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“Sag Aaaaa…-Frame.” VI

Tut mir leid, dass ihr noch nicht früher was von mir lesen konntet, aber heute war Großkampftag. Zum einen ist ja dank Auto Mobil Osnabrück endlich der Achsschenkel zerlegt und ich konnte nun weiter machen. Zum Anderen musste ich heute rein hauen, eh das Gelbfieber, mit dem ich seit gestern infiziert bin, stärker wird.
Ich hab heute an mehreren Baustellen parallel gearbeitet. Als erstes will ich über meine Fortschritte am A-Frame berichten.
Zum Anfang kamen die verbliebenen Nadellager raus. Das funktionierte so, wie ich es schon vermutet hatte. Also fix ne passende Hülse gesucht und für eine gleichmäßigere Trefferfläche des Hammers noch einen alten Bolzen lose rein gesteckt:

Danach gabs dann auf den Kopp. Nix spektakuläres und auch schnell fertig:

Nun war der Achsschenkel endlich gänzlich nackig und ich konnte ihn ausgiebig sauber machen.
Als nächstes habe ich mich daran begeben, die Laufspuren der alten Lager wegzupolieren. Dazu habe ich eine Metallpolitur von Nigrin verwendet. Einfach den Schenkel eingespannt, aufgetragen, einen Stoffstreifen vom Lappen gerissen und nach Einwirkzeit schön „rubbel-die-Katz“:

Ich finde das Ergebnis durchaus brauchbar:

Vorher sah die gleiche Stelle so aus:

Die Pittingspuren sind deutlich weniger spürbar.
Nachdem das erledigt war, konnte ich mich der Bremsplatte zuwenden. Da warteten ja immer noch die alten Radbremszylinder auf ihren Ausbau.
Mittlerweile hatte ich auch passende Bremsleitungsschlüssel (offene Ringschlüssel) besorgt:

Der Rialto braucht für die 3/8″-24 UNF Bremsenfittings Schlüsselweite 11 (Überwurfschrauben) und 14 (Überwurfmuttern).
Als erste habe ich eine olle Schraube in eines der Löcher gedreht, um mir eine dauerhafte Markierung zu schaffen, welche Seite oben war:

Leider halfen auch die passenden Schlüssel nix. Trotz einer Woche in Rostlöser saßen die Fittings so fest, dass sich eher der Schlüssel aufbog, als dass sich die Schraube bewegt hätte:

Es half also alles nix. Ich musste zur Radikalkur greifen und die Kneifzange ansetzen. *Knaps* und draußen waren die Zylinder:

Nun konnte ich auch über die abgekniffenen Enden einen geschlossenen Ringschlüssel schieben und mit mehr Kraft zur Sache gehen:

Das half und bald hatte ich alle Verschraubungen draußen:

Wenn ich mir die so besehe, ist es vielleicht auch nicht schlecht, dass sie nun neu kommen müssen. Sind schon ziemlich gammelig.
Die Bremsflüssigkeit, die dann noch aus den Zylindern tropfte machte auch sehr lustige Schlieren in der restlichen alten Flüssigkeit:

Hier noch zwei Fotos von den Beschriftungen auf den alten Girling Bremszylindern. Vielleicht hilfts bei der Ersatzteilsuche:

Das Blöde ist nur, dass ich nun irgendwie die kaputtgekniffene Bremsleitung ersetzen muss. Morgen will ich mal mit Sparesman sprechen, ob der die kleinen Stücke zufällig auf Lager hat. Das wäre dann ja schön easy. dann könnten die Leitungen dort komplett neu. Ansonsten muss ich wohl nochmal horchen, ob das Angebot von as bzw. seinem Kumpel noch steht…
Außerdem muss ich mir überlegen, was ich mit der Bremsplatte mache. Sandstrahlen und lackieren wäre der eleganteste Weg. Leider habe ich weder Kompressor noch andere Sandstrahlgelegenheit. Aber so zugeschmoddert, wie die ist, kann ich sie auch nicht lassen. Blöd. Muss ich drüber sinnieren.
So, dass muss für heute reichen. Die anderen Artikel gibts morgen. Das Gelbfieber macht mich fertig. Ker, bin ich groggy.

