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Fuhrpark goes Motorvision II

Gerade eben erreichte mich eine Mail von der MOTORVISION-Produzentin.
Entgegen der von Tobias gestreuten Gerüchte (und der Ankündigung im Netz) soll der Beitrag über meinen Rialto schon heute Abend im Fernsehen laufen!

Angesagt ist 21:15 Uhr in der Sendung „Perfect Ride“ auf Motorvision TV (im Sendernetz von Sky zu empfangen).

Ich bin mal gespannt, ob der Beitrag sich merklich in den Klickzahlen niederschlägt.
Die versprochene DVD von der Sendung soll ebenfalls in der Mache sein und die Tage bei mir eintreffen.

Reifendeko

Nach ewiger Suche ist es mir gelungen zumindest eine (!) Radkappe für den Rialto aufzutreiben:
Radkappe + Aufkleber
Zum Glück fehlt mir ja auch nur Eine. Die hatte sich damals auf dem Weg zur Reliant National Rallye unerlaubt von der Truppe entfernt.
Ihr Zustand ist als „ok“ zu bezeichen. Der silberne Lack ist nicht so dolle und die Halteklammern sind rostig, aber wenigstens ist sie unbeschädigt. Mit 5 GBP war der Preis aber auch fair und annähernd so hoch wie der Versand…
Leider fehlt das „R“ in der Mitte.
Zum Glück produziert aber jemand die ganzen Reliant-spezifischen Decals mittlerweile nach, so dass ich mir da direkt zwei für die Radkappen und einen „Reliant“-Schriftzug für den Kühlergrill bzw. die Hecktür bestellt habe.

Dem Ingenör is nix obskör

Wie zwischenzeitlich kurz angerissen, war beim Rialto (eigentlich schon im Dezember) die Hauptuntersuchung fällig.
Zum ersten mal, seit ich ihn zugelassen habe.
Um sicher zu gehen, dass er auch den Prüfer überzeugt, wollte ich ihn am Tag vorher auf Herz und Nieren durch checken.
Die Sache hatte sich allerdings recht schnell erledigt, da die Batterie nach der langen Standzeit und den mittlerweile doch recht frischen Außentemperaturen leer war:
Batterie leer
Ja, ich weiß: Im Winter gehört die Batterie mit ins kuschelige Bettchen genommen. Ich hab es schlicht und einfach vergessen bzw. gedacht, dass ich den Wagen „die Tage“ ja nochmal fahren würde.
Am nächsten Tag bin ich dann extra früh aus den Federn gekrochen, habe die Batterie vom Ladegerät genommen und bin zu einer Testrunde um den Block gestartet.
Hätte ich mir sparen können. Der Rialto läuft einfach wie ein Uhrwerk! Alle Lampen leuchten, neuer Wellendichtring am Getriebeausgang hält dicht, Wisch-/Waschanlage säubert, alles knorke.
Das sah der TÜV-Prüfer meines Vertrauens ein paar Stunden später genauso:
HU-Bericht
Der hatte mal wieder seine helle Freude an so einem exotischen Fahrzeug.
Glücklicherweise sind Dreiräder ja von der AU ausgenommen, so dass ich mir die sparen konnte. Die sorgt ja häufig für Verdruss und treibt den Preis in die Höhe.

Kleinkrams

Neben dem Hauptkriegsschauplatz am Getriebeausgang, habe ich die Chance genutzt und im vorbeigehen noch zwei weitere Mängel behoben.
Zum Einen war mir ja vor einiger Zeit aufgefallen, dass ich am Benzinfilter die Schlauchschellen vergessen hatte.
Das wurde nun nachgeholt:
Benzinfilter
Weiterhin habe ich das Masseband zwischen Getriebe und Rahmen ersetzt. Das störte mich schon lange, jedoch kommt man da bescheiden an die Verschraubung, wenn die Kardanwelle an ihrem Platz ist.
In unserem Fundus fand sich noch ein unbenutztes Exemplar, jedoch war es wesentlich länger als das Alte und bildete so eine gefährliche Schlaufe. Auch hier schaffte eine Schlauchschelle Abhilfe:
Massekabel

