Wie zwischenzeitlich kurz angerissen, war beim Rialto (eigentlich schon im Dezember) die Hauptuntersuchung fällig.
Zum ersten mal, seit ich ihn zugelassen habe.
Um sicher zu gehen, dass er auch den Prüfer überzeugt, wollte ich ihn am Tag vorher auf Herz und Nieren durch checken.
Die Sache hatte sich allerdings recht schnell erledigt, da die Batterie nach der langen Standzeit und den mittlerweile doch recht frischen Außentemperaturen leer war:

Ja, ich weiß: Im Winter gehört die Batterie mit ins kuschelige Bettchen genommen. Ich hab es schlicht und einfach vergessen bzw. gedacht, dass ich den Wagen „die Tage“ ja nochmal fahren würde.
Am nächsten Tag bin ich dann extra früh aus den Federn gekrochen, habe die Batterie vom Ladegerät genommen und bin zu einer Testrunde um den Block gestartet.
Hätte ich mir sparen können. Der Rialto läuft einfach wie ein Uhrwerk! Alle Lampen leuchten, neuer Wellendichtring am Getriebeausgang hält dicht, Wisch-/Waschanlage säubert, alles knorke.
Das sah der TÜV-Prüfer meines Vertrauens ein paar Stunden später genauso:

Der hatte mal wieder seine helle Freude an so einem exotischen Fahrzeug.
Glücklicherweise sind Dreiräder ja von der AU ausgenommen, so dass ich mir die sparen konnte. Die sorgt ja häufig für Verdruss und treibt den Preis in die Höhe.
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Kleinkrams
Neben dem Hauptkriegsschauplatz am Getriebeausgang, habe ich die Chance genutzt und im vorbeigehen noch zwei weitere Mängel behoben.
Zum Einen war mir ja vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich am Benzinfilter die Schlauchschellen vergessen hatte.
Das wurde nun nachgeholt:

Weiterhin habe ich das Masseband zwischen Getriebe und Rahmen ersetzt. Das störte mich schon lange, jedoch kommt man da bescheiden an die Verschraubung, wenn die Kardanwelle an ihrem Platz ist.
In unserem Fundus fand sich noch ein unbenutztes Exemplar, jedoch war es wesentlich länger als das Alte und bildete so eine gefährliche Schlaufe. Auch hier schaffte eine Schlauchschelle Abhilfe:

hinten lecken II
Am vergangenen Wochenende bin ich endlich dazu gekommen, den Wellendichtring am Getriebeausgang zu tauschen.
Das Ersatzteil lag ja schon seit geraumer Zeit bei mir rum.
Erster Schritt war, das Getriebeöl abzulassen:

Auf dem Bild sieht man auch gut, den Getriebehalter, auf welchen das Öl aus dem Simmerring immer getropft ist. Alles schön schmierig und verdreckt. Überraschenderweise haben die Silentgummis mit denen das Getriebe da hinten gelagert ist, das konstante Ölbad gut verkraftet. Kein Vergleich zu denen, die ich vorne raus gepult habe.
Als nächstes musste die Kardanwelle weichen. Damit sie später wieder rund läuft, habe ich ihre Einbauposition mit der Eisensäge markiert:

Die hinteren Schrauben bekommt man recht gemütlich ab.

