Schlagwort-Archiv: Die Rote Lola (Simson Duo 4/1)

Video killed the Radiostar

Ich hab mich mal bei YouTube angemeldet um den Video von Lolas Drehzahlschwankungen online zu stellen.
Da werde ich in Zukunft noch ein paar mehr Videos online stellen. Kann man ja schick alles in so ein modernes Blog einbauen…

Ihr findet den ersten Video hier:

Direkt auf der YouTube-Seite kann man die Videos übrigens auch in höherer Auflösung abspielen.

Die Wutprobe

Da ich mit meinem Latein am Ende war, habe ich ja Lolas Motor zurück zu Zweirad-Steinberg geschickt. Bei denen hatte ich ihn ja zum regenerieren. Beim Ausbau war mir dann aufgefallen, dass Getriebeöl fehlte, aber nix rausgetropft war. Das habe ich den Leuten auch in einem Begleitschreiben mit dem Motor geschrieben. Reagiert haben sie prompt und ihn mir letzte Woche als „nachgebessert“ zurück geschickt. In der E-Mail schrieben sie, dass die Probleme an einer falsch eingestellten Zündung lagen, der U-Kontakt nicht richtig festgeschraubt war und „die Grundplatte falsch positioniert“ war (was auch immer das heißen möchte). Diese Antwort, ich gebe es gerne zu, ließ mich doch arg an meinen Fähigkeiten zweifeln. Sollte ich wirklich zu dumm sein, ne Zündung ein zu stellen? Die Antwort lautet: NEIN.
Lola läuft nämlich immer noch nicht. Ich hab den Motor eingebaut, Benzin und Öl aufgefüllt, angerissen und schwupps waren die Drehzahlschwankungen wieder da.
Jetzt bin ich, gelinde gesagt, ein bisschen angefressen, was den Laden betrifft.
Ich hatte ihnen meinen Verdacht geschrieben, darauf wurde nicht reagiert. Noch nicht mal ein „Nein, da dran kann es nicht liegen, weil…“ stand in dem Antwortschreiben. Ich habe ihnen weiter geschrieben, dass ich gerne hätte, dass sie den Motor testweise bei sich laufen lassen (Das sollte bei einem „Simsonspezialisten“ ja eigentlich kein Problem sein. So ein Testbock ist aus nem alten Rahmen ja easy gebaut.) und auch dazu kam keine Reaktion. Ich unterstelle jetzt bösartigerweise, dass sie ihn nicht haben testweise laufen lassen, denn dann wäre ihnen ja aufgefallen, dass das Problem nicht verschwunden ist!
In der Antwortmail schrieb der Mitarbeiter dann noch zum Schluss, dass wenn weiterhin Probleme bestehen soillten, ich mir einen 16N1-Vergaser kaufen solle. Alleine diese Aussage ist eigentlich schon eine Frechheit. Erstens ist der 16N3 ein offizieller Simson-Vergaser und zweitens bevor ich den Motor zu dem Laden geschickt habe, lief er problemlos mit dem 16N3. Und weil der Motor jetzt neu ist, passt der Vergaser nicht mehr? Das glaube ich einfach nicht.
Ich hab jetzt von der Problematik ein kleines Video gedreht und werde mal mit dem Laden sprechen, wie sie sich das weitere Vorgehen denken. Alleine auf gut Glück kaufe ich mir keinen 16N1! Höchstens, wenn die den bezahlen, sollte es nicht an ihm liegen. Und was mit den Kosten ist, die mir bis jetzt schon entstanden sind, muss ich auch mal überlegen.

Abschließend bleibt zu sagen: Mein Geduldsfaden ist ziemlich am ribbeln.

Kondensmittel

Da ich momentan überlege, den Kondensator von der Grundplatte zu entfernen und wo anders hin zu verlegen (dazu in einem anderen Artikel mehr) hab ich mich mal ein wenig über den kleinen Schlawiner schlau gemacht.
Zur Funktionsweise gibts genug Einträge in den bekannten Foren und bei Wikipedia. Da will ich mich mal nicht weiter zu auslassen. Was allerdings für den gemeinen Duo-Schrauber von Interesse sein könnte, ist die Tatsache, dass identische Zündkondensatoren in manigfaltigen Fahrzeugen verbaut wurden. Dies erleichtert mal wieder die Ersatzteilsuche und ist auch besonders hilfreich, für das angedeutete „Ortswechsel“-Projekt (auch dazu im späteren Artikel mehr).

