Schlagwort-Archiv: Die Rote Lola (Simson Duo 4/1)

Lola rennt!

Hiermit möchte ich verlautbaren, dass Lola back on the road ist! Nach ziemlich genau 12 Monaten verlängertem Schönheitsschlaf (30 Jahre wollen erstmal ausgeschlafen werden!) und gut vier Monate nach der für beide Seiten unglücklichen Motorregenerierung erwachte sie mit einem fröhlichen und endlich konstanten „Rääng-täng-täng-täng“ zum Leben. Hier das filmische Dokument zum epischen Ereignis (incl. Freudentanz):

Nachdem ich anschließend das Standgas eingestellt hatte lief sie, auch ohne Hand am Gasgriff, rund und ich konnte beidhändig ihren Namen tanzen.

Bäumchen wickel dich

Letztes Wochenende in Delligsen kam die Sprache zwischen Elion, High Society Simson und mir darauf, wie man seinen Kabelbaum, wenn man ihn mal neu macht, danach am besten bündelt.
Original stecken die Kabel in einem Gewebeschlauch. Das hat aber den Nachteil, dass man die Kabel nur ohne Stecker und damit nur vor dem finalen Einbau einfädeln kann. Hat man nachher die Stecker drauf gecrimpt kann man auch nicht einfach ein Kabel ersetzen oder einen Abzweig legen, ohne den Textilschlauch zu zerstören (mittlerweile gibts aber auch eine Luxusausführung mit Klettverschluss). Alles in allem also eine suboptimale Lösung. Dieses Schicksal teilt der Gewebeschlauch mit dem altbekannten Schrumpfschlauch. Also auch nix für den Profi. Experimente mit Fahrradschlauch oder Gewebeklebeband scheitern an der mangenden Praktikabilität oder lediglichem Einwegnutzen. Eine Einweglösung ist auch das Bündeln mit Kabelbinder. Zumal die abgeknipsten Enden eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen. (Ich hab mich mal an so einem Bastard geschnitten. Hat geblutet wie Hölle und war imens tief! Seitdem verschreue ich die Knipsenden immer mit dem Lötkolben oder nem Feuerzeug.) Also was tun, sprach Zarathustra?
Die Lösung nennt sich Spiralschlauch. Das ist eine einfache Spirale aus PVC, die sich jedem Kabelbündeldurchmesser (bis zu einem gewissen Grad) anpasst. Man kann es einfach um den fertig verlegten Kabelbaum wickeln und durch die Spiralform an jeder beliebigen Stelle einen Abzweig machen. Sollte man mal ein Kabel austauschen oder ergänzen wollen, wickelt man einfach das betreffende Stück wieder auf, packt das Kabel rein und wickelt es wieder zu. Perfekt. Und dabei ist die Wicklung so stramm, dass man den Kabelbaum auch in Biegungen legen kann, oder auch, ab einer gewissen Dicke, einfach über größere Freiflächen ohne Durchhängen spannen kann. Ab und zu nimmt man dann noch ein paar Kabelbinder um das ganze an einem Rahmenrohr zu befestigen und fertig. Und auch der Preis ist ein gutes Kaufargument im Vergleich zum Klettverschluss-Gewebeschlauch. Es gibt den Meter Spiralschlauch schon ab 40 Cent.
Zu bekommen ist es im Elektrofachhandel oder beim gut sortierten Autoteilehökerer (und damit meine ich nicht ATU!)
Verbaut sieht das ganze dann bei mir so aus:
elektrik_grundplatte_2_klein_

