Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Ahnenforschung

Vor einiger Zeit habe ich einen netten Brief  an Mr. Forder, den Vorbesitzer von Sir Edward geschrieben und ein freundliches Foto beigelegt:
Sir Edward und ich
Ich habe Sir Edward ja von einem Händler gekauft und wollte schon immer mal etwas über seine Historie raus finden. Warum also nicht nen Brief an die Adresse aus dem V5 schreiben?

Vorgestern bekam ich dann diese süße E-Mail zurück:

hello adrian just a quick email to say that my mum received your letter and will be writing to you in the near future. i am mr forders daughter judith . my father passed away in October  2008 and so the car was sold to a local person living nearby the car was well looked after and kept undercover he had it from new and really did not go far in it as you can tell from the miles it has done i am glad you are enjoying the car and that it has made its way to germany    this is the first email i have ever sent so forgive the lack of capital letter ,etctake care bye for now judith heeley…

Süüüüüüß! Ich werde Judith nachher mal zurück schreiben. Ich bin ja schon sehr gespannt auf den Brief ihrer Mutter!

Überraschungsei III

Ich bin heute mal ein wenig dazu gekommen auf meiner Ersatzrad-Werkzeugkiste weiter rum zu überlegen. Danke für eure Tipps! Ich will mal versuchen, ob ich ohne zusätzliche Styropor-Form auskomme.
Mir schwebt folgendes Vorgehen vor:

  1. Zugriffsöffnung in die schon geschlossene Seite schneiden
  2. Großes Stück Glasfasermatte mit Harz tränken
  3. Fertigen „Ring“ mit der noch zu schließenden Seite auf die Matte legen
  4. Rings um alles schön andrücken und in Form bringen
  5. Durch die ausgeschnittene Zugriffsöffnung von innen weiter Glasfaserstücke zur Verstärkung einfügen

So spare ich mir die zusätzliche Form und bekomme dennoch eine glatte Rückseite. Oder hab ich irgendwas übersehen?
Die Zugriffsöffnung wollte ich nach dem Klodeckel-Prinzip machen:

Zum testen und anzeichnen habe ich daher heute mal das halb fertige „Rad“ in die Hülle gepackt:
GFK-Ersatzrad
Sieht auch von vorne ganz schick aus:
GFK-Ersatzrad Rückseite
Anschließend habe ich das Rad mit der noch offenen Seite nach innen in die Hülle gepackt, um die Größe der Klappe anzeichnen zu können:
GFK-Ersatzrad
So sah das ganze dann angezeichnet und wieder ausgepackt aus:
GFK-Ersatzrad
Genau wie beim Klodeckel, befestige ich dann später ein Scharnier an der abgeflachten Seite und auf die andere Seite kommt ein Riegel. So kann ich die Werkzeugkiste öffnen ohne sie aus der Hülle nehmen zu müssen.
Ich hab von zuhause nen Dremel samt Trennscheiben gemopst. Damit kann man bestimmt am besten da nen Loch rein säbeln. Atemschutzmaske liegt natürlich auch parat.
Leider lassen es die Außentemperaturen momentan nicht zu, dass ich draußen weiter laminiere. Den Keller wollte ich den Nachbarn nicht nochmal zumuten. Bevor ich die Klappe ausschneide würde ich da gerne noch eine weitere Lage zur Verstärkung aufbringen.

