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Dem Ingenör is nix obskör II

Eh man es sich versieht, sind ruck-zuck zwei Jahre um.
Das bedeutete, dass der Rialto wieder zur Hauptuntersuchung musste.
Erstmals nicht bei meinem Haus-und-Hof-TÜV-Prüfer in Osnabrück (welcher sich mittlerweile zu einem echten Dreirad-Spezialisten gemausert hat, da auch andere Reliant-Fahrer aus der Republik, auf meine Empfehlung hin, extra zu ihm gefahren sind).
Da hieß es also neben der üblichen Frühlings-Wiederbelebung auch die nötigen Unterlagen zusammen zu stellen bzw. den dicken Ordner einzupacken.
Die Wiederbelebung gestaltete sich erwartungsgemäß unspektakulär.
Die Batterie vom neuen Erhaltungsladegerät in den Rialto geschraubt, alle Flüssigkeiten gecheckt, Zündspule abgeklemmt und mittels Anlasser georgelt, bis die Öldruckleuchte erloschen ist.
Anschließend wieder die Zündspule angeklemmt, Choke gezogen und nach kurzem orgeln (der Sprit musste ja erst wieder die Leitungen füllen) sprang der Motor an und lief direkt rund.
Auch die folgende Proberunde verlief ebenfalls ohne unerwartete Vorkommnisse.
Die Beleuchtung funktionierte einwandfrei (nachdem ich mich erinnert hatte, welcher Schalter für die Nebelschlussleuchte zuständig ist).
Lediglich die Warnblinkanlage brauchte 2-3 Betätigungen, bis sich eine einhellige Meinung über die einzelnen Zuständigkeiten bei den Blinkern gebildet hatte.
Die Bremse bedurfte ebenfalls einiger Probebremsungen auf einem leeren Parkplatz, bis der Rost der Standzeit runter und eine einheitliche Kraftentfaltung wieder gegeben war.
Anschließend bei einer nahen Tanke mit frischem Super-Plus vollgemacht, den Reifendruck gecheckt und in einer Waschbox den Tiefgaragenstaub der letzten Monate abgewaschen.
Damit waren die technischen Vorbereitungen abgeschlossen.

Leider konnte mir beim Magdeburger Oldtimerstammtisch niemand einen Prüfer mit Herz für Oldtimer empfehlen, so dass ich auf gut Glück losfahren musste.
Erste Anlaufstelle war die Dekra-Filiale in der Brenneckestraße. Dort hatte man zwar Zeit für mich, allerdings wurden der junge Prüfer und ich uns ziemlich schnell einig, dass wir uns nicht einig wurden. Auch Telefonate mit Vorgesetzten und Kollegen führten zu keinem gemeinsamen Nenner, was die Anwendbarkeit bestimmter Vorschriften angeht.
Also Krams wieder zusammengepackt und eine Station des TÜV-Nord angesteuert. Die erste hatte geschlossen, die zweite war glücklicherweise offen:
HU 2014
Der Prüfer dort war mir auf Anhieb sympathisch.
Auf eine erste Erläuterung meines Anliegens folgte ungläubiges Gelächter. Der Prüfer meinte, dass wir beide Glück hätten, dass der Kunde, der den 15-Uhr-Termin gehabt hätte, vorhin absagte, so dass er reichlich Zeit für mich hätte. Noch immer lachend forderte er den Zündschlüssel und meinte: „Also damit lasse ich mir eine Proberunde nicht entgehen! Und Sie kommen mit, um mich einzuweisen.“
Vor dem Auto stehend erklärte ich schnell, dass er auf der Seite, auf der er stehen würde kein Lenkrad finden würde, was mit weiterem lachenden Kopfschütteln beantwortet wurde. Die Probefahrt wurde weiter grinsend absolviert, während ich ein paar erläuternde Worte sprach.
Am Ende stand die Diagnose „Handbremse zieht etwas einseitig“. Nach der Erklärung des kurz zuvor beendeten Winterschlafs war aber auch das in Ordnung. „Bremst sich noch ein“. Der Leuchtweitentester attestierte ein wenig hoch eingestellte Scheinwerfer, aber auch das war kein zu monierender Mangel. Um den Rialto von unten zu begutachten, musste ich rückwärts über die LKW-Grube fahren, bis das Vorderrad an der Kante stand. Das kannte ich schon aus Osnabrück.
Ich habe die Chance dann genutzt, mit dem Prüfer zusammen einen Blick unter den Rialto zu werfen. Auch hier erklärte ich dem interessierten Ingenieur ein paar konstruktive Besonderheiten und plauderte locker mit ihm.
Am Schluss stand eine neue HU ohne erkennbare Mängel:
HU-Bericht 2014
Sehr schön!
Wie ihr sehen könnt, muss der Rialto erst im Februar 2016 wieder hin, obwohl er eigentlich im Dezember 2013 dran war. Adieu Rückdatierung!
Allerdings war ich auch auf den letzten Drücker da, denn man kann nur zwei Monate ohne Mehrkosten überziehen!

