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Ich geb voll Gas II

In die Besteuerung von Erdgas kommt Bewegung.
Wie schon berichtet stand im Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot die Absicht, die eigentlich 2018 endende Steuerbegünstigung von Erdgas (als Kraftstoff) zu verlängern.

In einer Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums heißt es nun zum Entwurf des „Zweiten Gesetzes zur Änderung des Energiesteuer- und des Stromsteuergesetzes“:
„….Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, die Steuerbegünstigung für als Kraftstoff verwendetes Erdgas (CNG/LNG) über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Damit wird ein Gesetzgebungsauftrag des Deutschen Bundestages umgesetzt. Die Steuerbegünstigung für Erdgas soll bis Ende 2026 verlängert werden, wobei die Begünstigung ab 2024 sukzessive verringert wird. Die Steuerbegünstigung für Flüssiggas (Autogas, LPG), die ebenfalls bis Ende 2018 befristet ist, läuft dagegen aus…“
Greift man sich dazu den Gesetzentwurf, so findet sich unter Artikel 1:
3. § 2 wird wie folgt geändert:
a) Absatz 2 wird wie folgt gefasst:
„(2) Abweichend von Absatz 1 beträgt die Steuer
1. für 1 Megawattstunde Erdgas und 1 Megawattstunde gasförmige Kohlenwasserstoffe
a) bis zum 31. Dezember 2023 13,90 Euro,
b) vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 18,38 Euro,
c) vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2025 22,85 Euro,
d) vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2026 27,33 Euro;
2. für 1 000 kg Flüssiggase unvermischt mit anderen Energieerzeugnissen
bis zum 31. Dezember 2018 180,32 Euro.

Da das aber nicht wirklich greifbare Werte sind, haben freundliche Menschen dies schon auf’s Kilo H-Gas (mit 13 kWh) runter gerechnet:
Auf Stufe 3 wären es schlussendlich 20,77 ct/Kg mehr.

Beim Combo mit durchschnittlich 5 Kg/100 Km wären es damit statt bisher 4,98 € je 100 km 6,01 € (bei identischem Gaspreis).
Da das Benzinpendant bei 9,70 € und der Diesel bei 6,74 € lägen (identischer Spritpreis ebenfalls unterstellt), wäre der CNG-Combo dann immer noch billiger im Betrieb.
Allerdings würde dann halt nur noch der höhere Energiegehalt des CNG die Einsparung bringen.

Ich tröste mich damit, dass bis 2024 noch der verbilligte Steuersatz gilt. Danach hätte der Combo noch 10 Jahre (dank neuer Tanks).
Amortisiert hat er sich schon lange. Bald stehen 160.000 km auf der Uhr, was bedeuten würde, dass wir alleine durch den Verbrauch den Kaufpreis gegenüber dem Benzinmodell eingespart haben.

Für die Zukunft von CNG als alternative Antriebsform sehe ich allerdings eher schwarz.
Kein Hersteller bindet sich diese Entwicklungskosten ans Bein, wenn am Ende nur der (im Vergleich zum Diesel marginale) Verbrauchsvorteil übrig bleibt.
Da die Steuerbegünstigung für LPG schon 2018 endet, sollte da das große Massensterben eigentlich schon umgehend einsetzen.

