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“Sag Aaaaa…-Frame.” IX

Nachdem nun der Achsschenkel überholt und wieder in Position war, konnte der „Rad-drauf-schraub-Hase“ (Ich überlege bestimmt schon 5 Minuten auf dem Fachbegriff rum…liegt mir auf der Zunge) auch zurück an seinen Platz. Zuerst wurde aber auch er ein wenig überarbeitet:

Aufgrund von Sir Edwards geringer Laufleistung und meiner Faulheit, habe ich darauf verzichtet, die Radlager zu tauschen. Man muss sich auch etwas Arbeit für später aufheben.
Als erste habe ich mich der Abdeckkappe zugewandt und die Reste des prähistorischen Mammut-Fettes entfernt, die da noch lauerten:

Das lose Lager kam in ein Glas mit Terpentin und wurde darin sowohl gerührt, als auch geschüttelt. So sah die Brühe im ersten Durchgang aus:

Und so sah der Bodensatz nach etwas abstehen aus:

Schon krass, was da alles an Krümeln und Sand drin saß.
Hier noch zur Dokumentation eine Detailaufnahme der Typenbezeichnung des Kegelrollenlagers:

Das noch fest drin sitzende Lager haben wir einfach in der Schüssel mehrfach mit Terpentin durch gespült, bis die raus laufende Suppe relativ klar war. Muss genügen.
Hier ein Bild von seiner Typenbezeichnung:

Danach ging es an die Erstbefüllung der Lager, damit sie nicht anfangs trocken laufen, wenn der Wagen bewegt wird. Als sehr effektiv hat sich eine Spritze mit Kanüle erwiesen:

Mit der Spitze kommt man schön in die Zwischenräume der einzelnen Lagerrollen und kann diese füllen. Man braucht zwar recht viel Kraft, um das dicke Fett durch die dünne Nadel zu pressen, aber das Ergebnis war wirklich gut.
Dann noch den Zwischenraum zwischen den beiden Lagern im „Rad-drauf-schraub-Hasen“ komplett mit Fett ausfüllen (waren bestimmt 100 Gramm) und schon konnte er zurück auf den Achsschenkel. Dort bekam er noch seine Unterlegscheibe, Mutter und Krone samt Sicherungsstift:

Nur weil ich auch erst drüber gerätselt habe:
Die abgeflachte Seite des Achsschenkels muss übrigens zur Fahrzeugfront zeigen. Quasi so, dass die Kontur beim Blick auf das Gewinde ein „D“ darstellt. Don’t ask me why! Is halt original so.
Danach folgte dann noch die ebenfalls mit Fett gefüllte Abdeckkappe, sowie die Bremsbeläge:

Auch hier ein Hinweis gegens rätseln:
Die Rückholfedern werden nicht, wie bei den Hinterrädern in der jeweils gegenüberliegenden Bremsbacke eingehängt, sondern in der Bremstrommelabdeckplatte, in einem Loch gleich neben den Radbremszylindern! Das S-förmige Ende geht hierbei durch die Platte und das einfach gebogene Ende durch den Belag:

Es gibt auch einen Trick, wie das einhaken recht einfach geht, aber den habe ich nicht durchschaut… es ging halt plötzlich.

Nachtrag: Der mir fehlende Fachbegriff lautet „Radnabe“….so, wie ich auch die Bilder bei Zooomr benannt habe…wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Spieglein, Spieglein an der Flank…

Ein wenig Kleinkrams habe ich auch zwischendurch erledigt. So zum Beispiel die Spiegel wieder beweglich gemacht. Oder zumindest teilweise.
Der auf der Fahrerseite ging einfach abzuschrauben:
Außenspiegel 039
Auf der Beifahrerseite dreht sich leider der Dübel einer der Schrauben mit, so dass ich sie nicht los bekomme. Blöd. Um das zu beheben, muss ich die Türverkleidung abbauen und den Dübel von hinten mit einer Zange gegenhalten…. Spontaner Beschluss: Sooo dringend ist das mit dem Spiegel nun auch wieder nicht.
Auf dem Bild oben seht ihr aber schon ein weiteres Problem. Die Spiegel wurde damals einfach so auf die lackierte GFK-Hülle geschraubt. 25 Jahre Vibration, Wasser und Dreck haben da eine schöne Spur hinterlassen. Damit das in Zukunft nicht noch schlimmer wird, kam mal wieder mein guter Freund LKW-Schlauch zum Einsatz:
Außenspiegel 040
Die Kugelgelenke der Spiegel habe ich dann noch mit Sprühfett behandelt und versucht etwas gängiger zu machen. Bei der abgebauten Fahrerseite hat das auch gut geklappt. Auf der Anderen eher nicht. Aber da muss ich ja eh irgendwann nochmal ran.

Klüber Staburags

Nein, dass ist kein ungarischer Dissident, wie Tobias zuerst vermutete, sondern das für den Achsschenkelbolzen („swivel pin“/“Kingpin“) vom Rialto-Handbuch geforderte Schmierfett. Die genaue Bezeichnung lautet „Klüber Staburags NBU 12/300 KP“. Ein Datenblatt habe ich schon von der Herstellerfirma „Klüber“ bekommen. Nur leider finde ich keinen Händler, der mir das Zeug verkaufen will. Die hier sind die Einzigen, aber „Preis auf Anfrage“ klingt nicht gut. Außerdem wollen die zum bestellen ne Umsatzsteuer-ID haben. Naja, ich hab mal ne Mail hingeschickt. Mal hören, was sie aufrufen.
Das Haynes-Manual empfiehlt Castrol MS3 Fett. Aber auch dazu finde ich im Netz keinen Händler.
Vertrackt, vertrackt.

