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Kampfwertsteigerung

Im zuge der Kindsvorbereitung überließen uns gute Freunde ihren Kinderwagen.
Er hat zwar vier Räder, aber „geschenktes Maul riecht nach Gaul“ oder so ähnlich.
Ein tolles Teil, dass sicherlich zu Recht vom Hersteller als „Stern unter den Schwenkschiebern“ bezeichnet wird (Man lernt ja am laufenden Band neue Fachbegriffe!).
Leider haben solche Geräte aber selbst zusammengefaltet die Ausmaße eines ausgewachsenen Sternenzerstörers:
Kofferraum mit Kinderwagen
Der Kofferraum des Combos ist nicht gerade klein, aber mit dem Wagen ist er in Tiefe und Breite randvoll.
Wo nun aber hin mit Reisetaschen und Klappkisten für die Hamsterfahrten aufs Land zu den Großeltern?
Sitze umklappen? Eher unpraktisch, zumal dann hinten weder das Schräubchen bespaßt werden kann, noch Platz für zweiten Nachwuchs ist.
Über dem Kinderwagen ist reichlich ungenutzter Luftraum. Also einfach Gepäcknetz installieren und das Gelumpe auf den Kinderwagen packen?
Auch nicht wirklich praktisch. Das kommt einem im Zweifel alles entgegen, wenn man am Ende der Fahrt die Heckklappe öffnet.
Der Schlüssel ist die Gepäckraumabdeckung:
Laderaumabdeckung
So eine horizontale Unterteilung des Laderaums würde genug Platz für Gepäck lassen und eine solide Basis für den Kinderwagen stellen.
Gesagt, getan!
Damit das ganze spurlos wieder zurück zu bauen ist, habe ich mich der original Aufnahmen des Heckrollos bedient:
Aufnahmen
Als Material braucht man ein 142,6 cm langes Kantholz 60×60 mm für die vordere quadratische Aufnahme des Rollokastens. Weiterhin ein 119,8 cm langes Kantholz 60×30 mm für die hintere Aufnahme.
Als Auflagefläche habe ich eine 10mm starke Sperrholzplatte in den Dimensionen 138×70 cm verwendet. Das ganze wird ziemlich massiv. Wer will, kann sicherlich auch filigraner bauen.
Als Schablone für die Sperrholzplatte habe ich das Rollo drauf gelegt, vermittelt und ausgezogen. So kann man gut die Rundung der Seitenverkleidung übertragen.
Für die Aufnahme des Rollokastens ist es ebenfalls sinnvoll sich eine Schablone anzufertigen und dann auf das Kantholz entsprechend zu übertragen. Die Schablone kann man am besten vom Rollokasten selber abnehmen.
Damit die Platte später stabil in den hinteren Rolloaufnahmen liegt, habe ich M8 x 50mm Stockschrauben verwendet:
Stockschrauben, Torx M8 x 50mm
Deren Grobgewinde schraubt man mittels Torx-Bit in das Kantholz (vorbohren nicht vergessen) und zieht dann auf das überstehende Maschinengewinde ein Stück Benzinschlauch (Innendurchmesser 7,5mm). Der Schlauch sitzt sehr stramm auf dem Gewinde, füllt die Auflagefläche nahezu voll aus und schützt das Plastik sowie den Lack vor Kratzern.
Anschließend steht schleifen, schleifen, schleifen und lackieren auf dem Plan.
Da der Kinderwagen bei uns in den zweiten Stock kommt, habe ich noch Schlitze in die Platte gesägt, um die jeweils hintersten Räder mittels Spanngurten zu befestigen.
Fertig sieht das Ganze dann so aus:
Fertiger Zwischenboden
Wie man sieht, lassen sich noch zwei gestapelte Klappkisten unter die Ablage schieben und auch die Zurrösen im Laderaumboden sind noch zu verwenden.
Die Seitenklappen mit Warndreieck und Erster-Hilfe-Kasten sind noch frei zugänglich. Die Sitze lassen sich weiterhin ungehindert umklappen. Der zweite Laderaumboden schließt bündig mit den Sitzlehnen und dem Gepäcknetz ab.
Natürlich muss nun das Gepäcknetz immer installiert sein, wenn man den oberen Boden beläd und die Sicht durch den Innenspiegel ist dann gleich 0. Außerdem ist der Zwischenboden nicht wirklich handlich. Ist also nix, was ich täglich rein und raus nehmen wollte.
Zwischenzeitig hat Vaddern aus dem heimischen Fundus zwei kurze Spanngurte spendiert (stammen von einem alten Fahrradträger):
passende Spanngurte
Trotzdessen, dass die Rolloaufnahmen lediglich Teil der Plastik-Seitenverkleidung sind, ist der Zwischenboden erstaunlich belastbar.
Ich habe mich testweise mit dem Oberkörper drauf gelegt. 50 kg trägt er damit schon mal klaglos. Die ca. 10 Kg des Kinderwagens beeindrucken weder den Boden noch die Aufnahmen.
Abschließend stellt sich mir nur die Frage, warum Opel sowas nicht als Zubehör anbietet.

