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Rubbel-die-Kratz II

Beim vergangenen Wechsel auf Sommerreifen am Combo hab ich auch nochmal nach der Hinterradbremse geguckt.
Die Bremsbeläge hatte ich ja im Februar ausgetauscht, da sie herzerweichend rubbelten und wimmerten.
Das Problem war damals, dass die neuen Bremsbeläge Zentrierstifte hatten, welche auf den Alten nicht vorhanden waren.
Da waren wir uns nicht ganz sicher, ob das mit der Positionierung in einer wahllosen Aussparung des Bremskolbens geklappt hatte.
Hatte es nicht:
rostige Bremsscheibe
Wie man sieht, greift der Belag nicht vollflächig:
rostige Bremsscheibe Detail
Also alles nochmal zerlegt. Auf dem folgenden Bild sieht man die Druckstelle des Kolbens auf dem Nocken:
angedrückter Zentriernocken
Auch die Ecke der Aussparung des Kolbens hat was abbekommen:
Bremskolben mit markierter Ecke
Alles nix wildes. Mit einem Flexschlüssel, welcher passende Stifte hat, habe ich den Kolben einfach ein kleines Stück weiter gedreht und anschließend alles wieder zusammen geworfen.
Mittlerweile habe ich Routine bei Opel-Bremsanlagen. Schlimm eigentlich….
Beim nächsten mal achte ich drauf, Bremsbeläge mit glatter Rückseite zu bekommen. Das erspart einem den ganzen Firlefanz.
Die Winterreifen auf dem Combo waren beim Kauf mit dabei. Sommerreifen waren aufgezogen, die Winterschlappen lagen verpackt im Kofferraum. Blöderweise habe ich es damals versäumt alle Wintereifen zu kontrollieren.
Natürlich stammten sie von verschiedenen Fahrzeugen und ganz unten lag einer, der schief abgefahren war…. Ein Schelm, der böses denkt. Passt aber zum Gesamteindruck, den der Händler bei uns hinterlassen hat.
Nach dem Winter hatte der Reifen es nun völlig hinter sich:
abgefahrener Winterreifen
Also einmal neue Reifen für die Hinterachse.
Das Wischergestänge (eine echte Fehlkonstruktion und Schwachstelle bei den C-Corsaren/Combos) bekam eine Packung Fett:
Wischergestänge
An den Gelenken des Gestänges läuft immer das Wasser herunter, was bei längerer Nichtbenutzung dazu führen kann, dass das Gestänge fest rostet.
Das es bei Opel immer an solchen Basics hapern muss…. Die technisch exotischen Erdgasmotoren halten 300.000+ km, aber das Wischergestänge überlebt selten die 100.000 km…. *tstststs*
Naja, besser so, als andersherum.
Während ich so am Combo fummelte feierte die Vielzylinderfraktion ebenfalls ihr Frühlingserwachen:
Frühlingserwachen
Tobias schaute mit dem Hurst vorbei und unser Nachbar erweckte seinen E-Type.
Schöne Geräuschkulisse!

Das Bremslicht fällt unter Datenschutz

Am elektrisierten Frontabschnitt der Operation Gorilla (Note to self: Muss aufhören, beim tippen „Er ist wieder da“ zu hören!) musste ich neben dem Stecker am Zündschloss noch weiteren Pfusch beheben.
Es fing mit meiner Neugier an:
Vom Bremshebel auf der rechten Seite kamen ein rotes und ein schwarzes Kabel. Am Stecker zum Kabelbaum endeten diese Kabel jedoch als grün/gelb und schwarz.
Da musste also unterwegs was los sein.
Also mal ein wenig das Isolierklebeband des Kabelbaums abgewickelt und schnell fündig geworden:
Bremslichtschalter vorne Flickstelle
Es fand sich gewohnte Qualitätsarbeit:
verdrallte Bremslichtschalterkabel
Löten? Crimpen? Warum, wenn man auch ein wenig rödeln kann?!
Also die Bremsarmatur demontiert und dabei auch gleich einen abgebrochenen Gasbowdenzug diagnostiziert:
abgebrochener Gaszug
Den Schalter für das Bremslicht kann man im unteren Teil des obigen Bildes gut erkennen.
Kaum fummelte ich mit der Armatur vor mich hin, baumelten auch schon zwei weitere lose Kabelenden vor meiner Nase rum:
Bremslichtschalter vorne kaputt
Der Mensch, welcher sich da mal an einer Reparatur versuchte, hatte beschlossen, dass es ausreichen würde, die blanken Kabelenden mittels Isolierklebeband an den Kontakten des Schalters fest zu tapen….
Ich kenne Blinkmuffel, die aus Ausflucht immer behaupten, dass es niemanden etwas anginge, wo sie hin wollten, dies sei schließlich Datenschutz.
Der „Mechaniker“ sah das anscheinend ähnlich in Bezug aufs Bremslicht. „Geht keinen was an, wenn ich in die Eisen gehe!“
Der Schalter selbst war übrigens auch defekt:
Bremslichtschalter vorne Kabel abgerissen
Hat also noch nicht mal in der Theorie funktioniert.
Muss ich erwähnen, dass das Ersatzteil samt Kabelbaumstück gerade mal 14,28 € kostet?