Kleinkrams und Überraschungsei II

Gestern habe ich nur ein wenig Kleinkrams erledigt.
Zum einen habe ich das Ersatzrad aus seiner Hülle gepult (Es war tricky, aber die Schwerkraft hat mir ausnahmsweise mal geholfen). Wie ihr schon vermutet hattet, habe ich etwas zu weit um die Rundung des Reifens laminiert. War echt haarscharf, das der reifen da raus kam. Die Hülle sieht nun so auf der Innenseite aus:
GFK-Ersatzrad fertige Hälfte
Ich muss mir jetzt noch überlegen, wie ich die offene Seite schließe, ohne dass sie mir einsinkt.
Auch mit der Stärke habt ihr Recht. Zwei Lagen sind zu wenig. Das ist noch zu wabbelig. Könnte aber knapp werden mit meinen 2m². Mal sehen, wie ich da strategisch vorgehe.
Weiterhin habe ich einen neuen Unterdruckanschluss an der Vergaserseite montiert:
Unterdruckanschluss Vergaser
Es passen die Gummitüllen von Austin-Healey Sprite und MG Midget. Welche Modelle genau muss ich noch raus suchen und dann in die Gleichteileliste aufnehmen.
Nebenbei habe ich dann noch den schon mal angesprochenen Batteriehauptschalter eingebaut:
Batterietrennschalter
Da ich zugebe Elektrik für Hexenwerk zu halten und nicht an sie zu glauben, habe ich den Schalter an den Minus-Pol geklemmt, weil ich das für ebenso effektiv wie den Plus-Pol hielt. Verstehe ich da die mystischen Kräfte richtig, oder hätte der Plus-Pol irgendeinen Vorteil?
Und weil ich ein Schussel bin und schon jetzt weiß, dass ich den Zündschlüssel mal mit getrenntem Schalter betätigen werde, habe ich auch gleich zwei Ersatzsicherungen im Sicherungskasten untergebracht.

Überraschungsei I

Sir Edward ist, was den Stauraum für Kleinkarms betrifft ja zugegebenermaßen etwas sperrlich gesegnet:
Bild nicht vorhanden
Besonders Warndreieck, Verbandskasten, Bordwerkzeug und Klein-Ersatzteile haben keinen richtigen Platz im Kofferraum, an dem sie nicht rum fliegen würden.
Andere Autos haben ja unter dem Kofferraumboden noch einen „Keller“ in dem man solche Kleinteile verstauen kann. Bei Sir Edward ist unter dem Teppich aber leider nur ein glatter Boden.
Also nun mein Plan:
Ich will aus GFK ein hohles „Ersatzrad“ nachbauen und selbiges mit einer Klappe als Werkzeugkiste nutzen. Statt Ersatzrad kommt so ein neumodisches Pannenspray rein. Unter der Kunstlederhülle würde meine Werkzeugkiste dann genauso wie das original Ersatzrad aussehen und schön sicher links in der Aussparung stehen.
Außerdem ist es ne schöne Lektion für mich, wie man mit GFK arbeitet. Muss ich ja schließlich auch mal lernen. Besser an sowas unwichtigem, als direkt an der Karosserie…
Gesagt getan: Samstag war ich im lokalen Baumarkt, um mal die Preise für Epoxydharz, Härter und Glasfasermatten zu checken. „Apotheke“ ist das einzige Wort, dass mir dazu einfällt!
Sowas hatten auch schon verschiedene Seiten, die ich vorher gelesen hatte, geschrieben.
Sehr informativ fand ich diesen Thread im maxrev-Forum.
Ich habe dann beim Bootsservice Behnke bestellt. Da bekomme ich Profiqualität, gute Beratung mit Auswahl und das alles zu einem Bruchteil, den mich der Mist im Baumarkt kosten würde.
Sonntag habe ich bestellt, Dienstag wurde geliefert:

Ich hab mich für 1 Kg Polyester-Laminierharz VIAPAL VUP 4782 BEMT, 20g Härter MEKP und 2 m² Biaxial-Glasgelege +45°/-45°, 300 g/qm entschieden. Die Matten haben durch die parallele Anordnung der Glasfasern ohne Kreuzungspunkte eine höhere Festigkeit als normale Glasgewebe gleichen Flächengewichts. Es ist trotzdem recht gut drapierbar. Die Form, die ich abbilden muss, ist ja recht einfach. Allerdings muss es ja einiges an Gewicht aushalten, wenn man das „Rad“ mit dem Werkzeug durch die Gegend trägt um etwas zu reparieren.
Nachdem ich dann die Werkbank mit Plastik abgedeckt hatte, habe ich die Vertiefung der Felge mit Pappe gefüllt, bis sie mit der Reifenflanke ungefähr eine Höhe bildete:

Unter der Abdeckung kann das „Rad“ ja ruhig gerade weiter gehen.
Danach habe ich das Rad sorgfältig in Frischhaltefolie gewickelt, damit das ausgehärtete GFK nachher auch wieder vom Reifen ab geht:

Danach gabs Fieberglas:

Ich habe jetzt die Fläche mit zwei schichten Gewebe bedeckt und die Lauffläche mit drei Schichten. Mal sehen, wie stabil das nachher ist. Ist ja alles experimentell…
Morgen nehme ich das Rad aus der hoffentlich festen Form und fange dann mal an, die andere Seite zu schließen.
Leider habe ich die Geruchsentwicklung arg unterschätzt. Das ganze Mietshaus stinkt nach Epoxydharz. Sorry Nachbarn! Kommt selten wieder vor….

Luftabwehr

Ich hab neben Lolas Getriebe auch gerade Sir Edwards Vergaser in der Mangel. Auf der Überführungsfahrt nach Osnabrück waren mir ja ein paar Kinderkrankheiten aufgefallen, die ich ihm austreiben will.
Meine Vermutung ging mittlerweile Richtung Falschluft.
Also eine Sprühflasche mit Startpilot von Zuhause mitgebracht und bei laufendem Motor auf verschiedene Dichtungen „hinter“ dem Vergaser gesprüht.
An dieser Stelle stabilisierte sich die Motordrehzahl, solange ich sprühte:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Also vermeintlichen Übeltäter gefunden!
Da zum ersetzen der Dichtung der Vergaser raus muss, habe ich beschlossen bei diesem Aufwasch auch gleich die Anderen, weiter unten liegenden Dichtungen zu ersetzen.
Erstes Problem war natürlich den Vergaser überhaupt los zu bekommen. Weder für eine Nuss noch für eine Ringratsche ist genug Platz. Selbst mit dem Maulschlüssel hat jede Mutter fast eine 3/4-Stunde gedauert. Und als ich sie endlich von Hand losschrauben konnte, musste ich feststellen, dass zwischen Stehbolzen und Vergaser nicht genug platz ist, um die Mutter ganz ab zu bekommen:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Also erst auf beiden Seiten gleichmäßig lösen, Vergaser ein Stück hoch heben und gleichzeitig weiter schrauben.
Danach konnte ich ihn ein bisschen zur Seite stellen und musste glücklicherweise nicht die mit viel Mühe aufgewürgten Benzinleitungen abziehen.
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Damit mir kein Dreck in den Ansaugkrümmer fällt, habe ich ihn mit einem Papp-Deckel verschlossen:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Leider klebten die Dichtungen wie wild an dem Stutzen und zerrissen beim ablösen:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Auch die Verwendung von Cutter-Messer und Rasierklinge verhinderte dies nicht:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Ich musste 400er-Schmirgelpapier einsetzen, um die Reste der Dichtung ab zu bekommen:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
So richtig wohl war mir dabei nicht. Besteht doch die theoretische Gefahr, dass ich ne Delle in die Dichtfläche schleife und sie dann nie wieder dicht wird. Aber ich war gaaaanz vorsichtig. Hoffen wir mal das Beste.
Allerdings befürchte ich, dass meine ganze Aktion vergebens bzw. unnötig ist. Kaum hatte ich nämlich den Flansch zum ersten mal los geschraubt, fiel mein Blick auf das Anschlussstück der Unterdruck-Zündverstellung:
Reliant Rialto 2 GLS Vergaserflansch
Schön gerissen. Das kann ja gar nicht mehr dicht sein! Ich befürchte, dass der mangelnde Rundlauf nicht von Falschluft durch die Dichtungen kam, sondern von diesem kleinen Schweinehund. Und das die Drehzahl anstieg, als ich an die obere Dichtung gesprüht habe, könnte auch damit zusammen hängen, dass der Motor durch den Riss der Unterdruckleitung das Startpilot angesaugt hat.
Mist. Naja, erstmal die Dichtungen zu Ende wechseln und dann das Anschlussstück ersetzen.
Hat zufällig jemand ne Quelle für Unterdruckschläuche für einen SU-Vergaser Typ HS2?