Wischwasserheizung v.2.0 Teil II

Nachdem die Wischwasserheizung nun im Behälter war, konnte es an den Einbau gehen.
Ich hielt das für ne schnelle Sache, lag jedoch falsch….
Beim Ausbau des alten Behälters stellte ich fest, dass der Scheibenwischermotor ziemlich genau 1 cm zu dick ist und man den Behälter nicht an ihm vorbei bekommt.
Zumindest nicht zerstörungsfrei…. naja, ich wollte ja eh einen anderen Behälter einbauen….
Um den neuen Behälter nicht direkt auch kaputt zu machen, hab ich mit der Demontage begonnen.
Erster Halt ist der Scheibenwischer:
Wischwasserbehälter ausgebaut
Ich war erstaunt, dass ich ihn ohne Abzieher runter bekam. Gut, es wäre schlau gewesen, seine Position auf der Verzahnung mit einem weißen Stift zu markieren, aber das sind Details.
Glücklicherweise war die Frontscheibe so dreckig, dass ich beim Zusammenbau ziemlich genau seine alte Position wiedergefunden habe.
Hat man den Scheibenwischer ab, kann man das Windleit“blech“ demontieren:
Wasserkastenabdeckung gelöst
Wie man auf dem Bild sieht, reichte es leider nicht, damit der Behälter am Motor vorbei geht:
Wischermotor im Weg
Also musste auch noch der Wischermotor an die Seite.
Will man den sehr fummeligen Schlauch der linken Wischwasserdüse nicht abziehen, so kann man das abgeschraubte Windleitblech auch einfach Richtung Motor drehen.
Für den Scheibenwischermotor genügt es, dessen linkes Gummilager (im nächsten Bild ganz rechts) zu lösen.
Um den Behälter am Motor vorbei zu zwängen muss man ihn samt Gestänge nach oben, Richtung Windschutzscheibe drücken. Es passt ums Arschlecken:
Wischermotor gelöst
Ist der Behälter drin und der Motor wieder befestigt, kann man die Schläuche zuschneiden und verlegen.
Ich habe Benzinschläuche aus NBR mit 7,5mm Innendurchmesser verwendet. Die sollten auch dauerhaft die alkoholbasierte Kühlflüssigkeit vertragen und ausreichend Durchfluss erlauben.
Direkt neben dem Wischwasserbehälter findet sich schon ein Durchbruch in der Spritzwand für die Bremsleitungen (grüne Stahlleitungen).
Den Gummistopfen, der diesen Durchgang verschließt, kann man einfach entnehmen:
Durchführung
Um die Konstruktion im Notfall am Wegesrand wieder spurlos zurückbauen zu können, habe ich an den original Schläuchen nichts verändert.
Damit die Bremsleitungen nicht am nackten Blech scheuern, habe ich sie mit Benzinleitung ummantelt. Die Tage ziehe ich zusätzlich noch einen Kantenschutz aufs Blech.
Um ein kompaktes Paket zu haben, hält ein Kabelbinder die Schläuche an den Bremsleitungen:
Durchführung Detail
Wie man auf den Bild sieht, muss man den Plastikdeckel, der den Bremsflüssigkeitsbehälter abdeckt noch ein wenig aussparen.
Dabei sollte man darauf achten, die Schnittkanten abzurunden.
So sieht die Installation dann fertig aus:
Final Draufsicht
Fast schon professionell.
Final Seitenansicht
Eine Runde um den Block bestätigte meine Intention:
Temperatur nach Testfahrt 35°C
Die 2 Liter Wischwasser (bzw. die Außenwand des Behälters) hatten muckelige 35°C.
Das sollte im Sommer die Reinigungswirkung bei Fliegenschmier merklich erhöhen und im Winter gegen vereisen wirken (die Wischwasserschläuche laufen nach dem Sprühvorgang immer leer. Vereisen also die Düsen und man betätigt die Sprühfunktion kommt warmes Wasser direkt zu den Düsen) .