Ich habe die Chance genutzt und mit dem Prüfer gleich das Mitte des Jahres anstehende H-Gutachten besprochen. Auch hier sieht er keine Probleme. Lediglich den tiefen Kratzer im rechten Kotflügel soll ich etwas kaschieren. Aber das steht eh auf meinem Programm, wenn der Bond Bug wieder läuft. Schmunzelnd meinte er dann noch, dass es nett wäre, wenn ich ein paar Unterlagen (Verkaufsprospekte, etc.) zum H-Gutachten mitbringen könnte. Er hätte schließlich keine Ahnung, wie so ein Rialto im Original aussehen würde… Auch das kein Problem und natürlich verständlich. Habe ich mittlerweile alles angesammelt.
Abschließend habe ich ihn dann noch auf den Bond Bug vorbereitet, der ebenfalls neuen TÜV braucht, wenn er fertig ist.
Er meinte, dass er sich schon darauf freuen würde und gab mir eine Visitenkarte mit Handynummer, damit ich einen Termin mit ihm abmachen könne, „damit wieder genügend Zeit für eine Probefahrt ist“. Aber gerne doch.
Am Schluss machte er noch selbst ein Foto vom Rialto, „weil die mir das sonst heute Abend nicht glauben“.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ich diesen Prüfer vorbehaltlos für Oldtimer und exotische Autos empfehlen kann.
Der Mann hat neben Sachverstand auch ein Herz und das rechte Augenmaß für die Besonderheiten solcher Fahrzeuge.
Schön, auch hier in Magdeburg so jemanden gefunden zu haben.

Meine OMMMA

Wie angekündigt hatte Lola am letzten Wochenende ihre erste große Ausfahrt.
Es ging zum 15. OMMMA.
Leider konnten wir erst am Sonntag vorbei schauen und sahen so nur einen Bruchteil der über 1200 Oldtimer:

Aber auch so gab es einiges zu bestaunen!
Trabant und Co. sieht man hier zur Genüge:

Mein Augenmerk lag daher mal wieder auf den Exoten.
Wie wäre es z.B. mit einem Gorkovsky Avtomobilny Zavod 24 Wolga (Kurz: GAZ 24 Wolga):

Sieht man die Limousinen noch ab und zu mal auf einem Oldtimertreffen, so sind die 7-sitzigen Kombis (mit nahezu amerikanischen Ausmaßen) eine echte Rarität!
Und wenn wir schon beim Thema Kombinationskraftwagen sind, wie wär’s alternativ mit einem IFA F8 „Woddy“?

