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Geringe Mängel

Vor einiger Zeit war der Combo auch mit HU, AU und GWP dran.
Zur Untersuchung hatte ich mit dem Prüfer, der den Rialto abgenommen hatte extra einen Termin ausgemacht:
HU 2014
Das klappte auch vorzüglich. 0 Wartezeit und ausreichend Zeit für einen netten Schnack. Sehr schön. Werde ich jetzt immer so machen.
Die Untersuchung war aus mehrerer Hinsicht interessant für mich:

  1. Nach den Malessen mit der linken hinteren Bremse war ich mir unsicher, ob die Hinterradbremsen gleichmäßig ziehen.
  2. ASU war ich gespannt, ob es noch irgendwelche hinterlegten Fehler von der angenagten Lambdasonde gab.
  3. GWP ist eine Sonderprüfung für Gasfahrzeuge (LPG &CNG) die ich noch nie mitgemacht hatte.

Die GWP war unspektakulär. Der Prüfer läuft mit einem Gasschnüffler (Menschen mit Gasheizung vom Schornsteinfeger bekannt) ums Auto und hält den Rüssel an alle Verschraubungen der Leitungen. Dabei piepst das Gerät in gleichmäßigem Ton. Wäre eine Leckage, würde das piepsen schneller, je nach austretender Gasmenge.
Beim Combo machte es keinen Unterschied, ob er es irgendwo ran hielt, oder es nur Umgebungsluft schnüffelte. Sehr schön.
Auch die ASU war schnell abgehakt: Keine hinterlegten Fehler.
Hat das Fehlerspeicher-zurücksetzen wohl funktioniert (oder der Fehler wurde zwischen zeitig selbsttätig gelöscht).
Blieb also noch die HU.
Erfreulicherweise zogen beide Hinterradbremsen nahezu gleichmäßig. Scheint der Kolben also doch nicht mehr zu hängen.
Allerdings gab es doch einen geringen Mangel zu vermelden. Die hintere rechte Bremse stellt sich nicht mehr komplett zurück.
Nach ein paar dezenten Schlägen auf den Handbremsmechanismus drehte das Rad jedoch wieder frei.
Die Vermutung geht in Richtung schwergängige Handbremsseilseele.
Werde ich bei Gelegenheit mal näher untersuchen. Bis dahin ist die Handbremse einfach tabu.
Außerdem wurden noch zwei Hinweise vermerkt:

  • Bremsscheibe hinten Tragbild beachten
  • Reifen leicht porös

Für Punkt eins hab ich mir ein wenig Schimpfe angehört, dass ich die nicht beim Belagtausch direkt mit rausgeworfen hätte. Die sähen doch „scheiße“ aus.
Punkt zwei ist auch halb so wild. Die Sommerreifen haben eh ihre letzte Saison. Da ist Ersatz schon fest eingeplant.

Alles in allem schmerzfrei. Sehr schön.
Kostenmäßig war es auch überschaubar. Inklusive GWP (26,85 €) kostete mich der Spaß 116,60 €.

Dem Ingenör is nix obskör II

Eh man es sich versieht, sind ruck-zuck zwei Jahre um.
Das bedeutete, dass der Rialto wieder zur Hauptuntersuchung musste.
Erstmals nicht bei meinem Haus-und-Hof-TÜV-Prüfer in Osnabrück (welcher sich mittlerweile zu einem echten Dreirad-Spezialisten gemausert hat, da auch andere Reliant-Fahrer aus der Republik, auf meine Empfehlung hin, extra zu ihm gefahren sind).
Da hieß es also neben der üblichen Frühlings-Wiederbelebung auch die nötigen Unterlagen zusammen zu stellen bzw. den dicken Ordner einzupacken.
Die Wiederbelebung gestaltete sich erwartungsgemäß unspektakulär.
Die Batterie vom neuen Erhaltungsladegerät in den Rialto geschraubt, alle Flüssigkeiten gecheckt, Zündspule abgeklemmt und mittels Anlasser georgelt, bis die Öldruckleuchte erloschen ist.
Anschließend wieder die Zündspule angeklemmt, Choke gezogen und nach kurzem orgeln (der Sprit musste ja erst wieder die Leitungen füllen) sprang der Motor an und lief direkt rund.
Auch die folgende Proberunde verlief ebenfalls ohne unerwartete Vorkommnisse.
Die Beleuchtung funktionierte einwandfrei (nachdem ich mich erinnert hatte, welcher Schalter für die Nebelschlussleuchte zuständig ist).
Lediglich die Warnblinkanlage brauchte 2-3 Betätigungen, bis sich eine einhellige Meinung über die einzelnen Zuständigkeiten bei den Blinkern gebildet hatte.
Die Bremse bedurfte ebenfalls einiger Probebremsungen auf einem leeren Parkplatz, bis der Rost der Standzeit runter und eine einheitliche Kraftentfaltung wieder gegeben war.
Anschließend bei einer nahen Tanke mit frischem Super-Plus vollgemacht, den Reifendruck gecheckt und in einer Waschbox den Tiefgaragenstaub der letzten Monate abgewaschen.
Damit waren die technischen Vorbereitungen abgeschlossen.

