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Kleinkrams und Überraschungsei II

Gestern habe ich nur ein wenig Kleinkrams erledigt.
Zum einen habe ich das Ersatzrad aus seiner Hülle gepult (Es war tricky, aber die Schwerkraft hat mir ausnahmsweise mal geholfen). Wie ihr schon vermutet hattet, habe ich etwas zu weit um die Rundung des Reifens laminiert. War echt haarscharf, das der reifen da raus kam. Die Hülle sieht nun so auf der Innenseite aus:
GFK-Ersatzrad fertige Hälfte
Ich muss mir jetzt noch überlegen, wie ich die offene Seite schließe, ohne dass sie mir einsinkt.
Auch mit der Stärke habt ihr Recht. Zwei Lagen sind zu wenig. Das ist noch zu wabbelig. Könnte aber knapp werden mit meinen 2m². Mal sehen, wie ich da strategisch vorgehe.
Weiterhin habe ich einen neuen Unterdruckanschluss an der Vergaserseite montiert:
Unterdruckanschluss Vergaser
Es passen die Gummitüllen von Austin-Healey Sprite und MG Midget. Welche Modelle genau muss ich noch raus suchen und dann in die Gleichteileliste aufnehmen.
Nebenbei habe ich dann noch den schon mal angesprochenen Batteriehauptschalter eingebaut:
Batterietrennschalter
Da ich zugebe Elektrik für Hexenwerk zu halten und nicht an sie zu glauben, habe ich den Schalter an den Minus-Pol geklemmt, weil ich das für ebenso effektiv wie den Plus-Pol hielt. Verstehe ich da die mystischen Kräfte richtig, oder hätte der Plus-Pol irgendeinen Vorteil?
Und weil ich ein Schussel bin und schon jetzt weiß, dass ich den Zündschlüssel mal mit getrenntem Schalter betätigen werde, habe ich auch gleich zwei Ersatzsicherungen im Sicherungskasten untergebracht.

Überraschungsei I

Sir Edward ist, was den Stauraum für Kleinkarms betrifft ja zugegebenermaßen etwas sperrlich gesegnet:
Bild nicht vorhanden
Besonders Warndreieck, Verbandskasten, Bordwerkzeug und Klein-Ersatzteile haben keinen richtigen Platz im Kofferraum, an dem sie nicht rum fliegen würden.
Andere Autos haben ja unter dem Kofferraumboden noch einen „Keller“ in dem man solche Kleinteile verstauen kann. Bei Sir Edward ist unter dem Teppich aber leider nur ein glatter Boden.
Also nun mein Plan:
Ich will aus GFK ein hohles „Ersatzrad“ nachbauen und selbiges mit einer Klappe als Werkzeugkiste nutzen. Statt Ersatzrad kommt so ein neumodisches Pannenspray rein. Unter der Kunstlederhülle würde meine Werkzeugkiste dann genauso wie das original Ersatzrad aussehen und schön sicher links in der Aussparung stehen.
Außerdem ist es ne schöne Lektion für mich, wie man mit GFK arbeitet. Muss ich ja schließlich auch mal lernen. Besser an sowas unwichtigem, als direkt an der Karosserie…
Gesagt getan: Samstag war ich im lokalen Baumarkt, um mal die Preise für Epoxydharz, Härter und Glasfasermatten zu checken. „Apotheke“ ist das einzige Wort, dass mir dazu einfällt!
Sowas hatten auch schon verschiedene Seiten, die ich vorher gelesen hatte, geschrieben.
Sehr informativ fand ich diesen Thread im maxrev-Forum.
Ich habe dann beim Bootsservice Behnke bestellt. Da bekomme ich Profiqualität, gute Beratung mit Auswahl und das alles zu einem Bruchteil, den mich der Mist im Baumarkt kosten würde.
Sonntag habe ich bestellt, Dienstag wurde geliefert:

Ich hab mich für 1 Kg Polyester-Laminierharz VIAPAL VUP 4782 BEMT, 20g Härter MEKP und 2 m² Biaxial-Glasgelege +45°/-45°, 300 g/qm entschieden. Die Matten haben durch die parallele Anordnung der Glasfasern ohne Kreuzungspunkte eine höhere Festigkeit als normale Glasgewebe gleichen Flächengewichts. Es ist trotzdem recht gut drapierbar. Die Form, die ich abbilden muss, ist ja recht einfach. Allerdings muss es ja einiges an Gewicht aushalten, wenn man das „Rad“ mit dem Werkzeug durch die Gegend trägt um etwas zu reparieren.
Nachdem ich dann die Werkbank mit Plastik abgedeckt hatte, habe ich die Vertiefung der Felge mit Pappe gefüllt, bis sie mit der Reifenflanke ungefähr eine Höhe bildete:

Unter der Abdeckung kann das „Rad“ ja ruhig gerade weiter gehen.
Danach habe ich das Rad sorgfältig in Frischhaltefolie gewickelt, damit das ausgehärtete GFK nachher auch wieder vom Reifen ab geht:

Danach gabs Fieberglas:

Ich habe jetzt die Fläche mit zwei schichten Gewebe bedeckt und die Lauffläche mit drei Schichten. Mal sehen, wie stabil das nachher ist. Ist ja alles experimentell…
Morgen nehme ich das Rad aus der hoffentlich festen Form und fange dann mal an, die andere Seite zu schließen.
Leider habe ich die Geruchsentwicklung arg unterschätzt. Das ganze Mietshaus stinkt nach Epoxydharz. Sorry Nachbarn! Kommt selten wieder vor….

Tag 2 : Hohberg – Béziers

Tag 2 : Hohberg – Béziers 916 km

Anmerkung: Das Bild oben ist ein Link zu dem interaktiven GPS-Track unserer Reise, den Tobias aufgezeichnet hat. Da könnt ihr auf ein paar Meter genau verfolgen, wo wir uns überall rumgetrieben haben.

Tag zwei hatte direkt unsere längste Tagesetappe parat. Nach unruhiger Nacht erwachten wir in Hohberg. Man hatte uns verraten, dass es ab 6:30 Uhr noch ein kostenloses Frühstück geben würde. Das griffen wir als gute Lipper natürlich ab. Im Morgengrauen rollten wir dann um 7:20 Uhr mit vollen Mägen aber leeren Tanks vom Hof gen Frankreich:
Tag 2 : Hohberg – Béziers
Unser Ziel war es, den Preisunterschied zwischen D und F auszunutzen, und erst hinter der Grenze zu tanken. Wie aber bei all unseren bisherigen Plänen war auch dieser „ambitious but rubbish“.
Nach ca. 130 km, kurz hinter Mulhouse, meldete Antje per Funk, dass Cobra IIs Motor stottern würde und Sekunden später rollte sie auf dem Standstreifen aus. Nach kurzer Diagnose packten wir Opas Abschleppseil aus und schleppten mit Cobra I Cobra II zur nächsten Abfahrt:
Tag 2 : Hohberg – Béziers
Dort stellten wir sie ab und suchten mit Cobra I eine Tankstelle. Kaum hatten wir die Tanke gefunden, sprang Cobra II mysteriöser Weise auch wieder an und fuhr problemlos bis zur Zapfsäule. Da es allerdings Sonntags war, gab es nur die Möglichkeit des „sedelns“ mit einer Kreditkarte. Natürlich nahm der Automat Tobias VISA-Karte nicht, weil sie keinen „Chip“ besaß….
Ein ausgesprochen freundlicher Franzose ließ uns aber zum Glück über seine Kreditkarte tanken und wir gaben ihm dann das Bargeld:
Tag 2 : Hohberg – Béziers
Komisch war auch, dass Cobra IIs Tank nicht komplett leer gewesen zu sein schien. Zumindest passten nicht so viele Liter rein, wie das Handbuch an Fassungsvermögen propagandierte. Komisch. Zum Abschied wünschte der Franzose uns „Gottes Beistand“ für unsere Reise. Was ein Ohmen…
Nachdem der Schrecken dieser dämlichen Panne verdaut war, machten wir uns wieder auf den Weg. Da wir reichlich Kilometer vor uns hatten, aber entgegen vieler anderer Teams keine Mautstrecken benutzen wollten, sahen wir kurz darauf zum letzten Mal für Tage ein anderes Rallye-Fahrzeug.
Es folgten nun endlos lange Stunden der Kilometer-runter-reißerei. Als die Dunkelheit herein brach, wollte Tobias Cobra II nachtanken. Damit uns nicht nochmal der Sprit ausgeht, hatten wir bei der Panne auch den Diesel-Kanister von Antjes Vater voll gemacht. Diesen Sprit wollte Tobias nun in Cobra II umfüllen. Da der Kanister aber 33l fasste, gestalte sich das Gießen als sehr kompliziert. Selbst meine spontan als Trichter geopferte Wasserflasche brachte nicht den erhofften Erfolg. Nun schlug die Stunde der von Tobias gekauften Siphon-Pumpe:
Tag 2 : Hohberg – Béziers
Sie funktionierte zwar, aber ihre Förderleistung war eher bescheiden. Nach ca. 5l und fast einer geschlagenen Stunde gaben wir auf und Tobias betankte Cobra II an einer Tankstelle.
Antje hatte in der Zwischenzeit den leuchtenden Jesus fotografiert, der die ganze Zeit über unserer Aktion gewacht hatte:
Tag 2 : Hohberg – Béziers
Der weitere Ritt durch die Nacht verlief ereignislos. Es reihte sich Kilometer an Kilometer.
Erst als wir den Parc National des Cévennes erreichten, wurde es nochmal spannend, als erst dichter Schneeregen und oberhalb von 1000m auch Schneetreiben einsetzte.
Als wir später mal wieder einen Fahrerwechsel durchführten (alle 4 Stunden wurde getauscht), konnten wir auf dem Parkplatz diese wunderschön angeleuchtete Eisenbahnbrücke bewundern:

Nach 15 Stunden Fahrt erreichten wir schlussendlich unser Hotel in Béziers. Wir waren völlig erschöpft und wollten nur noch ins Bett.
Leider funktionierte aber das Code-System am Eingangstor nicht richtig. Zumindest reagierte es nicht auf Tobias Buchungscode. Wir machten uns also in der Dunkelheit auf die Suche nach einem alternativen Eingang. Dabei scheuten wir auch nicht davor zurück, uns durch das Unterholz neben dem Hotel zu schlagen. Antje stürzte hierbei in einen Entwässerungsgraben. Zum Glück war er trocken.
Nachdem wir so keinen anderen Eingang gefunden hatten, kehrten wir zum Tor zurück, um es noch einmal zu probieren. Während Tobias zum X-ten mal seinen Code von der Buchungsbestätigung eingab, lehnte ich mich entmutigt und resigniert gegen das Tor, welches, wie im Film, unter meinem Gewicht einfach auf sprang. Das hätten wir also auch einfacher haben können…
Ab Mitternacht schliefen wir alle gut und tief.

Schlammschlacht

Die beste Freundin von allen hat momentan unseren Alltags-Opel Astra um zwischen Speyer und Osnabrück zu pendeln. Als sie dieses Wochenende hier war, habe ich schnell die verschlissenen Scheibenwischer getauscht und den leeren Scheibenwaschwasser-Behälter wieder befüllt.
Dieser Check gab mir auch mal die Gelegenheit, von einer mysteriösen Eigenart unseres Astras ein Foto zu machen:
Opel Astra Ölschlamm
Seit Jahren bildet er immer solchen gelb-braunen Ölschlamm, welcher sich im Ventildeckel absetzt. Unsere Vermutung war erst eine kaputte Zylinderkopfdichtung, durch die er dann Kühlwasser mit verbrennt. Allerdings ist der Kühlwasserstand immer konstant. Da verschwindet nix… Wir verwenden immer Öl nach Herstellerspezifikationen. Auch unterschiedliche Ölhersteller wirken sich nicht auf die Schlammbildung aus. Wischt man den Schlamm weg, ist er nach wenigen 100 Kilometern wieder da. Es sind sonst keine Probleme ersichtlich. Der Motor läuft seit 10.000enden Kilometer zuverlässig und mit konstanter Leistung. Sehr strange….
Vielleicht muss ich da mal in nem Astra-spezifischen-Forum nachfragen.

Auf der Suche nach dem dritten Gang VI

Mein Hilferuf im Schwalbennest fand Gehör. Dummschwaetzer tippte eine tolle Checkliste, die ich natürlich ganz brav ausgedruckt und abgearbeitet habe:
Simson Duo 4-1 M53 Getriebe
Im Hintergrund liegt auch die Hohlwelle und die Fußschaltwelle. Die Fußschaltwelle hat zwar einen Knick aber der ist ja auch erforderlich, damit sie die Kraft umlenken kann. Besondere Stauchungsspuren oder Risse sind nicht ersichtlich. Der Lümmel der in die Hohlwelle greift ist auch noch fest angeschweißt und hat keine Verschleißspuren.
Auf der Hohlwelle selbst sind drei Kerben:
Simson Duo 4-1 M53 Getriebe
Allerdings sehen die auch eher gewollt aus, als verschlissen.
In der Welle sind ein paar Riefen, die nicht nützlich aussehen, aber wahrscheinlich vom ausdrehen stammen:
Simson Duo 4-1 M53 Getriebe
Ich habe das axiale Spiel der Welle des Schaltautomaten mal gemessen und es beträgt ziemlich genau einen Millimeter. Ich meine auch den Grund für dieses Spiel gefunden zu haben:
Simson Duo 4-1 M53 Getriebe
Die im Bild markierte Mutter wird nicht von dem hoch gebogenen Sicherungsblech gehalten.
Hält man die Mutter mit einem Schlüssel fest, kann man mit geringem Kraftaufwand am inneren Schaltbügel die Welle trotzdem noch bewegen und die Mutter löst sich dabei.
Keine Ahnung, ob das ein Grund für die Probleme sein kann…..
Das axiale Spiel der Schaltwelle habe ich noch nicht nachgemessen, da muss ich erst nochmal drüber nachdenken und das Prinzip des ausdistanzierens raffen. Solche Dinge dauern bei mir immer ein bisschen. Bin in der Familie nicht umsonst „Der mit den Worten“ im Gegensatz zu meinem Bruder, der „Der mit den Zahlen“ ist….
Ansonsten habe ich aber alle vom Dummschwaetzer genannten Punkte abgehakt und habe (leider) nichts gefunden. Mal sehen, wie es weiter geht.