Schlagwort-Archive: Reifen

„Raus bist du noch lange nicht,…

…sag mir erst wie alt du bist!“
Ich brauche mal wieder eure Hilfe. Ich werde aus den Reifen von Sir Edward einfach nicht schlau.
Reliant Rialto Abenteuer 039 hell
Bevor ich mit ihm beim TÜV auftauche, wüsste ich gerne, wie alt seine Schlappen sind, um ausschließen zu können, dass sie (so wie z.B. die Stoßdämpfer) noch von der Erstauslieferung 1984 stammen.
Alter von Reifen bestimmt man normalerweise ja ganz easy über die DOT-Nummer. Is auch klar.
Aber auf Sir Edwards Reifen findet sich keine Nummer die Sinn ergeben würde. Zumindest nicht in meinen Augen.
Oben rechts im Bild steht zwar auf dem Reifen „DOT“, aber die Nummer darunter ergibt keinen Sinn. Hier mal ein vergrößerter, hellerer Ausschnitt:
Reliant Rialto Abenteuer 039 Reifenausschnitt
Laut Wikipedia müsste das dann ja 20. Kalenderwoche 2064 bedeuten….
Hilfe?

Der Prinzessin neue Schuhe VII

Nachdem ich nun die Felgen fertig poliert hatte, konnte ich ans auspressen der alten Radlager und einpressen der Neuen gehen. Ich fand das dies notwendig sei, da die Radlager alle mehr oder minder so aussahen:
Radlager wechseln 037
30 Jahre Staub und Dreck hatten in den offenen DDR-Lagern ihren Tribut gezollt und es war bei jeder Drehung der Trommel ein merkliches Knacken und Mahlen spürbar. Ich hatte mir (wie ganz zu Anfang berichtet) bei der Firma Dumcke die Radlagersets bestellt und nachdem nun die Räder ausgespeicht waren, war es an der Zeit diese einzubauen.  Damit das Ganze gut funktioniert und man nicht (wie ich) die neuen Radlager gleich wieder ruiniert braucht man für diese Arbeit vor allem eins: Ruhe.
Neben der Ruhe braucht man auch noch einige Werkzeuge. Vor allem ein Heißluftgebläse ist nahezu unersetzlich. Höchstens durch eine Herdplatte oder Muttis Backofen. Aber die sind beide nicht optimal. Ein solches Teil meine ich:
Radlager auspressen 017
Daneben benötigt ihr noch einen kleinen Schraubenzieher, den ihr als Meißel benutzen könnt, eine Seegeringzange, einen mittleren Hammer, ein paar Holzklötzchen, Handschuhe und zwei Rohre:
Radlager auspressen 019
Eines der Rohrstücke sollte den Durchmesser des inneren Laufrings der Lager haben. Quasi so:
Radlager wechseln 015
Das Andere sollte den Durchmesser des äußeren Laufrings haben.
Radlager wechseln 021
Zum Verwendungszweck der Rohre komme ich später.
Als erstes muss der Seegering raus, welcher das Lager auf der Mitnehmerseite hält. Dann erhitzt man den Lagersitz auf der Bremsenseite mit dem Gebläse. Nun mit den Handschuhen die Trommel umdrehen und auf Klötzchen legen, so dass das Lager rausplumpsen kann. Sollte es das nicht von alleine tun (was bei mir keines getan hat) steckt man den kleinen Schraubenzieher so tief in die Nabe, bis man die kleine untere Kante spürt, an der die Mittelhülse an den inneren Lagerring stößt.
Radlager wechseln 010
Dort dann einfach ringsum gleichmäßig Hammerschläge austeilen, bis das Lager draußen ist. Es ist wichtig, dass man das Lager gleichmäßig rings um raustreibt, da es sich ansonsten verkantet. Mit dem Lager verabschiedet sich dann auch die Mittelhülse. Als nächstes dreht man die Trommel um und macht die Mitnehmerseite heiß. Das Lager auf dieser Seite kann man dann mit dem schmalen Rohr raus treiben.
Nun noch die Lagersitze säubern und auf Riefen und Rillen untersuchen. Wenn alles ok ist, kann es mit dem einpressen weiter gehen. Davon handelt dann mein nächster Artikel.

