dieser Fehler von verschlissenen Kohlebürsten bis zur durchgebrannten Hauptplatine, alles bedeuten kann.
Danke für diese detaillierte Hilfestellung!
Aufgrund des fortgeschrittenen Alters und dem gewachsenen Anforderungsprofil (Man macht sich ja keine Vorstellungen wie dreckig Kinder sind!) war klar, das lediglich der Austausch der Kohlen noch eine wirtschaftliche Reparatur darstellen würde. Insgeheim drückte die Beste von Allen die Daumen, dass es etwas ernsteres wäre.
Also neue Kohlenbestellt und die alte Waschmaschine aus ihrer Ecke gepopelt:

Bevor man die Kohlen bestellt, sollte man die Servicenummer auf der Rückseite prüfen:

Es gab wohl unterschiedliche Motoren (mit unterschiedlichen Laufrichtungen) im laufe der Produktionszeit, so dass man mit dieser Nummer sicher die richtigen Kohlen erhält.
Für den Austausch muss als erstes die Rückwand weichen:

Auch der untere Querträger muss raus. Nun kann man den Antriebsriemen durch einfaches verdrehen abnehmen.
Am Motor entfernt man anschließend den Kombi-Stecker:

Der Motor selbst wird nur mit einem Bolzen gehalten und kann nach dessen Entfernung nach hinten aus den Führungen gezogen werden (Achtung! Schwer!):

Auf der Werkbank kann man die sehr fest sitzenden Steckkontakte der Kohlebürsten abziehen:

Nun noch die Schrauben der Bürsten entfernen und schon können sie abgenommen werden.
Hier der Vergleich, alt gegen neu:

Die Verschleißgrenze der Bürsten liegt bei ~15mm. Unsere Exemplare hatten noch 13mm.
Ein vager Hoffnungsschimmer am Heimwerkerhorizont, dass es doch an den Kohlen gelegen haben können.
Die neuen Bürsten werden einfach eingeschraubt und anschließend mit einer Spitzzange die kleinen Haltenasen der Kohlen abgebrochen. Die integrierte Feder drückt sie dann wieder fest an den Rotor:

Beim Wiedereinbau sollte man darauf achten, dass der Antriebsriemen wieder in den gleichen Laufspuren läuft wie früher. Das kann man gut an der Riemenscheibe des Motors erkennen:

Nun wieder alles anschließen und gucken ob der alten Hase wieder läuft.
Sehr zur Freude der Besten von allen spuckte unsere Waschmaschine allerdings lediglich den identischen Fehler aus.
Damit wurde sie für tot erklärt und ich konnte sie genüsslich ausweiden und zweitverwerten.
Das wird aber ein Extra-Artikel.
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Zum bersten gespannt
Wie es vielleicht der Eine oder Andere schon mitbekommen hat, ist in Duderstadt ein Tank eines VW Touran beim Erdgas-betanken geborsten:

Hat ein anständiges Loch in den Fahrzeugboden gerissen:

Hier gibt es eine aussagekräftige Bilderstrecke dazu.
Es gibt auch ein Video der Überwachungskamera, welches hier oder in der reißerischen extendet-OMG-Version hier zufinden ist.
Der Eigentümer soll glücklicherweise mit leichten Verletzungen und einem Knalltrauma davon gekommen sein.
Nach bisherigen Erkenntnissen war Korrosion an den Tanks (identischer Zulieferer wie bei Opel) die Ursache. Gerüchteweise soll der Eigentümer schon zwei Briefe von VW zum Austausch bekommen haben, diesen aber nicht durchgeführt haben.
Leider empfiehlt ARAL Deutschland nun seinen Pächtern generell kein Erdgas mehr zu verkaufen.
Das dass bei ein paar tausend problemlosen Tankvorgängen jeden Tag völlig überzogen ist und in der Konsequenz eigentlich auch der Verkauf von Benzin sofort gestoppt werden müsste, ist denke ich allen rational denkenden Menschen klar.
Glücklicherweise beschränkt sich unser lokaler ARAL-Pächter auch auf ein Tankverbot für VW Touran.
Ich hoffe, dass die Sache schnellstmöglich im Sande verläuft.
Ansonsten wäre es schlicht das Ende des Erdgasantriebes in Deutschland.
Nachtrag:
Mittlerweile sind auch Bilder von den 3 unversehrten Gasflaschen aufgetaucht:

So wie insbesondere der große Tank aussieht, sehe ich das Gerücht um die korrodierten Tanks als Unfallursache als sehr wahrscheinlich an.
Porsche Cayenne Bremsschläuche
Bei Vadderns neuem Jagdwagen stand die HU an. Dafür war ein Tausch der vorderen Bremsschläuche nötig, da diese doch deutlich porös waren.
Los geht’s im Motorraum:
Unter der letzten Abdeckung im Motorraum auf der Fahrerseite befindet sich der Vorratsbehälter mit der Bremsflüssigkeit (DOT 4):

Zuerst den Stecker am Schraubdeckel trennen und den Deckel entfernen, damit bei der späteren Arbeit sich der Bremsflüssigkeitsverlust in Grenzen hält, verschließe ich wie immer die Öffnung mit Plastikfolie und Gummiringen.
Nun die Radmuttern mit einem 19er Schlüssel lösen, danach kann der Wagen aufgebockt und das Rad abgenommen werden.
Für später: Das Anzugsdrehmoment für die Radmuttern beträgt 160 Nm.
Ehe man den Innenkotflügel ausbaut, sollte man die kleine Abdeckung vorn am Schweller entfernen, sie wird einfach abgezogen. Die Innenkotflügel sind im Radhaus mit Torx T 25 und zwei 10er Kunststoffmuttern verschraubt, statt Torx ist aber auch Kreuzschlitz möglich. Eine weiter Schraube T 30 hält den Innenkotflügel von unten.
Der Bremsschlauch wird auf der Rückseite des Schwenklagers von zwei Halterungen gehalten, oben kann man die Schläuche leicht aus dem Halter ziehen und ihn sitzenlassen, wenn nicht, die Torx 30 Schraube entfernen:

Das folgende Foto zeigt den Halter mit „Spezialwerkzeug“ zum Ausbau:

Beim Ausbau kann dem Entfernen der Schraube eine Windung der Stoßdämpferfeder im Wege sein, dann ist es nötig die Radaufhängung mit einem Wagenheber etwas anzuheben.
Den unteren Halter, der mit einer 6er Inbusschraube befestigt ist, muss man auf jeden Fall entfernen. Die Steckkontakte am unteren Halter lasse ich sitzen, da meist wegen des Alters der Stecker Bruchgefahr besteht.
Zuerst trenne ich die obere Verbindung des Bremsschlauches mit der starren Bremsleitung, dabei hilft ein 11er Bremsleitungsschlüssel ungemein:

Anschließend verschließe ich das starre Leitungsende mit einem Stopfen:

Um für die weiteren Arbeiten mehr Bewegungsfreiheit zu haben, schraube ich die starre Leitung am Bremssattel ab:

Mit der Montage der neuen Bremsleitung beginne ich nun unten mit dem Bremsschlauch, danach die Leitung zum Bremssattel, am Schluss kommt die obere Verbindung an die Reihe. Natürlich tropft ein wenig Bremsflüssigkeit aus den getrennten Leitungen, deshalb sind alte Zeitungen, Lappen und Einweghandschuhe hilfreich.
Wie bei allen Arbeiten am offenen Bremssystem wird natürlich am Schluss entlüftet.
Wer sich noch etwas Zeit nimmt, kann bei der Gelegenheit gleich den Ablauf im Kotflügel reinigen, ich hätte in den Kompost gleich pflanzen können:

Parallelanschlag
Beim stöbern in alten Artikeln fiel mir auf, dass ich noch gar keine Bilder des neuen Parallelanschlags für meine umgebaute Electra Beckum HS 315 Tischkreissäge gezeigt habe.
Ursprünglich wollte ich den Anschlag so wie hier führen.
Allerdings erwies sich das zum einen als zu kompliziert und zum anderen als zu windig.
Vaddern, in seiner pragmatischen Art, schlug daher vor, einfach an der Rückseite der Säge ebenfalls eine T-Nut-Schiene zu montieren und den Anschlag so an zwei Punkten zu führen.
Klar, ist etwas umständlicher in der Bedienung, aber dafür wesentlich einfacher in der Konstruktion und wesentlich genauer im Schnittergebnis.
Als Führung für den Anschlag habe ich Schlossschrauben zurecht geschliffen:
Die passen so gut in die Führung und haben ausreichend Auflagefläche um den Druck beim anziehen zu verteilen:
Eine identische Schraube gab es noch auf der anderen Seite und schon glitt der Anschlag ordentlich geführt durch die Schienen:
Als Fixierung dienen zwei Flügelmuttern:
Mal sehen, wie sich der Anschlag so bewährt.
Ein wenig nervig ist noch, dass ich nun immer vorne und hinten am Sägeblatt messen muss, ob der Abstand zum Anschlag gleich ist.
Vielleicht fällt mir da noch eine elegante Lösung für zwei Skalen ein.
Flasche im Fettmantel II
Nachdem der Nebenkriegsschauplatz abgefrüstückt war konnte es ans eingefettete gehen.
Also hinterste Flasche abgestützt und beim linken Band gestartet:

Für’s Fernsehen hatte ich damals ja nur das rechte Band abgenommen.
Aber auch links sah es unter dem Band nicht anders aus:

Den dünnen Fettfilm unter dem Halteband habe ich sehr kritisch nach potentiell schleifenden Schmutzpartikeln beäugt, konnte jedoch wirklich nichts finden. Die „Abdichtung“ der Seitenräder der Haltebänder schien erstaunlich gut zu funktionieren.
Also Putzlappen und Holzspatel ausgepackt und sauber gemacht:

Wie man sieht, sieht man nix. Weder neue Schleifspuren noch irgendwelche Korrosion.
Sehr befriedigend. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es einige Stimmen im Erdgasforum gab, die meine Aktion als völlig naiv und absolut nutzlos hingestellt haben.
Fett in your face!
Apropos: Ich muss betonen, dass das Reinigen der Flaschen eine formidable Sauerei ist.
Man sollte bergeweise Lappen dabei haben und den Boden unter dem Fahrzeug großzügig mit Zeitung auslegen. Außerdem sind (Nitril-)Handschuhe und ein Gefäß für das alte Fett sinnvoll.
Nachdem die linke Seite der Flasche sauber war, habe ich das Band wieder dick mit neuem Fett beaufschlagt:

Welches beim anziehen der Halteschraube schön zu allen Seiten herauspresste:

Dieses Fett habe ich dann wieder zur Abdichtung des Bandes verstrichen:

Auch unter den anderen Bändern sah es nicht anders aus:

Kein Fünkchen Rost:

Da sich die Haltebänder beim vordersten Tank ja nicht lösen lassen, musste hier die neue seitliche Abdichtung der Bänder genügen:

Am Ende waren alle Flaschen wieder schön eingeschmiert:

Danach kam die Abdeckung wieder drunter.
wenn alles nach Plan läuft, sehe ich die Flaschen erst in zwei Jahren wieder.