Auf der linken Heckscheibe fand sich übrigens ein Aufkleber „nie wieder ‚Paris – Dakar'“.
Ich hab sehr geschmunzelt.
Für den kleinen Hubraumfreund fand sich auch eine Schwalbe in Vollausstattung:

Man beachte den Kindersitz samt Fußrasten sowie die Anhängersteckdose.
Dem Urlaub mit der ganzen Familie stand so nichts mehr im Wege.
1988 bekam noch jemand seinen heiß ersehnten Škoda 135 GL:

Laut Eigentümer wurden von dieser Version des wassergekühlten Heckmotor-Boliden lediglich 1240 Stück produziert.
Noch seltener war in der DDR die Langversion des Volvo 760, der um 16cm verlängerte „Volvo 760 Executive„:

Auch ich konnte etwas zu meiner Dreirad-Wunschliste hinzufügen:

Dies ist ein recht seltener Dieselgabelstapler St 961. Von den ohnehin nur in geringen Stückzahlen produzierten Geräten sollen heute kaum noch welche rum gurken.
Auch sonst gab es ein paar Details für für den zweiten Blick. So fällt zum Beispiel dem geneigten Juristen dieses Kennzeichen schmunzelnd ins Auge:

Der Stammtisch schreit an dieser Stelle übrigens „Urkundenfälschung!!“ und liegt damit falsch.
Schön finde ich auch immer historisch korrekte Werbung auf Oldtimern:

Auch dieser Trabant hat Seltenheitswert:

Hierbei handelt es sich um die seltene zivile „Tramp„-Version des NVA-Kübelwagens.
Auf meine „Haben-Wollen“-Liste hab ich auch noch ein Lokomobil gesetzt:

Da findet sich sicherlich auch noch ein dreirädriges Exemplar.
Während die Beste und ich auf unserer Picknickdecke chillten und die Sonne genossen, drehte die Volkspolizei regelmäßig ihre Runden:

Der Herr trat in voller Montur auf. Inklusive Helm, Stiefeln und Kelle. Respekt!
Da fühlte man sich als rechtschaffender Arbeiter gleich viel sichererer.
Beeindruckt war ich auch, wie viele der Besucher mit historischen Campinganhängern gekommen waren:

Da fand sich auch so manche Pretiose. Vom Klappzelt, über das Dübener Ei bis zum großen Intercamp.
Historischer Wohnwagen würd mich ja auch jucken….
Doch zurück zum chilligen Teil.
Es tauchte plötzlich ein zweites Duo auf:

Der Besitzer war sehr freundlich und wir schnackten einige Zeit über die Eigenheiten des jeweiligen Gefährts.

Er bewunderte meine Innenausstattung, ich seinen M541 mit E-Starter:

Ansonsten gingen unsere Fahrzeugkonzepte aber eher unterschiedliche Wege.

Auch sein Innenraum war eher ein Alptraum für jeden Klaustrophobiker oder Elektrikergesellen:

Nach einiger Zeit fand sich noch ein drittes „Duo“ ein (Im Hintergrud übrigens der VoPo):

Hierbei handelt es sich um ein Krause Piccolo Trumpf/7.

Einen fanden Beigeschmack hatte die Sache aber, da der (sehr nette) Besitzer erzählte, dass er das Gerät seit 1974 fährt.
Bei genauem hinsehen erkennt man, dass er das nicht alleine aus Oldtimerliebe tut….
Es bleibt aber zu sagen, dass es eine schöne Veranstaltung war und ich mich auf 2014 freue:

Allerdings will ich den Artikel auch für etwas Kritik nutzen:
Die Beschilderung zum Treffen war bescheiden! Insbesondere der Eingang lag sehr versteckt.
Allerdings konnten da die Veranstalter wohl relativ wenig für, wie ich gehört habe.
Einen noch größeren Kritikpunkt finde ich persönlich aber, dass es kein Programm gab.
Das hier war alles an Infos, die man im Vorfeld bekommen konnte. Ein kleiner Ablaufplan mit ungefähren Richtzeiten für die Programmhighlights wäre schon schön gewesen. So haben es mir auch Kollegen im Büro erzählt, die als Besucher dort waren und etwas enttäuscht waren, die Fahrzeugvorstellung verpasst zu haben. An uns ging die Stadtrundfahrt dementsprechend spurlos vorüber, da wir zu spät eintrafen. Ärgerlich.
Naja, auch so gab es Grund zum feiern!
Lola überschritt auf der problemlosen Heimfahrt die 20.000 km-Marke:
Lola erreicht 20000 km
Ein schöner runder Wert für ihre Widerbelebung.

