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“Sag Aaaaa…-Frame.” IV

Letzte Woche habe ich auch an Sir Edwards A-Frame weiter gearbeitet. Der neue „Schwingarm“ liegt ja schon pulverbeschichtet bereit. Also hieß es nun die weiterzuverwendenden Teile vom alten Arm abbauen.  Die einzigen Teile, die ich noch weiter verwenden werde, sind die Bremstrommel-Rückplatte und der Achsschenkel. Wobei ich mir bei letzterem nicht so sicher bin. Aber dazu später mehr.
Das hier war die Ausgangslage:

Also erstmal alles abschrauben, was abzuschrauben geht. Hierbei fiel mir mal wieder der fehlende Bremsleitungsschlüssel auf. Diese Woche gehe ich los und besorge einen. Is ja kein Zustand!
Alle anderen Schrauben ließen sich trotz des vorangeschrittenen Gammels gut lösen. So hatte ich die Bremsplatte bald lose:

Ach, neue Radbremszylinder verbaue ich auch mal. Die alten sehen so komisch braun unter den Manschetten aus:

Nun ging es an den vermeintlich schwierigsten Teil des Ausbaus: Das Entfernen des Haltepins des Achsschenkelbolzens. Der Bolzen wird im A-Frame gehalten, indem in einer Nut ein Haltepin steckt. So sieht das ganze im Schema aus:

Und so sieht der Bolzen unscharf mit drauf gelegtem Pin aus:

Bevor man also den Achsschenkelbolzen entfernen kann, muss der Pin raus. Hierbei muss man aufpassen, dass man den Pin zur richtigen Seite hin mit dem Hammer traktiert. Er ist nämlich konisch geformt. Schlägt man auf die falsche Seite, treibt man ihn nur noch fester rein. Die Diagnose der richtigen Seite wird noch dadurch erschwert, dass der Pin nur durch zwei kleine Bohrungen im Achsschenkel zu erspähen ist. Nach dementsprechend langem begutachten, fummeln mit der Taschenlampe und befragen meines Vaters meinte ich die schmalere Seite des Pins erkannt zu haben. 3-4 Schläge mit dem Körner/Hammer später, hatte ich den kleinen Bastard dann auch in der Hand:

*Puh* Richtig geraten.
Als nächstes sollte dann der Achsschenkelbolzen selber raus. Dazu muss man erstmal die „Abdeckmünze“, welche ihn gegen die dreckige Außenwelt abschirmt raus popeln. Das kleine Metallplätchen sitzt stramm in einer Nut. Mit dem Schraubenzieher hebeln ist da nicht zu empfehlen. Zumal man auch keinen richtigen Ansatzpunkt hat. Da die Plättchen eh später neu kommen, kann man hier einfach mit dem Bohrer vorgehen:

Davor kommen noch auf jeder Seite Segeringe und schon ist der Bolzen frei zum raustreiben. Da sowohl die Lager als auch der Bolzen selbst nicht wiederverwendet werden, durfte dort gröberes Werkzeug zum Einsatz kommen. Also einen alten Bolzen mit der Gripzange gegriffen und erst mit mittlerem und dann mit Vorschlaghammer Attacke gemacht:

Leider zeigt sich der Bolzen davon gänzlich unbeeindruckt. Er hat sich keinen Millimeter bewegt.
Allerdings fiel mir auf, dass der Lagersitz auf dem Achsschenkel einen kleinen Kratzer hat:

Ist mit dem Fingernagel als kleine Kante spürbar. Was sagen die Experten? Neu? Egal? Polieren?
Da dem Achschenkelbolzen mit unseren heimischen Mitteln nicht bei zu kommen war, habe ich mir überlegt, das Teil zu einer Werkstatt mit hydraulischer Presse zu bringen. Die sollten das dort innerhalb von Minuten raus bekommen. Da der ganze A-Frame aber zu sperrig ist um ihn mit sich rum zu schleppen, ich ihn ja nicht mehr brauche und die Bremsplatte so nicht ab zu bekommen ist, wurde kurzerhand die Flex ausgepackt:

Jetzt ist der Achsschenkel ein hübsch handliches Stück und ich kann nebenbei noch die Bremsplatte renovieren:

Mal sehen, wann ich diese Woche dazu komme, hier in Osnabrück ne Werkstatt mit Presse zu finden. Muss ich wohl ne Rundtour mit den gelben Seiten unterm Arm machen.

Bevor ich mich übrigens an den Ausbau des Kingpins gemacht habe, habe ich ausgiebig die Anleitung von Fifer aus dem R3W-Forum gelesen. Das lege ich jedem Nachahmer auch ans Herz! Da stehen einige wichtige Tipps drin!