Der Prinzessin neue Schuhe II

Damit ich die neu bestellten Speichen einbauen konnte, musste ich erstmal Lola ihrer Räder berauben. Allerdings wollte ich sie nicht einfach auf Klötze stellen. Sie steht ja immerhin in der Garage meines Gönners und wer weiß, vielleicht will der ja in den Weihnachtsferien an seine Gartengeräte, welche hinter Lola lagern…
Also musste ich ihr übergangsweise ein paar Transportrollen unterschnallen.
Die Idee war, ein paar Rollen, welche wir noch im Keller hatten, an dicke Klötze zu schrauben und anständige Bolzen anstelle der Achsen einzuschrauben.
Erleichtert wurde das ausprobieren dieser Idee dadurch, dass ich bei meinem Vater noch die Reste aus dem gekauften Blechkonvolut eingelagert habe. Dabei waren sowohl eine hintere als auch eine vordere Schwinge, an der ich die verschiedenen Montagepunkte austesten konnte. Für vorne sah die Konstruktion dann folgendermaßen aus:
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 001
Die Rolle kam einfach mit Unterlegscheiben und Spax-Schrauben auf den Klotz.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 004
Damit der Bolzen auch schön gleichmäßig anliegt und mir beim Festschrauben nicht den Lack der Schwinge zerkratzt kam noch eine Unterlegscheibe und ein gelochter Gummischnipsel (Mal wieder mein geliebter LKW-Schlauch) hinzu.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 006
Wir dachten, dass der Druck der beiden Bolzen links und rechts ausreichen würde, damit sich der Klotz nicht beim schieben um die eigene Achse drehen würde. Dem war aber leider nicht so. Mittlerweile hindert ein Nagel im Klotz über und unter der Schwinge selbigen am verdrehen. Beim nächsten Mal würde ich das eleganter lösen.

In die Schwinge auf der Beifahrerseite haben wir einfach quer einen Klotz mit Rolle eingesetzt. Die Sicherung gegen das Verdrehen übernimmt auf dieser Seite ein zweiter Bolzen im Langloch. Aufgrund der Länge der Rollenbasis war es notwendig den Klotz links und rechts etwas auszusparen, damit die Aufnahmen für die Stoßdämpfer Platz fanden.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 013

Für die Antriebsseite habe ich mir überlegt, dass ich den Mitnehmer samt Ritzel und Kette gerne sitzen lassen würde. Daher war hier eine andere Lösung als rechts erforderlich. Wir haben einfach einen halben Balken mit einer Aussparung für die linke Stoßdämpferaufnahme und einem Loch für den Pin der Drehmomentstütze versehen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 014
Der in das Holz greifende Pin sichert den Klotz zusätzlich am verdrehen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 016
Die beiden Bolzen im Langloch sollen die Last des Duos auf dieser Seite aufnehmen und gleichzeitig auch noch gegen ein Verdrehen beim schieben sichern.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 021
Da wir zuhause in der Werkstatt nicht feststellen konnten, wie weit der Mitnehmer in die Schwinge „hinein ragt“ haben wir die Rolle nach links außen (da wo normalerweise der Auspuff sitzt) raus stehen lassen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 022
Damit war das Transportgestell soweit fertig. Im nächsten Artikel berichte ich dann darüber, ob unsere Überlegungen wirklich alle richtig waren und ich Lola mit den Transportrollen so einfach wie gedacht tiefer legen konnte.

Rat(d)los

Als ich Lola kaufte, hatte sie ja noch einen selbstgebastelten Gepäckträger mit einem unerträglich hässlichen Topcase drauf. Garnicht so unhässlich hingegen fand ich, dass auf dem Heckträger ein Ersatzrad montiert war. Ansich ja ne gute Idee. Sieht Oldschool-mäßig aus und hat auch im Falle einer Panne einen echten Nutzen. Leider stellte sich das Rad als völlig unbrauchbar heraus. Der Reifen war platt, das Ventil kaputt, der Mantel „Made in G.D.R.“ und zu allem Überfluss hat die Felge noch einen Bremsschild (Ankerplatte) mit innenliegendem Bremshebel. Letzteres ist wohl das größte Problem, denn so wie ich das bisher einschätze, braucht man verschieden lange Bowdenzüge, für Bremsschilde mit externem Bremshebel und internem Bremshebel. Oder liege ich da in meiner Annahme falsch? Diese Art von Bremsschild ist ja eigentlich für Vorderräder bei der KR51/1 und SR4 gedacht. Das Duo hat aber ringsum nur „Hinterräder“ mit außenliegendem Bremshebel…
Ich habe das komplette Rad jetzt erstmal in meinen Fundus gepackt. Vielleicht werde ich es bei Bedarf ja mal mit einem anderen Bremsschild ausrüsten. Hier ein paar Fotos von dem Rad und dem Innenleben.

Felge 006

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