Ich bin gespannt, was das Thermometer nach der ersten Langstrecke sagt!

Der ausgebaute Wischwasserbehälter hat leider ein Loch davon getragen:
Loch im Wischwasserbehälter
Aber auf dem Bild sieht man auch schon die Lösung für dieses Problem.
Der nachgerüsteten Kühlerausgleichsbehälter im Rialto hält damit schon seit vier Jahren dicht.

Abschließend will ich noch was zu „heißes-Wasser-kalte-Scheibe“ sagen:
Scheiben reißen hierbei, weil sich die äußere Scheibe schlagartig ausdehnen will, die Folie sie aber an das Format der kalten Innenscheibe bindet. Der somit nicht zu kompensierende Energieüberschuss führt zu Spannungen in der Scheibe, was in ihrem platzen resultiert.
Dies ist aber bei dieser Konstruktion kein Problem:
1. Fährt man los, hat das Wischwasser nicht sofort 80+°C, so dass auch der Innenraum bzw. die Frontscheibe Zeit hat, sich aufzuheizen und damit auszudehnen.
2. Die auf die Scheibe auftreffende Wischwassermenge ist so gering, dass ihre Energie viel Fläche zum abbauen hat. Begünstigt wird dies dadurch, dass die Scheibenwischer das heiße Wasser sofort verteilen und der Fahrtwind auf die Scheibe auftrifft. Beim Eimer mit kochendem Wasser ist das genau umgekehrt (kleine Fläche, viel Energie).
3. Mercedes-Benz verbaut sowas schon seit den 80ern (mit auf 80°C begrenztem Wischwasserthermostat) ohne Probleme.
4. Auch mit den unregulierten Anlagen aus der VW-Fraktion sind mir keine Schäden bekannt.

Keine Angst, sollte mir die Scheibe dennoch platzen, erfahrt ihr es garantiert sofort…

Wischwasserheizung v.2.0 Teil I

Im Februar hatte ich ja eine rudimentäre Wischwasserheizung gebastelt, an deren Effektivität ich schon beim Einbau zweifelte.
Im laufe des Jahres zeichnete sich ab, dass die Chose Murks ist. Das Wasser wird nicht warm genug, um dem Fliegenschmier auf der Scheibe ausreichend Herr zu werden. Ganz zu schweigen von einem merklichen Effekt im Winter.
Außerdem hatte ich Lust auf ein wenig Bastelarbeit.
Also habe ich mich nochmal an die Mercedes-Benz-Lösung mit dem beheizten Wischwasserbehälter gesetzt und bei eBay einen gebrauchten Opel-Behälter geordert:
gebrauchter Wischwasserbehälter
Unten in dem Bild sieht man auch eines meiner neueren Spielzeuge: Eine Infrarot-Thermometer.
Bisher bin ich, was Preis-Leistung von dem Teil angeht, sehr zufrieden! Kann mich da nur den Rezensionen bei Amazon anschließen.
Mittels Infrarotthermometer bin ich dann mal auf die Suche nach einem geeigneten Kühlwasserabgriff gegangen.
Aufgrund der räumlichen Nähe zum Wischwasserbehälter ist der Ausgleichsbehälter die 1. Adresse im Orte:
Ausgleichsbehälter
Wie man sieht, hat der Behälter drei Anschlüsse. Nr. 1 geht zum Überlauf des Kühlers, Nr. 2 zur Wasserpumpe und Nr. 3 verschwindet am Zylinderkopf.
Eine Messreihe mit einer 3-Minuten Probefahrt ergab folgendes:

Bauteil Temp. kalt Temp. nach 3 Min.
Schlauch 1 17°C 18,7°C
Schlauch 2 17°C 31,8°C
Schlauch 3 17°C 31,5°C
Ausgleichsbehälter 17,5°C 32,9°C

Den dicken Schlauch zur Wasserpumpe wollte ich nicht anfummeln und der kleine zum Kühler wird zu langsam warm. Damit blieb Schlauch Nr. 3. Der passt auch vom Durchmesser besser zur geplanten Anwendung.
Nachdem die Voraussetzungen geklärt waren, konnte es an die Umsetzung gehen.
Die Golf II-Fraktion säbelt für die Heizspiralen immer den ganzen Behälter auf:

Das wollte ich nicht, da man es im Zweifel nicht wieder dicht bekommt.
Also musste meine Spirale so kompakt werden, dass sie durch die Einfüllöffnung an der Oberseite passt, gleichzeitig aber noch genug Durchfluss ermöglichen, damit der Kühlwasserstrom nicht behindert wird.
Der Stutzen oben auf dem Ausgleichsbehälter hat einen Innendurchmesser von 6 mm. Passenderweise fand ich im Baumarkt ein Alu-Rohr (Alu wegen des Spannungsunterschieds zwischen Kühler und Rohr) mit 6mm Innendurchmesser und 8 mm außen.
Als Biegelehre sollte mir ein Besenstiel dienen. Von den Platzverhältnissen kein Problem:
Platz ausreichend?
Anschließend habe ich das Rohr mit Vogelsand gefüllt und die Enden zugepresst:
Rohr zugekniffen
Biegeversuch Nummer eins erfolgte mit kaltem Alu-Rohr und scheiterte direkt:
Biegeversuch 1
Biegeversuch Nummer zwei erfolgte nach gründlichem erhitzen mit dem Bunsenbrenner:
Biegeversuch 2
Damit hatte sich der Spiralplan spontan erledigt.
Mistige Alu-Legierung. Da weiß man nie, was man bekommt.
Also Alternativplan ausgeheckt:
Würden vielleicht auch zwei gerade Rohre, die durch einen Schlauch zu einem „U“ verbunden sind genügend Wärme abgeben?
Ein Testaufbau sollte Gewissheit verschaffen:
Testaufbau
Wie man sieht, habe ich den original Zulauf oben am Ausgleichsbehälter abgezogen und mittels Rohrstückchen an einen Benzinschlauch mit 7,5mm Innendurchmesser angeschlossen. Dieser Benzinschlauch ging an ein längeres Alurohr, an dem wiederum zu Testzwecken (fließt Kühlmittel?) ein durchsichtiges Schlauchstückchen hing. Der Rückweg war wieder ein Alurohr mit anschließendem Benzinschlauch, welcher an den oberen Anschluss am Ausgleichsbehälter geht.
Testweise hab ich den Ersatzbehälter mit zwei Litern Wasser gefüllt und die Ausgangstemperatur bestimmt:
Temperatur vor 15 Min. Leerlauf
Nach einer Viertelstunde im Leerlauf waren die Schläuche immer noch kalt und der Behälter hatte Außentemperatur angenommen:
Temperatur nach 15 Min. Leerlauf
Da musste was faul sein! Bei meinem ersten Test waren die Schläuche schon nach 3 Minuten gut warm.
Es musste also am Leerlauf liegen. Ich hab dann meinen Testaufbau mit Kabelbindern im Motorraum gesichert und bin eine Runde um den Block gefahren:
Testfahrt mit losem Aufbau
Siehe da, der Rücklauf meines Heiz-„U“s hat muckelige 50°C:
Testfahrt mit losem Aufbau 50°C
Das System funktioniert also. Dann wird es wohl auch mit der Wärmeabgabe ans Wischwasser funktionieren.
Der 8er-Bohrer wämste flugs zwei Löcher in den Ersatzbehälter und die Alurohre bekamen ein Stück Benzinschlauch samt Schlauchschellen:
Heizelemente eingebaut
Leider hatte ich nur verzinkte Schellen zur Hand. Mal sehen, ob die im Wischwasser korrodieren.
Die VW-Fraktion bohrt die Löcher immer in die Seite des Behälters, was aber nur wieder Abdichtungsprobleme mit sich bringt.
Ich habe daher an der Öberseite gebohrt. Sollte das Wischwasser bei eiliger Kurvenhatz mit dem Combo (*Hüstel*) im Behälter schwappen, kommen da maximal einzelne Tropfen raus.
Ich habe das „U“ außerhalb des Behälters zusammengebaut, durch die Einflüllöffnung reingeschoben und dann durch schräg stellen durch die Löcher bugsiert.
Da muss man ein wenig experimentieren, bis man die richtige Länge der Rohre raus hat. Mit einem Rohrschneider hab ich sie immer häppchenweise gekürzt (Entgraten und von Spänen befreien nicht vergessen!)
Anschließend ging’s an den Einbau. Der ist aber ein Kapitel für sich…