unverhoffte Komplikation

Der Volvo V50 war mit dem kleinen Service dran. Groß gab’s ja letztes Jahr.
Der Innenraumfilter war ein schon bekanntes Übel.
Für den Rest kam er auf meine Rampen:
V50 auf den Rampen
Hatte ich schon erwähnt, wie dankbar ich der Besten bin, dass Sie mir „schrauben mit Familienanschluss“ ermöglicht hat?
So liegt man unterm Auto, hört ein Tappsen, sieht kleine Füße und plötzlich guckt Schräubchen unter’s Auto und fragt mit ihrer unnachahmlichen Art: „Was machst du eintlich?!„:
"Was machst du eintlich?"
Nach einer kurzen Erläuterung der Sach- und Rückenlage krabbelt sie erst mit unter’s Auto, um anschließend einen Kinderstuhl zu holen und sich mit in die Garage zu setzen. Dort werden dann munter die Nüsse im Knarrenkasten neu arrangiert oder mit Dingen aus der „Restekiste“ gespielt.
Mir geht jedes Mal das Herz auf.
Aber zurück zum Thema:
Auch der Ölwechsel sollte ein Kinderspiel sein.
Dank des Haynes-Manuals wusste ich ja nun, dass man an den Ölfilter viel einfach kommt, indem man den Dieselfilter löst.
Das ging auch planmäßig, bis zu dem Punkt, wo ich ihn einfach nach oben aus seiner Führung ziehen sollte:
Dieselfilter freigelegt
Er bewegte sich ca. 5 mm und saß dann fest.
Nach einigem rätseln und vergewissern, dass es wirklich nur 5 Schrauben sind, die ihn halten, stellte ich fest, dass die Messingbuchse an der Seite des Filters der Übeltäter war:
Buchse im Detail
Die Buchse hatte sich augenscheinlich aus dem Plastik des Filters gelöst und in dem Langloch der Schraube verkantet.
Super Sache!
Natürlich ist da weder Platz zum hämmern, noch ein Gegenlager um zu hebeln, damit die Buchse wenigstens temporär wieder zurück in ihr Gehäuse geht.
Alles nur Plastik-Mist.
Ich habe da sicherlich eine geschlagene Stunde probiert und gefummelt. Es half alles nix.
Also Radikalkur und zu einem schlanken Eisensäge-Blatt gegriffen:
beim sägen
Das ließ sich zwischen Plastikgehäuse und Crash-Rahmen fummeln und immer 3-4 Sägezähne vor und zurück bewegen.
Nach ca. 45 Minuten war die Buchse durch und der Filter ließ sich einfach entnehmen:
Buchse abgesägt
Wie man sieht steckt die Buchse ein gutes Stück in dem Langloch. Sollte das irgendjemand nachmachen müssen, so denkt daran, die darunter liegende Lichtmaschine abzudecken! Keine Ahnung, wie toll die Wicklungen einen Haufen Messing-Späne finden. Muss man ja nicht austesten.
Der Rest des Ölwechsels lief dann wieder nach Plan (Auch wenn ich überrascht vom großen Spiel des MANN HU 711/51 x-Filters war. Der sitzt leider recht lose auf den Stutzen.).
Beim Zusammenbau habe ich auf die seitliche Schraube verzichtet und den angepassten Kabelhalter einfach oben am Crash-Rahmen befestigt:
Kabelhalter neu positioniert
Ich denke, dass der Filter auf die seitliche Schraube nicht zwingend angewiesen ist, da er fest in einer Schiene sitzt und ringsum vom Crash-Rahmen umfasst wird.
Als sich meine Arme am nächsten Tag von der erlahmenden Sägearbeit erholt hatten, habe ich noch als letzten Schritt den Dieselfilter entwässert.
Wenigstens das ging straight forward.
An die Ablassschraube habe ich die Vakuumpumpe von Tante Louise angeschlossen, etwas gepumpt und dann die obere Entlüftungsschraube auf dem Filtergehäuse geöffnet:
Dieselfilter entwässern
Nun noch ein wenig gesaugt (ca. 200 ml) und alles wieder zu gedreht.
Anschließend muss man das System wieder entlüften.
Auch das geht mittels Vakuumpumpe kinderleicht.
Einfach die Rücklaufleitung an dem grünen Verbinder trennen und dort die Pumpe anschließen:
System entlüften
Nun pumpt man bis in der durchsichtigen Leitung auf der anderen Seite des Motors keine Luftblasen mehr zu sehen sind:
Dieselleitung zur Hochdruckpumpe
Abschließend noch den Motor starten und eine Runde um den Block drehen und den Service-Reminder zurücksetzen:
Zündung auf 1; Tageskilometer-Rücksteller gedrückt halten; innerhalb von 2 Sekunden Zündung 2; wenn das "i" im Instrumentenbrett leuchtet loslassen; zur Bestätigung ertönt ein Signal
Läuft alles.

Zum bersten gespannt

Wie es vielleicht der Eine oder Andere schon mitbekommen hat, ist in Duderstadt ein Tank eines VW Touran beim Erdgas-betanken geborsten:

Hat ein anständiges Loch in den Fahrzeugboden gerissen:

Hier gibt es eine aussagekräftige Bilderstrecke dazu.
Es gibt auch ein Video der Überwachungskamera, welches hier oder in der reißerischen extendet-OMG-Version hier zufinden ist.
Der Eigentümer soll glücklicherweise mit leichten Verletzungen und einem Knalltrauma davon gekommen sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen war Korrosion an den Tanks (identischer Zulieferer wie bei Opel) die Ursache. Gerüchteweise soll der Eigentümer schon zwei Briefe von VW zum Austausch bekommen haben, diesen aber nicht durchgeführt haben.
Leider empfiehlt ARAL Deutschland nun seinen Pächtern generell kein Erdgas mehr zu verkaufen.
Das dass bei ein paar tausend problemlosen Tankvorgängen jeden Tag völlig überzogen ist und in der Konsequenz eigentlich auch der Verkauf von Benzin sofort gestoppt werden müsste, ist denke ich allen rational denkenden Menschen klar.
Glücklicherweise beschränkt sich unser lokaler ARAL-Pächter auch auf ein Tankverbot für VW Touran.
Ich hoffe, dass die Sache schnellstmöglich im Sande verläuft.
Ansonsten wäre es schlicht das Ende des Erdgasantriebes in Deutschland.

Nachtrag:
Mittlerweile sind auch Bilder von den 3 unversehrten Gasflaschen aufgetaucht:

So wie insbesondere der große Tank aussieht, sehe ich das Gerücht um die korrodierten Tanks als Unfallursache als sehr wahrscheinlich an.