Leider konnte mir beim Magdeburger Oldtimerstammtisch niemand einen Prüfer mit Herz für Oldtimer empfehlen, so dass ich auf gut Glück losfahren musste.
Erste Anlaufstelle war die Dekra-Filiale in der Brenneckestraße. Dort hatte man zwar Zeit für mich, allerdings wurden der junge Prüfer und ich uns ziemlich schnell einig, dass wir uns nicht einig wurden. Auch Telefonate mit Vorgesetzten und Kollegen führten zu keinem gemeinsamen Nenner, was die Anwendbarkeit bestimmter Vorschriften angeht.
Also Krams wieder zusammengepackt und eine Station des TÜV-Nord angesteuert. Die erste hatte geschlossen, die zweite war glücklicherweise offen:
HU 2014
Der Prüfer dort war mir auf Anhieb sympathisch.
Auf eine erste Erläuterung meines Anliegens folgte ungläubiges Gelächter. Der Prüfer meinte, dass wir beide Glück hätten, dass der Kunde, der den 15-Uhr-Termin gehabt hätte, vorhin absagte, so dass er reichlich Zeit für mich hätte. Noch immer lachend forderte er den Zündschlüssel und meinte: „Also damit lasse ich mir eine Proberunde nicht entgehen! Und Sie kommen mit, um mich einzuweisen.“
Vor dem Auto stehend erklärte ich schnell, dass er auf der Seite, auf der er stehen würde kein Lenkrad finden würde, was mit weiterem lachenden Kopfschütteln beantwortet wurde. Die Probefahrt wurde weiter grinsend absolviert, während ich ein paar erläuternde Worte sprach.
Am Ende stand die Diagnose „Handbremse zieht etwas einseitig“. Nach der Erklärung des kurz zuvor beendeten Winterschlafs war aber auch das in Ordnung. „Bremst sich noch ein“. Der Leuchtweitentester attestierte ein wenig hoch eingestellte Scheinwerfer, aber auch das war kein zu monierender Mangel. Um den Rialto von unten zu begutachten, musste ich rückwärts über die LKW-Grube fahren, bis das Vorderrad an der Kante stand. Das kannte ich schon aus Osnabrück.
Ich habe die Chance dann genutzt, mit dem Prüfer zusammen einen Blick unter den Rialto zu werfen. Auch hier erklärte ich dem interessierten Ingenieur ein paar konstruktive Besonderheiten und plauderte locker mit ihm.
Am Schluss stand eine neue HU ohne erkennbare Mängel:
HU-Bericht 2014
Sehr schön!
Wie ihr sehen könnt, muss der Rialto erst im Februar 2016 wieder hin, obwohl er eigentlich im Dezember 2013 dran war. Adieu Rückdatierung!
Allerdings war ich auch auf den letzten Drücker da, denn man kann nur zwei Monate ohne Mehrkosten überziehen!

Ich habe die Chance genutzt und mit dem Prüfer gleich das Mitte des Jahres anstehende H-Gutachten besprochen. Auch hier sieht er keine Probleme. Lediglich den tiefen Kratzer im rechten Kotflügel soll ich etwas kaschieren. Aber das steht eh auf meinem Programm, wenn der Bond Bug wieder läuft. Schmunzelnd meinte er dann noch, dass es nett wäre, wenn ich ein paar Unterlagen (Verkaufsprospekte, etc.) zum H-Gutachten mitbringen könnte. Er hätte schließlich keine Ahnung, wie so ein Rialto im Original aussehen würde… Auch das kein Problem und natürlich verständlich. Habe ich mittlerweile alles angesammelt.
Abschließend habe ich ihn dann noch auf den Bond Bug vorbereitet, der ebenfalls neuen TÜV braucht, wenn er fertig ist.
Er meinte, dass er sich schon darauf freuen würde und gab mir eine Visitenkarte mit Handynummer, damit ich einen Termin mit ihm abmachen könne, „damit wieder genügend Zeit für eine Probefahrt ist“. Aber gerne doch.
Am Schluss machte er noch selbst ein Foto vom Rialto, „weil die mir das sonst heute Abend nicht glauben“.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ich diesen Prüfer vorbehaltlos für Oldtimer und exotische Autos empfehlen kann.
Der Mann hat neben Sachverstand auch ein Herz und das rechte Augenmaß für die Besonderheiten solcher Fahrzeuge.
Schön, auch hier in Magdeburg so jemanden gefunden zu haben.