Rubbel-die-Kratz

Nur weil hier die letzte Woche über Stille herrschte, müsst ihr nicht meinen, dass ich auf der faulen Haut gelegen habe. Ganz im Gegenteil!
So produktiv, wie in der vergangenen Woche, war ich schon lange nicht mehr. Ist zwar nicht alles Blog-geeignet, aber einiges will ich berichten.
Den Anfang machte der Combo.
Der hat seit längerer Zeit ein nerviges Gerubbel und Gekratze beim Bremsen von sich gegeben.
Verortet wurde das Geräusch an der Hinterachse.
Menschen fragten wiederholt, ob die Beläge runter seien. Die hatten aber noch reichlich Fleisch, was ich erst beim Wechsel auf die Winterreifen im Oktober überprüft hatte.
Also die Kiste auf Achsständer gesetzt und mal genauer unter die Lupe genommen.
Die Zerlegung der Bremsanlage ist eigentlich selbsterklärend:
Rad ab, Handbremse lösen (natürlich vorher Gang einlegen und mit Keilen sichern!), Sicherungsblech des Bremsbowdenzugs am Anker abziehen, Betätigungsarm mit einem Schraubenzieher runter drücken und die Bowdenzugkugel mit einer Zange aus ihrer Halterung am Ende des Arms hebeln, Bowdenzug ausfädeln.
Bis dahin ist das Vorgehen identisch zum Stiefastra.
Unterschiedlich wird es erst im Anschluss. Um den Bremssattel vom Träger zu lösen muss man die Kontermuttern auf der Innenseite mit einem Schlüssel gegen halten:
Bremszange lösen
Im Halbdunkel und unter all dem Dreck/Staub kann man die Muttern leicht übersehen und schraubt sich dann nen Wolf, ohne dass was passiert.
Nachdem auch die Schraube oben gelöst ist, kann man den Sattel abnehmen und mit einem Draht am Federbein aufhängen.
So sahen die ollen Beläge aus:
Bremsbacken alt eingebaut
Gammelig, aber noch reichlich Fleisch.
Aus den Problemen mit der Bosch-Bremsanlage beim G-Astra hat Opel offensichtlich gelernt und beim C-Combo CNG (und GSI-Corsaren) hinten Lucas-Bremsanlagen verbaut, welche den Belag anders führen und nun nicht mehr verklemmen.
Trotzdem schadet es nicht, wenn man die Führung des Belags bzw. das Bett der Edelstahlfedern schön sauber macht:
Bremsbeläge entfernt
Die alten Beläge zeigten Haarrisse quer zur Auflagefläche und auch die Ränder waren etwas bröselig. Wahrscheinlich war das verantwortlich für die Geräusche.
Nix lebensbedrohliches, aber da neue Beläge nicht die Welt kosten, habe ich sie natürlich ausgetauscht:
Bremsbacken Vergleich
Wie man sieht ist die Form deutlich unterschiedlich. Ich hatte daher Zweifel, ob sie überhaupt passen, aber die Bedenken waren unbegründet:
Bremsbacken neu eingebaut
Sind halt Universalbeläge für eine ganze Reihe von Opel-Modellen.
Um die Kolben der Bremszangen zurück zu bewegen, muss man sie gleichzeitig im Uhrzeigersinn drehen und rein drücken.
Hier hat sich ein Flexschlüssel mit passenden Aussparungen, sowie eine Schraubzwinge bewährt.
Danach die Schrauben mit neuem Sicherungsmittel versehen und alles wieder zusammen werfen.
Die Geräusche sind nun weg. Sehr angenehm.