hinten lecken II

Am vergangenen Wochenende bin ich endlich dazu gekommen, den Wellendichtring am Getriebeausgang zu tauschen.
Das Ersatzteil lag ja schon seit geraumer Zeit bei mir rum.
Erster Schritt war, das Getriebeöl abzulassen:
Getriebeölwechsel
Auf dem Bild sieht man auch gut, den Getriebehalter, auf welchen das Öl aus dem Simmerring immer getropft ist. Alles schön schmierig und verdreckt. Überraschenderweise haben die Silentgummis mit denen das Getriebe da hinten gelagert ist, das konstante Ölbad gut verkraftet. Kein Vergleich zu denen, die ich vorne raus gepult habe.
Als nächstes musste die Kardanwelle weichen. Damit sie später wieder rund läuft, habe ich ihre Einbauposition mit der Eisensäge markiert:
Kardanwellengelenk
Die hinteren Schrauben bekommt man recht gemütlich ab.
Kardanwellengelenk Hinterachse
Die Vorderen hingegen sind ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Vorderes Kardangelenk
Wie man auf dem obigen Bild erahnen kann, sitzt das vordere Kardangelenk im gleichnamigen, engen Tunnel. Direkt da drunter befindet sich ein Querträger vom Rahmen und der Getriebehalter.
Nüsse samt Verlängerungen zu verwenden scheidet aus, da die Wangen der Kreuzgelenke verhindern, dass man sie gerade aufstecken kann. Für einen Schraubenschlüssel ist im Tunnel jedoch auch kein Platz… Vertrackt, vertrackt.
Viele Reliant-Fahrer lösen das Problem, indem sie einfach den Wagenboden von oben aufschneiden und dort eine „Wartungsklappe“ montieren. Das geht auch relativ spurlos, da die Mittelkonsole später das Loch abdecken würde.
Aber so leichtfertig wollte ich nicht die Stichsäge schwingen.
Vaddern und ich haben ein wenig den Grips bemüht und gefühlte drei Stunden lang rum probiert, bis wir einen alternativen Weg fanden. Die Bolzen am Flansch braucht man nicht gegen zu halten, da sie mit ihren Flanken am Flansch anliegen und sich somit nicht drehen können. Entfernt man nun die mittige Schraube der Getriebehalterung, so kann man von unten mit einem Maulschlüssel die jeweils unterste Mutter der Bolzen am Flansch erreichen.Getriebehalter
So kann man nun die Mutter immer 1/6 drehen, dann den Maulschlüssel raus ziehen, wenden und 1/6 weiter lösen, wieder wenden….
Wir haben uns immer wieder abgewechselt, wenn einem von uns beide Arme lahm wurden, war der Andere dran. Ein Königreich für einen Kraken mit 12 Armen!
Das der Zusammenbau genauso verlaufen würde, haben wir einfach verdrängt.
Irgendwann hatten wir dann alle Muttern lose und konnten die Welle raus nehmen:
Kardanwelle
Süß, oder?
Als nächstes musste auch der Flansch von der Getriebeausgangswelle runter:
Getriebe Ausgang Flansch
Da hatte irgend ein fauler Zeitgenosse mal lediglich eine der Haltenasen des Sicherungsblechs umgelegt. Tstststs. Faules Pack!
Das Blech war schnell mittels zweier kombinierter 1/2″-Verlängerungen und eines Hammers zurück gebogen.
Als erstes versuchte ich die Zentralmutter mittels mehrerer Verlängerungen sowie eingelegtem Gang als „Gegenhalter“ zu lösen. Darüber lächelte sie müde und ich drehte lediglich den Motor durch. Nächster Anlauf war ein Klötzchen unter einem der Bolzen, welches sich am Rahmen abstützte:
Getriebeausgangsflansch
Das führte dazu, dass sich das ganze Getriebe in seinen Gummiaufhängungen verwandte und gegen den Wagenboden drückte. Die Mutter zeigte sich weiterhin unbeeindruckt. Ab diesem Moment vermutete ich, dass auch hier mal in der Vergangenheit gepfuscht wurde und die Mutter nicht mit den vorgeschriebenen 60 Nm, sondern einfach mit dem Schlagschrauber angezogen wurde. Elendigen *#§$%*!
Mein Vadder war auch hier mal wieder die Stütze in der Not. Wir wühlten ein wenig im Alteisenfundus und förderten einen massiven Regenrinnenhalter hervor. Daraus ließ sich spitzenmäßig ein Gegenhalter basteln:
Getriebeausgangsflansch Gegenhalter
Den Halter konnte ich dann von unten durch den Getriebeträger schieben (so wie den Schraubenschlüssel zuvor) und am Flansch verschrauben:
Getriebeausgangsflansch Gegenhalter
Der Gegenhalter stütze sich dann am Rahmen ab und ich konnte mich ins Zeug legen, was die Zentralmutter anging.
Kurze Zeit später lag dann das ganze Geraffel auf der Werkbank…. (Fortsetzung folgt)