Die ganzen Fotos der Veranstaltung könnt ihr im entsprechenden Fotoalbum begucken:
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Auch auf der Seite der Veranstalter finden sich viele schöne Fotos.

Die Schlacht ist verloren…

Nachdem uns schon mehrere Leute besorgt kontaktiert haben, will ich mal diesen Kanal nutzen, um ein Lebenszeichen abzusenden.
Das wichtigste zuerst:
Die Beste und ich haben noch trockene Füße.
Auch die Fahrzeuge sind (momentan) noch sicher.

Allerdings befürchten wir, dass wir bald ohne Strom da sitzen, da das Umspannwerk Rothensee im Norden Magdeburgs stark bedroht ist und vielleicht Not-abgeschaltet werden muss. Das wäre verheerend, da auch die städtischen Abwasserpumpen zum Teil über dieses Umspannwerk versorgt werden und ohne diese Pumpen das Grundwasser nicht mehr im Zaum gehalten werden kann. Es würde dann aus den Gullis auch in nicht überfluteten Stadtteilen an die Oberfläche sprudeln.

Auch unser Einsatz am Deich in Breitenhagen war leider nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt.
Zwar konnte unser Deichabschnitt gehalten werden, aber dafür brach er heute Morgen ein paar tausend Meter weiter an der Saale, so dass die verbliebenen Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf (Schaut euch mal an, wie riesig das Gebiet und wie weit die Saale und Elbe davon normalerweise entfernt sind!) aufgefordert wurden, sofort in höhere Gebiete zu flüchten:
null
Schon unsere Anreise ließ erahnen, dass es schlimm um die Gegend stand:

Wir wurden morgens mit einem Sammelbus bis in den Ort Breitenhagen gebracht. Beim Blick aus dem erhöhten Bus-Fenster konnte man schon sehen, dass das Wasser nahe unter der Böschung und damit quasi auf Augenhöhe stand:

Zum Deich selbst wurden wir dann mit einem Mercedes-Benz Axor 4×4 gebracht, da dort nur noch schweres Gerät sicher unterwegs war:

War sehr gemütlich:

Unsere Einsatzstelle war hier.
Auf der verlinkten Aufnahme seht ihr die befestigte Auffahrt auf den Deich und östlich davon das Waldstück, welches zusammen mit der Fläche im Norden metertief unter Wasser stand.
Hier der Blick nach Norden von der Deichkrone aus:

Hier nach Süden:

Hier der Knick etwas südlich der Auffahrt:

Wie man sieht ist hinter dem Deich nur noch flaches Land bis zum Horizont (an dem man die Häuser von Breitenhagen erahnen kann).
Die Sandsäcke wurden erst per Menschenkette weiter gereicht:

und am Ende der Kette per Schubkarre zu den Verbauungsstellen gefahren:

Im Laufe des Tages konnte ich glücklicherweise Karriere machen und vom „Sackreicher“ zum Schubkarrenfahrer aufsteigen.
Da gab’s wenigstens mal ne Verschnaufpause.
Apropos:
Der Leiter des örtlichen Krisenstabs meinte zu uns Helfern:
„Wer von euch heute Abend hungrig nach hause geht, hat was falsch gemacht!“
Und so war es auch. Es gab reichlich zu trinken und immer wieder belegte Brote, eine Gulaschkanone und ähnliches. Die Versorgung war 1A!
Danke dafür!
Auch die anderen Helfer möchte ich nicht unerwähnt lassen. Gegen Nachmittag kam sogar noch ein Junggesellinenabschied, welche statt Bollerwagentour lieber mit anpacken wollten.
Allerdings zeigte sich auch mehrfach das Problem mit den Freiwilligen: Es darf sich halt jeder melden….
Auch wenn man zu unqualifizierten Querelen neigt. Es gab Leute, die ich schon nach 20 Minuten verbannt hätte.
Für die Themen-Kritiker hier im Blog gab’s sogar noch ein wenig Altmetall:

Ein Robur LO 2002 A. Nicht nur der LKW an sich war prähistorisch, sondern auch seine Reifen:

Die dürften aber mittlerweile genug ausgehärtet sein, als dass da kein Vergang mehr dran ist. Die halten auch noch die nächsten 25 Jahre.
Während wir die Sandsäcke vor uns hin stapelten, überflogen uns regelmäßig Bundeswehrhubschrauber, welche ein paar Kilometer weiter ihre Bigpacks abwarfen:

„Radlader-Barbie“ (so von den Helfern aufgrund seines pinken Radladers getauft)  erzählte uns später, dass wir an diesem Tag 120 Tonnen Sand bewegt hätten.
Und das war noch lange nicht alles:

Entsprechend fertig waren wir auch, als man uns abends zurück brachte.
Mittlerweile helfen die Magnesiumtabletten aber, so dass wir morgen wieder helfen wollen.
Auf dem Rückweg konnte ich noch dieses Video aufnehmen:

Im Hintergrund vor den Bäumen erhebt sich der Deich, rechts des Weges seht ihr, wie Wasser, welches unter dem Deich durch gedrückt wird hervor sprudelt und sich auf das Feld ergießt.
Es schien so, als würde das Wasser kochen, so stark quoll es hervor.

Ich muss ehrlich sagen, dass die Situation beklemmend ist.
Hier in der Stadt heulen im Viertelstundentakt Fahrzeugkolonnen mit Sirenen an einem vorbei. Bundeswehrkonvois mit Rad- und Bergepanzern rollen durch die Straßen und Stadtteil um Stadtteil wird evakuiert.
Vor 14-Tagen war das noch für mich unvorstellbar.
Die Ohnmacht ist überwältigend.
Es hat den laienhaften Geschmack von Krieg.

Dig on for victory II

Wie schon angedeutet, gab es auf unserem Garten-Claim einiges zu wullachen.
Eine der ersten Amtshandlungen war der Bau eines weiteren Hochbeets (Im Hintergrund sieht man übrigens den wirklich schönen R. Amundsen-Spielplatz):
mittleres Beet Rohbau
Das Holz dafür hatte ich schon bei Vaddern in der alten Heimat besorgt und passend zugeschnitten. Die Kreissäge ist da doch eine Ecke präziser, als ich mit meinem Fuchsschwanz.
Wenn man ein Hochbeet baut, sollte man u.a. die Innenseite mit Folie auskleiden. Das schützt zum einen das Holz vor der ewig feuchten Erde und zum anderen die Erde hält selbst die Feuchtigkeit besser.
Um nun zu verhindern, dass die mit Tackernadeln befestigte Folie ausreist, hat Vaddern mich auf den Trick mit der Unterlage hingewiesen. Einfach die Tackernadel durch eine größere Auflagefläche schießen. Ist das selbe Prinzip, wie bei einer Unterlegscheibe.
Passender Weise hatte uns ein Online-Shop kurz zuvor mit farbigen Musterstreifen seiner Gurtband-Kollektion versorgt:
bunte Riemen
Die waren ratzeputz klein geschnitten, mit dem Feuerzeug verschreut und angetackert:
mittleres Beet ausgekleidet
Als Folie haben wir doppeltlagige Silofolie verwendet. Die ist UV-beständig und war gerade verfügbar.
Damit die Erde das Beet nicht in der Mitte auseinander drückt, gab es dort Verstärkungsbretter und ein gespanntes Seil:
mittleres Beet halb mit Erde gefüllt
Von dem alten Beet habe ich die obersten beiden Bretterreihen abgetragen und ein drittes Beet gebastelt:
abgenommenes Beet
Die Beste von Allen war auch unglücklich mit den vor Speißresten strotzenden Ziegeln:
Steinmauer Ausgangszustand
War nicht hübsch genug.
Also habe ich mich mit Hammer und Meißel hingesetzt und einen Nachmittag lang Steine gekloppt.
Leider fanden sich nicht genug Hübsche, um das Beet zu begradigen:
Mauer erneuert
Die Arglosigkeit des Vorbesitzers kann man auch an solchen Details erkennen:
rostige Nägel
Da wühlt man gerne mit der Hand drin….. Die Eisensäge entschärfte diese Tetanusquelle.
In den Bereich des experimentellen Gartenbaus bin ich mit meinem Kartoffelturm vorgedrungen.
Den kann man entweder in der klassischen Stapelvariante (siehe Wikipediaartikel) oder in der Turmvariante bauen.
Ich entschied mich aufgrund des höheren Ertrags für Letztere.
Die Basis bilden zwei „Rollen“ aus feinem Maschendraht (12x12mm), welche mit Rödeldraht als Stapel verbunden sind. Zur Stabilisierung kamen noch vier Erdspieße rein.
Die Grasnarbe habe ich unter dem Turm abgetragen und mit groben Steinen verfüllt. Da drauf kamen 15cm Erde, dann ein Ring aus Kartoffeln:
Kartoffelturm erste Lage
Dann wieder 15 cm Erde, wieder Kartoffeln….
Erst in ca. 100 cm Höhe gab es als vorletzte Lage, eine komplette Schicht Kartoffeln:
Kartoffelturm vorletzte Lage
Da drauf kam dann nochmal Erde, sowie eine zweite komplette Lage Kartoffeln.
Die beiden oberen Lagen sollen, den Gerüchten zufolge, nach oben aus dem Turm wachsen, während die Unteren sich seitwärts ans Licht vorarbeiten.
Hier noch ein Bild mit dem lieblichen Gesundheitsamt im Hintergrund:
fertiger Claim
Mittlerweile wächst in einem der Autoreifen ein Kürbis. Den Anderen bevölkert eine Heidelbeere.
Ein viertes Hoochbeet habe ich auch noch gebaut. Ich hatte noch eine Einwegpalette aus unbehandeltem Holz im Keller, welche, neu arrangiert, eine ideale Quarantänestation für Gurken ab gibt.
Mal sehen, was draus wird.

P.S.: Zwei Claims weiter ist das „Kinderbeet“. Da gibts immer unterhaltsame Gesprächsfetzen zu belauschen. Neulich meinte ein ca. 13-jähriger Junge: „Osterglocken sind die Geilsten!“….

1. Mai Stammtischausflug II

Hier noch eine fixe Review von der 1.-Mai-Ausfahrt des Magdeburger Oldtimerstammtischs.
Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Teilnehmer am Elbufer. Um 9 Uhr war planmäßiger Start. Dementsprechend hab ich die Beste aus den Federn getrieben, so dass wir schon um 8:20 Uhr vor Ort waren. War natürlich viel zu früh und dementsprechend noch niemand da, so dass wir noch gemütlich am Ufer spazieren konnten. Gegen 9 Uhr war dann der Parkplatz schon wesentlich voller:
Lineup 2
Alles dabei. Vom frühen Nachkriegs Mercedes (170 S) bis zum W124-Cabrio. Eine wirklich schön bunte Mischung:
Lineup 1
So hatte ich mir das vorgestellt und so ist es ja auch vom Stammtisch gewollt.
Die Kunststoff-Fraktion fand sich auch fix zusammen. Zum Beispiel in Gestalt dieses Matra-Simca Bagheera X:
Matra-Simca Bagheera X Front
Die drei Sitze finde ich immer noch ein herrlich schrulliges Feature. Das Gitter an der C-Säule ist übrigens kein Außenlautsprecher, sondern der Tankverschluss unter einer Gitterklappe:
Matra-Simca Bagheera X Heck
Mit zur GFK-Gemeinschaft gehört auch dieser California Speedster:
California Speedster Front
Eine liebevolle und detaillierte Replik des Porsche 356 Speedster. Selbst allerdings auch schon so alt, dass sie ein H-Kennzeichen trägt.
California Speedster Seite
Die Proportionen finde ich durchaus stimmig. Da der Eigentümer zusammen mit seiner Freundin, der Besten und mir den Gesamtanteil an Menschen u31 (und auch u40) stellte, kamen wir schnell ins Gespräch. Man ist sich symphatisch und wird wohl in Zukunft öfters was zusammen unternehmen. Schon seinen Zweck erfüllt.
Während man so plauschte und auf die letzten Nachzügler wartete (wir waren nachher 16 Fahrzeuge), tuckerten zwei Bulldoggen an uns vorbei. Die machten wohl auch einen Ausflug:
Lanz-Parade
Gegen halb 10 ging es dann, mit Zwischenstopps zum sammeln, los:
Zwischenstopp
Die Strecke war erstmal hauptsächlich die B1 entlang Richtung Helmstedt. Was für einen Westfalen nach langweiliger, mehrspuriger  Schnellstraße klingt, entpuppte sich als gewundene Landstraße durch Alleen von blühenden Kirschbäumen. Herrlich!
Die Führung übernahm, als langsamstes Fahrzeug, die Isetta. Was uns alle verblüffte, war das Tempo, dass sie vor legte! Trotz zweier ausgewachsener Personen und hügeliger Landschaft hatten wir regelmäßig 80 Sachen auf dem Tascho! Und kaum witterte sie eine Gefällestrecke gings noch zügiger vorwärts. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ihr ein solches Tempo nicht zugetraut hätte.
Erster Sight-Seeing-Punkt war die Marienquelle in Marienborn:
Kappelle der Marienquelle
Ein hübscher Ort, an dem uns ein herzallerliebstes Mütterlein (geschätzte 1,50m groß) voller Inbrunst die Geschichte der Quelle erläuterte und welch große historischen Persönlichkeiten schon von ihr getrunken hätten. Bei so viel geschichtlicher Prominenz musste ich mich natürlich einreihen und habe auch vom Quellwasser gekostet:
Marienquelle Marienborn
Sehr kalt und sehr lecker! An einem heißen Sommertag sicherlich ein wortwörtlicher „Quell der Freude“.
Ein echter Ausflugstipp, also!
Im Anschluss ging es zum Mittagessen Richtung Elm. Ich habe den Stopp genutzt und heimlich die lose „Baujahresstaffelung“ des Konvois gegen eine „Nationalitätenstaffelung“ getauscht:
englische Karawane
Hinter so einem Triumph TR4 fährt es sich doch gleich viel angenehmer. Insbesondere aufgrund des herrlich klingenden Motors.
Außerdem war der Blick in den Rückspiegel auch hübscher (wobei der Zastava Skala vorher mehr Exotenfaktor hatte):
356 Speedster im Rückspiegel
Mittagsrast machten wir dann bei der Gaststätte Reitling im Elm:
Gaststätte Reitling im Elm
Das Essen war gut (ich entwickle langsam eine Leidenschaft für Sauerfleisch) und auch die Gespräche sehr nett.
Gestärkt ging es dann zum letzten Besichtigungspunkt, der Stadt Königslutter am Elm.
Die nette Stadtführung begann am doppelten Rathaus (links übrigens das „Alte Rathaus“, rechts das „Neue Rathaus“:
doppeltes Rathaus Königslutter
Tja, wer nicht ausgebombt wurde, kann ein Rathaus aus dem frühen 19. Jahrhundert auch schon mal „neu“ nennen.
Die wirklich ausführliche Stadtbesichtigung endete dann mit dem prunkvollen Kaiserdom:
Kaiserdom Innenansicht
Den letzten Parkplätzen von Kaiser Lothar, seiner besseren Hälfte und dem Schwiegersohn Heinrich:
Sarkophag Kaiser Lothars, seiner Frau Richenza und ihres Schwiegersohns Heinrich
Sowie der ca. 900 Jahre alten Kaiser-Lothar-Linde:
Kaiser-Lothar-Linde
Königslutter war als Ausflugsziel damit ebenfalls eine tolle Wahl.
Zwar taten uns gut die Füße weh, aber so sehen wir wenigstens mal was von unserer neuen Heimat!
Den Rückweg traten wir dann zusammen mit dem Speedster-Pärchen an und erreichten gegen 18 Uhr müde und mit leichtem Sonnenbrand wieder Magdeburg.
Mein Fazit: Eine wirklich tolle Tour, bei der sich jeder Kilometer gelohnt hat! Bei der nächsten Ausfahrt bin ich garantiert wieder mit dabei und auch die Beste hat es sehr genossen.