Nachdem sich der A-Frame als Kernschrott erwiesen hatte, habe ich mich den Aufnahmen am Rahmen zugewandt.
Mit ausgebautem A-Frame kommt man da gut dran um sie ein wenig zu entrosten und zu lackieren.
Die Vorbesitzer hatten hier reichlich in Farbschichten und Unterbodenschutz investiert. Allerdings wurde vorher am entrosten gespart…
Mit einem alten Schraubenzieher habe ich dann Schicht um Schicht abgekratzt, bis ich plötzlich ins Leere stieß:

Es wird immer besser! Nicht nur der A-Frame ist hinüber, nein, auch die obere Stoßdämpferaufnahme!
Großartig!
Die ist natürlich auch Teil des Rahmens und lässt sich nicht so einfach austauschen, wie der A-Frame. Da ist Schweißarbeit nötig und ich habe weder ein Schweißgerät noch die nötigen Fähigkeiten. Das war‘s also mit dem Zeitplan.
Ok, verdrängen und einfach weiter arbeiten.
Entrosten wir doch erst mal die unteren A-Frame-Aufnahmen.
Schrapp, schrapp, durch….

Fein, fein. Auch durchgerostet.
Ab diesem Moment hätte ich den Bug am liebsten auf einen Hänger gepackt und für 1-2 Jahre eingelagert.
Meine Laune erreichte nordkoreanisches Arbeitslagerniveau.
Nur durch Vadderns gutes Zureden, habe ich die Kiste nicht in die Ecke gepackt.
Der Plan ist nun, ein Schweißgerät zu kaufen, schweißen zu lernen und dann die Aufnahmen zu reparieren. Ein einzelner Satz, der Monate Verzögerung bedeutet. Ich peile mal vorsichtig den 01. Mai 2016 an.
Wie ich die Aufnahmen genau repariere, weiß ich noch nicht wirklich. Eine Materie, in die ich mich erst noch komplett neu einarbeiten muss.
Schlagwort-Archiv: Rost
Wer rastet, der rostet II
Die Weihnachtstage habe ich dazu genutzt dem Rost im Gorilla-Tank auf den Leib zu rücken.
Wie ihr euch vielleicht erinnert gabs da leichte Korrosionsspuren:

Um in Zukunft mit Ersthand-Erfahrungen aufwarten zu können, entschied ich mich für einen Testlauf mit Zitronensäure.
Die hat den Vorteil, dass sie (außerhalb des Drogerieverkaufs) spott-billig ist und außerdem auch noch nach Gebrauch bedenkenlos im Abfluss verschwinden kann.
Beim entrosten mittels Zitronensäure gibt es zwei Vorgehensweisen:
Einmal kann man die Lösung erhitzen, was ihre Wirkkraft um ein vielfaches steigert und die Einwirkzeit drastisch verkürzt. Hierbei muss man jedoch darauf achten, die Lösung während der ganzen Zeit auf Temperatur zu halten, damit sich kein Citrat (ein Salz der Zitronensäure, sowie das darin enthaltene Anion, also die deprotonierte Form) ablagert und später z.B. in Falzen für erneute verstärkte Korrosion sorgt.
Alternativ kann man auch mit einer kalten Lösung arbeiten, was jedoch wesentlich mehr Säure (50g auf 250 ml Wasser) und Zeit erfordert. Hierbei lagert sich kein Citrat ab, so dass dieses Vorgehen für verwinkelte Werkstücke sicherer ist.
Dementsprechend habe ich mich auch für eine kalte Anwendung beim Gorilla-Tank entschieden.
Da Gerüchten zufolge Benzinhahndichtungen die Säure nicht wirklich gut vertragen, habe ich den Anschluss auf der Unterseite mit einem Stopfen und Dichtband verschlossen:

Anschließend ging es ans anrühren der Lösung. Je höher die Konzentration der Zitronensäure ist, desto effektiver wirkt sie. Daher sollte man immer versuchen, dass Pulver bis zur Sättigung des Wassers einzurühren. Als Daumenwert hat sich 50g auf 250ml Wasser bewährt:

Nachdem 10 Liter Lösung im Tank waren, kam er auf einem Eimer (sollte der Stopfen doch nicht ganz dicht sein) für zwei Tage in den Heizungskeller:

Schon nach einem Tag zeigte sich eine deutliche Wirkung:

Nachdem die zwei Tage um waren, habe ich die Lösung durch einen Kaffeefilter abgelassen um zu sehen, wie viel dabei rum gekommen ist:

Die unteren zwei Zentimeter des Filters waren eine feste Schicht aus Rostpartikeln.
Auch ein Blick in den Tank versprach ein gutes Ergebnis:

Da sich jedoch an den Wänden und auf dem Boden des Tanks noch reichlich gelöste Rostflocken fanden, bin ich direkt dazu über gegangen, ihn sehr gründlich mit dem Gartenschlauch und einer Flaschenbürste zu attackieren:

Hierbei kam nochmal reichlich Rost raus und ich konnte sicher sein, die Säurerückstände gründlich verdünnt/ausgespült zu haben.
Beim Blick in den Tank finden sich nun statt der verrosteten Partien nur noch leichte Verfärbungen:

Um sicher zu gehen, dass keine Rückstände im Tank verbleiben, sollte man die Säure mit etwas alkalischem neutralisieren.
Hier bietet sich klassische Schmierseife an:

Einfach eine ausreichend große Menge (ich habe 2,5l verwendet) anrühren und dabei nicht mit der Seife geizen. Anschließend in den Tank füllen, alle Öffnungen verschließend und mit der Arnold-Schwarzenegger-Methode (kräftig Schütteln und grimmiges Gesicht machen) reinigen. Zwischendurch mal etwas stehen lassen, so dass die Seifenlauge auch die Säurerückstände in den Falzen erreichen kann.
Abstand sollte man von Spüli und Co. nehmen. Die erscheinen zwar auch als eine Art „Seife“, sind jedoch ph-neutral und damit ungeeignet zum neutralisieren.
Um nach dem Spüldurchgang sicher zu gehen, dass keine Wasserrückstände etwaige erneute Korrosion beschleunigen können, habe ich einen guten Schluck Spiritus in den Tank gefüllt:

Die beim E10-Sprit gefürchtete Eigenschaft Wasser zu binden, ist hier gerade gewünscht.
Aufgrund des furchterregenden Gestanks sollte man das jedoch nur draußen machen.
Um schlussendlich auch den letzten Rest Feuchtigkeit aus dem Tank zu bekommen, habe ich ihn vorsichtig mittels Heißluftfön von innen erhitzt.
Nach einem weiteren Tag im Heizungskeller gabs die abschließende Behandlung mit einem 10:1-Benzin/2-Takt-Öl-Gemisch. Das habe ich sorgfältig im Tank umher geschwenkt, um dem blanken Metall einen gleichmäßigen Schutzfilm bis zum späteren Einbau zu verpassen.
Alles in Allem bin ich mit dem Experiment sehr zufrieden und werde sicherlich in Zukunft wieder Dinge mit Zitronensäure entrosten.
Wer rastet, der rostet
Nachdem der Zusammenbau langsam an Fahrt gewinnt, kann ich mich auch einiger Details widmen.
Wie ihr ja wisst, lag die Gorilla jahrelang teilzerlegt in einer Garage.
Das hat leider auch den Tank in Mitleidenschaft gezogen.
Auf der Unterseite findet sich einiges an Rost:

Da der Tank jahrelang ohne schützendes Benzin auskommen musste, ist auch das blanke Metall im Inneren angegriffen:

Der Lack außen ist zerkratzt und abgestoßen, so dass sich auch dort der erste Rost bildet.
Zwei Dellen finden sich ebenfalls im Tank.
Nun stellt sich die Frage:
Was tun?
Ich würde den Tank vor der erneuten Inbetriebnahme gerne innen entrosten und mit einer Tankversiegelung behandeln.
Hat jemand von euch so was schon mal gemacht und kann mir ein bestimmtes Produkt empfehlen?
Oder ist es schlauer, ihn erstmal so wie er ist zu verwenden und die Versiegelung nach einer späteren Neulackierung auf zu bringen?
Den Rost auf der Außenseite wollte ich entfernen und mit Rostschutzlack behandeln, damit da erstmal Ruhe ist. Sobald die Gorilla ihr „Erprobungsjahr“ hinter sich hat, will ich sie eh komplett zerlegen und neu lackieren (lassen).
Die Dellen würde ich bei der späteren Neulackierung als „Patina“ behalten. Die Aufkleber sind zum Teil zerrissen oder fehlen komplett, so dass es da nix besonderes zu retten gibt. Außerdem gibt es sie auch als hochwertige Repros.
Hutmuttern und Lochfraß
Auch am Vitara wurde ein wenig gefummelt.
Der Arsch ist nun nackt:

Das macht ihn beim zurücksetzen wesentlich übersichtlicher.
Da neben dem Ersatzrad auch die Halterung des Selbigen von der Hecktür flog, waren die Radmuttern des Ersatzrades verfügbar um etwas zu beheben, was mir schon beim Kauf aufgefallen war.
Der Vitara hatte an jedem Rad vier hübsche Chrommuttern und eine schäbbige Stahlmutter.
Sowohl vorne:

Als auch hinten:

Strange.
Des Rätsels-Lösung fand sich später im Handschuhfach, in Form eines Felgen-Schloss-Schlüssels….
Da hatte wohl jemand vergessen, wo er den hatte und hat dann einfach die Schlossmuttern an jedem Rad geknackt.
Gut. Der Schlüssel konnte dann in den Müll wandern und die Chrom-Muttern des Ersatzrades die schäbbigen Kollegen ersetzen.
Da Vaddern eh nochmal zu dem Händler fahren musste, bei dem wir ihn gekauft haben (ominöse Geräusche im 4. und 5. Gang) haben die dort auch gleich die klassischen Vitara-Löcher in der Ladefläche geflickt.
Vorher:

Nachher:

Weit entfernt von schön, aber für lau…
Natürlich haben sie nicht, wie es anständig wäre, dass rostige Blech rausgetrennt, sondern einfach eins drüber gebraten:

Naja. Im Winter hoffe ich ja eh schweißen zu lernen. Dann kann ich mich da dran austoben. Wird mein Gesellenstück.
2009er Petroleum Lola-Rothschild
Heute hab ich nach ewiger Zeit mal wieder Lola zugewendet. Allerdings nur, weil meiner Mofa der Sprit ausgegangen ist.
Ich hatte, als ich Lola eingemottet habe, ihren Tank bis zum Rand voll gemacht, damit er nicht das Rosten anfängt.
Das hat auch super funktioniert. Allerdings hat moderner Sprit die Angewohnheit sich mit der Zeit in aggressive Bestandteile aufzulösen und Wasser zu ziehen. Also keine Dauerlösung.
Daher hab ich den Uralt-Sprit aus Lola abgelassen und verbrenne ihn nun mit der Super Bravo:

Lolas Tank hat frischen Stoff zur weiteren Konservierung bekommen.
2011……ganz bestimmt….