Zauberpuder

Eine weitere Überraschung vom Wochenende war, dass der neue A-Frame aus der Bestellung bei Sparesman vom Pulverbeschichter zurück war. Der Beschichter hatte uns für den Ärger, welchen wir wegen der verdamelten Gaszugbrücke hatten, angeboten, dass der nächste Auftrag aufs Haus gehen würde. Das war dann der A-Frame.
Pulverbeschichten hat viele Vorteile:

  • Umweltfreundlich weil keine Lösemittel und max. 2% Overspray
  • Sehr hoher Korrosionsschutz
  • Hohe mechanische Widerstandsfähigkeit
  • Hohe Witterungsbeständigkeit
  • Chemikalienbeständigkeit
  • Hohe Verformbarkeit

Also genau richtig, für ein Teil im Schpritzwasser- und Steinschlagbereich.
Aus der Distanz sieht der A-Frame auch sehr schick aus:

Die Farbe ist bis in den kleinsten Winkel vorgedrungen und überall schön dick drauf.
Geht man aber näher ran, so sieht man einige unschöne Details:

Wenn ich das recht interpretiere, kommen die Pickel vom unanständigen entfetten. Auf der Fläche ist das ja eher egal (sofern die Farbe trotzdem hält!), aber in den Laufflächen der Gummibuchsen sieht das ganze schon anders aus:

Da muss ich die Pickel wohl abfeilen, damit sie mir nicht bei jeder Drehbewegung des A-Frames, die Gummis zerganddelt. *Grrrr*
Nun gut, wir lernen daraus, dass das das letzte Bauteil war, dass der Pulverbeschichter von uns gesehen hat. War seine zweite Chance und auch die hat er verhauen. Ist ja nun nicht ne Raketenwissenschaft. Das können auch andere.

“Sag Aaaaa…-Frame.” III

Die Bremsleitung war ein Krampf und Kampf. Außerdem kamen Erinnerungen ans Duo-Schrauben wieder hoch. Laut Forum hat Reliant damals gerade die Bremsleitungen verbaut, die zur Hand waren. Mal metrisch, mal UNF. Und wenn metrisch, dann mal Muttern größe 10, mal welche größe 14 oder 12 oder was sonst noch zur Hand war. Erinnert irgendwie an sozialistische Produktionsweisen…
Da bei uns in der Werkstatt keine Bremsleitungsklemme zur Hand war, habe ich eine Gripzange verwendet:
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Lüppt super. Kommt kein Tröpfchen Bremsflüssigkeit raus. Solltet ihr es nachmachen, denkt daran kleine Plastikstreifen oder ähnliches zwischen die Leitung und die Backen der Zange zu legen. Nicht dass ihr euch mit den scharfen Zähnchen die Leitung kaputt macht.
Ich konnte im Folgenden einen Teilsieg verbuchen. Die Leitung an der Bremstrommel ging ab:
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Allerdings weigerte sich die Mutter am Halteblech des flexiblen Bremsschlauchs beharrlich loszugehen. In der Angst sie noch weiter zu vergurken habe ich dann einfach das Halteblech von der Trommel abgeschraubt. Auch ein Lösungsweg:
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Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch darauf hinweisen, dass die Schutzkappen von Silvesterraketen-Lunten vorzügliche Abdeckkappen für Bremsleitungen abgeben. So kann kein Dreck in die Leitung eindringen.
Nachdem nun die Bremsleitung nicht mehr an der Trommel hing, konnte ich an den letzten Arbeitsschritt gehen und die Halteklammern, welche den A-Frame am Rahmen in Gummischalen lagern, losschrauben.
Dabei machten mir mal wieder die beengten Platzverhältnisse zu schaffen:
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Irgendwie muss man die Nuss samt Ratsche zwischen Kühler, Motor und Rahmen durchquetschen, um dort an eine der Muttern zu kommen. Lösung ist hier eine lustige Steckkonstruktion aus verschiedenen Ratschenaufsätzen:
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Die Gute Nachricht ist: Ich hab endlich den A-Frame draußen!
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Die Schlechte lautet: Er ist in wesentlich schlechterem Zustand als angenommen.
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Der Schraubenzieher geht an dieser Stelle durch das Blech als wäre es nasser Sand. Einfach bohren und man ist durch. Es scheint auch so, als wäre diese Stelle schon mal geschweißt worden. Allerdings scheinen die „Profis“ damals einfach ein Blech über den alten Rost gebraten zu haben. Am Rand wurde auch ein Blech drüber geschweißt:
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Auch die Aufnahme für die Gummis blüht schon schön und der Rand ist stark angeknabbert:
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Ergebnis der Bestandsaufnahme ist damit, dass eine Sanierung nicht mehr lohnt und ich 140 Pfund in einen neuen A-Frame investieren werde. Blöd, aber unvermeidlich. Mit dem neuen Teil ist dann auch für Jahre Ruhe. Ich bin ja so schlau und montiere einen Schmutzfänger