Wischwasserheizung

Der Besten von Allen froren vor einiger Zeit die Wischwasserdüsen am Combo ein.
Wenn man dann bei Sprüh-Schnee-Matsch noch ca. 200 km Autobahn vor sich hat, ist die Begeisterung überschaubar.
Also erging der Auftrag, Abhilfe zu schaffen.

Nach kurzer Recherche fanden sich drei Lösungswege:

1. Die Mercedes-Benz-Lösung

Mercedes-Benz bietet seit den frühen 80ern einen beheizten Wischwasserbehälter für seine Fahrzeuge an. Dabei wird der Rücklauf des Kühlwassers zum Ausgleichsbehälter durch eine Art Tauchsieder geleitet, welcher im Wischwasserbehälter hängt. Sieht so aus:

Knorke Lösung, die Menschen auch schon für andere Fahrzeuge nachgebaut haben. Hier z.B. eine bebilderte Anleitung für den Golf II.
Webasto bot mit dem „HotShot“ ein ähnliches Konzept zum nachrüsten an. Dabei wird das Wischwasser jedoch elektrisch erhitzt.

2. Die beheizte Düse

Viele Hersteller versuchen das Problem über elektrisch beheizte Wischwasserdüsen zu lösen.
Diese Systeme sind dann entweder an die beheizten Heckscheiben/Außenspiegel gekoppelt oder haben einen integrierten temperaturabhängigen Widerstand drin, der sie automatisch ab 0°C zuschaltet:

3. Die Billigvariante

Bastlerfreudenhäuser wie z.B. Conrad oder ATU vertreiben alle Jubel-Jahre für nen 10er Nachrüstsysteme, die im Wesentlichen auf einer Schlauchverlängerung basieren. Diese Verlängerung hängt man hinter den Wischwasserbehälter, wickelt sie um einen Kühlerschlauch und führt sie dann zurück zu den Düsen. Dieses System soll die vorhandene Abwärme des Kühlsystems nutzen, um das in der Schlauchwicklung stehende Wischwasser zu erhitzen. Das sieht dann so aus:

Also überlegt, was für den Combo umsetzbar ist.
Variante 1 scheint die Beste zu sein (sofern man nicht das teure elektrische System verwendet). Menschen singen Loblieder und preisen den Erfinder.
Auch preislich ist diese Variante überschaubar: 30cm Alurohr mit 8mm Innendurchmesser (kein Kupfer wegen Korrosion!); ein gebrauchter Wischwasserbehälter; 1,5m Kühlmittelschlauch mit 8mm Innendurchmesser; Dichtmumpe zum wieder-verschließen des Behälters. Allerdings erfordert die Umsetzung einigen Bastelaufwand, den ich ambulant nicht leisten kann und es besteht die (geringe) Gefahr der Undichtigkeit des Kühlsystems.
Also erst mal zurück gestellt.

Variante 2 soll auch gut funktionieren, jedoch gab es sie nie ab Werk für den Corsa C bzw. Combo C.
Allerdings sollen die beheizten Wischwasserdüsen aus dem Vectra C von den Abmessungen her passen. Bei der Beschaffung wäre drauf zu achten, dass man keine Leuchtfackel-Versionen bekommt. Opel hatte da ein klitze-kleines Problemchen mit und musste sogar per KBA-Rückruf die Dinger tot-legen. Darüber hinaus müsste ich Zündungs-Strom in den Wasserkasten legen und diesen Wasserdicht verpacken. Das dürfte sogar noch mehr Aufwand sein, als die Mercedes-Variante. Ist also erstmal raus.

