Über das Blog von Mini-Schrauber Christian bin ich auf diesen Artikel über eine Ausstellung des Petersen Automotive Museum in Los Angeles gestolpert.
Das Museum zeigt momentan eine Ausstellung mit dem Titel „What Were They Thinking? – The Misfits of Motordom“.
Wie auch schon bei dem Artikel von BusinessWeek finden sich auch hier wieder jede Menge Fahrzeuge, die ich nur zu gerne in meiner Garage hätte!
Warum diese Fahrzeuge immer so als absolute Sackgassen und Fehlgriffe tituliert werden bleibt mir aber nach wie vor ein Rätsel….nen Chiwawa oder eine Sphynx-Katze sind schließlich auch eher weit vom historischen Nutzwert entfernt und erfreuen sich trotzdem großer Beliebtheit.
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7 Meilen Striche
Ein weiteres Problem bei der Zulassung des Bugs wird sein Tacho:

Der hat ja nur eine Meilen-Skala und nicht wie Sir Edward eine kombinierte MPH/KPH-Skala:

Für den TÜV müssen aber mindestens Markierungen der wichtigsten km/h-Geschwindigkeitslimits angebracht werden. Also bei 30, 50 und 100 km/h.
Eine Möglichkeit wäre es, einfach Aufkleber anzubringen. So hat es Phillip ja auch bei seinem 1800E gemacht.
Allerdings gefällt mir das nicht so richtig. Das sieht immer ein wenig improvisiert aus.
Glücklicherweise hat Reliant identische Tachos auch in anderen Fahrzeugen verbaut, welche auf den Kontinent exportiert wurden (Der Bug wurde ja nie außerhalb von GB verkauft). Diese haben dann Km/h-Skalen:

Das Bild oben stammt von Thomasts Reliant Ant (TW9).
Auch der Reliant Regal hatte diesen Tacho:

Wie ihr aber schon seht, gibt es da ein neues Problem: Der Bug Tacho geht bis 100 MPH (160 km/h), der Ant/Regal Tacho nur bis 120 km/h. Würde ich die beiden einfach tauschen, würde der Bug immer eine falsche Geschwindigkeit anzeigen. Auch nicht cool.
So eine richtig saubere Lösung ist mir da bisher noch nicht eingefallen.
Allerdings habe ich gehört, dass der 700E-Bug serienmäßig mit dem 80-MPH-Tacho ausgeliefert wurde. Dieser hatte aber den identischen Motor und auch das identische Getriebe. Auch das Innenleben des Tachos soll identisch sein. Vielleicht hat Reliant mal wieder fünfe gerade sein lassen und einfach die Beschriftung getauscht, ohne die Anzeige anzupassen… Würde mich nicht wundern. Dafür spricht auch, dass der Bug viel kleinere Räder hat als der Regal und dass die Tachos im Ruf stehen eher sehr grobe Richtwerte anzuzeigen.
Ich werde also mal versuchen einen KPH-Regal-Tacho aus Holland zu bekommen und dann ein paar Testreihen durchführen.
321-Zündung VI
Bisher lief die 123ignition ja noch immer mit Zündkurve 0.
Um zu testen, welche Zündkurve mehr Performance bringt und um zu testen, ob der Motor irgendwann das klingeln anfängt hatte ich mir einen Testzyklus ausgedacht, welcher mir relativ reproduzierbare Ergebnisse liefern sollte:
Der Plan war ab einer bestimmten Wegmarke im 3. Gang mit Vollgas einen Hügel hoch zu fahren und dabei von 60km/h aufwärts zu beschleunigen. Der Beschleunigungsvorgang sollte dann bei einer zweiten Wegmarke eingestellt werden. Eine Person auf dem Beifahrersitz sollte dabei mit der Stoppuhr die Zeit zwischen den Punkten nehmen und per GPS die Endgeschwindigkeit bestimmen.
Dies hätten wir dann so oft wiederholt, bis der Motor bei einer bestimmten Zündkurve das klingeln angefangen hätte.
So der Plan.
Da mein Bruder letztes Wochenende zu Besuch war, hatte ich endlich eine Testperson, welche die Stoppuhr bedienen konnte.
Als erstes musste ich mich aber um das Falschluft-Leck am Krümmer kümmern.
Mein Vater hatte mir eine Dose Auspuffkit mit gegeben. Also rangeschmiert, das Zeug:

Was nen Schweinkram!
Danach haben wir den Motor ein wenig im Stand laufen lassen, damit er warm wurde und der Kit aushärten konnte. Sobald er warm war, habe ich nochmal den Vergaser eingestellt. Dabei fiel mir aber schon auf, dass er immer noch am Krümmer raus pustete. Waren wir wohl echt zu ungeduldig.
Allerdings reichten jetzt schon 22 „Flanken“ für einen gesunden Rundlauf. Wir nähern uns also dem Optimum.
Als wir mit der Einstellerei fertig waren, machten wir uns auf den Weg zu der von mir als Testgelände auserkorenen Landstraße.
Hier ein Video vom Testzyklus mit Zündkurve 0:
Ab der Warnbarke am rechten Rand gabs Vollgas bis zum letzten Seitenpfosten auf der rechten Seite vor der Einfahrt. Berg hoch zu beschleunigen, hat den Vorteil, dass der Motor längere Zeit unter Volllast in einem bestimmten Drehzahlbereich verbleibt, als wenn man in der Ebene Gas gibt. Davon versprach ich mir leichter Klingeln zu vernehmen. Außerdem ist der Geschwindigkeitszuwachs nicht so rapide wie in der Ebene.
Bei der Umstellung auf Zündkurve 1 fiel mir ein großer Nachteil der 123ignition auf.
Die Einstellschraube für die Zündkurven befindet sich leider an der Unterseite des Gehäuses und wird von einer Inbus-Schraube verschlossen. Man muss also, um die Kurve umstellen zu können immer den Verteiler ausbauen. An sich ja nicht so tragisch, da man ja nur die Halteschraube der Klemmschelle lösen muss. Leider hilft das aber nicht wirklich weiter. Man kommt nämlich nicht an die Inbusschraube, so lange die Klemmschelle noch am Schaft des Verteilers sitzt! Nimmt man aber die Klemmschelle ab, so muss man gleich die Zündung neu einstellen….
Mir blieb also nichts anderes übrig, als nen Schraubenzieher in der Schraube zu verkanten um sie raus zu würgen (sieht jetzt auch so aus):

Was ne selten blöde Konstruktion!
Zu kurzem Rätselraten führte auch der Umstand, dass der Verteiler beim Wiedereinbau nicht ganz einrasten wollte und immer ca. einen cm hoch stand. Nachdem der Verteilerfinger um 180° gedreht wurde rutschte er aber ganz easy wieder in den Mitnehmer. Schlaue Konstruktion! Hätte ich auch eher drauf kommen können.
Der anschließende Testzyklus mit Kurve 1 führte schnell zu Ernüchterung. Ab Tempo 70 klang es so, als würde jemand langsam Schrauben in den Motor füllen…
Sobald ich vom Gas ging, war es weg und wenn ich wieder Gas gab, kam es wieder. Echt deutlich hörbar. Hattet ihr vollkommen recht.
Damit war unsere Testreihe ziemlich schnell zu Ende.
Zurück zu Kurve 0 und fertig.
Naja, die Performance war ja schon mit Kurve 0 so wie mit dem alten U-Verteiler. Ist also ok.
Auf dem Rückweg traf ich noch Lolas alten Erzrivalen:

Der Fahrer war leider weit und breit nicht zu sehen, so dass ich mich mit ihm nicht auf ein Duell verabreden konnte. Aber kommt Zeit, kommt Duell!
Wieder Zuhause angekommen stellten wir fest, dass der Kit unsere Testreihe nicht überlebt hatte:

Er war komplett gerissen und drunter hohl. Der Druck der Auspuffgase hatte ihn vom Krümmer abgehoben, ehe er aushärten konnte. Also abpulen und nochmal nen zweiten Versuch wagen. Diesmal gibts auch die auf der Packung geforderten 12h Aushärtungszeit.
Ich weiß nicht, ob ich eventuell nochmal einen Versuch mit Zündkurve 1 wagen sollte.
Bei dem Test zog er ja noch Falschluft. Außerdem hat er noch den Vergaserreiniger im Tank und laut Handbuch benötigt der Rialto 2 97 Oktan (und ich tanke immer 95 Oktan-Super). Keine Ahnung, ob diese Punkte so viel ausmachen und ob ich, selbst wenn es klappt, immer Super+ tanken will….
Auge!
Wie schon kurz angedeutet, war ich wieder bei PV Automotive um dort nach passenden Scheinwerfern für den Bug zu suchen.
Im Hella-Katalog auf Seite 44 wurden der ausgesprochen freundliche Mitarbeiter und ich fündig:

Lustigerweise ist das Obere der für Sir Edward passende Scheinwerfer.
Der Untere, Kleinere, ist der für den Bug passende Scheinwerfer. Seine Hella Bestellnummer lautet: 1AD 003 305-001
Verbaut wurde der Scheinwerfer (obwohl als Motorradscheinwerfer von Hella bezeichnet) im Fiat 126, 127, 128 und im Seat 133. Ein Motorrad, das diesen Scheinwerfer hat, habe ich nicht gefunden.
Das Tolle an diesem neuen Scheinwerfer ist, dass er für H4-Lampen gebaut ist. Somit hat auch der Bug in Zukunft schön helles Licht!
Hier nochmal alt (links) vs. neu (rechts):

Die alten Scheinwerfer mussten nicht nur wegen der falschen Leuchtrichtung (Linksverkehr) Neuteilen weichen, sondern auch weil sie Sealed Beam-Scheinwerfer waren. Solche geschlossenen Scheinwerfer-Lampe-Einheiten sind in Deutschland nämlich verboten. Dies wird damit begründet, dass wenn das Scheinwerferglas der Sealed Beam-Einheit einen Steinschlag erleidet, sofort der gesamte Scheinwerfer ausfällt. Bei einer getrennten Einheit, brennt die Birne einfach weiter. Eine Trennung ist auch im Falle eines Defekts von Vorteil. Brennt einem nämlich der Glühfaden durch, so benötigt man bei der Sealed Beam-Variante gleich einen ganzen neuen Scheinwerfer (60€). Beim H4-Derivat reicht eine neue Birne (5€):

Wie ihr auf dem Bild der Rückansicht seht, hat der neue Scheinwerfer auch eine Fassung für das Standlicht. Beim alten Scheinwerfer war diese Fassung auf die durchsichtige Stelle an der Rückseite geklebt (und mittlerweile abgefallen). Ebenfalls ein Fortschritt.
Der Neue hat allerdings an den Ecken diese komischen Haltehasen. Denen muss ich wahrscheinlich mit dem Dremel zuleibe rücken. Aber das wird erst die Anprobe zeigen.
Erstmal bin ich froh, so schnell und reibungslos passenden Ersatz gefunden zu haben!
Weitere OE-Nummern der neuen Hella-Scheinwerfer lauten übrigens:
- 03.677.816
- 1 00 49 31/0
Sir Edward mal acht
Letzten Donnerstag haben Tobias und ich die Chance genutzt, endlich mal Mehl & Goof zu besuchen. Der traditionelle Garagendonnerstag fand dieses mal in Ankum in der Halle von Paul statt. An Goofs W116 wurde nach einer kleinen Schweißaktion die Elektronik wieder verlegt, Tims Porsche 911 Turbo wurde nach Ladedruckerhöhung zum ersten mal Probe gefahren und Pauls Shelby Mustang GT 500E (Eleanor) bekam seinen Motor wieder zurück. Besonders letzteres war tief beeindruckend! Dagegen sind alle meine Schraubereien Kinderkrams! Da stecken richtig Know-How und Moneten drin. Respekt und vielen Dank nochmals für den Einblick!
Bei der Gelegenheit habe ich auch Christoph kennengelernt, der nen Kumpel in Ibbenbüren hat, welcher „einen Schwalbe-Motor im Schlaf zusammen setzt“. Das eröffnet für Lolas Triebwerk ja ganz neue Möglichkeiten!
Weil ich so nen schüchterner Bub bin, habe ich mal von der Halle und den Autos keine Fotos gemacht. Die findet ihr bei Mehl & Goofs Artikel. Lediglich das erste romantische Lagerfeuer des Jahres habe ich im Bild festgehalten:

Der Bremsenreinigerlappen hat unser aller Herz erwärmt.
Sir Edward sorgte für allgemeine Erheiterung. Ein kurzes Rechenexempel förderte zutage, dass Mehl & Goofs Chrysler 300 in einem seiner acht Pötte mehr Hubraum hat, als Sir Edwards gesamter Vierzylinder. „The Colonies“ neigten ja schon immer zur Übertreibung….
Der Soundvergleich war auch dementsprechend eindeutig.
Es war ein echt schöner Abend mit ausgesprochen netten Menschen. Leider waren Mehl und Paul gerade unterwegs, als wir uns auf den Heimweg gemacht haben, so dass Tobias und ich uns nicht von ihnen adäquat verabschieden konnten. Sorry.
Aber ich hoffe, dass wir uns bei Gelegenheit mal wieder sehen! Ob Donnerstags oder beim Attack of the Altwagen.