Freibadsaison

Wie ja schon angekündigt, wollte ich dieses Wochenende nach Delligsen zum IFA-Treffen. Nun, ich war da. Leider aber ohne Lola (aus den hinlänglich bekannten Gründen).
Die Veranstaltung fand zum ersten mal statt und dafür fand ich die ganze Sache schon sehr ordentlich. Zu etwas Frust meinerseits führte die mangelhafte Beschilderung im Ort selbst. Die Hinweisschilder waren winzig klein und nur aus einer Richtung angebracht und das war natürlich genau NICHT die Richtung, aus der ich kam. Leider hatten die Organisatoren auch vergessen auf ihre Homepage zu schreiben, dass man den neon-orangenen Pfeilen folgen soll…naja, eine nette alte Dame hat mir dann den Weg gewiesen.
Positiv überrascht hat mich, dass man als Besucher keinen Eintritt zahlen musste (eine Spendenbox war aufgestellt). Leider war der Platz sehr auseinandergerissen. Für die ausgestellten Fahrzeuge gab es zwei Standplätze. Einmal den Parkplatz direkt westlich vom Freibadgebäude (braunes Oval) und andererseits die Liegewiese direkt östlich vom Gebäude (Fläche mit dem braunen Rechteck [Beachvolleyballfeld]). Auf die obere Standfläche beim Volleyballfeld wies aber kein Hinweisschild hin und durch die Hanglage in Verbindung mit dem Freibadgebäude und Bäumen konnte man die dort stehenden Fahrzeuge auch nicht sehen. Dementsprechend dauerte es auch eine gewisse Zeit, bis ich „Elion“ und „High Society Simson“ gefunden hatte. Die Beiden hatten sich nämlich samt Zelt und Duo auf dem oberen Teil versteckt.
Nachdem wir dann ein wenig gefachsimpelt haben, konnte ich Elions Duo inspizieren und meine vorher geschriebene Checkliste abarbeiten. Dies war nämlich die erste Gelegenheit für mich, ein zweites Duo in Ruhe in Augenschein nehmen zu können. Als das erledigt war und ich genug Detailfotos geschossen hatte verlautbarte Elion, dass er runter in die Stadt fahren wollte, um Nahrung zu beschaffen. Dies war das Stichwort, auf das ich schon die ganze Zeit gehofft hatte! Einen kurzen Hundeblick später meinte er dann, dass ich gerne mitfahren dürfte, wenn ich wollte. Jiepiee! So waren die knapp 3 Kilometer in Elions Duo meine ersten Duo-Kilometer für 2008. Ach, wie fehlt mir das! Dieses herrliche vibrieren in den Beinen. Das anschreien des Mitfahrers und vor allem die verdatterten Blicke der Passanten. Ein Traum. Ach Lola…du fehlst mir…*schnüff*
Als wir dann vom Pimpimarkt zurück kamen, winkte einer der Organisatoren uns zum Eingangszelt und bat uns auszusteigen. Kurz darauf verkündete er, dass Elions Duo zum „Besten IFA-Fahrzeug des Treffens“ gewählt worden war und übergab ihm einen Pokal in Duo angemessener Größe. Was haben wir gelacht! Hier das Foto mit dem stolzen Gewinner:
IFA-Treffen Delligsen 08.08-10.08.08 033

Und hier ein paar weitere Highlights von meinen geschossenen Fotos:
Pittiplatsch und Schnatterinchen sowie der Rest vom VEB Kinderspaß:
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Ob die sich wohl auf der Hinfahrt verfahren haben? Bestimmt haben sie sich gewundert, dass die Grenzkontrolle so lasch war.
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Dabei hatte er doch extra für den Rückweg einen Einreiseantrag mitgenommen:
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Ein Traum in brauner Fischgräte:
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Natürlich habe ich auch reichlich andere Fotos geschossen. Alle findet ihr in meinem neuen Zooomr-Album (Tobias hat mir gesagt, ich muss meine Fotos „outsourcen“. Sie fressen zuviel Webspace…).

Nachtrag: Es gibt mittlerweile auch Eindrücke von der Veranstaltung in bewegten Bildern.
Nachtrag II: Mittlerweile ist auch ein Artikel mit reichlich Bildern auf dieser Seite online.

Keine Besserung in Sicht

Robert von „Zweirad-Steinberg“ hat mir einen neuen 16N1-5-Vergaser samt Flansch geschickt, damit ich testen kann, ob die Drehzahlschwankungen daran liegen. Leider ist dies nicht der Fall. Die Sympthome sind immer noch die Gleichen.
Hier der erste Versuch mit Choke:

Und hier der zweite ohne Choke:

Damit geht auch die letzte „einfache“ Lösung des Problems gen Jordan…Kacke.
Also darf ich morgen wieder den Motor rausreißen und wegschicken. Und täglich grüßt das Murmeltier

