Nach dem Reliant Regal und dem Rialto hab ich nun noch ein Modell vom Bond Bug gekauft:

Jetzt fehlt nur noch ein Modell von einer Honda Gorilla sowie ein anständiges vom Simson Duo 4/1 (das ich habe, ist echt unbaubar) und ich hab meinen Fuhrpark auf dem Schreibtisch.
Das Bug-Modell habe ich wieder vom eBay-Verkäufer „Bier-sepp„. Ich hab den gleichen Maßstab gewählt, wie das Rialto-Modell hat. So passen sie schön nebeneinander auf meinen Monitor:

Bier-sepp hat aber auch noch einen Bug in größerem Maßstab (1:43) im Angebot. Beide zusammen waren mir allerdings zu teuer. Vielleicht später mal.
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Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.
Tiger im und Rost am Tank
Da aufgrund der neuen Bremsleitungsclips nun auch die neuen Benzinleitungsschellen zum Einsatz kommen können, kann ich nun auch noch die letzte alte Benzinleitung tauschen.
Dazu musste aber der Tank raus, damit ich an den Leitungsanschluss der Pumpe auf der Oberseite kommen konnte.
Das ist auch eine gute Gelegenheit ihn neu zu lackieren. Da gibts reichlich Oberflächenrost:

Als erstes gabs natürlich mal wieder die obligate Rostlöserdusche. Besonders der obere Verschraubungspunkt am Rahmen war ziemlich angegammelt:

Auch die Schlauchschellen bekamen Rostlöser. Die der Entlüftung:

Und der Einfüllschlauch:

Der Entlüftungsschlauch saß übrigens bombenfest auf seinem Stutzen. Beim abziehen hilft ein alter Trick: Man nehme einen Maulschlüssel im möglichst passenden Durchmesser wie der Stutzen und drücke dann damit den Schlauch ab:

Das ist wesentlich schonender, als wenn man nur am Schlauch zerrt.
Ansonsten war der Ausbau bis auf die besagte obere Verschraubung easy. Der Bolzen ist mit dem Tank verschweißt und hat wohl im laufe der Jahre sein Gewinde eingebüßt:

Daher drehte sich die Mutter einfach immer im Kreis, ohne sich gänzlich zu lösen. Werde ich wohl durch nen einfach Bolzen ersetzen.
Als der Tank dann endlich draußen war, staunte ich nicht schlecht, als auf seiner Oberseite noch die original Aufkleber zum Vorschein kamen:

Original Reliant-Teilenummer:

Irgendwelche weiteren Details:

Was mir dieser Aufkleber sagen will, weiß ich noch nicht so recht. Wurde Sir Edward etwa „Just-in-time“ zusammengebaut?

Die Pumpenabdeckung ist ist ziemlich gammelig. Mal sehen, wie es da drunter aussieht:

Mein Vadder schleift ihn nun ab und dann bekommt er Bratho Korux 3-1 mit der Rolle. Die Aufkleber müssen übrigens dran glauben. Auch wenn es mir schwer gefallen ist. Aber ich finde die Gefahr, dass mir da drunter der Rost weiter knabbert einfach zu groß. Es wäre zu ärgerlich, wenn ich sorgsam drum rum arbeite, nur um in 3-4 Jahren festzustellen, dass ich auf der Oberseite des Tanks nen Rostloch habe.
Innen ist er übrigens schön blank. Auch der Rost außen ist harmloser als er aussieht. Is noch schön viel Fleisch übrig.
Der heilige Gral
Ich hab ihn!! Den heiligen Gral deutscher Reliant-Rialto-Fahrer!