Inkontinente Verzögerung II

Leider hatte ich am Wochenende nur ganz kurz Zeit für den Bug.
Sie reichte lediglich dazu, ihn seines hinteren rechten Rades zu berauben:
Bond Bug Hinterrad Bremse rechts 60
um
auch dort mal nach den Bremszylindern zu schauen.
Ihr seht an dem Tropfen auf dem Boden, das auch dieser seine beste Zeit hinter sich hat:
Bond Bug Hinterrad Bremse rechts 61
Wenn die Bremsflüssigkeit schon hinter der Staubkappe lauert, dauert es nicht lange, bis sie auch dort vorbei krabbelt.
Die Teileliste für eine Bestellung in England wird länger und länger….
In der Zwischenzeit bekommt der Bug auch ein pulverbeschichtetes Vorderrad und zwei neue Reifen. Wenn ich das nämlich richtig sah, dann sind die entweder von 1989 oder von 1999….beides wenig berauschend. Einen Neueen gabs ja schon. Bei nur drei Rädern zählt jedes 😉

Inkontinente Verzögerung

Um die Wartezeit auf den neuen Sicherungskasten zu überbrücken, hab ich mich mal unter den Bug begeben.
Ich hatte den ja noch nie von unten betrachtet.
Mein erster kritischer Blick galt natürlich den Benzinleitungen.
Wie zu erwarten war, fand sich da auch wieder grauenhaftes:
Benzinleitung Bond Bug
Das Verbindungsstück zur Benzinpumpe ist ohne Schlauchschellen nur gesteckt und der Schlauch zerlegt sich schon in seine Bestandteile. Dringender Handlungsbedarf!
Leider sieht man auch deutlich, dass die vollverzinkten Rahmen erst mit der „Rialto“-Serie bei Relinat Einzug erhalten haben. Es findet sich reichlich Rost. Nix gravierendes, aber alles gut angerostet. Da muss ich also auch mal mit ner Schruppscheibe tätig werden und danach Bratho-Korrux 3-in-1 streichen.
Leider ist auch (wie bei Sir Edward) der Halterahmen vom Kühler durchgegammelt:
PC260576
Nicht akut, aber in absehbarer Zeit auch fällig.
Eigentliches Ziel meiner Expedition war es allerdings, dass Leck im Bremssystem zu finden.
Der Hauptbremszylinder ist leer und das Bremspedal fühlt sich eher nach Gaspedal an…
Ziemlich schnell rückten die vorderen Radbremszylinder ins Visier des Fahnders. Der Lack auf der Rückseite der Bremstrommel-Abdeckplatte hatte die Konsistenz von Gummi, warf Falten und ließ sich einfach abziehen. Klares Anzeichen von ausgelaufener Bremsflüssigkeit.
Also habe ich den Bug auf Achsständer gesetzt und die Bretter unter dem Vorderrad entfernt:
PC260574
Bisschen mulmiges Gefühl, wenn die Kiste auf lediglich noch einem Balken über einem schwebt, aber die Arbeitsposition ist natürlich vormidabel.
Kaum hatte ich die Bremstrommel runter und die Gummikappe des einen Radbremszylinders angelupft, quaddelte mir die Brühe auch schon entgegen:
PC260577
Das ist so nicht original! Einfache Diagnose.
Leider ist der Andere auch nicht 100% trocken unter seiner Manschette:
PC260578
Natürlich hab ich aber nur einen Ersatz-Bremszylinder hier liegen. Doof.
Egal. Auseinander muss die Chose eh.
Also die Bremsbeläge runter genommen und ein schnelles Erinnerungsfoto der Federn-Anordnung gemacht:
PC260586
Die Beläge werde ich in Bremsenreiniger einlegen. Mal sehen, ob das den öligen Film entfernt. Ansonsten müssen die auch neu.
Als nächstes mussten die Bremsleitungen vom defekten Zylinder ab.
Da graute es mir ja schon etwas vor. Bei Sir Edward endete das damals desaströs.
Das Glück war mir allerdings hold und beide Verschraubungen lösten sich mit moderatem Kraftaufwand:
PC260587
Als ich kurze Zeit später den Radbremszylinder draußen hatte, hab ich ihn mal interessehalber zerlegt:
PC260588
Sieht schon fies vergammelt aus.
Gänzlich zerlegt und gereinigt, sieht er jedoch garnicht mal so übel aus:
PC260592
Der Zylinder und der Bereich hinter dem Dichtgummi am Kolben weisen keine Rostfraß-Spuren auf. Wahrscheinlich hat nur das Gummi seine abdichtende Fähigkeit verloren.
Das ganz kommt jetzt in ein beschriftetes Tütchen und in den Fundus. Wer weiß, wann man den nochmal braucht.
Ich hätte natürlich auch schon direkt nen neuen Bremszylinder eingebaut, wenn ich die Ersatzteile nicht in Osnabrück vergessen hätte….