Dem geneigten Leser mag aufgefallen sein, dass die Beitragsdichte hier im Blog in letzter Zeit etwas abgenommen hat.
Die Erklärung ist, dass ich mir Stans Kommentar zu Herzen genommen habe:
Schräubchen ist somit zum großen Schräubchen geworden und vor uns sehen wir das kleine Schräubchen.
Unterhaltungsmäßig dürfte Bruce Willis damit raus sein. In Zukunft gibt es nur noch Bibi und Tina.
Mal hoffen, dass sie in Zukunft noch den festen Griff zum Schraubenschlüssel von ihrer Schwester lernt.
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unverhoffte Komplikation
Der Volvo V50 war mit dem kleinen Service dran. Groß gab’s ja letztes Jahr.
Der Innenraumfilter war ein schon bekanntes Übel.
Für den Rest kam er auf meine Rampen:

Hatte ich schon erwähnt, wie dankbar ich der Besten bin, dass Sie mir „schrauben mit Familienanschluss“ ermöglicht hat?
So liegt man unterm Auto, hört ein Tappsen, sieht kleine Füße und plötzlich guckt Schräubchen unter’s Auto und fragt mit ihrer unnachahmlichen Art: „Was machst du eintlich?!„:

Nach einer kurzen Erläuterung der Sach- und Rückenlage krabbelt sie erst mit unter’s Auto, um anschließend einen Kinderstuhl zu holen und sich mit in die Garage zu setzen. Dort werden dann munter die Nüsse im Knarrenkasten neu arrangiert oder mit Dingen aus der „Restekiste“ gespielt.
Mir geht jedes Mal das Herz auf.
Aber zurück zum Thema:
Auch der Ölwechsel sollte ein Kinderspiel sein.
Dank des Haynes-Manuals wusste ich ja nun, dass man an den Ölfilter viel einfach kommt, indem man den Dieselfilter löst.
Das ging auch planmäßig, bis zu dem Punkt, wo ich ihn einfach nach oben aus seiner Führung ziehen sollte:

Er bewegte sich ca. 5 mm und saß dann fest.
Nach einigem rätseln und vergewissern, dass es wirklich nur 5 Schrauben sind, die ihn halten, stellte ich fest, dass die Messingbuchse an der Seite des Filters der Übeltäter war:

Die Buchse hatte sich augenscheinlich aus dem Plastik des Filters gelöst und in dem Langloch der Schraube verkantet.
Super Sache!
Natürlich ist da weder Platz zum hämmern, noch ein Gegenlager um zu hebeln, damit die Buchse wenigstens temporär wieder zurück in ihr Gehäuse geht.
Alles nur Plastik-Mist.
Ich habe da sicherlich eine geschlagene Stunde probiert und gefummelt. Es half alles nix.
Also Radikalkur und zu einem schlanken Eisensäge-Blatt gegriffen:

Das ließ sich zwischen Plastikgehäuse und Crash-Rahmen fummeln und immer 3-4 Sägezähne vor und zurück bewegen.
Nach ca. 45 Minuten war die Buchse durch und der Filter ließ sich einfach entnehmen:

Wie man sieht steckt die Buchse ein gutes Stück in dem Langloch. Sollte das irgendjemand nachmachen müssen, so denkt daran, die darunter liegende Lichtmaschine abzudecken! Keine Ahnung, wie toll die Wicklungen einen Haufen Messing-Späne finden. Muss man ja nicht austesten.
Der Rest des Ölwechsels lief dann wieder nach Plan (Auch wenn ich überrascht vom großen Spiel des MANN HU 711/51 x-Filters war. Der sitzt leider recht lose auf den Stutzen.).
Beim Zusammenbau habe ich auf die seitliche Schraube verzichtet und den angepassten Kabelhalter einfach oben am Crash-Rahmen befestigt:

Ich denke, dass der Filter auf die seitliche Schraube nicht zwingend angewiesen ist, da er fest in einer Schiene sitzt und ringsum vom Crash-Rahmen umfasst wird.
Als sich meine Arme am nächsten Tag von der erlahmenden Sägearbeit erholt hatten, habe ich noch als letzten Schritt den Dieselfilter entwässert.
Wenigstens das ging straight forward.
An die Ablassschraube habe ich die Vakuumpumpe von Tante Louise angeschlossen, etwas gepumpt und dann die obere Entlüftungsschraube auf dem Filtergehäuse geöffnet:

Nun noch ein wenig gesaugt (ca. 200 ml) und alles wieder zu gedreht.
Anschließend muss man das System wieder entlüften.
Auch das geht mittels Vakuumpumpe kinderleicht.
Einfach die Rücklaufleitung an dem grünen Verbinder trennen und dort die Pumpe anschließen:

Nun pumpt man bis in der durchsichtigen Leitung auf der anderen Seite des Motors keine Luftblasen mehr zu sehen sind:

Abschließend noch den Motor starten und eine Runde um den Block drehen und den Service-Reminder zurücksetzen:
Zündung auf 1; Tageskilometer-Rücksteller gedrückt halten; innerhalb von 2 Sekunden Zündung 2; wenn das "i" im Instrumentenbrett leuchtet loslassen; zur Bestätigung ertönt ein Signal
Läuft alles.
Teile-Bergung
Wenn vor einer Tür ein original Binz-Kombi (der übrigens noch im täglichen Handwerker-Einsatz ist) steht:

weiß man, dass man an der richtigen Adresse ist.
Und drinnen ging es passend weiter:

Eine echte Schrauberhöhle.
Warum diese Einleitung?
Ich war los ein paar Teile bergen.
Kommt ja nicht so häufig vor, dass in Deutschland was für meinen kleinen Exoten-Streichelzoo angeboten wird.
Die Garagenwand ziert neuerdings nämlich ein Bond Bug Canopy:

Dank French Cleats war die Montage an der Wand auch ein Kinderspiel:

Damit das ganze Gewicht des Canopys nicht an den Befestigungslöchern zerrt steht es unten auf einem Polystyrolblock.
Keine Ahnung, ob ich das mal brauche, aber „haben ist besser als brauchen“.
Außerdem gab es noch einen 700 ccm-Bond Bug-Motor in Teilen samt 3 Zylinderköpfen dazu:

Und Ventildeckel (sogar zwei seltene mit „Bond“-Schriftzug):

und kistenweise Kleinteile:

und zwei Kühler:

und ein Bond Bug-Getriebe:

und einen kompetten Wärmetauscher samt Gebläse:

und eine Wanne Bremsenteile:

und drei Reliant-Getriebe:

und ein (auch auf der Insel seltener) 850 ccm Reliant „Yellow Top“-Motor, wie er auch in meinem Rialto verbaut ist:

und eine Kiste, teils NOS, Fahrwerksteile, zwei Kardanwellen sowie ein komplettes Lenkgetriebe:

hatte ich schon Kleinteile erwähnt?:
Mal sehen, wann wir einen Winter haben, der lange und dunkel genug ist, damit ich all die Teile mal sichten kann. Außnahmsweise arbeitet die globale Erwärmung gegen mich…
Allerdings denke ich, dass damit mein Bedarf an Reliant-spezifischen Teilen für eine lange Zeit gedeckt ist.
Das hebt! II
Bevor mich OSTs Tipp erreichte, hatte ich schon für meinen neuen Rodcraft Wagenheber nach Auflagetellern geguckt.
Das Maßband verriet mir, dass der Original-Teller 120mm Außendurchmesser hat. Eine ausgedehnte Suche später hatte ich einen Ersatzteller für Nussbaum-Hebebühnen im Einkaufskorb.
Die Teller haben auf der Unterseite einen umlaufenden Gummirand und einen einvulkanisierten Stahlteller:

Der Durchmesser innerhalb des Randes beträgt 120mm. Damit passt der Teller haargenau auf den Wagenheber:

Sitzt schön fest und drückt sich durch den Stahlteller auch nicht durch. Super Sache!
Wenn man den Teller noch zusätzlich befestigen will, kann man dass wie Ado machen.
Das hebt!
Mein Kinderwagenheber ist kacke.
Das Ding ist kippelig und lässt sich beschissen bedienen. Mittlerweile ist mir da zum dritten Mal ein Auto (fast) runter gefallen. Ich habe mich daher mal nach Alternativen umgesehen.
Schlussendlich schwankte ich zwischen dem Rangierwagenheber Aluminium RA von werkzeugbude24.de

und dem Rodcraft RH215:

Der Rodcraft ist flacher und hat eine größeren Maximalhub, ist dafür aber ein schwerer Bastard.
Nachdem ich mehrfach von Menschen gelesen habe, die Probleme mit durchgängigen Frontrollen (hängen bleiben an Fugen und Steinchen) hätten, entschied ich mich für den Rodcraft:

Der Zusammenbau ist keine besondere Herausforderung:

Zuerst muss man jedoch die Transportsicherung lösen:

Da sitzt anständig Spannung hinter. Am einfachsten ging es bei mir, als ich mich auf den Flansch gekniet habe.
Der Größervergleich macht den Unterschied deutlich:

Bevor es an den ersten Einsatz ging habe ich noch dem oberen Teil der Hubstange ein Stück PE-Rohrisolierung spendiert. Mit 28mm Innendurchmesser passt die Isolierung schön stramm über die Stange:

So sind auch hier Beschädigungen durch Töffeleien ausgeschlossen.
Durch den großen Hub lassen sich bequem beide Räder einer Fahrzeugseite auf einmal wechseln:

Die serienmäßige Gummiauflage im Teller ist zwar sehr hart, aber leider drückt sich der Schweller doch bis auf den Eisenrand durch, wie man an den Macken sieht:

Da werde ich mir noch was überlegen.
Ansonsten bin ich sehr zufrieden. Auch im Vergleich zu Vadderns Rangierwagenheber lässt sich der Rodcraft wesentlich leichter manövrieren und auch das Ventil lässt sich viel präziser öffnen.