Herr Gerst vom TÜV Süd (Sehr sehr nett und kompetent!) hat mir vor wenigen Tagen ein offizielles Datenblatt für Sir Edward (Meinen 1984er Reliant Rialto) zugeschickt. Damit sollte die papierkram-technische Hürde der TÜV-Abnahme nun eigentlich kein Problem mehr sein. Lediglich die technischen Aspekte sind jetzt noch fragwürdig. Oh Boy, oh boy, oh boy….Ich bin ja schon so aufgeregt!
Sehr schön, dass er auch die alternative Reifengröße mit eingetragen hat. Im Original hatte Sir Edward ja Diagonalreifen. Mit der zulässigen Lautstärke muss ich mal gucken. 80N ist als Maximalwert für 1984 angegeben. Laut der Briefkopie, die ich habe, hat der Rialto genau 80N… mal hoffen, dass ich nen leisen Tag beim TÜV erwische.
Ich werde das Datenblatt die Tage noch durch den Scanner ziehen. Wenn dann jemand an einer Kopie interessiert ist, einfach melden.
Ich hab gehört, ich soll hier ein Rohr verlegen?
Ein kleines unwichtiges Detail fehlte ja noch immer bei Sir Edward: funktionierende Bremsen.
Um die Bremstrommelabdeckplatte überarbeiten zu können, musste ich ja die Bridge-Pipe durchkneifen, da sie festgegammelt war. Auch die anderen Verschraubungen sahen nicht sehr vertrauenserweckend aus:

Daher hatte ich beim Korrosionsschutz-Depot auch alles bestellt, was ich zum nachfertigen der Leitungen benötigte:

Nur hatten sie leider kein „Know-how“ im Angebot. Und auch Profi-Werkzeug sollte sehr teuer sein.
as meinte ja mal, dass er einen Bekannten hätte, der sein Hazet-Bördelwerkzeug eventuell verleihen würde. Leider meinte der Bekannte (dessen Name ich leider schon wieder vergessen habe…) aber, dass es ihm persönlich zu gefährlich wäre, wenn jemand ohne Ahnung sich an Bremsleitungen wagen würde. Da bräuchte man schon Erfahrung zu. Daher wollte er sein Gerät nicht verleihen.
Im ersten Moment natürlich schade. Allerdings wurde die Nachricht im nächsten Moment wesentlich besser: Ich könnte aber gerne mit meinen Plünnen bei ihm vorbei kommen und die Leitungen mit ihm zusammen vor Ort bördeln…
YES! Know-How und Profi-Equipment gleichzeitig. So wünscht man sich das!
Da ich ja nun eh nen Haufen Kunifer-Rohr und Verschraubungen liegen hatte, stand auch direkt fest, dass alle Leitungen neu kommen würden. Also mussten erstmal noch die restlichen alten Leitungen raus.
Hinten rechts:

Hinten links:

Wirklich schwierig war nur die Verschraubung der nach hinten führenden Leitung im Motorraum. Da oben neben der Zündspule sitzt sie:

Da kam man weder von unten noch von oben mit nem Bremsleitungsschlüssel drauf. Einfach zu wenig Platz zum drehen. Erst mit einem schräg aufgesetztem Maulschlüssel ging die Verschraubung gaaanz langsam ab.
Die beiden Leitungen vom Hauptbremszylinder durch den Motorraum habe ich nicht ausgebaut und nachgefertigt. Die sehen aufgrund ihrer geschützten Einbauposition noch sehr gut aus.
So sahen dann die ausgebauten Leitungen auf dem Werkstattboden ausgelegt aus:

Rechts im Bild ist vorne, links hinten. Leider habe ich vergessen, die Leitungen zu vermessen, um es hier zu dokumentieren. Wird aber nachgeholt!
Mit den ausgebauten Originalen als Muster, dem Kunifer-Zeugs, Tobias und as habe ich mich dann auf den Weg zu dem Bekannten gemacht. Ich war besonders erfreut, als wir eine professionelle Autowerkstatt ansteuerten.
Nach einigem rätseln des Bekannten über die komischen englischen Bördel und damit einhergehendem Zittern meinerseits, ob die Hazet-Bördelmaschine die überhaupt kann, ging es ans Werk. Ich hab die Originale vermessen und neue Leitung abgeschnitten, as hat die Stücke entgratet, Tobias die passenden Überwurfschrauben/-Muttern aufgesteckt und der Bekannte hat gebördelt. Lief wie am Schnürchen. Danach habe ich mich noch ein wenig an einem Biegewerkzeug versucht, um die neuen Leitungen in Form zu bringen. Das führte dann beinah zum Desaster einer kaputten Leitung, da ich einfach zu doof dafür war („Naja, dann muss das Diff einfach wo anders hin…“) und ich brach die Biegeaktion ab. Die Kunifer-Leitungen sind so weich, dass man sie locker von Hand über den Daumen biegen kann (Achtung! Knick-Gefahr!). Das sieht dann zwar nicht so schön gleichmäßig aus, wie mit dem Werkzeug, aber dafür kann ich mit meinem Daumen umgehen. Mit dem arbeite ich schließlich schon, seit ich nuckeln kann.
Nach ca. einer Stunde waren wir fertig. Auf meine Frage hin, was ich für seine Hilfe bezahlen dürfte, meinte der Bekannte nur, dass das schon in Ordnung sei. Er wollte partout kein Geld haben. Mal wieder eines der tollen Erlebnisse bei Sir Edwards Restaurierung! Vielen Dank nochmals!! Ohne Sie wäre das bei weitem nicht so reibungslos gelaufen!
Leider war ich so konzentriert bei der Arbeit, dass ich weder davon, noch von der Werkstatt ein Foto gemacht habe, um hier wenigstens ein wenig zu werben. Vielleicht kann as ja noch ein paar Details zu der Werkstatt seines Bekannten (gerne mit Link) liefern, damit ich mich etwas revanchieren kann.
Eine gold-glänzende Pracht sind die neuen Leitungen:

Mit den neuen Leitungen habe ich auch neue Halterungsclips bestellt:

Wie schon mal angesprochen, hat Sir Edward hat im Original ja Doppel-Clips, um auf einem Halter Brems- und Benzinleitung zu fixieren:

Die neuen Clipse geben mir die Möglichkeit die dicke Benzinleitung an den Haltepunkten ebenfalls zu fixieren:

Sitzt sogar recht fest:

Mal sehen, was der TÜV sagt. Wenn die das nicht mögen, muss ich mir was neues überlegen.
Aber erstmal wird’s so gemacht und es war Zeit für den Einbau der Leitungen.
Vorne:

Hinten:

Längs unterm Wagen:

Zugegeben: Es sieht etwas eierig aus. Aber ich finds trotzdem sehr sexy!
Lecker, Lecker.
Natürlich habe ich auch gleich neue Bremsflüssigkeit eingefüllt. Ich habe ein wenig Angst, dass ich eventuell zu lange gebraucht habe und die Bremszylinder (welche ja nun recht lange ohne irgendwelche Bremsflüssigkeit waren) durch die Luftfeuchtigkeit Flugrost angesetzt haben. Das könnte unter Umständen die feinen Dichtlippen der Zylinder beschädigen, sowie zu schlechtem Bremsverhalten und der Notwendigkeit neuer Zylinder führen…. „ungerne….“
Naja, wird die Zeit zeigen. Ist jetzt eh zu spät.
Erstmal mussten die Kabel der Bremsflüssigkeits-Warnleuchte am Hauptbremszylinderreservoirdeckel ab:

Auch nen cooles Feature, wie ich finde. Im Deckel befindet nämlich sich ein Schwimmer, welcher, wenn der Bremsflüssigkeitsstand unter ein gewisses Limit sinkt, einen Kontakt schließt, welcher wiederum eine Leuchte im Armaturenbrett zum bedrohlichen glimmen bringt.
Der Blick in den Vorratsbehälter förderte dann die nächste Überraschung zutage:

Der Flüssigkeitsbehälter hat eine Trennwand. Das ist ein starkes Indiz für ein Zweikreisbremssystem. Der Blick unter den Behälter bestätigte diese Vermutung:

Hier finden sich auch zwei Abgänge in den Zylinder. Zweikreis-Bremsanlage. Jear!
Sollte also einer der Kreise (Hinterräder oder Vorderrad) undicht sein und Bremsflüssigkeit verlieren, so verhindert die Trennwand, dass der Vorratsbehälter gänzlich leer läuft und ich gar keine Bremsleistung mehr habe.
Im Vorratsbehälter fand sich etwas grauer Schmodder, den ich, so gut es ging mit einem Lappen aufgewischt habe. Keine Ahnung, was das war.
Zum entlüften verwendete ich die klassische Marmeladenglas-Technik:

Anleitungen hierzu gibts im Netz zu Hauf. Da muss ich glaube ich nix mehr zu schreiben. Als Bremsflüssigkeit verwendete ich handelsübliche DOT-4-Bremsflüssigkeit. DOT 5 auf Silikonbasis is Hexenwerk. DOT 5.1 bekommt man nicht zu zivilen Preisen und hat in meinen Augen keinen merklichen Vorteil (in einem Rialto). Angst wegen Unverträglichkeit habe ich keine. Die Radbremszylinder, alle Schläuche, der Hauptbremszylinder und die Leitungen sind ja (teilweise relativ) neu. Die sollten dann DOT 4 vertragen.
Das Bremspedal ist jetzt schön knall hart, wenn man ca. 1/3 seines Weges zurück legt. Ich bin auf die Testfahrt gespannt.
Nachtrag: Ich habe nun die alten Leitungen vermessen und ein bemaßtes Foto hier eingestellt.
Tamworth Heritage Weekend 2009
Gestern ging das 2009er Tamworth Heritage Weekend zuende. Wie der aufmerksame Leser dieses Blogs weiß, stammt die Firma Reliant aus Tamworth. Dementsprechend stark ist auch jedes Jahr das Aufgebot an Reliant-Fahrzeugen. Dieses Jahr fanden 81 Fahrzeuge den Weg zu dieser Veranstaltung. Schönerweise aus jedem Jahrzehnt mindestens eins:
1930s
1936 7cwt van
1940s
1949 8cwt van
1950s
1954 Regal Mk II van
1960s
1961 Regal Mk VI van
1962 Sabre 4
1964 Sabre Six
1965 Scimitar GT
1967 Scimitar 6T
1968 Scimitar GT4A
1969 Scimitar GTE SE5
1970s
1970 Regal Supervan III
1970 Bond Bug
1970 Bond Bug
1970 Bond Bug
1971 Bond Bug
1972 Bond Bug 700ES
1972 Scimitar GTE
1972 Scimitar GTE SE5A
1972 Regal 3/30 Saloon
1972 Rebel Saloon
1972 Scimitar GTE
1973 Bond Bug
1973 Bond Bug
1973 Bond Bug
1973 Anadol
1973 TW9
1973 Rebel 700 Estate
1975 Scimitar GTE SE5A
1976 Kitten
1976 Scimitar GTE
1976 Scimitar GTE
1976 Scimitar GT
1976 Scimitar 6A
1977 Scimitar
1977 Robin Mk I
1977 Scimitar 6A
1977 Scimitar SE6A
1978 Scimitar SE5
1980s
1980 Robin Mk I
1980 Robin Mk I
1980 Scimitar GTE
1980 Kitten
1981 Scimitar SEB GTE
1981 Scimitar 6B
1982 Rialto SE
1982 Scimitar GTE
1982 Rialto GLS
1984 Scimitar GTE 6B
1984 Scimitar SS1 1300
1984 Fox Pickup
1984 Fox
1984 Rialto
1984 Rialto HTE Estate
1985 Fox Tandy Camper
1985 Fox Tandy Camper
1985 Rialto 2 Estate
1986 Rialto GLS Estate
1987 Rialto GLS Estate
1987 Scimitar SS1
1987 Scimitar SS1 1800 Ti
1987 Scimitar SS1 1300
1987 Rialto SE
1988 Rialto 2 SE Estate
1988 Rialto
1989 Rialto
1989 Scimitar
1989 Rialto
1990s
1990 Robin LX
1990 Robin
1992 Robin
1992 Robin LX
1992 Robin LX
1992 Robin Mk II
1993 Sabre 1800 Ti Mk I
1994 Sabre
1994 Tempest Vantique
1998 Robin Gold
1998 Robin SLX
1998 Robin SLX
2000s
2000 Robin SLX
2002 Robin BN1
Ich gebe es an dieser Stelle zu: Ich hatte bei Sir Edwards Kauf eigentlich gehofft, an der 2009er-Ausgabe teilnehmen zu können. Dieses Ziel wurde nun knapp verfehlt. Schade.
Ich rede mich aber damit raus, dass es eh besser ist, erstmal ein Jahr lang Erfahrungen mit dem Wagen sammeln zu können, bevor man 2000 km mit ihm abreißt…
Vielleicht nehmen wir ja im nächsten Jahr auch noch den Bug mit.
2010: Ich komme!
Tolle Bilder von der Veranstaltung findet ihr hier und hier.