Die technischen Details der benötigten Zündkondensatoren lauten:
Höhe: (inkl. Anschraubstuzen) ca. 38mm
Durchmesser: ca. 18,5mm
Kapazität: 22μF (Micro-Farad)

Laut Wikipedia sind „die meisten“ Zündkondensatoren solche mit 22μF. Das passt auch zu anderen Gerüchten, die ich gehört habe, dass man da eigentlich alles aus der bunten Kiste der Autoindustrie grabbeln kann. Ich hab mir daher mal die Mühe gemacht und alle Fahrzeuge aufgelistet, von denen ich sicher in Erfahrung bringen konnte, was für Zündkondensatoren sie verwenden.
Kondensatoren aus folgenden Fahrzeugen sollen passen, da sie ebenfalls eine Kapazität von 22μF haben:
Daihatsu Charade, Charmant, Cuore, Rocky
Toyota Land Cruiser, Carina, StarletLiteAce, Cressida, Celica, Tercel, Corolla
Suzuki Alto, Samurai (I, II, LJ 80)

Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang der Zündkondensator aus dem Trabant. Er hat die identischen Maße und eine identische Kapazität (passt also in die Grundplatte). Allerdings ist sein Gehäuse, im Gegensatz zum normalen Simsons-Kondensator, aus Stahl und nicht aus Aluminium. Dies ergibt ein besseres Warmstartverhalten (durch den geringeren Ausdehnungskoeffizienten von nur 13,00 10-6/K, im Gegensatz zu 23,20 10-6/K). Außerdem „verformt“ er sich durch sein stabileres Gehäuse nicht so schnell wie die Originalen.

Ich habe weiterhin gelesen, dass auch andere Zündkondensatoren mit der Kapazität 25μF funktionieren sollen. Also auch Kondensatoren für:
Borgward Isabella
Citroën CX, DS
Dacia 1300, 1310, 1.3 Kombi
DAF 55, 66
Fiat 128, 131, 850, Fiorino, Panda, Ritmo
Ford Taunus 12M
Mercedes-Benz W100
Peugeot 504, 505
Porsche 912
Renault R4, R5, R6, R9/11, R12, R16, Alpine A110 (1,6l), Fuego
Škoda Garde
Volvo PV444/544, Amazon/121, DUETT/PV445, 340 – 360, 66
Volkswagen T2 1.6l

Also, wenn der Kondi mal wieder spinnt, einfach fix den aus Vatis Porsche oder seinem Mercedes 600 Landaulet mopsen…

Geographie 1+

Im Schwalbennest wurde vor einiger Zeit von Quacks angeregt, eine neue Simsonfahrer-Schwalbennestuser-Landkarte zu erstellen. Da ich dieses Projekt gut finde, will ich es hier mal publizieren, in der Hoffnung bald nicht mehr so einsam in Westfalen zu sein.
Die aktuelle Karte findet ihr hier.
Mich findet ihr unter meinem Schwalbennest-Nick „Sahib

Fehlersuchbild

Heute hab ich mal testweise die zweite „neue“ Zündung eingebaut.
Wie der geneigte Leser ja sicherlich weiß, sollen (bis auf die 8307.12/1-100) alle SLPZ-Zündungen untereinander austauschbar sein. Da hatte ich ja schon mal drüber referiert. Der einzige Unterschied innerhalb der SLPZs ist, dass irgendwann mal bautechnisch der Unterbrecherkontakt und der Kondensator die Position getauscht haben (Was wartungstechnisch eine mega Erleichterung ist!) und man daher drauf achten muss, ein Polrad mit um 180° versetztem Nocken zu bekommen. Den Unterschied bei den Polrädern erkennt man aber ganz einfach: Bei den Alten (U-Kontakt unten rechts) befindet sich die Nut für den „Halbmond“ (= der Haltestift auf der Kurbelwelle) im dicken Teil des Polradstumpfes, bei den Neuen (U-Kontakt oben links) ist die Nut im dünnen Teil. Ansonsten heißt es aber immer, dass die Zündungen untereinander einfach austauschbar sind. Hierzu möchte ich folgendes äußern: AM ARSCH!
„Im folgenden Bild hat unser Zeichner einen/zwei Fehler versteckt“. Rechts das alte Polrad, links das neue.

Na, wer findets?

Auflösung: Die frühen M53-Motoren werden ja bekanntermaßen durch einen Lüfter gekühlt. Die neueren M5X1-Motoren sind aber nur noch fahrtwindgekühlt. Was fehlt also in den neueren Polrädern? Exakt: Die beiden Gewindelöcher um das Lüfterrad fest zu schrauben…. kacke. Hätte ich unter gehöriger Anspannung meiner geistigen Erkenntniskräfte (BGHSt 45, 148; Absatz 18) auch früher drauf kommen können, bevor ich da so nen Heck-Meck mit veranstalte.
Naja, mal sehen, vielleicht experimentiere ich da ein wenig mit dem Gewindeschneider. Muss nur halt schön zentriert sein. Ein unwuchtiges Lüfterrad auf der Kurbelwelle kommt bei 6000 U/min nicht so pralle.