“Sag Aaaaa…-Frame.” II

Mit dem richtigen Werkzeug ist das Abziehen der Spurstangenköpfe dann auch ein Kinderspiel:

Leider war der einzige Abzieher, den der lokale Autoteilehökerer hatte, der oben abgebilkdete von Hazet. Über den Preis möchte ich mich ausschweigen.
Man schiebt ihn, nachdem man die Mutter des Kugelkopfes gelöst hat, mit dem „Maul“ unter den „Bauch“ des Kugelkopfes und schraubt dann mit einem Schlüssel einfach die hintere Gewindestange raus. Ist kaum Kraft zu erforderlich. Es folgt ein metallisches *PONG* und der Kugelkopf ist lose.
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Nächste Aufgabe war es den Stoßdämpfer abzuschrauben. Rostlöser war auch hier wie immer der Weg zum Erfolg. Außerdem half auch ein großer Drehmomentschlüssel dabei, genug Hebelkraft aufzubringen. Einfach ein hohes Drehmoment einstellen und los.
Trotz des entfernten Bolzens saß der Stoßi aber Bombe in der Aufnahme. Erst dezenter Druck mit der Brechstange konnte ihn dazu überreden die Haftung zwischen dem aufgequollenen Gummi und der Aufnahme aufzugeben:
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Rätsel des heutigen Tages ist, wie ich die Bremsleitung zum Vorderrad ab bekomme.
Ich gebe zu, dass ich noch nicht so recht durchschaut habe, welche der drei Muttern ich wie schrauben muss:
Breakpipe front
Na, wir werden sehen… ich mach mich mal auf den Weg runter in die Garage.

„Sag Aaaaa…-Frame.“ I

Gestern wollte ich daran gehen und den A-Frame von Sir Edward ausbauen. Wie ja schon mal geschrieben, hat er ein Rostloch, welches ich schweißen lassen möchte.
Also fix Sir Edward mit zwei Wagenhebern vorn synchron angehoben (eine Wasserwage half bei der Gleichmäßigkeitsüberprüfung) und auf Achsständer gesetzt.
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Bei Autos mit separatem Rahmen ist das ne angenehme Sache. Da muss man nicht erst 12 mal gucken, ob die Stelle wirklich geeignet ist, dass Fahrzeuggewicht zu tragen. Vaddern baut im Hintergrund übrigens gerade die neue Gasbowdenzug-Brücke in den Kleinen ein. Die Alte hat der Pulverbeschichter verdamelt….*No Comment*.
Erste Aufgabe war anschließend die Beseitigung des Drecks von den Verschraubungen des A-Frames. Ich glaube halb Beccles saß da noch drunter:
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Als nächstes wollte ich die Lenkung vom Vorderrad trennen. Nur so kann ich den A-Frame nachher auch raus nehmen.
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Die Mutter am vorderen Spurstangenkopf ging auch (nach etwas Rostlöser) erstaunlich leicht ab. Allerdings rührt sich der Kopf trotzdem keinen Millimeter. Als erstes versuchte ich die immer wieder empfohlene „Hammer“-Methode. Auf der einen Seite des „Auges“ mit einem schweren Hammer gegen halten und von der anderen Seite mit einem zweiten Hammer gegen schlagen. Das soll den Spurstangenkopf lösen. Allerdings nicht bei Sir Edward. Nächster Versuch war ein Zwei-Arm-Abzieher. Leider kann man mit dem Abzieher aber nirgends anständig anpacken. So waren wir gezwungen einige gewagte Konstruktionen zu probieren:
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Doch auch mein ganzes Körpergewicht auf dem Meißel führte zu keinem Erfolg. Also anderen Weg versuchen…
Die Verlängerung vom Lenkgetriebe zur Spurstange hat oben extra Haltenasen für einen Abzieher. Allerdings sitzt die Mutter dort so fest, dass ich sie selbst mit dem Drehmomentschlüssel als Verlängerung nicht los bekommen habe. Tolle Wurst.
Heute Morgen werde ich nochmal die Hammer-Methode mit Hitze versuchen.
Einen extra Spurstangen-Abzieher hat keiner von euch zufällig, oder?
Hier, sowas meine ich: