Nachdem die horizontale Abdichtung erledigt war, konnte ich endlich ans setzen der ersten Reihe Schalungssteine gehen. Da die Schalungssteine nur trocken aufeinander gesetzt werden, ist es bei der ersten Reihe essenziell, dass sie absolut gerade steht. Und zwar sowohl horizontal, als auch vertikal (keine Angst, klappt eh nicht). Daher lud ich mir zwei akkribische Arbeitssklaven zum Geburtstag ein und wir gingen zu dritt ans Werk:
Der Hersteller der Steine empfiehlt, die unterste Reihe in ein 3 cm-Mörtelbett zu setzen, um etwaige Unebenheiten auszugleichen. Da unsere Messung ergeben hatte, dass wir an der tiefsten Stelle 2 cm unter Niveau waren, setzten wir die ersten Steine in ein 1cm-Bett. Um es kurz zu machen: Ich weiß nicht woran es lag, aber das reichte nicht. Am Ende der 20m langen Wände mussten wir die Steine trocken aufstellen, um überhaupt noch einigermaßen in Waage zu sein:
Den ggf. nötigen Ausgleich besorgte ich mit Fliesenkeilen, was gut funktionierte:
Wenn ihr das also nach macht: Nicht mit dem Mörtel geizen! Wenigstens lief die Versorgung einwandfrei:
Kein optimaler Start, aber ich werde die ergebenden Unebenheiten im Laufe der Mauer mit Fliesenkleber ausgleichen. Das klappt bisher ganz gut:
Und wenn wir schon bei den Ecken sind: Da wo zwei Wände aufeinander treffen, musste ich jeweils einen Stein einpassen:
Am sinnvollsten haben sich hierfür schräge Schnitte erwiesen:
So kann man den Stein mit geringen Toleranzen einpassen und muss bei etwaigen Korrekturen nur den schmalen Grat nachschneiden:
Der Hersteller verweist darauf, dass, wenn man die Steine schneidet, beide Querriegel erhalten bleiben müssen. Ansonsten würden die Steine beim befüllen mit der Betonpumpe schlicht platzen. Ich habe daher die geschnittenen Steine von Hand ausbetoniert. Das löst das Problem ebenfalls. Eine immense Hilfe beim setzen der Steine ist übrigens der Steinweg Minikran! Beste Anschaffung!
Da absehbar ist, dass mein Bagger demnächst keine Einsätze mehr hat, habe ich ihn ein bisschen winterfein gemacht. Nix, was jetzt hier groß interessant wäre. Benzin aus dem Vergaser, Batterie ausbauen, Schmierstellen kontrollieren, ordentlich abdecken etc. Zwei Punkte will ich aber noch fix dokumentieren, weil sie bisher noch nicht zur Sprache kamen. Mittlerweile hing die Kette doch schon deutlich durch:
Ich habe daher mal die Abdeckung demontiert und sie nachgespannt:
Bei anderen Baggern läuft das über eine Fettkartusche, welche man mittels Fettpresse unter Druck setzt. Der Boxer HSW06G ist da eher simpel aufgebaut. Ein gekonterter Bolzen übt Druck auf die Führung der vorderen Laufrolle aus. Simpel, aber funkioniert bei dieser Baggergröße vorzüglich. Sollte mal jemand eine neue Kette für einen solchen Bagger benötigen, das Format lautet: 150 x 72 x 33:
Das ist sogar erstaunlich gängig. Abschließend habe ich mal die Abdeckungen über den hinteren Antriebsmotoren entfernt, um dort sauber zu machen:
Die montierten Schilde schützen die Motoren sehr gut vor mechanischer Beschädigung, sind aber nach vorne hin offen, so dass sich eine Menge Dreck darin sammelt:
Genauso wie der Motor vom Drehkranz sind auch die Antriebsmotoren übrigens von Danfoss:
Da kam wirklich einiges an Dreck zusammen:
Bei der Gelegenheit habe ich auch einen der Schilde von innen lackiert. Das hatte man in China augenscheinlich vergessen, so dass er schon ein wenig Rost angesetzt hatte. Danach alles wieder zusammenbauen und einmotten für den Winter.
