„Unternehmen Seehund“ hat begonnen.
Archiv der Kategorie: Reliant Rialto
Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.
The King of R3W
Um die Wartezeit zu überbrücken und mich schon mal ein wenig zu bilden habe ich (dank Tobias Kreditkarte) mir „How to restore Reliant Regal – YOUR step-by-step colour illustrated guide to body, trim & mechanical restoration“ von Elvis Payne bei amazone.co.uk bestellt.
Natürlich hätte ich es auch bei amazon.de bestellen können, allerdings wollten die Schweinepriester hier in Deutschland 34,99€ für das Buch haben, während es in England nur £19.79 gekostet hat. Bei dem momentanen Umrechnungskurs durchaus ein ansehnlicher Unterschied. Manchmal hat so eine Finanzkrise auch Vorteile… Außerdem war es hier nicht auf Lager und auch das Haynes Manual „Reliant Robin and Kitten 1973-83“ welches ich gleich mitbestellt habe, war auf der Insel für den selben Preis neu zu haben, den es hier gebraucht kosten soll. Im Gegensatz zum Haynes (auf das ich noch immer warte) kam das Regal-Buch nach ca. 2 Wochen bei mir an:

Der Regal ist zwar der Großvater des Rialto bzw. der Ur-Großvater des Robin MK II-III (welche ich ja mittlerweile favorisiere), aber Reliant hat den Threewheeler nicht mit jedem Modell neu erfunden. Unter der Hülle sind die wesentlichen Bauteile in 40 Jahren Produktionszeit gleich geblieben. Und besonders die Tipps zur Reparatur der GFK-Karosserie sind ja zeitlos. Es sollte mir also recht nützlich sein. Außerdem ist das Buch auch so eine sehr schöne und unterhaltsame Lektüre.
Das Buch umfasst 207-Seiten mit 840 Farbfotos. Der Sprachstil ist lockeres und sehr humorvolles englisch mit recht vielen technischen Fachbegriffen. Wobei die mit Markierungspfeilen versehen Bilder einem schon sehr helfen die Fachtermini zu übersetzen. Wer auch sonst keine Angst davor hat, mal nen Kinofilm auf englisch zu gucken oder nen New York Times Artikel zu lesen, wird auch mit dem Buch sehr gut zurecht kommen.
Eine typische Seite des Buches sieht so aus:

Elvis Payne (selbst ein Urgestein der Reliant-Threewheeler-Szene und Betreiber der Seite: www.3wheelers.com ) hat in dem Buch die Restaurierung von „Ole Blue“ (einem 1972er Reliant Regal Supervan III) dokumentiert. Einen kleinen Einblick in diese Arbeit liefert auch sein online-Restaurationstagebuch.
Leider hatte Elvis nur fünf Monate und 901 Meilen lang das Vergnügen, die Früchte seiner 15-monatigen Aufbauarbeit zu genießen. Auf dem Weg zur 50. National Rally fing Ole Blue Feuer und verbrannte in einem großen Feuerball und innerhalb weniger Minuten zu einem Häufchen Asche:

Nachdem ich seit Mitte 2007 die Restaurierung von Ole Blue mitverfolgt habe, gebe ich zu, dass mich die Nachricht über sein Ende und die Bilder davon schon ein wenig zu Tränen gerührt haben. Aber da bin ich vielleicht auch ein wenig kindisch….
Tote Engländer
Vor einiger Zeit habe ich an der von mir regelmäßig genutzten Bahnstrecke eine Lagerhalle entdeckt, um die herum sich einige Klassikerleichen sammeln. Neulich hatte ich mal etwas Zeit und hab der Halle einen näheren Besuch abgestattet. Es handelt sich dabei um einen Laden, welcher mit Ersatzteilen für Motorräder und klassische Engländer handelt. Passt gut! Die Reliants haben ja eine Menge Teile aus dem BMC-Regal (vor allem Mini-Teile) sowie Lucas-Elektronikkomponenten. Ich hab mal ne Visitenkarte mitgenommen…
Natürlich habe ich auch die Chance genutzt und ein paar morbide Fotos von den dort gelagerten Autos gemacht. Leider hatte ich zu wenig Zeit um ganz fies-faszinierende Detailaufnahmen zu machen. Auf der einen Seite der Halle steht eine ganze Armada toter Minis:

Die andere Seite der Halle hingegen ist wesentlich interessanter. Leider konnte ich aufgrund eines Gitters nicht näher ran:

Ich erkenne auf dem Foto ganz hinten hinter dem Bauzaun das blaue Gerippe eines 911 Targa, davor die Front eines roten 924. Vor dem 924 steht noch das Gerippe eines weiteren 911ers (konnte man vom Zug aus erkennen) und ganz vorne ein Jaguar XJ Serie II.
Das einzige echte Rätsel ist für mich der schwarze Wagen in der Mitte. Ich gehe davon aus, dass es ein Lotus ist. Aber welches Modell? Von dem Schriftzug kann man „e s.e.“ erkennen. Ich bin mir unschlüssig, ob es ein „Eclat“ oder ein „Excel“ ist. Das „s.e.“ kann auch eine Ausstattungslinie sein. Hat jemand von euch ne Lösung?
Schwierigkeiten pflastern seinen Weg
Die verdammten Holländer machen es mir echt nicht leicht, ihnen einen Reliant abzukaufen. Nicht nur dass es dort keine Estates (Kombis) gibt, wegen dieser lächerlichen 400 KG-Regel, auch die Hatchbacks sind dort nicht wirklich vorhanden. Laut holländischen Reliant-Enthusiastenkreis wurden lediglich 14 Stück davon jemals in den Niederlanden neu zugelassen. Also auch kein Hatchback für mich, sondern nur Saloons. Die Saloons haben aber einen semi-sinnfreien Kofferraum. Man kann nämlich (wie bei den frühen Minis) nur ein kleines Fach unterhalb der Heckscheibe öffnen. Guckst du:

Da passt kaum ne Kiste Bier rein. Blöder Scheiß! Ok, ich war ja zu Kompromissen bereit. Hätte ja zugunsten einer Linkslenkung auf den eigentlich gewünschten Kombi verzichtet, aber so? Ich kann doch nicht gänzlich auf Kofferraum verzichten?!
Also neu abwägen: Kofferraum oder Linkslenker…. Die Insel hätte auch den Vorteil, dass ich da die größere Auswahl hätte und so mir eher einen in der gewünschten Zustandsnote von „Tip-Top“ holen könnte.
Hmmm, tempting. Die Besatzer fahren auch seit 60 Jahren hier mit dem Steuer auf der falschen Seite.. geht also.
Also neuer Plan: Ein Estate vonner Insel in Bestzustand. Gerne auch möglichst neues Baujahr und von nem Händler. Mal sehen, was sich da finden lässt….
Wenigstens muss ich mir wegen der Maximalmaße nicht so Sorgen wie Tobias mit seinen US-Car-Ambitionen machen. Die Stapeltiefgaragenplätze sind nämlich auf Maximalmaße von Länge 5,00 Meter, Breite 1,90 Meter, Höhe 1,50 Meter und Gewicht 2t limitiert. Um da mal zu checken, ob und wenn ja, wie knapp das wird (die Höhe war meine größte/einzige Sorge) hab ich mal versucht Maßangaben (für den Rialto) zu finden. Natürlich widersprechen sich die deutschen Papiere welche mir in Kopie vorliegen mit den englischen Angaben:
overall length approx: 135 inches = 342,9 cm (Deutsche Papiere: 335 cm)
overall width: 57 inches = 144,78 cm (Deutsche Papiere: 135 cm)
wheel base: 85 inches = 215,9 cm
Höhe gemäß deutschen Papieren: 137 cm
Gewicht = max. 460 Kg (Estate)
Ok, aber das liegt ja alles weit im Toleranzbereich. Vielleicht bekomme ich dann auch noch ein Duo mit auf das Parkdeck.
Ein Reliant Robin MK I (Vorgänger des Rialtos) spielte übrigens mal die zentrale Rolle in dem Video zu einem DER „Autofahr-Songs“: Golden Earring – Radar Love:
Die heiße Phase beginnt
In der Tiefgarage bei Tobias kann man neuerdings Stellplätze mieten. Das beseitigt den bisher einzigen Hinderungsgrund für mich, mir endlich einen Reliant Rialto zuzulegen.
Somit starte ich ab heute in die heiße Phase der Fahrzeugsuche.
eBay.at: 0 Treffer
eBay.nl: 0 Treffer
marktplaats.nl: 2 Treffer
Die beiden Rialtos (dieser und dieser) bei marktplaats.nl sind aber leider auch nicht wirklich das, was ich suche. Am liebsten wäre mir ja ein Kombi, so wie dieser hier:

Allerdings wurden die offiziell nie in Holland verkauft, weil sie über 400 Kilogramm wiegen. Das war damals das Limit, dass ein Fahrzeug wiegen durfte um dort noch als Motorrad zugelassen zu werden. Was ja der essentielle Vorteil der Reliants war…
Um an einen links gelenkten Kombi zu kommen ist daher der österreichische Markt die einzige Alternative für mich. Allerdings sind die da auch sehr selten.
Die andere Alternative wäre dann ein „Hatchback“, so wie dieser hier:

Die beiden Holländer bei marktplaats.nl haben aber noch die alte kleine Heckklappe unter dem Heckfenster, was den praktischen Nutzen des Kofferraums doch sehr reduziert. Daher scheiden sie auch aus. Mal sehen, wann mir einer mit größerer Klappe über den Weg läuft.
