Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Reliant Rialto Inspektionsliste

Ich hab mich mal dran gesetzt und eine original Inspektionsliste für einen Reliant Rialto 2 abgetippt. Hier in hässlich (Nachtrag: Die Liste hat sich als zu breit fürs Blog erwiesen. Daher jetzt nur noch als Download), im Downloadbereich auch in hübsch als pdf.
Sir Edwards hat zwar erst knapp die Hälfte der 36.000m-Inspektion erreicht, aber die alternativen 36 Monate seit seiner Auslieferung sind schon 1-2 Tage her….

Stellungswechsel

Am Oster-Sonntag saß ich mit Tobias bei uns zuhause rum und wir ärgerten uns darüber, dass wir nicht weiter die Wand in unserer Grube wegstemmen konnten (die längst fällige Renovierung (siehe Foto) läuft auf vollen Touren). Dammtes Feiergetage! Nie kann man presslufthämmern/flexen/sägen/schleifen, wenn man will!
Tobias kam dann mit der Idee um die Ecke, Sir Edward doch schon mal aus der Garage zu uns zu holen.
Also haben wir fix as angerufen. Der hatte uns ja angeboten, dass er einen Hänger organisieren könnte.
Eine Stunde später war auch das geklärt und wir packten unsere Klotten zusammen. Gegen 18 Uhr sammelten wir noch Tobias alten Schulfreund Mika ein, welcher uns auch ein wenig begleiten wollte. Einige Zeit später standen wir dann zusammen mit as auf dem Hof des Malerbetriebes von J. Lange, für den er des öfteren arbeitet. Der Meister hatte gesagt, dass wir uns einen seiner Hänger aussuchen dürften. Sie seien aber alle beladen und wir müssten sie deshalbe ent- und nachher wieder beladen. Alles kein Problem.
Wir entschieden uns für dieses Exemplar:
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Der Hänger war randvoll beladen mit 16 m³ Isolations-Styroporplatten. Riesen Okolüten, aber wesentlich besser als 16m³ Gerüstbaumaterial. Wir bauten aus den Quadern einen überdimensionalen Jenga-Turm (eher eine Mauer. Man beachte, dass es vier Reihen hintereinander sind!) und beschwerten sie mit Gerüstteilen, damit sie nicht wegfliegen konnten, während wir unterwegs waren. So sah der riesen Stapel aus, als wir ihn nachts wieder aufgeladen haben:
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Als Auffahrrampen nahmen wir drei Alluminium-Laufstege mit, welche wir vorher zu dritt durch hüpfen auf ihre Belastbarkeit hin getestet hatten.
Nächster Stopp war dann die Tiefgarage in der Sir Edward schlummerte.
as ließ es sich nicht nehmen, mit seinen 2,02m Körpergröße mal eine Sitzprobe in Sir Edward zu machen:
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Reliants sind halt (wie die meisten englischen Fahrzeuge) nur für Menschen bis zum englischen Stockmaß von 1,85m gedacht. Größere Briten gibts einfach nicht. Hier noch ein kleines Video, wie wir aus der Tiefgarage raus fahren:

Beim anschließenden aufladen von Sir Edward merkten wir, dass wir uns alle mit der Länge der Rampen arg verschätzt hatten. Wir hatten nur 1,5m-Planken mitgenommen, welche sich nun als EXTREM steil darstellten. Auf ebenem Untergrund war es schon absehbar, dass Sir Edward da nicht hoch kommen würde. Wir stellten also kurzerhand den Anhänger an den Fuß einer Schräge zu einem höhergelegenen Parkdeck. So erreichten wir, dass die Planken an der Schräge etwas höher auflagen. Leider reichte dies immer noch nicht, so das Sir Edward nach der Hälfte der Rampe aufsetzte. Der Rahmen berührte die Auffahrrampe und die Nebelschlussleuchte sowie der Auspuff schrappten über den Boden. Das führte zu ein paar harmlosen Kratzern am Rahmen und Auspuff, aber leider bekam die Leuchte anständig einen ab. Sie ist nun komplett auf der Rückseite gerissen und auch der Befestigungspunkt an der Karosserie ist gerissen. Naja, ich hab ja extra ein Fiebergals-Auto genommen, weil da die Karosseriearbeiten einfacher sind. Habe ich gleich ne Stelle zum üben… Das Problem wird aber etwas entschärft, da ich die Nebelschlussleuchte ja eh für den TÜV von rechts nach links umsetzen muss. Also keine Reparatur, die pressiert.
Nachdem der Wagen endlich verladen und mit Spanngurten verzurrt war, kehrten wir noch kurz bei Burger King ein um etwas zu essen.
Mittlerweile ging die Uhr stark auf 23:00 zu, als wir bei uns zuhause ankamen:
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Das Osterfeuer im Dorf loderte noch (wahrscheinlich waren wir die einzigen Bewohner, die [wie jedes Jahr] dieses gesellschaftliche Großereigniss nicht zu würdigen wussten) und unsere Arbeit wurde begleitet von den gruseligen lustigen Moderationen aus dem Festzelt und zünftiger Schlagermusik….juhu…
Nun ging das große Gerätsel los, wie wir Sir Edward wieder runter bekommen würden, ohne dass uns die gleiche Scheiße nochmal passiert. Das Ziel stand fest: Der Abstand zwischen Hängerarsch und Teer musste geringer werden. Dazu hatten wir zwei Möglichkeiten: Teer näher an Hängerarsch bringen (wie z.B. bei der Tiefgarage mit mäßigem Erfolg probiert) oder Hängerarsch näher an Teer bringen. Wir entschieden uns nach einigen Überlegungen für die letztere Variante.
Damit nun der Hintern vom Hänger tiefer kam, musste die Deichsel vorne höher kommen. Es dauerte über eine Stunde, bis wir endlich eine Konstruktion hatten, welche die Deichsel so hoch anheben konnte, das wir hinten auf die bereit liegenden Holzklötze runter kamen und ich raus rollen konnte:
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(Ein schöner Größenvergleich, das Foto…) Die etwas gewagte Lösung des Anhebeproblems fand sich in Gestallt unseres Hydraulik-Wagenhebers und dem Stützrad des Hängers:
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Hier im Detail:
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Auch wenn es halsbrecherisch aussieht: Die Konstruktion war recht stabil. Das Rad stand fest in der Mulde des Wagenhebertellers und da der Wagenheber selbst Rollen hat, konnte er auch nicht verkanten und wegrutschen. Trotzdem ist das keine Lösung, die ich jedes mal ergreifen möchte… Zumal ich selbst die ganze Zeit in Sir Edward sitzen musste, um das Bremspedal wie ein Berserker zu drücken. Seine Handbremse hält ja (noch) nichts und die Keile, die wir hinter seine Reifen gelegt hatten, waren ab einem gewissen Winkel auch keine große Hilfe mehr. Eine gute 3/4-Stunde nach dem Abladen zitterten meine Beine auch nicht mehr….
Als Sir Edward dann bei uns sicher vor dem Haus stand, haben wir alles wieder verladen und uns gegen 01:30 Uhr auf den Weg zurück zum Malermeister gemacht. Kurz noch Mika zuhause abgesetzt und dann wieder zu dritt den Hänger mit den Styroporquadern beladen.
Gegen 3 Uhr waren Tobias und ich anschließend wieder zuhause und tod.
Danke as, Mika und Tobias für eure Hilfe und das kleine Abenteuer!

Labyrinth der Meister II

Wie schon geschrieben habe ich ja einen alten Schaltplan für den Rialto 2 bekommen. Die Qualität war aber wirklich miserabel und ausgedruckt schwer zu entziffern.
Daher habe ich mich nach meiner nun überstandenen Prüfung (Ok, ich geb’s zu: Ich hab auch schon vorher ein bisschen was dran gemacht…) mal daran begeben, einen neuen Schaltplan zu zeichnen.
Hier nun für die Nachwelt v.1.0:

Circuit Diagram Reliant Rialto 2

Ich stell das Diagramm als .jpg im Posterformat (3508 x 2480 Pixle, 300 dpi ) sowie als DIN-A4-.pdf in den Downloadbereich.
Sollten euch Fehler oder Unklarheiten auffallen oder ihr Verbesserungsvorschläge haben, zögert bitte nicht, mir eine Nachricht zu hinterlassen! Ich werde die Änderungen dann schnellstmöglich einpflegen!

Holländer mit großer Klappe

Bei Marktplaats.nl steht gerade einer von angeblich nur 14 jemals nach Holland importierten Reliant Rialto LX Hatchbacks (eigentlich ein Robin MK II) zum Verkauf! Hier der Link.
Der Wagen stammt laut Verkäufer aus erster Hand und ist Baujahr 1995. 46.500 km Laufleistung sind angegeben. Was der Verkäufer allerdings damit meint, dass der Wagen ein 25-Jahre-Jubilämsmodell sein soll, weiß ich nicht. Das muss ein speziell holländisches Jubiläum sein. Kann aber nicht schaden 😉
Der Wagen scheint mir eine echte Gelegenheit zu sein, einen linksgelenkten Reliant-3-Wheeler zu bekommen, welcher nicht die blöde Mini-Heckklappe hat. In Österreich sind schon lange keine Exemplare mehr aufgetaucht.
Leider lässt sich nicht ersehen, wo in Holland der Wagen steht. Aber wenn jemand von euch mit ihm liebäugelt, komme ich gerne mit, um ihn zu inspizieren. So 3-4 typische Schwachstellen kenne ich ja mittlerweile…
Solltet ihr weitere Bilder vom Verkäufer anfordern, leitet sie mal bitte an mich weiter. Würde mich mal interessieren.

Marktplaats.nl ist übrigens eine eBay-Tochter. Allerdings ist das eher so wie eine online-Zeitung. Gebote sind dort nicht bindend und der Verkäufer muss auch nicht zwingend drauf eingehen. Ist alles unverbindlich.

Hier kommt Gurt

Da Sir Edward ja vor der Modellpflege von 1986 produziert wurde, hat er noch auf den Vordersitzen 3-Punkt-Statikgurte. Das ist ein elendes Gewürge, wie wir schon beim Kleinen feststellen mussten. Also stand von vornherein fest, dass ich auch vorne Automatikgurte verbauen würde, sofern dies möglich ist.
So ist die Ausgangslage bei Sir Edward:

Der Rahmen hat einen massiven Ausleger, an dem der äußere Befestigungspunkt des Gurtes am Boden angebracht ist:
Reliant Rialto 2 Gurtbefestigung vorne unten
Nach einiger Recherche hab ich herausgefunden, dass die späteren Modelle (nach 1986) einen zweiten Befestigungspunkt am Chassis haben:

An dem vorderen (rechten) Befestigungspunkt ist der Gurt am Boden verankert und am hinteren (links) wird die Rolle befestigt. Ok. Blöd. Aber es gibt einen einfachen Lösungsweg. Man dreht die Rolle um 90° nach oben und befestigt sie an einem massiven Winkel, welcher dann beide Punkte aufnimmt:

Diese Lösung gefällt. Dann muss sich der Gurt zwar auf seinem Weg von der Rolle zum Umlenkpunkt an der B-Säule drehen, aber eine andere Lösungsmöglichkeit sehe ich nicht. Jetzt muss ich mir nur noch zwei Gurtrollen besorgen und zwei Winkel anfertigen.
Ich würde ja gerne original Rollen verbauen, allerdings habe ich jetzt schon mehrfach gehört, dass die Qualität der original Teile zu wünschen übrig lässt und sie im Laufe der Jahre an Aufwickel-Elan vermissen lassen.
Außerdem muss ich dafür auch noch in Erfahrung bringen, ob das Gurtschloss für die Automatikgurte geändert wurde.
Die Alternative sind mal wieder die Gurte von „Securon“. Allerdings sind das, wenn man sie bei „Stevens-Wesel“ kauft auch gelöste 120€. Und dafür muss ich auch noch herausfinden, wie dick/breit die Rollen sind, um zu checken, ob genug Platz neben den Sitzen für sie ist. Dilemma.
Wahrscheinlich werde ich es danach entscheiden, wie viel mich gebrauchte Originale kosten.