Die Vorderen hingegen sind ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

Wie man auf dem obigen Bild erahnen kann, sitzt das vordere Kardangelenk im gleichnamigen, engen Tunnel. Direkt da drunter befindet sich ein Querträger vom Rahmen und der Getriebehalter.
Nüsse samt Verlängerungen zu verwenden scheidet aus, da die Wangen der Kreuzgelenke verhindern, dass man sie gerade aufstecken kann. Für einen Schraubenschlüssel ist im Tunnel jedoch auch kein Platz… Vertrackt, vertrackt.
Viele Reliant-Fahrer lösen das Problem, indem sie einfach den Wagenboden von oben aufschneiden und dort eine „Wartungsklappe“ montieren. Das geht auch relativ spurlos, da die Mittelkonsole später das Loch abdecken würde.
Aber so leichtfertig wollte ich nicht die Stichsäge schwingen.
Vaddern und ich haben ein wenig den Grips bemüht und gefühlte drei Stunden lang rum probiert, bis wir einen alternativen Weg fanden. Die Bolzen am Flansch braucht man nicht gegen zu halten, da sie mit ihren Flanken am Flansch anliegen und sich somit nicht drehen können. Entfernt man nun die mittige Schraube der Getriebehalterung, so kann man von unten mit einem Maulschlüssel die jeweils unterste Mutter der Bolzen am Flansch erreichen.
So kann man nun die Mutter immer 1/6 drehen, dann den Maulschlüssel raus ziehen, wenden und 1/6 weiter lösen, wieder wenden….
Wir haben uns immer wieder abgewechselt, wenn einem von uns beide Arme lahm wurden, war der Andere dran. Ein Königreich für einen Kraken mit 12 Armen!
Das der Zusammenbau genauso verlaufen würde, haben wir einfach verdrängt.
Irgendwann hatten wir dann alle Muttern lose und konnten die Welle raus nehmen:

Süß, oder?
Als nächstes musste auch der Flansch von der Getriebeausgangswelle runter:

Da hatte irgend ein fauler Zeitgenosse mal lediglich eine der Haltenasen des Sicherungsblechs umgelegt. Tstststs. Faules Pack!
Das Blech war schnell mittels zweier kombinierter 1/2″-Verlängerungen und eines Hammers zurück gebogen.
Als erstes versuchte ich die Zentralmutter mittels mehrerer Verlängerungen sowie eingelegtem Gang als „Gegenhalter“ zu lösen. Darüber lächelte sie müde und ich drehte lediglich den Motor durch. Nächster Anlauf war ein Klötzchen unter einem der Bolzen, welches sich am Rahmen abstützte:

Das führte dazu, dass sich das ganze Getriebe in seinen Gummiaufhängungen verwandte und gegen den Wagenboden drückte. Die Mutter zeigte sich weiterhin unbeeindruckt. Ab diesem Moment vermutete ich, dass auch hier mal in der Vergangenheit gepfuscht wurde und die Mutter nicht mit den vorgeschriebenen 60 Nm, sondern einfach mit dem Schlagschrauber angezogen wurde. Elendigen *#§$%*!
Mein Vadder war auch hier mal wieder die Stütze in der Not. Wir wühlten ein wenig im Alteisenfundus und förderten einen massiven Regenrinnenhalter hervor. Daraus ließ sich spitzenmäßig ein Gegenhalter basteln:

Den Halter konnte ich dann von unten durch den Getriebeträger schieben (so wie den Schraubenschlüssel zuvor) und am Flansch verschrauben:

Der Gegenhalter stütze sich dann am Rahmen ab und ich konnte mich ins Zeug legen, was die Zentralmutter anging.
Kurze Zeit später lag dann das ganze Geraffel auf der Werkbank…. (Fortsetzung folgt)
Stelle wo der Käfer das Wasser lässt
Gerade habe ich eine E-Mail vom TÜV-Prüfer meines zukünftigen Vertrauens erhalten.
Am kommenden Freitag soll ich um 14 Uhr bei ihm aufschlagen um den Bug inspizieren zu lassen….
Oh, ich bin ja sooo aufgeregt!
Kurzzeitkennzeichen is schon mit der Versicherung abgekaspert. Sollte laufen.
Mittwoch hole ich dann das Schild und drehe ne ausgiebige Testrunde. Donnerstag gehts dann rüber nach Osna zum Garagendonnerstag. Freitag TÜV und am Wochenende direkt nach Billerbeck zum Kleinwagentreffen…. straffer Zeitplan aber nur ambitionierte Ziele bringen einen nach vorne.
Sir Edward kommt dann erstmal in die Tiefgarage und hat (Hoch-)Sommerpause. Der wäre eigentlich mit Ölwechsel und sonstigen Inspektionen dran, aber das mache ich dann lieber, wenn ich ihn im Herbst wieder raus hole. Vielleicht bekommt er in der Zwischenzeit noch den neuen Kühler und einen neuen Simmerring am Getriebeausgang. Steht zumindest noch auch auf der Liste.
Aber erstmal ist Bug-fahren angesagt!!
14. Young- und Oldtimertreffen Glandorf
Wie ihr es vielleicht schon hier gelesen habt, waren Goof (samt allerliebster Familie und W116), Mehl (mit dem Chrysler 300) & ich (mit Sir Edward) letztes Wochenende auf dem 14. Young- und Oldtimertreffen in Glandorf.
Das Treffen wird von einem vergleichsweise winzigen Club (den „Youngtimerfreunden Osnabrücker Land“) jedes Jahr an Muttertag ausgerichtet und hat sich mittlerweile zu einer echten Institution hier in der Gegend etabliert. Grobe Schätzungen sprechen von ca. 150 anwesenden Old- & Youngtimern. Das Treffen legt nahezu ganz Glandorf lahm und verwandelt die Innenstadt in einen einzigen großen Parkplatz mit Baujahrsbeschränkung.
Das Treffen ist markenoffen, jedoch meine ich einen klaren Schwerpunkt auf deutschen Erzeugnissen erkannt zu haben.
Wir waren zu I. & W. Erpenbeck eingeladen, welche uns freundlicherweise drei Stellplätze auf ihrem ansonsten rappel vollen Firmengelände reserviert hatten:

Sir Edward wurde die Ehre zuteil, direkt am Eingang stehen zu dürfen. Und das ganz ohne Stern auf der Haube! Diese exponierte Stelle dürfte auch sehr zu dem recht guten Absatz von „Attack of the Altwagen„-Flyern beigetragen haben. Mal sehen, was bei rum kommt.
Auf dem Weg zum Mercedes-Gelände mussten wir an einem Sprecher vorbei, welcher die undankbare Aufgabe hatte, etwas schlaues zu jedem Fahrzeug sagen zu müssen. Mit uns hatte er ein besonders hartes Los. Goof, welcher als erster bei ihm war, korrigierte den Sprecher umgehend durchs Mikrofon als er seinen Wagen fälschlicherweise als W126 titulierte. Danach kam ich. Der Sprecher setzte an: „Und hier ein Dreirad aus der Wirtschaftswunderzeit.“, reichte mir das Mikro rein, woraufhin ein „Naja, Baujahr 1984. Da war das Wirtschaftswunder schon nen bisschen vorbei…“ zurück schallte. Da war der Sprecher eingeschnappt, gab mir das Mikro und meinte: „Na dann sag doch selber was!“. Gesagt, getan. Die Zuhörer sind nun ein Stück schlauer was englische Dreiräder angeht. Auf noch einen Anranzer hatte er dann offensichtlich keinen Bock mehr und winkte den 300 mit dem Kommentar. „Naja, wird auch zu voll hier…“ durch. Is aber auch nen undankbarer Job. Respekt für den Einsatz!
Ansonsten schlenderten wir durch die Stadt, blödelten rum, bewunderten Altblech, verspotteten aufgeklebte Carbon-Folie, futterten Currywurst/Pommes und verbrachten einen sehr schönen Tag.
Danke fürs ausrichten „yfol“!
Hier noch ein paar Bilder meiner persönlichen Highlights:
70er-Farbenspiel der Opel GT-Parade:

Schöner Volvo P1800:

Daf 55 Coupé Variomatic:

Liebevoll ausstaffierter Ford Escort:

Mit Spaxschrauben befestigte Randaleleuchte auf wehrlosem Altblech:

Herzallerliebster Fiat Multipla:

Der Innenraum lässt sich übrigens zu einer riesigen Amore-Wiese umklappen:

Der Heinkel-Club hielt mit mir die Dreiradfahne hoch:

Auch mit weiterer Anreise:

Leistung statt Kinder:

serienmäßig im Renault R5 Turbo 2:

Apal Buggy mit Subaru-Boxer:

Lecker Citroen Ami 6:

„Schräger gehts nicht“:

Reich patinierter Citroen Traction Avant:

Lecker Opel Monza GSE:

Liebevoll ausstaffierte Hutablage:

Der letzte Wagen ist immer ein Kombi:

Für die lybische Großfamilie:

Für die ruandische Großfamilie:

Meine gesamten Fotos findet ihr hier.
Noch mehr zu gucken gibts hier oder hier.