Ich hatte ja berichtet, dass ich mich um die Auflösung der Reliant-Sammlung von Andreas gekümmert habe. Verblieben waren am Ende lediglich die beiden Kitten und der Großteil der Ersatzteile. Die Suche nach einem Abnehmer dieses großen Einzelloses gestaltete sich trotz des wirklich sehr fairen Preises äußerst schwierig. Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als das Los aufzuteilen. Karsten erklärte sich bereit, die Kosten zu tragen, wenn er dafür die Teile bekäme. Damit blieben noch die beiden Kitten. Beides exotische Rechtslenker verstorbener Hersteller, ohne deutsche Papiere und beide nicht (unmittelbar) fahrbereit. Um sich so was an’s Bein zu binden, muss man schon sehr speziell veranlagt sein. Und das sagt jemand, der sich als Erwachsener für Dreiräder begeistern kann… „Verschenken“ war da die einzige Option. Auch da musste ich reichlich Türen abklopfen, bis ich über zwei Ecken einen Abnehmer fand. Nachdem der, aufgrund der Masse, nicht ganz simple Logistik-Part geregelt war, ging es an die erfreulich reibungslose Abholung:
Auch mein Anhänger wurde voll:
Der grüne Kitten ging mir auch direkt wieder vom Hof an den Abnehmer. Auch Karsten kam prompt und holte sich die gewünschten Teile:
Was dann folgte, war eine 1,5 monatige Odyssee aus abwechselnden Vertröstungen, Zusicherungen und Ausreden, welche schlussendlich darin gipfelten, dass man auf meine Nachrichten gar nicht mehr reagierte. Großartig. Jetzt stand mir der rote Rest doch noch auf dem Hof:
Also Plan B und bei eBayKleinanzeigen inserieren. So sehr ich eBayKleinanzeigen auch liebe, so mühsam ist dort oft die Kommunikation:
Schlussendlich fand ich aber jemanden im Nachbarort, der das ganze Paket nahm und mich für die Lieferung bezahlt hat. Aber auch dort gab es wieder schöne Erlebnisse. Da die Karosse mit Rahmen nicht rollfähig war und auch nicht ganz leicht ist, schrieb ich im Vorhinein, dass 2-3 Leute zum anfassen oder ein großer Werkstattwagenheber zum abladen nötig wären. Er hatte da aber seine ganz eigene Technik:
Hat tadellos funkioniert und ich habe endlich meinen Anhänger wieder frei.
An diese Stelle soll aber zukünftig eine unserer Wallboxen. Daher kam das Canopy in den Combo:
Hatte ich schon mal erwähnt, wie schön so ein gräumiges Auto ist? Bei Tobias an der Halle luden wir das Canopy aus und arrangierten es als überdimensionale Mausefalle an der Wand:
Bei der Montage oben auf der Leiter konnte ich auch mal einen schönen Rundumblick auf einen Teil seines Fuhrparks werfen:
Lola und ich haben uns mittlerweile weit genug auseinander gelebt, als dass ich mir sicher sein kann, dass weder ich noch meine Töchter jemals ein zweites Duo aufbauen werden. Ich habe daher das Duo-Puzzle dem „Weisen aus dem Nachbardorf“ geschenkt, der sich schon lange ein Duo aufbauen wollte. Wie ich es immer sage: Seid lieb zu den Menschen und sie sind lieb zu euch.
Nachdem Igor das Rätsel gelöst hat, kann ich euch die ganze Geschichte erzählen:
Vor längerer Zeit kontaktierte mich Heribert. Heribert ist seineszeichens Doktor der Kunstgeschichte und hat einen Faible für Designikonen. Anders ist es auch kaum zu erklären, dass er (neben einigen anderen tollen Fahrzeugen) auch drei (!!!) Mazda 121 DB besitzt. Ja, richtig, die Eier mit denen wir Afrika verunsichert haben und von denen wir im Nachgang erkennen mussten, dass ein Leben ohne Eier zwar möglich, aber sinnlos ist. Natürlich besitzt Heribert auch nicht irgendwelche 121. Nein, er hat natürlich die drei begehernswertesten Sondermodelle um sich geschart: Das Sondermodell „Goldy“ (damals eine Kooperation mit Haribo):
Das Sondermodell „Chic“ (90’s at it’s best):
Und das Sondermodell „Ginza“ (mit handgenähter weißer Lederausstattung ab Werk):
Bei „Ginza“ wird der geneigte Blogleser hellhörig, weiß er doch, dass auch Tobias sich einen Ginza gekauft hat, um die Entzugserscheinigen seit Afrika zu lindern. In einem längeren und sehr herzlichen Schriftwechsel und einigen Telefonaten eröffnete Heribert, dass er altersbedingt daran denkt, seine Sammlung zu verkleinern. Für alle Fahrzeuge würde er gute Hände finden, nur für die Eier könne sich (außer uns) niemand erwärmen. Dabei seien die doch die eigentlichen Perlen. Designhistorisch gesehen. Meilensteine! Und all das Geld, dass er in die Restaurierung investiert hat („Goldy“ hat er von der Rohkarosse her neu aufbauen lassen!). Natürlich wisse er, dass er das investierte Geld niemals wiedersehen würde. Darauf käme es ihm auch nicht an. Hauptsache sie kämen in gute Hände! Nun, gute Hände für ungeliebte Exoten? Wer kommt uns da bloß in den Sinn….? Richtig! Das steht ja als (imaginärer) Wahlspruch über dem Genesungswerk! Insbesondere der Ginza reizte mich sehr. Vom Ginza wurden laut Mazda weltweit lediglich 500 Stück produziert. 250 Stück in der Variante, die Tobias besitzt und 250 Stück in der Variante von Heribert. Da ein Pärchen von über die Zeit zu retten finde ich sehr reizvoll. Leider war auch der Ginza Heriberts Herzenswagen (neben Goldy, den er erstmal behalten möchte). Auch weil er noch einen vierten 121 in identischer Farbgebung in Teilen als Ersatzteilspender eingelagert hat. Nach einigem Ringen mit sich selbst erklärte sich Heribert doch mit einem Verkauf des Ginzas einverstanden. Über den vereinbarten Preis haben wir Stillschweigen vereinbart, aber ich kann sagen, das es ihm wirklich nicht ums Geld ging, sondern ausschließlich darum, dass der Ginza in liebevolle Hände kommt. Als Übergabetermin hatten wir ein Wochenende im September ausgemacht. Passend hatte in der Woche zuvor Tobias seinen AMC AMX (den wir damals zusammen aus der Schweiz geholt haben) frisch zugelassen. Beste Vorraussetzungen für eine ausgedehnte Probefahrt:
Abfahrt!
Nach einer absolut entspannten Fahrt bei schönstem Herbst-Sonnenschein trafen wir bei Heribert und seinem Neffen ein und konnten direkt neben dem Objekt der Begierde parken:
Es folgte ein sehr herzliches Kennenlernen bei englischem Tee und selbst gebackenen Quarkbrötchen. Es wurde viel gelacht, als wir immer wieder feststellten, wie sehr wir trotz des beträchtlichen Altersunterschiedes doch auf einer Wellenlänge lagen. Menschen mit besonderem Geschmack unter sich. Schon dort stellten wir übereinstimmend fest: Sollte der Verkauf aus irgendwelchen Gründen nichts werden, die Reise war es trotzdem wert. Unseren speziellen Vorlieben folgend, waren Heribert und sein Neffe auch von Tobias AMX begeistert und wir beschlossen spontan eine kleine Ausfahrt mit Ginza und AMX.
Auch hierbei herrschte ausgelassene Stimmung und ich konnte den Ginza erstmals detailliert „erfahren“. Natürlich war er genau so wie Heribert ihn beschrieben hatte:
Bei knapp über 50.000 km auf der Uhr war der tadellose Zustand auch nicht weiter verwunderlich:
Auch das weiße Leder im Innenraum hat nur minimale Gebrauchsspuren:
Man beachte die Sitzkeder in Wagenfarbe! Dazu ist er (bis auf die Klimaanlage) voll ausgestattet: elektrische Fensterheber, Sitzheizung, elektrisches Panoramadach, Servolenkung, das ganze Programm. Davon konnte ein normaler 121, genauso wie die meisten anderen Kleinwagen der frühen 90er, nur träumen. Ich hatte aber nur kurz Zeit zu schwelgen, denn wir wollten unbedigt noch unsere gemeinsame Ausfahrt mit allen drei 121 machen:
Der Wahlspruch „Trio mit drei Eiern“ stand natürlich von vornherein fest. Ziel unserer Ausfahrt war ein leicht erhöht und abgelegener Wendehammer im abendlichen Sonnenschein. Die 121 zu drapieren war dann nochmals Gegenstand längerer Diskussionen. Man merkte deutlich, dass Heribert mehr von farblichen Arrengements versteht als wir alle zusammen.
Während ich nur ein paar schnelle Schnappschüsse mit meinem Handy machte, packte er das große Besteck aus und suchte nach dem goldenen Schnitt.
Man beachte übrigens die Kennzeichen, welche die Initialen von Heriberts Lieblingskünstlern und wichtige Daten in deren Wirken repräsentieren. Zum Beispiel Paul Gauguins Südseereise 1891 bei Goldy.
Nachdem alle Bilder im Kasten waren, fuhren wir zurück und erledigten den obligaten Papierkram. Leider dämmerte uns schon der Abend, so dass wir dem Rest seiner Sammlung nur eine Stippvisite abstatten konnten. Aber auch da fanden sich Leckerbissen, die dem Ginza in nichts nachstehen. Nun war er gekommen, der Augenblick des Abschieds und Heribert war die Wehmut deutlich anzumerken. Nach der mehrfachen Versicherung, dass der Ginza es bei mir gut haben würde und er ihn jederzeit besuchen dürfe, ließ uns Heribert vom Hof reiten. Es wurde ein erfreulich ereignisloser Ritt in die Dunkelheit, auf dem ich den Ginza ganz entspannt genießen konnte. Wieder in Padeborn angekommen, haben wir die beiden Boliden dann noch voll getankt:
So steht er nun einträchtig neben seinem Bruder und wartet darauf, dass es wieder Frühling wird und ich ihn zu mir hole:
Danke, Heribert!
P.S.: Sollte ein weiterer Mazda 121-Liebhaber (m/w/d) über diesen Artikel stolpern: Den roten „Chic“ würde Heribert ebenfalls noch in liebevolle Hände abgeben…