Nachtrag: „edm“ hat geantwortet und ein Angebot mitgeschickt. Sie wollen incl. Versand 51,77€ für die 400g-Kartusche haben. *Hust* Alles nur weil da ne Schüppe Barium mit drin ist…
Ich gebe zu, dass mir das eigentlich viel zu teuer ist.

Mitnahmemarkt

Da ich ja schon Lolas Räder überhole, konnte ich auch gleich den Mitnehmer erneuern. Ich vermute nämlich ganz stark, das der ebenso wie die Radlager noch aus DDR-Zeiten stammt. Leider habe ich partout keinen Mitnehmer mit geschlossenen oder zumindest geschützten Lagern gefunden. Ok, ich hätte die Lager separat kaufen können und einen Mitnehmer ohne Lager bestellen können, aber ich gebe ehrlich zu, dass ich dazu zu faul war… Das hier sind wenigstens SKF-Lager.
Mitnehmer 2

Im Simsonforum gab es häufiger mal Beschwerden darüber, dass die Nachbau-Mitnehmer unrund laufen würden. Die Einzigen, welche dabei noch halbwegs gut wegkamen, waren die von Dumcke. Die sollten regelmäßig nicht eiern. Verständlicherweise habe ich meinen Mitnehmer auch von dort bezogen. Laut meinem „Prüfstand“ läuft er auch schön rund.

Mitnehmer

Natürlich habe ich das Lager schon mal randvoll mit Fett gepackt. Es ist erstaunlich, wie viel Fett da drin verschwindt. Da denkt man: „Ok, es ist randvoll zugeschmiert. Das sollte reichen.“. Dreht man dann ein paar Umdrehungen am Mitnehmer, so dass sich das Lager bewegt und *schwupps* ist das ganze Fett weg. In den unendlichen Tiefen des Lagers verschwunden… ich glaube ich musste 4 oder 5 mal nachfüllen, bis kein Fett mehr verschwand und das Lager randvoll zugepackt war. Hilfreich war dabei ein kleiner Elektroschraubenzieher. Mit dem konnte man das Fett schön in das Lager und die Zwischenräume drücken.

Mitnehmer 3

Ich denke, dass Lager sollte für die nächsten 5 Jahre halte. Nehme ich halt in meinen Wartungsplan noch das jährliche Abschmieren des Mitnehmerlagers mit auf. Ist auch kein riesen Akt.

Fette Dose

Nachdem ich neulich ja schon mal über das von mir gebastelte Ölablassbecken berichtet hatte, will ich die Radlagergeschichte mal dazu nutzen über meinen Fettspender zu berichten.
Fett gibts normalerweise in Kartuschen oder in Dosen. Beides ist nicht gerade ideal, wenn man nur eine kleine Menge zum einschmieren benötigt. Die Kartusche muss man in die Presse spannen und dann versuchen nur ein bisschen raus zu bekommen, was meistens in einer Sauerei und viel verschwendetem Fett endet. Besser ist da noch das Fett aus der Dose, allerdings muss man das da auch erst mit einem Spatel rauskratzen und den dann weglegen. Außerdem ist die offene Dose auch anfällig für Verunreinigungen.
Mal wieder hilft der kreative Blick in den Haushalt: „Dreh-Dosier-Kruken“ sind genau das Richtige. Durch ein rausnehmbares Schraubgewinde im Dosenboden wird ein Teller Richtung Dosendeckel gefahren, welcher den Inhalt (in unserem Fall Fett) durch die Dosieröffnung im Deckel presst. Hier mal Aufbau und Funktion:

Das Fett lässt sich so Gramm-genau dosieren. Und sollte man doch mal zu viel oben rauspressen, so dreht man den Dosenboden einfach wieder zurück und durch das oben entstehende Vakuum zieht sich die überschüssige „Fettwurst“ wieder zurück in ihr Häuschen.
Die Dinger gibts leer in allen möglichen Größen in der lokalen Apotheke für irgendwas bei 1,50€.
Ich hab unsere Dosen über meine Großeltern geschnorrt. Die haben solche Salben eh immer vom Arzt verschrieben bekommen. Wenn die Dosen dann leer waren, kamen sie nicht in den gelben Sack, sondern auseinandergebaut in die Spülmaschiene (Vorher gründlich mit Spüli auswaschen, sonst schmeckts Essen vielleicht komisch!). Danach einfach mit der Fettpresse reichlich reindrücken und fertig ist der Spender für die Werkstatt. Mit dem roten Schraubverschluss ist die Dose auch sicher verschlossen, sollte sie mal aus dem Regal fallen, lässt sich selbst mit Handschuhe leicht bedienen und die glatte Oberfläche lässt sich einfach reinigen. So sieht eine von unseren aus:
Fett-Dose

Fett-Dose 01