Natürlich weiß ich, dass innere Werte viel entscheidender sind als alleine die Größe. Und es kommt auch viel weniger auf die Größe an, als auf den Durchmesser! Aber wenn man da ans Limit stößt, kann es schon mal eine enge Kiste werden und im schlimmsten Fall sind auch Verletzungen nicht ausgeschlossen.
Die Rede ist natürlich von Zündkerzen!
In jugendlicher Unwissenheit hatte ich Sir Edward damals NGK BPR5ES spendiert und mich noch darüber gewundert, dass die 6-Kant der Zündkerzen unterschiedlich groß waren. Anschließend kam ich immer in Schwulitäten, wenn ich die Zündkerzen raus schrauben wollte, da 21er-Zündkerzenschlüssel so dick waren, dass sie an die Wände des Zylinderkopfes stießen. Leider hab ich davon kein Foto gemacht. Hier kann man es aber erahnen:

Da auf dem aktuellen Serviceplan u. A. auch eine Kontrolle der Kontaktabstände stand, habe ich mich im Vorhinein nochmal schlau gemacht und einen kleinen aber entscheidenden Fehler entdeckt. Die für den Rialto richtigen Zündkerzen sind nicht NGK BPR5ES sondern NGK BCPR5ES (bzw. BCPR6ES für die Autobahn)!
Die überraschend gut informierte Datenbank von NGK nennt zwar die BPR5ES als für den Rialto passend, jedoch steht bei der BCPR5ES der Reliant Robin, welcher den identischen Motor hat. Auch die sonstigen technischen Daten der Kerzen sind identisch.
Also Ende mit ärgern und neue Kerzen gekauft.
Den letzten Garagendonnerstag hab ich dann mal für den Tausch genutzt:

Igor hatte glücklicherweise nicht die 21er-Zündkerzennuss für seine Charger-Reparatur verwendet, so dass ich eine schlanke Proxxon-Nuss statt der eckigen Schlüssel borgen konnte. Damit bekam ich die Kerzen einigermaßen raus.
Im direkten Vergleich erkennt man auch die Unterschiede.
Sechskant 21mm vs. 16mm:

Außerdem haben die BCPR5ES-Kerzen fest verbundene „Click-Kappen“:

Darauf rasten ja die Zündkerzenstecker ein. Wenn die nicht schraubbar sind, können sie sich auch nicht lösen. Schadet also dem Stromfluss sicherlich auch nicht.
Die beengten Motorraumverhältnisse erforderten eine Demontage der Zugangsklappe im Innenraum:

Ker, was bin ich froh, dass der Rialto die hat! Beim Vorgänger-Robin, musste man das alles vom Motorraum aus angeln. Sicherlich ein Krampf.
Mit den neuen Kerzen hat man nun viel Platz:

Nun kommt man auch neben dem Verteiler besser an die Kerzen.
Die Zündkerzengesichter waren übrigens rußig-schwarz. Allerdings liegt der Garagendonnerstag auch nur 3 Straßen von mir entfernt. Da war der Choke fast die gesamte Fahrt draußen. Kann man also nicht wirklich was draus lesen.
Aber die neuen Kerzen kann ich ja jetzt ganz einfach checken….
Schlagwort-Archiv: Reliant Rialto
Krummsäbeliges bei Motorvision
Über Ecken bin ich auf diesen alten Motorvision-Bericht gestolpert, in dem neben dem bekannten Reliant Scimitar auch ein wenig Dreiradkunde betrieben wird:
Alles in allem erscheint mir der Bericht gut recherchiert. Inhaltliche Fehler fallen mir spontan keine auf. Das die Ersatzteilversorgung für die Scimitar jedoch „katastrophal“ sein soll, hängt glaube ich vom Standpunkt des Betrachters ab.
Münsteraner mit rostigem Huf
Gerade mal 60 km vom mir entfernt steht momentan ein Rialto (In der Beschreibung fälschlicherweise „Robin“ genannt) zum Verkauf:
Es ist mal wieder ein Österreich Import, also linksgelenkt. Als Saloon hat er die kleine „Mini“-Heckklappe:
Laut Anzeige soll der „Achsschenkel der Vorderachse verrostet“ sein.
Was auch immer das heißen mag.
Im Zweifel muss man halt die ganze Einheit tauschen. So kompliziert oder teuer ist das ja nun auch nicht. Habe ich bei Sir Edward auch schon hinter mir. Auch der defekte Tankanzeiger is kein Hexenwerk.
„850er-Mini-Technik“ is natürlich ne Lüge, aber geschenkt.
Erstzulassung war am 17.05.1990.
Momentan liegt der Preis bei 499€ und einem Gebot.
Da rechnet man dann noch großzügige 200€ drauf für einen (im schlimmsten Fall) neuen A-Frame und einen neuen Tankgeber und schon hat man wohl ein ordentliches Auto.
Ich bin gespannt, wo er landet.
Ich komme leider erst Montag aus dem Osterurlaub wieder zurück und kann ihn daher leider nicht besichtigen. Hätte mich ja schon interessiert. Aber zum schlachten klingt er zu gut und ist auch zu teuer.
fröhliches Stelldichein
Meine erste (automobiltechnische) Amtshandlung am vergangenen Granaten-Samstag war es, die Kupplung von Sir Edward nach zu stellen.
Seit einiger Zeit ging der erste Gang nur noch mit Nachdruck rein. Ein sicheres Zeichen dafür, dass man den Kraftschluss nachstellen muss. Zum Glück ist das beim Rialto nicht so ein Krampf wie beim Bug. Dort findet sich nämlich eine schön altmodisch per Seilzug betätigte Kupplung:

Bevor man mit den Einstellarbeiten beginnt, sollte man der ganzen Anlage eine WD40-Dusche gönnen, den Schmodder aus den Gewindegängen wischen und sich einen Referenzwert aufschreiben, so dass man im schlimmsten Fall wieder zur Ausgangseinstellung zurück kehren kann. Also einfach Zollstock gezückt und abgemessen:

Anschließend muss man prüfen, ob der Knebel, welcher als Gegenlager für den Bowdenzug im Kupplungshebel dient, freigängig ist. Die rosten nämlich gerne fest und knicken dann den Bowdenzug, was dieser nicht lange mit macht. Die notwendigen Details zu dieser Arbeit habe ich aber schon mal behandelt.
Das Handbuch sagt, dass man zum einstellen der Kupplung die Mutter auf dem Bowdenzug so weit an ziehen soll, bis der Arm nur noch 1/16 Zoll (1,58mm) Spiel hat. Der Laie fragt sich nun: „Spiel? Bei mir fühlt sich das alles so an, als hätte es Widerstand…“ Das rührt von der Rückholfeder an dem Arm her. Die also vorm einstellen aushängen.
Nun sollte sich der Arm leicht bewegen lassen, bis zu dem Punkt, wo das Ausrücklager die Kupplung berührt. 1,5mm vor diesem Punkt ist unsere gesuchte Stelle.
Damit der Bowdenzug sich beim anziehen der Mutter nicht immer mit dreht, empfiehlt es sich eine Gripzange auf seinen abgeflachten, hinteren Teil zu setzten.
Im Handbuch steht noch, dass das Kupplungspedal und das Bremspedal in einer Ebene sein sollen.
Da muss ich nochmal etwas am Pedal nachstellen:

Ist aber nur minimal. Die Einstellschraube für das Pedal findet ihr im Fußraum. Ein Filzkleber wirkt da übrigens Wunder, um das metallische *klonk* beim einkuppeln zu eliminieren….
Zum Abschluss der Arbeiten gabs von mir dann noch eine Kontermutter (fehlte schon immer), damit die Einstellmutter sich nicht verstellen kann:

Abschließend sollte man dann noch die ganze Mechanik dick mit Fett einstreichen, den Bowdenzug etwas ölen und die Feder nicht vergessen.
Der erste Gang flutscht nun wieder wie gebuttert rein. Allerdings ist der jetzt ganz wo anders liegende Schleifpunkt gewöhnungsbedürftig. Zu Anfangs gabs an der Ampel die ein oder andere peinliche Hochtour-Einlage…
Erstbesitz von 1988 bis 2010 – Klassisches Rialto-Leben
Bei eBay.at steht momentan ein recht interessanter Rialto zum Verkauf:
Der Wagen ist ein 1988er Hatchback mit der kleinen Klappe unterhalb der Heckscheibe:
Technisch soll er mit seinen 78.000km gut beieinander sein. Das wird unterstrichen von einer österreichischen TÜV-Plakette bis 09/2011. Auch der Blick in den Motorraum offenbart keinen sichtbaren Pfusch:
Im Innenraum sehe ich auch keine Basteleien, jedoch scheinen die Polster hinüber zu sein (Schutzbezüge).
Wen die Bauform und das empfindliche 80er-Jahre-Rot nicht stört, hat hier für aktuell 750€ die Chance auf ein sehr solide wirkendes Dreirad.
Bedingt durch das recht späte Baujahr sollte man jedoch mit einigem Mehraufwand bei einer Zulassung des Wagens in Deutschland rechnen.