Flasche im Fettmantel II

Nachdem der Nebenkriegsschauplatz abgefrüstückt war konnte es ans eingefettete gehen.
Also hinterste Flasche abgestützt und beim linken Band gestartet:
linkes Band der hintersten Flasche
Für’s Fernsehen hatte ich damals ja nur das rechte Band abgenommen.
Aber auch links sah es unter dem Band nicht anders aus:
Blick unters Band
Den dünnen Fettfilm unter dem Halteband habe ich sehr kritisch nach potentiell schleifenden Schmutzpartikeln beäugt, konnte jedoch wirklich nichts finden. Die „Abdichtung“ der Seitenräder der Haltebänder schien erstaunlich gut zu funktionieren.
Also Putzlappen und Holzspatel ausgepackt und sauber gemacht:
Flasche gereinigt
Wie man sieht, sieht man nix. Weder neue Schleifspuren noch irgendwelche Korrosion.
Sehr befriedigend. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es einige Stimmen im Erdgasforum gab, die meine Aktion als völlig naiv und absolut nutzlos hingestellt haben.
Fett in your face!
Apropos: Ich muss betonen, dass das Reinigen der Flaschen eine formidable Sauerei ist.
Man sollte bergeweise Lappen dabei haben und den Boden unter dem Fahrzeug großzügig mit Zeitung auslegen. Außerdem sind (Nitril-)Handschuhe und ein Gefäß für das alte Fett sinnvoll.
Nachdem die linke Seite der Flasche sauber war, habe ich das Band wieder dick mit neuem Fett beaufschlagt:
neu eingefettet
Welches beim anziehen der Halteschraube schön zu allen Seiten herauspresste:
Fett presst unter Band heraus
Dieses Fett habe ich dann wieder zur Abdichtung des Bandes verstrichen:
Band abgedichtet
Auch unter den anderen Bändern sah es nicht anders aus:
Band gesäubert
Kein Fünkchen Rost:
Band gesäubert 2
Da sich die Haltebänder beim vordersten Tank ja nicht lösen lassen, musste hier die neue seitliche Abdichtung der Bänder genügen:
vorderster Tank
Am Ende waren alle Flaschen wieder schön eingeschmiert:
Tanks konserviert
Danach kam die Abdeckung wieder drunter.
wenn alles nach Plan läuft, sehe ich die Flaschen erst in zwei Jahren wieder.

Flasche im Fettmantel

Nach dem Austausch der Gasflaschen hatte ich sie ja großzügig in Fett verpackt und in Aussicht gestellt, diese Konservierung nach dem nächsten HU/AU/GAP-Termin zu überprüfen.
Dazwischen lag ja schon im März der Dreh zu dem Beitrag bei AutoMobil bei dem ich einen ersten Blick unter eines der Haltebänder werfen konnte.
Nun war mittlerweile der TÜV-Termin und ich wollte einen genaueren Blick auf die Flaschen werfen.
Zuvor wollte ich noch ein Ärgernis beseitigen.
Die Abdeckung der hinteren beiden Flaschen wird mit komischen Blechmuttern und ebenso komischen Schrauben gehalten. Ist mistig zu montieren und die Dinger gammeln wie nix gutes:
rostige Blechmutter
Also habe verzinkte selbstsichernde M5-Blechmuttern mit Maschinengewinde geordert und den Rotz ausgetauscht:
Blechmuttern im Vergleich
Auf dem obigen Bild erkennt man auch gut das komische Gewinde der originalen Befestigungsschrauben. Die konnte man immer nur 1,5 Umdrehungen eindrehen und dann klickten sie hinter eine kleine Blechlasche. Bzw. meistens nicht und man fummelte sich einen Ast während man die riesige Abdeckung einhändig jonglierte und die Löcher versuchte zur Deckung zu bringen.
Erst dachte ich, dass das vielleicht konstruktiv so sein muss, weil das ansonsten nicht zuverlässig während der Fahrt hält. Allerdings ist die vordere Abdeckung ebenfalls mit ganz schnöden Blechmuttern und Maschinenschrauben befestigt….
Ich habe M5-Schrauben gewählt, weil man so die Abdeckung viel einfach montieren kann.
Einfach die Schrauben locker eindrehen und die Abdeckung hochdrücken. Die Schraubenköpfe passen geradeso durch die Löcher in der Abdeckung:
Schraubenkopf durchsteckenHat man alle Schrauben durchgefädelt, kann man die Abdeckung loslassen und sie verkantet sich locker auf den Bolzen. Nun reihum von Hand wieder rausdrehen und mit großer Unterlegscheibe wieder einschrauben:
Abdeckung neu befestigt
Hält super und geht in einem bruchteil der früheren Arbeitszeit.
Nun konnte es ans eigentliche Programm gehen…