Variante 3 soll völlig nutzlos sein.
Zumindest behaupten das mal wieder Menschen. Allerdings gibt es auch gegenteilige Stimmen, die sich in Lobpreisungen ergehen.
Der monetäre Aufwand beläuft sich auf einen 5er, wenn man selbst kreativ wird (2,5m Aquariumschlauch 6mm Durchmesser; 1x Aquarium-Rückschlagventil). Risiken bestehen keine. Zur Not fliegt der Rotz einfach wieder raus. Bastelaufwand ist ebenfalls gering.
Also eine super ambulante Lösung!
Auf zum Zoohandel!

Das System hat zwei Fehlerquellen, welche die Wirksamkeit beeinflussen.
Zum Einen wird nur das Wischwasser innerhalb der „Spirale“ um den Kühlerschlauch erhitzt. Daher darf dieses Stück nicht zu kurz sein, um ausreichend Volumen für einen Wischvorgang zur Verfügung zu stellen. Zum Anderen darf der Weg des warmen Wischwassers zu den Düsen nicht zu lang sein, da es sonst direkt wieder abkühlt. Unter übermäßiger Schlauchlänge leidet auch der Wasserdruck, so dass evtl. bei höheren Geschwindigkeiten nur noch ein Rinnsal die Scheiben erreicht.
Außerdem erhöht es die Effektivität des Systems, wenn das Wischwasser nicht erst beim öffnen des großen Kühlkreises erwärmt wird. Das könnte bei z.B. einem Diesel schon einige Kilometer dauern.
Schaut man sich im Combo C/Corsa C-Motorraum nach Warmwasserquellen um, so findet man (neben dem viel zu weit entfernten Kühlerzulauf) Vor- und Rücklauf der Innenraumheizung direkt mittig an der Spritzwand:
Vor- und Rücklauf
Diese haben den Vorteil relativ nah an den Düsen, sowie Teil des kleinen Kühlkreislaufs zu sein.
Beim Z16YNG Motor bedeutet das, dass der Vorlauf außen schon nach ca. 500m handwarm ist. Ideal!
Vor- und Rücklauf kann man leicht unterscheiden, indem man den Wagen warm fährt, die Heizung auf Wüstensturm stellt und eine Zeitlang bei laufendem Motor laufen lässt. Fasst man nun an die beiden Schläuche der Heizung, wird man feststellen, dass der eine sehr heiß (Vorlauf) und der andere relativ kalt (Rücklauf) ist.
Beim Combo C bzw. Corsa C ist der (in Fahrtrichtung gesehen) linke Schlauch der Vorlauf und der Rechte der Rücklauf.
Um die Schläuche durch die Spritzwand zu führen, bieten sich die Durchführungen der Bremsleitungen an:
Wischwasserbehälter samt Durchführungen
Der Einbau ist easy.
Einfach die Verbindung in der Nähe des Wischwasserbehälterdeckels trennen, Behälterseitig das Rückschlagventil einfügen (eigentlich nur nötig, wenn das Behälterniveau unter dem der „Heizspirale“ liegt), den Schlauch durch die Durchführung der Bremsleitung fummeln, eng um den Vorlauf der Heizung wickeln, dabei darauf achten, dass der Schlauch sich nicht selbst abschnürt, wieder zurück durch die Durchführung fummeln und an den Verbinder zu den Wischerdüsen anschließen. Fertig:
Vorwärmung angeschlossen
Sollte sich beim anschließenden Funktionstest der pumpenseitige Schlauch immer vom Rückschlagventil lösen, hilft ein strammer Kabelbinder.
Schlauch abgerutscht
Selbige helfen auch dabei, die ganze Chose zu fixieren, so dass der Aquariumsschlauch nicht abknickt.

Ein erster Feldversuch über 250km Autobahn brachte verschiedene Erkenntnisse:

  1. Druck liegt auch bei höherer Geschwindigkeit unvermindert an.
  2. Ob das Wasser ausreichend warm wird, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ja, die Schlauchspirale fühlt sich warm an (allerdings bei weitem nicht so heiß, wie erwartet), ob davon allerdings noch was bei den Düsen ankommt, kann ich nicht sagen. Das Wasser, dass da raus kommt, will ich mal als „unverändert kalt“ beschreiben. Jedoch kann es durchaus sein, dass das Wasser dort nun nicht mehr mit -2°C raus kommt, sondern mit +3°C. Die Differenz ist nicht fühlbar, macht aber den Unterschied zwischen gefrieren und frei aus.
Mal sehen, was der Restwinter noch so bringt.
Sollte es sich als erwarteter Murks rausstellen, fliegt es wieder raus und ich bastel die Mercedes-Lösung.

