Unternehmen Seehund musste schon wieder einen herben Rückschlag erleben. Wie beim großen Vorbild hat sich auch bei uns die Versorgungslage in der Heimat dramatisch verschlechtert. Nach as Vorschlag in den Kommentaren habe ich mich mal um einen Anhängertransfer gekümmert und selbigen nach einiger Rechnerei für die beste Lösung befunden. Leider kommt als Zugfahrzeug hierfür nur „Der Neue“ in Betracht. Selbiger hatte aber letztes Wochenende unsanfte Bekanntschaft mit einem Ford Fiasko Fiesta:
Die Fahrertür erinnerte ein bisschen an eine Fischdose und ließ sich nicht mehr öffnen. Allerdings meint die Werkstatt, dass nix verzogen ist. Nächste Woche sollen wir ihn repariert wieder bekommen. Schade, er sollte wohlbehütet bei uns zum Oldtimer heranreifen. 10 Jahre hatte er schon mit lediglich 62.000 km gut durchgestanden….
Naja, wenigstens haben wir den Unfall gewonnen. Der Fiasko Fiesta ist ein Totalschaden.
P.S.: Alle menschlichen Beteiligten sind zum Glück mit dem Schrecken davon gekommen.
Wie schon mal geschrieben habe ich neben dem Buch von Elvis Payne auch das Haynes Manual für den Reliant Robin & Kitten bestellt. Nach ziemlich genau einem Monat hat die Brieftaube es endlich über den Kanal gezerrt bekommen:
Für 22,99£ (oder umgerechnet 25,55€) habe ich ein nagelneues und original verpacktes Haynes Manual von 1983 bekommen. Find ich ne gute Sache. Zumal irgend so ein Wahnsinniger bei amazone.de eines für 59,99€ anbietet.
Leider merkt man aber schon den zeitlichen Unterschied zwischen dem Buch von Elvis Payne und dem Haynes. Im Haynes wird wesentlich sperrlicher mit Bildern umgegangen und wenn sie mal eines haben, dann sind sie ziemlich klein, schwarz-weiß und pixelig. Stattdessen wird viel mehr mit Zeichnungen und Schemata gearbeitet:
Naja, ich werd schon mit beidem zurecht kommen. Außerdem hab ich ja auch noch eine digitale Kopie des original Vertragshändler-Werkstatthandbuchs für den Robin. Irgendeines der Werke wird die anstehenden Arbeiten schon anständig verklickern.
Wie das große Vorbild startete auch unser Unternehmen Seehund ambitioniert: TÜV geklärt, Versicherung geklärt, Kurzzeitkennzeichen geklärt, Fähre gebucht, Geld getauscht, etc.
Doch leider scheitert Unternehmen Seehund genauso wie das große Vorbild an der Gegenwehr der Engländer…:
Der Verkäufer hat die Auktion einfach einen Tag vor Ablauf beendet. „Der Artikel steht nicht mehr zum Verkauf“. Ich hab ihn natürlich eben angerufen und gefragt was Ambach ist. Vielleicht hat er ja den Wagen anderweitig verkauft und ich hätte den Käufer noch überbieten können…. Aber leider nein: Sein Vater (für den er den Wagen verkaufen sollte [Ist in England ein typisches Rentnerfahrzeug]) hat es sich anders überlegt und will ihn nun doch behalten.
Verdammten Engländer!
Jetzt sitze ich hier auf einem Haufen Pfundnoten und ner gebuchten Fähre, bei deren Stornierung man nix zurück bekommt. Großartig. Das meine Laune im Keller ist, ist eine Untertreibung.
Wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist das wenn man mir einen Strich durch meine Planung macht! Ker, was bin ich sauer….
Uns bleibt jetzt nix anderes übrig als es so wie’s Vorbild zu machen und das Unternehmen Seehund auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben.
Um die Wartezeit zu überbrücken und mich schon mal ein wenig zu bilden habe ich (dank Tobias Kreditkarte) mir „How to restore Reliant Regal – YOUR step-by-step colour illustrated guide to body, trim & mechanical restoration“ von Elvis Payne bei amazone.co.uk bestellt.
Natürlich hätte ich es auch bei amazon.de bestellen können, allerdings wollten die Schweinepriester hier in Deutschland 34,99€ für das Buch haben, während es in England nur £19.79 gekostet hat. Bei dem momentanen Umrechnungskurs durchaus ein ansehnlicher Unterschied. Manchmal hat so eine Finanzkrise auch Vorteile… Außerdem war es hier nicht auf Lager und auch das Haynes Manual „Reliant Robin and Kitten 1973-83“ welches ich gleich mitbestellt habe, war auf der Insel für den selben Preis neu zu haben, den es hier gebraucht kosten soll. Im Gegensatz zum Haynes (auf das ich noch immer warte) kam das Regal-Buch nach ca. 2 Wochen bei mir an:
Der Regal ist zwar der Großvater des Rialto bzw. der Ur-Großvater des Robin MK II-III (welche ich ja mittlerweile favorisiere), aber Reliant hat den Threewheeler nicht mit jedem Modell neu erfunden. Unter der Hülle sind die wesentlichen Bauteile in 40 Jahren Produktionszeit gleich geblieben. Und besonders die Tipps zur Reparatur der GFK-Karosserie sind ja zeitlos. Es sollte mir also recht nützlich sein. Außerdem ist das Buch auch so eine sehr schöne und unterhaltsame Lektüre.
Das Buch umfasst 207-Seiten mit 840 Farbfotos. Der Sprachstil ist lockeres und sehr humorvolles englisch mit recht vielen technischen Fachbegriffen. Wobei die mit Markierungspfeilen versehen Bilder einem schon sehr helfen die Fachtermini zu übersetzen. Wer auch sonst keine Angst davor hat, mal nen Kinofilm auf englisch zu gucken oder nen New York Times Artikel zu lesen, wird auch mit dem Buch sehr gut zurecht kommen.
Eine typische Seite des Buches sieht so aus:
Elvis Payne (selbst ein Urgestein der Reliant-Threewheeler-Szene und Betreiber der Seite: www.3wheelers.com ) hat in dem Buch die Restaurierung von „Ole Blue“ (einem 1972er Reliant Regal Supervan III) dokumentiert. Einen kleinen Einblick in diese Arbeit liefert auch sein online-Restaurationstagebuch.
Leider hatte Elvis nur fünf Monate und 901 Meilen lang das Vergnügen, die Früchte seiner 15-monatigen Aufbauarbeit zu genießen. Auf dem Weg zur 50. National Rally fing Ole Blue Feuer und verbrannte in einem großen Feuerball und innerhalb weniger Minuten zu einem Häufchen Asche:
Nachdem ich seit Mitte 2007 die Restaurierung von Ole Blue mitverfolgt habe, gebe ich zu, dass mich die Nachricht über sein Ende und die Bilder davon schon ein wenig zu Tränen gerührt haben. Aber da bin ich vielleicht auch ein wenig kindisch….