Peepshow

Um nicht immer nur zu nörgeln, dass Lola nicht läuft, hier mal wieder ein Beitrag von (vielleicht) allgemeinem Interesse:
Um festzustellen, wie es um den Getriebeölhaushalt des M53-Motors bestellt ist, haben die Ingenieure sich eine Ölstandskontrollschraube einfallen lassen. An sich ne schlaue Sache. Die Schraube befindet sich „zwischen“ der Kette direkt hinter dem dicken Gussklops. Quasi die Schraube, auf die der Pfeil zeigt:
Ölkontrollschraube markiert
Normalerweise muss man zur Ölstandskontrolle die Schwalbe bis zu einem gewissen Grad schief halten und dann soll die Suppe bis zum unteren Rand des Loches stehen. Ich zitiere:
Beim Motor M 53/54 ist die Ölstandskontrolle etwas umständlicher da der Ölstand im Kupplungs- und im eigentlichen Getriebe­raum unterschiedlich hoch ist. Das Kupplungszahnrad fördert das nach einiger Stand­zelt teilweise in den Kupplungsraum zurück­gelaufene Öl während des Laufes (eine Mi­nute im Leerlauf reicht aus) über eine Öl­fangrille in den Getrieberaum zurück. Aus diesem Grunde soll die Ölstandskontrolle auch kurz nach dam Abschalten des Motors erfolgen. Nach Entfernen der zwischen den Ketten­schläuchen liegenden Kontrollschraube muss bei leicht nach rechts geneigtem Fahrzeug (max. 20°) Öl austreten. Das Nachfüllen er­folgt durch den Deckel zum Kupplungsdeckel. Vor der erneuten Kontrolle muss der Motor jedoch wieder gelaufen sein.
„Schön gedacht, schlecht gemacht“. Schief stellen ist beim Duo ja nur schwerlich möglich. Also ist mal wieder Erfindungsgeist gefragt.
Autos haben so praktische Ölmessstäbe. Warum sowas nicht auch fürs Duo basteln?
Erst hatte ich überlegt hierfür die originale Kontrollöffnung zu nehmen und mit einem gewinkelten Draht den Füllstand zu checken. Das hat sich allerdings als unpraktikabel erwiesen. Man muss auf dem Boden rumkrauchen, die Kettenschläuche und die Schwinge sind im Weg und den Draht da rein und wieder raus zu bekommen ist ein ziemliches Gefummel, bei dem man keine anständigen Werte bekommt, weil man den Draht dauernd am Gehäuse abstreift. Also nächste Öffnung.
Als Alternative bietet sich die Öffnung an der Oberseite des Getriebes an. Schön großes Loch gerader Durchgang bis zum Getriebeboden. Zum drehen der Schlitzschraube, welche die Öffnung verschließt, bietet sich übrigens eine große Unterlegscheibe an. Die hat ein gekrümmten Rand, welcher gut in den Schlitz passt und man vergnaddelt die Schraube nicht mit einem zu kleinen Schraubenzieher.
Das Problem an dieser Stelle ist nur, dass man mit dem Messstab ja immer an der selben Position messen muss, weil man sonst durch den unebenen Gehäuseboden und eine mögliche Schiefstellung des Messstabes ungenaue Werte bekommt. Aber auch da hilft der ingenieuse Zufall. Wie auf dem Bild zu sehen ist, ragt ein pilzförmiges Bauteil in den Sichtbereich „unterhalb“ des Loches. Man wählt also seinen Messtab im Durchmesser so aus, dass man ihn zwischen Lochrand und „Pilz“ auf der rechten Seite durchfädeln kann. Dazu ist keine Gewalt oder großer Druck notwendig. Diese beiden Punkte sollen lediglich bewirken, dass ihr den Stab immer an der selben Stelle einführt.
Das Loch mit „Pilz“:

Und der Stab dann in Position:

Als Material für den Messstab habe ich erst einen starken Kupferdraht probiert. Allerdings konnte man auf dem rötlichen Untergrund kaum erkennen, bis wo hin das Öl stand. Ihr solltet dementsprechend helles Material verwenden und eventuell, wie beim Auto, ein paar Rillen auf dem Stab einritzen, in denen sich das Öl festsetzen kann. Ich habe zum Probieren einen kleinen Holzstab genommen (Achtet darauf, dass ihm keine Fremdkörper wie Staub oder Späne anhaften). Der helle Untergrund und die relativ raue Oberfläche ergaben ein schön klares Bild über den Ölstand.
Ich habe euch unten mal ein bemaßtes Foto angehangen.

Damit ihr wisst, wann der Stab auf dem Boden steht, solltet ihr euch eine Markierung bei 9,5 cm machen. Dieser Punkt muss dann mit dem oberen Rand der Schraubenöffnung gleich auf sein. Wenn der Stab 3 cm hoch „nass“ ist, habt ihr genau 500 ml Öl drin. Dieser Wert variiert natürlich, wenn sich das Öl im Getriebe verteilt hat. Direkt nach dem Auffüllen sind es zumindest 3 cm. Ich werde die Tage nochmal messen, wenn ich ein wenig gefahren bin und sich das Öl verteilt hat.

P.S.: Ich stelle gerade fest, dass dies mein 100. Artikel ist. Muss ich mir doch erstmal selbst zu gratulieren… 😉