Cabrón-Sitzheizung

Damit Vaddern, sollte es irgend wann mal Winter werden, keinen kalten Hintern bekommt, haben wir mal wieder eine Sitzheizung eingebaut.
Ausgangsmaterial war wieder eine billige cabrón Carbon-Heizung mit zwei Matten, welche unter den Sitzbezug kommen. Ein zweistufiges Modell hat sich als völlig ausreichend erwiesen. Mit ca. 15 Euro ist man dabei.
Da der Jagdwagen mit Seitenairbags ausgerüstet ist, musste vor dem Ausbau des Fahrersitzes die Batterie abgeklemmt werden. Danach ein paar Minuten warten, Licht einschalten um eventuellen Reststrom zu verknuspern und dann munter raus schrauben. Die Mittelkonsole kann bei der Gelegenheit gleich mit raus:
Mittelkonsole ausgebaut
Das erleichtert den Sitzausbau und später muss man da eh ran für die Verkabelung.
Der Blick unter den Fahrersitz offenbarte erfreuliches:
Kordel des Sitzbezuges
Die faulen pragmatischen Amerikaner (Der Mazda Tribute wurde auf dem selben US-Band montiert wie der identische Ford Maverick/Mercury Mariner) haben zur befestigung des Sitzbezuges einfach meinen Grundschulturnbeutel kopiert und einen Kordelzug verbaut. Total knorkes System und viel einfacher zu (de-)montieren als die klassischen Clips-Systeme.
Um den Sitzbezug ab zu bekommen, müssen die Seitenblenden ab. Die Demontage der Lehnenverstellung ist dabei besonders kniffelig. Solltet ihr kein Foto von der Lage der Feder machen, sie kommt so ans Gestell:
Feder der Lehnenverstellung
Der Griff selbst wird durch eine Schraube auf der Verdeckten Seite gehalten.
Nimmt man nun den Bezug ab, erwartet einen die nächste freudige Überraschung:
Klettstreifen am Sitzpolster
Statt der widerspenstigen Metallklammern verwendet der gemeine Ford-Arbeiter Klett-Streifen. Very nice!
Muss man also später nix mit Kabelbindern fixen.
Die Matte für die Sitzfläche war entsprechend schnell platziert:
Sitzauflage zugeschnitten
Der Vorteil an den Carbon-Matten ist ja, dass man sie (fast) nach Belieben zuschneiden kann. So haben wir einfach ein Loch in die Mittel geschnippelt, damit dort später der Klettverschluss wieder den Bezug fixieren kann.
Bei der Lehne geht man ähnlich vor. Hier ist es noch nicht mal erforderlich den Bezug ab zu nehmen:
Heizmatte in der Lehne
Die Matte wird einfach zwischen Lehne und Polster geschoben und hält mit den Klebestreifen auf der Rückseite und dem Ausschnitt für den Klettverschluss in Schulterhöhe.
Von der Verkabelung habe ich kein Foto gemacht, da Vaddern das in Eigenregie durchgeführt hat.
Er hat den Strom einfach am Zigarettenanzünder abgegriffen und die Kabel in der üppigen Mittelkonsole verlegt. Auf Höhe des Anzünders findet sich auch ein separater Massepunkt, den man nutzen kann.
Der 2-stufige Schalter sitzt nun zwischen den vorderen beiden Becherhaltern (die Kiste hat mehr Becherhalter als Sitzplätze) vor dem Schaltknüppel.
Der Einbau hat, dank der Übung die wir mittlerweile haben, keine zwei Stunden gedauert.
Die Hitzeentwicklung ist übrigens gewohnt immens. Nach 500 Metern wird der Hintern warm, nach ca. 3 km muss man auf Stufe 1 runter schalten, damit sich keine Schweißperlen bilden.
Vaddern ist sehr zufrieden.