Hier kommt Gurt V

Nachdem ich mitllerweile ja die hinteren Befestigungspunkte der Gurte außen und innen vorbereitet hatte und die neuen Gurte von Sparesman angekommen waren, stand einem Einbau nichts mehr im Wege.
Hier ein Foto von den Autoliv-Produktnummern, falls jemand von euch sie bei sich auch nachrüsten will:

Um den schon angesprochenen Spalt zwischen Karosserie und Rahmen zu füllen, musste ich ein wenig mit verschiedenen Distanzstücken experimentieren:

Zum Glück hatten wir da eine bunte Auswahl in unserem Fundus. Denn natürlich waren die Spalten zwischen Fahrer- und Beifahrerseite unterschiedlich groß…“Handarbeit“ eben.
Danach haben Vaddern und ich mit der Nagelschere Löcher in die Kunstlederabdeckung geschnitten. Erst haben wir mit einem einfachen „Kreuzschnitt“ experimentiert, aber dabei hat das Kunstleder immer Falten geworfen, sobald man den Bolzen fest an zog. Ein Kreisrunder Ausschnitt in Größe der eingesetzten Drehhülse beseitigt dieses Problem. Ist ja nachher auch alles von der Gurtbefestigungshasen verdeckt.
Nun stand die Überlegung an, welchen Gurt man wo montiert. Schloss außen oder innen? Ich entschied mich nach einigem probieren für Schloss außen:

Und zwar aus dem einfachen Grund, dass nämlich die Gurtlaschen so lang sind, dass sie mir, wenn es blöd läuft (was es immer irgendwann tut) aus der geöffneten Tür fallen können und dann dort eingeklemmt werden bzw. für anständig Macken sorgen.
Für den mittleren Gurt musste ich noch einen Schnitt in dem überstehenden „Polsterlappen“ machen.
Der Schnitt muss so breit sein, dass der Gurt durch ihn durch laufen kann, da der Befestigungspunkt unter dem Lappen liegt. Aber auch das alles keine Schwierigkeit.
Dementsprechend sieht das Ganze nun so aus:

Allerdings frage ich mich, was für fette Biester normalerweise mit diesen Gurten verzurrt werden. Bei meinem Probesitzen musste ich ca. 1,5m Gurt durchfädeln, bis ich endlich fest saß:

Ein wenig stört mich, dass das Gurtschloss nun mehr oder weniger auf dem Bauch liegt. Allerdings sehe ich da keine andere Möglichkeit. Außerdem verdreht sich der Laschen-Gurt leicht. Er läuft ja senkrecht vom Befestigungspunkt weg und muss dann zur Seite abknicken. Aber auch das ist konstruktionsbedingt und wohl nicht vermeidbar. Die Sicherheit wird es wohl nicht beeinflussen bzw. im Falle eines Unfalls die wohl geringere Sorge sein….
Nun fehlt noch die andere Seite und eventuell die Automatikgurte für vorne.

“Sag Aaaaa…-Frame.” IV

Letzte Woche habe ich auch an Sir Edwards A-Frame weiter gearbeitet. Der neue „Schwingarm“ liegt ja schon pulverbeschichtet bereit. Also hieß es nun die weiterzuverwendenden Teile vom alten Arm abbauen.  Die einzigen Teile, die ich noch weiter verwenden werde, sind die Bremstrommel-Rückplatte und der Achsschenkel. Wobei ich mir bei letzterem nicht so sicher bin. Aber dazu später mehr.
Das hier war die Ausgangslage:

Also erstmal alles abschrauben, was abzuschrauben geht. Hierbei fiel mir mal wieder der fehlende Bremsleitungsschlüssel auf. Diese Woche gehe ich los und besorge einen. Is ja kein Zustand!
Alle anderen Schrauben ließen sich trotz des vorangeschrittenen Gammels gut lösen. So hatte ich die Bremsplatte bald lose:

Ach, neue Radbremszylinder verbaue ich auch mal. Die alten sehen so komisch braun unter den Manschetten aus:

Nun ging es an den vermeintlich schwierigsten Teil des Ausbaus: Das Entfernen des Haltepins des Achsschenkelbolzens. Der Bolzen wird im A-Frame gehalten, indem in einer Nut ein Haltepin steckt. So sieht das ganze im Schema aus:

Und so sieht der Bolzen unscharf mit drauf gelegtem Pin aus:

Bevor man also den Achsschenkelbolzen entfernen kann, muss der Pin raus. Hierbei muss man aufpassen, dass man den Pin zur richtigen Seite hin mit dem Hammer traktiert. Er ist nämlich konisch geformt. Schlägt man auf die falsche Seite, treibt man ihn nur noch fester rein. Die Diagnose der richtigen Seite wird noch dadurch erschwert, dass der Pin nur durch zwei kleine Bohrungen im Achsschenkel zu erspähen ist. Nach dementsprechend langem begutachten, fummeln mit der Taschenlampe und befragen meines Vaters meinte ich die schmalere Seite des Pins erkannt zu haben. 3-4 Schläge mit dem Körner/Hammer später, hatte ich den kleinen Bastard dann auch in der Hand:

*Puh* Richtig geraten.
Als nächstes sollte dann der Achsschenkelbolzen selber raus. Dazu muss man erstmal die „Abdeckmünze“, welche ihn gegen die dreckige Außenwelt abschirmt raus popeln. Das kleine Metallplätchen sitzt stramm in einer Nut. Mit dem Schraubenzieher hebeln ist da nicht zu empfehlen. Zumal man auch keinen richtigen Ansatzpunkt hat. Da die Plättchen eh später neu kommen, kann man hier einfach mit dem Bohrer vorgehen:

Davor kommen noch auf jeder Seite Segeringe und schon ist der Bolzen frei zum raustreiben. Da sowohl die Lager als auch der Bolzen selbst nicht wiederverwendet werden, durfte dort gröberes Werkzeug zum Einsatz kommen. Also einen alten Bolzen mit der Gripzange gegriffen und erst mit mittlerem und dann mit Vorschlaghammer Attacke gemacht:

Leider zeigt sich der Bolzen davon gänzlich unbeeindruckt. Er hat sich keinen Millimeter bewegt.
Allerdings fiel mir auf, dass der Lagersitz auf dem Achsschenkel einen kleinen Kratzer hat:

Ist mit dem Fingernagel als kleine Kante spürbar. Was sagen die Experten? Neu? Egal? Polieren?
Da dem Achschenkelbolzen mit unseren heimischen Mitteln nicht bei zu kommen war, habe ich mir überlegt, das Teil zu einer Werkstatt mit hydraulischer Presse zu bringen. Die sollten das dort innerhalb von Minuten raus bekommen. Da der ganze A-Frame aber zu sperrig ist um ihn mit sich rum zu schleppen, ich ihn ja nicht mehr brauche und die Bremsplatte so nicht ab zu bekommen ist, wurde kurzerhand die Flex ausgepackt:

Jetzt ist der Achsschenkel ein hübsch handliches Stück und ich kann nebenbei noch die Bremsplatte renovieren:

Mal sehen, wann ich diese Woche dazu komme, hier in Osnabrück ne Werkstatt mit Presse zu finden. Muss ich wohl ne Rundtour mit den gelben Seiten unterm Arm machen.

Bevor ich mich übrigens an den Ausbau des Kingpins gemacht habe, habe ich ausgiebig die Anleitung von Fifer aus dem R3W-Forum gelesen. Das lege ich jedem Nachahmer auch ans Herz! Da stehen einige wichtige Tipps drin!

Der Spreizer

Nein, das ist keine Empfehlung des neuen Magmafilm-Pornos von mir, sondern der Fachausdruck für ein Werkzeug. Aber dazu später mehr. Erstmal die Ausgangslage:
Wie ihr euch vielleicht erinnert, ist Sir Edwards Auspuff hinüber. Klassisch durchgerostet. Auf diesem Bild kann man den Zustand ganz gut im Hintergrund erkennen:

Da mir das schon früh aufgefallen ist, hatte ich damals bei meiner Bestellung bei Sparesman ein neues Hauptrohr geordert. Die Abgasanlage des Rialtos ist nämlich denkbar einfach konstruiert. Ein dürres Rohr führt vom Krümmer unter dem kompletten Auto entlang und mündet in einen einsamen Schalldämpfer. Nix Kat oder so nen Schnick-Schnack. Zwei Teile: Fertig. Allerdings bringt diese zweiteilige Konstruktion auch einen Nachteil mit sich: Das Hauptrohr ist fast zwei Meter lang.
Um dennoch vertretbare Versandkosten zu ermöglichen, hat Sparesman es (mit meiner Zustimmung) daher einfach in drei Teile zersägt.
Nun stand/stehe ich vor der Wahl: Die Stücke zusammen schweißen lassen, oder Tüllen/Hülsen basteln und verschrauben?
Ich bin ja ein Fan von Schraubverbindungen. Die kann ich erstens selber machen und zweitens kann man sowas auch wieder lösen.
Ich erinnerte mich außerdem dunkel an ein Bild von einem Werkzeug, dass gerade dazu gemacht war, Rohre zu weiten. Google und eBay halfen dann bei der Fachausdrucksuche. Das Gerät heißt „Spreizer“ oder „Aufweiter“ und sieht so aus:

Das Bild erläutert auch gleich das Funktionsprinzip. Man steckt das Teil in das zu weitende Rohr, spannt es mit einem Ringschlüssel oder Ratsche sanft vor und erhitzt dann das Rohr mit dem Heißluftfön oder Bunsenbrenner. Wenn es heiß genug ist, spannt man den Spreizer weiter, bis der gewünschte Durchmesser erreicht ist. Dann abkühlen lassen, entspannen, rausziehen, fertig.
20€ incl. Versand kostet mich das Gerät nun. Irgendwas in der Richtung hätte ich auch bei nem Metalbauer für die Schweißnähte gezahlt. Also ist es den Versuch wert. Wenns nicht lüppt, kann ich ja immer noch schweißen lassen.
Nun stellen sich aber wieder zwei Möglichkeiten: Weite ich die Originalrohre und stecke sie einfach ineinander, oder baue ich mir Manschetten?
das weiten der Originalrohre währe die sauberere Lösung. Allerdings verliere ich dadurch einige Zentimeter. keine Ahnung, ob dann noch alle Aufhängungspunkte passen.
Ich tendiere daher erstmal zu dem zweiten Lösungsweg. Das alte Auspuffrohr hat noch einige gute Sektionen. Daraus werde ich mir zwei Stücke raustrennen und diese mithilfe des Spreizers weiten. Dann kommen sie als Verbindungsmanschetten über die abgesägten Rohrenden und werden mit Schellen festgezogen.
Ich denke, ich muss ein paar Entlastungsschlitze in die Manschetten flexen, damit ich da was zum zusammenziehen habe, oder? Ansonsten wird das wohl nicht dicht.
Ich hoffe auch, dass die alten Rohre genügend „Fleisch“ haben, damit ich sie weit genug weiten kann. Der Innendurchmesser beläuft sich auf 31,5 mm. Außen haben sie 35,0 mm.
Die Spreizer gibts übrigens in verschiedenen Kalibern. Ich habe einen von 29-44 mm genommen.

Operation Edward I

Vergangenes Wochenende habe ich meinen Vater zum essen eingeladen. Es gab Fisch & Chips:
Reliant Rialto Abenteuer 093
Ich muss sagen, dass das überraschenderweise echt gut schmeckt! Die klassische Variante mit Malzessig und Salz gefiel mir besonders gut. Leider gab es aber nur Seelachs und keinen Kabeljau. Und auch HP Sauce passt hervorragend zu Pommes! Ist halt was für Menschen, die gerne sauer/süß-sauer essen. Lecker!

Ach ja, und ich hab noch was mitgebracht….:
Reliant Rialto Abenteuer 084