Den Heimaturlaub habe ich auch dafür genutzt, mal beim Bond Bug vorbei zu schauen:

Zum abstrakten Teil der Kabelbaumrestaurierung gehörte ja noch die Suche nach einem neuen Ort für die Zentralelektrik.
Da sowohl Motorraum schon mit Antrieb und der Innenraum mit Mensch brechend voll sind, war der Ort meiner Wahl der Kofferraum. Dort lässt sich unsichtbar die geplante Box unterbringen und es ist auch genügend „überflüssiger“ Platz vorhanden. Großartige Transportaufgaben bewältigt der Bug eh nicht. Selbst eine normale Klappkiste passt nur mit dem Schuhlöffel da rein. Von einer Kiste Pils ganz zu schweigen. Für den Kofferraum spricht weiterhin, dass dort schon serienmäßig die Batterie untergebracht ist, was einige Kabelwege signifikant verkürzt.
Am einfachsten wäre es natürlich die Box unter die Hutablage zu schrauben:

Da wäre reichlich Platz in alle Dimensionen.
Aber ich befürchte die Box wäre dann im Weg, wenn ich die Steckscheiben im Kofferraum verstaue. Außerdem wäre sie dann doch sehr offensichtlich, sobald jemand den Kofferraum öffnet.
Also weiter umgeschaut.
Unten links im obigen Bild seht ihr eine schwarze Sperrholzplatte. Darunter verbirgt sich die Batterie:

Von der Batterie aus Richtung Heck findet sich unter dieser (nachträglich installierten) Klappe noch eine Vertiefung, in welcher Bordwerkzeug, Warndreieck und Verbandszeug seinen Platz hatte.
Bei meinem Bug ist dieser Platz jetzt frei, da ich immer mein „Werkzeugrad“ verwende, welches in der Vertiefung vor der Batterie anstelle des Ersatzrades steht.
Leider sind mir in der dunklen Tiefgarage keine sonderlich aussagekräftigen Bilder gelungen. Daher habe ich mal die Umrisse der Vertiefung markiert:

Das Niveau der Box-Oberkante liegt glücklicherweise unterhalb der Rücklichter, so dass dort keine Designkunststücke nötig sind.
In der Gesamtansicht sieht das Ganze so aus:

Die Maße der Vertiefung sind 340 mm Breite, 200 mm Tiefe und 55 mm Höhe.
Ich habe nach diesen Vorgaben mal das Layout der Zentralelektrik angepasst.
Entwurf 1 bedarf durchgängig 80 mm an Höhe:

Bei diesem Layout hätte ich eine 25 mm Stufe im Kofferraumboden. Nicht schön, ließe sich aber verschmerzen.
Entwurf 2 ist insgesamt kompakter und kommt auf der Hälfte mit 55 mm Höhe aus:

Hier ließe sich die Stufe eventuell unter den Rückleuchten verbergen, so dass weder an der Nutzbarkeit noch der Optik des Kofferraums wesentlich was geändert werden müsste.
Bei Entwurf 2 gefällt mir jedoch die Kabelführung nicht sonderlich. Es müsste ein flacher aber dafür Breiter Kabelstrang in das Gehäuse führen. Weder optisch noch abdichtungsmäßig eine optimale Lösung.
Eventuell würde ich dann auf eine der Stromschienen verzichten und stattdessen eine runde Durchführung im passenden Format realisieren.
Gesichert ist jedoch, dass es keine Box gibt, die genau dort hin passen würde.
Da ist also selber anfertigen angesagt.
Mir schwebt eine passgenaue „Wanne“ aus GFK vor, welche mit einem überdimensionalen Deckel verschlossen wird, der gleichzeitig auch als Abdeckung über der Batterie fungiert.
Um die Wanne möglichst passgenau bauen zu können, muss ich mir eine Technik überlegen, um die Form des Kofferraums abnehmen zu können.
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Kupferwurm VI
Menschen waren so nett, mir einige Verbesserungsvorschläge zu meinem Stromlaufplan zukommen zu lassen.
Herzlichen Dank dafür!
Zusammen mit meinen eigenen Ideen führt das nun zu Version 2.9 der neuen Bond Bug Elektrik:
Blatt 1:

Blatt 2:

Als zentrale Änderungen stechen einem die nun vollständig abgesicherten Relais, der zusätzliche Massekontakt hinter dem Armaturenbrett (unten im Stromlaufplan eingezeichnet), die Absicherung der Lichtmaschine über die Hauptsicherung, die Relaisgesteuerten Blinker und die nun getrennten Bremslichter ins Auge.
Insbesondere bei der Absicherung der Lichtmaschine bin ich mir über Sinn und Unsinn meiner Schaltung noch nicht ganz im Klaren.
Mal sehen, ob ich da noch eine dezidierte Meinung zu bekomme.
In der Zwischenzeit habe ich mich der Hardware-Seite des Updates zugewandt.
Geplant ist ja, eine Zentralelektrik-Einheit in eine möglichst kompakte Kiste in den Kofferraum über die Batterie zu packen.
Zusammenstricken will ich die Zentralelektrik aus diesem Modulsystem:

Die ganzen Bausteine gib es hier.
Im Maßstab 1:1 dürfte dabei dann sowas raus kommen (in der Draufsicht):

Unter diese Einheit soll das auserkorene „Schienensystem“ für die Klemmen 30, 15 und 31.
Ausgangspunkt dafür sollen diese Leitungsverbinder werden:

Davon kommen drei nebeneinander unter die Zentralelektrik und eine hinter das Armaturenbrett, um ebenfalls Klemme 31 (Masse) aufzunehmen, so dass ich nicht alle Kabel wieder zurück zum Kofferraum laufen lassen muss.
Das sieht dann dementsprechend in der Skizze so aus:

Rechts seht ihr den Querschnitt durch die Kiste. Da muss ich dann noch ein wenig knobeln, wie viel Platz ich zwischen den Schienen und der ZE brauche, um die Kabel verlegen zu können.
Das ganze verpacke ich dann in solch einem Schaltschränkchen:

Da zwischen mir und dem Bug momentan 250 km liegen, kann ich leider nicht im Kofferraum Maß nehmen.
Eventuell machen mir nämlich die beengten Platzverhältnisse einen Strich durch die Rechnung. Dann muss ich auf Micro-Relais umsatteln und bei den Schienen 30 und 31 zusammen legen.
Das ist aber ein Problem, dem ich mich stelle, wenn es akut wird
Kupferwurm V
So, mittlerweile habe ich Version 2.7 des neuen Stromlaufplans für den Bond Bug ausgebrütet.
Ich habe versucht, mich so weit es ging an die DIN-Vorgaben, was die Kabelfarben und die Klemmenbezeichnungen anging zu halten.
Die Kabelstärken findet ihr als kleine Zahlen meist zwischen Sektor „B“ und „C“. Da habe ich versucht mich an den Golfplan und die Fausformel 5A pro mm² als Dauerlast und 10A pro mm² als Spitzenlast zu halten.
Allerdings bin ich mir sicher, dass ich einiges an Fehlern übersehen habe.
Daher bitte euch, dass ihr bei Interesse mal einen Blick drauf werft, ob ich irgendwelche kapitalen Böcke geschossen habe (durch anklicken kommt ihr zur großen Ansicht). 37 Augen sehen mehr als zwei und so….
Für Verbesserungsvorschläge bin ich natürlich immer offen.
Blatt 1 umfasst: Anlasser, Stromversorgung, Zündung, Instrumente, Anzeigen, Scheibenwischer, Lüftung, Innenraumlicht und 12V-Steckdose:

Blatt 2 umfasst: Hupe, Bremslichter, (Warn-)Blinker und Beleuchtung:

Ein paar grundlegende Unsicherheiten habe ich noch:
- So weiß ich z.B. nicht wie/ob ich einen Spannungsregler anklemme/brauche. Der Bug hat bisher einen archaischen Spannungsregler für Gleichstromlichtmaschinen, welchen ich später mit der neuen Drehstrom-Lima (Lucas 17ACR mit integriertem Regler) nicht mehr verwenden kann. Mit welcher Spannung die Instrumente laufen, weiß ich noch nicht. Da ist noch Recherche nötig. Dementsprechend entfällt der oben eingezeichnete Regler eventuell ersatzlos.
- Auch fehlen mir Referenzwerte, ob und mit wie viel Ampere ich die Relais am sinnvollsten absichere und wie stark die entsprechenden Kabel dann sein sollten.
- Ebenso können sich bei der späteren Verkabelung auch noch Änderungen ergeben bezüglich der Massekontakte der einzelnen Schaltkreise. Da wird einiges sicherlich auf Klemme 31 wandern, was im Plan aktuell noch seine Masse über den Rahmen bezieht.
- Ich habe auch noch keinen wirklich gangbaren Weg ersonnen, wie ich die Blinker über Relais ansteuern kann und dann der Blinkgeber nicht spinnt.
Momentan komme ich auf 25 Sicherungen und 9 Relais. Erscheint mir ein wenig Overkill, aber so recht sehe ich kein Einsparungspotential ohne auf gewaltigere Sicherungen umzusteigen bzw. die sicherheitsrelevanten Kreise nicht mehr getrennt zu halten.
Auch die vielen Kontakte auf den Haupt-Klemmen (7×30; 17×15; 16×31) bereiten mir noch etwas Kopfzerbrechen. Da habe ich noch keinen stichfesten Plan, wie ich das Schienenmäßig realisiere.
Aber erstmal freue ich mich auf eure Kritik.
Danke für die Hilfe!
Zuwachs in der Bibliothek
Während ich noch über dem neuen Stromlaufplan für den Bond Bug brüte, trudelte gestern Verstärkung für meine Reliant-Bibliothek ein:

Elvis Payne hat zusammen mit Stuart Cyphus in zwei Büchern die Geschichte der Three-Wheeler-Produktion von Reliant dokumentiert.
Buch 1 umfasst die Jahre 1935 bis 1973 und Buch 2 die Jahre 1973 bis 2002.
Die Bücher sind unterhaltsam geschrieben, gut recherchiert und enthalten viel historisches Bildmaterial.
Sie können getrost als neue Standardwerke zum Thema Reliant Three-Wheeler angesehen werden.
Eine echte Empfehlung für jeden, der an der Marke interessiert ist und englische Lektüre nicht scheut!
Kupferwurm IV
Viele traurige Monde sind vergangen, seit der Bug zum letzten Mal bewegt wurde.
Es vergehen sicherlich auch noch viele ebenso traurige Monde, bis er wieder Asphalt unter die Räder nehmen wird.
Um jedoch mal etwas voran zu kommen, habe ich mich an den abstrakten Teil der Aufgabe gesetzt.
Wie schon damals dargestellt, möchte ich den Bug gerne nach modernen Standards neu verkabeln und bei der Gelegenheit ein paar Verbesserungen einfließen lassen.
U.a. soll der Bug folgende Extras bekommen:
- sensorgesteuerten elektrischen Lüfter
- elektronische Zündung
- 12V-Steckdose
- Drehstrom-Lichtmaschine
- Summer für den Blinker
Die Verbraucher sollen dabei möglichst über Relais angesteuert werden, so dass die prähistorischen Schalter entlastet werden.
Ich habe daher mal Axels Kommentar aufgegriffen und mir einen modernen Stromlaufplan als Vorlage geschnappt.
Meine Wahl fiel dabei auf den hyper-modernen Plan vom VW Golf/Jetta C, CL, GL und Golf Cabriolet GL ab August 1981:
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Dieser Stromlaufplan hat in meinen Augen verschiedene Vorteile:
- Er ist vorzüglich dokumentiert
- Der Golf hat, wie der Bond Bug auch, kaum Extras
- Er enthält keine/kaum elektronische Komponenten wie z.B. Steuergeräte
- Er hat jedoch schon nach modernen Maßstäben getrennte Schaltkreise
- Die Kabelstärken, Farben und Absicherungen entsprechen DIN
- Es ist ein modernen Stromlaufplan im Gegensatz zum veralteten Schaltplan
Sofern ihr euch ein wenig für die Materie interessiert, empfehle ich die sehr gute und einfach verständliche Anleitung im Golf I und Golf Cabro-Wiki „Wie lese ich einen Stromlaufplan„!
Nachdem ich mich dort schlau gelesen hatte, habe ich den Golf-Plan mal halbwegs lesbar ausgedruckt, den (immer noch fehlerhaften) Schaltplan von meinem Bond Bug daneben gelegt und fröhlich alles raus gestrichen, was ich meine, nicht mehr zu brauchen:

Danach habe ich das mal in einer Version 1.0 in den Golf-Plan übertragen:


Natürlich sind da noch einige Fehler drin und es fehlen auch noch Komponenten, aber der neue Plan gibt einem schon mal eine grobe Idee, wie man das Ganze später mal aufbauen könnte.
Als weitere Inspiration dient mir die gute Doku von Carsten Seehawer über die (im Fiasko geendete) Restaurierung seines Lotus Seven / Typ 7, Twin Cam 1700, Baujahr 1968.
Durch die GFK und Aluminium-Konstruktion des Seven, war auch er auf zusätzliche Masseleitungen angewiesen und hat den Kabelbaum von Grund auf selbst gestrickt.
Insbesondere die von ihm entworfene Zentralelektrik (Mitte der Seite) mit Strom führenden Schienen gefällt mir sehr gut:

Ich muss jetzt mal den Bedarf an Relais und Sicherungen ausknobeln.
Das packe ich dann in einen Stromlaufplan v.2.0 und kümmere mich anschließend um die nötige Hardware, wie Relais und Sicherungshalter, sowie Stromschienen und Gehäuse.
Für Anregungen und Tipps bin ich natürlich wie immer sehr dankbar!