Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Klüber Staburags

Nein, dass ist kein ungarischer Dissident, wie Tobias zuerst vermutete, sondern das für den Achsschenkelbolzen („swivel pin“/“Kingpin“) vom Rialto-Handbuch geforderte Schmierfett. Die genaue Bezeichnung lautet „Klüber Staburags NBU 12/300 KP“. Ein Datenblatt habe ich schon von der Herstellerfirma „Klüber“ bekommen. Nur leider finde ich keinen Händler, der mir das Zeug verkaufen will. Die hier sind die Einzigen, aber „Preis auf Anfrage“ klingt nicht gut. Außerdem wollen die zum bestellen ne Umsatzsteuer-ID haben. Naja, ich hab mal ne Mail hingeschickt. Mal hören, was sie aufrufen.
Das Haynes-Manual empfiehlt Castrol MS3 Fett. Aber auch dazu finde ich im Netz keinen Händler.
Vertrackt, vertrackt.

Nachtrag: „edm“ hat geantwortet und ein Angebot mitgeschickt. Sie wollen incl. Versand 51,77€ für die 400g-Kartusche haben. *Hust* Alles nur weil da ne Schüppe Barium mit drin ist…
Ich gebe zu, dass mir das eigentlich viel zu teuer ist.

It’s a Pig to work on

Durch das mittige Vorderrad sitzt beim Reliant der Motor direkt hinter der Mittelkonsole. Der Zugang durch die Motorhaube ist dementsprechend bescheiden:
Motorraum
Diese Problematik erkannte auch Relaint und spendierte zusätzlich zur Motorhaube noch drei weitere Zugangsklappen in den Fußräumen links und rechts sowie hinter der Mittelkonsole.
Einfach Teppich mit den Druckknöpfen lösen und dahinter findet man eine Abdeckplatte:
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Selbstverständlich sind die darin verbauten Schrauben im Laufe der Zeit von schluderigen Vorbesitzern/Werkstätten durch Spax-Schrauben oder anderes Zeug ersetzt worden. An Sir Edward habe ich fünf verschiedene Schraubensorten gefunden. Hat man diese dann rausgepult, lässt sich die Klappe ab nehmen und gibt den Blick auf die Motor-Seite frei:
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Hierbei endeckt man auf den ersten Blick so manches.
1. Der Motor ist echt versifft (Hat über fünf Stunden, viel Kaltreiniger und eine ganze Enrico Mori-Unterhose, Größe 6 gedauert, bis er jetzt wieder sauber ist)
2. Die Vacuum-Verstellung der Zündung is gabott (dazu später mehr)
3. Das Gummi um den Ölpeilstab ist hinüber
4. Sir Edward hat den gesuchten 4-in-1-Krümmer, welcher ca. 4 PS mehr bringen soll.

Auf der Fahrerseite gleiches Spiel:
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Abknöpfen und dahinter Abdeckplatte abschrauben:
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Hier sieht man dan ebenfalls einen versifften Motor, die defekte Vacuumverstellung (hochkant-Ufo-Dose am Verteiler) und die Motornummer, welche durch das eingeschlagene „E“ Gewissheit darüber gibt, dass Sir Edward wirklich besagten „Eco“-Motor hat.

Die Abdeckung hinter der Mittelkonsole habe ich nicht abgebaut. Das ist eine größere Operation, die ich erst angehe, wenn ich feststelle, dass ich von da wirklich an den Motor ran muss.

Doch selbst die zusätzlichen Öffnungen verbessern die Zugänglichkeit nicht soweit, dass nicht ein paar Verrenkungen nötig sind, um anständig schrauben zu können. Ich hab mittlerweile die Sitze ausgebaut (Sache von 10 minuten), damit ich wenigstens bäuchlings vor den Löchern liegen kann. „It’s a Pig to work on.“ wie Elvis Payne ganz richtig sagte….

Hier kommt Gurt II

Nachdem das mit den Vordersitzen nun geklärt ist, stand ja noch zur Diskussion, ob die Montagepunkte für Beckengurte hinten vorhanden sind. Gerüchten zufolge gab es 1984 (als Sir Edward gebaut wurde) in Großbritanien die Pflicht, dass Montagepunukte für Gurte vorhanden sein mussten, man sie aber nicht verbaut haben musste.
Ich konnte das nicht so recht glauben, da eine solche Regelung mir Verkehrssicherheitspolitisch recht sinnfrei erschien:
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Links und rechts über dem Differential seht ihr die Montagepunkte für die Gurtpeitschen hinten.
Die Montagepunkte außen am Rahmen habe ich allerdings noch nicht entdeckt.
Fazit: Ich werde nie wieder aus Logikgründen an englischer Gesetzgebung zweifeln….

Also muss ich die Tage mal auf den Schrottplatz und mir ein paar Beckengurte samt Schrauben holen. Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich mal nach Scheinwerfern gucken. Da bin ich ja noch immer nicht weiter.

Nächtlicher Schwund

Wie schon angedeutet, habe ich Sir Edward beim verladen etwas demoliert. So sieht die Misere bei Licht aus:
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Die Nebelschlussleuchte ist zweimal gerissen. Einmal längs und einmal quer. Das dürfte ihr Ende sein. Selbst wenn sie noch leuchtet, die bekomme ich ja niemals abgedichet gegen Feuchtigkeit.
An der Karosserie selbst sieht der Schaden so aus:
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Das Schraubloch ist ausgerissen und die Glasfaser rings um bröselt weg. Naja, ich muss die Leuchte ja eh von rechts nach links versetzten. Bei dieser Gelegenheit werde ich dann wohl das Loch und den schadhaften Bereich mit Glasfaser verschließen. Die Kratzer ringsum in der Stoßstange waren übrigens schon. Ich vermute, auch der Vorbesitzer, wird das eine oder andere Mal ne neue Nebelschlussleuchte gebraucht haben.

Gestern war ich schon mal beim lokalen Hängerhökerer und hab gefragt, was eine 08/15-Nebelschlussleuchte bei ihm kosten würde. 12€ war seine Antwort…. Mal sehen, ob sich da nicht was günstigeres finden lässt.