Die Vorderrad-Bremse der Gorilla sang vor ein paar Tagen das Lied vom quietschenden Bremsbelag.
Kein Problem. Einmal neu, bitte:

Prophylaktisch hab ich direkt einen Satz für die Hinterradbremse mit geordert. Auch wenn manche Händler behaupten, es würde unterschiedliche Sätze für vorne und hinten geben: Sie sind identisch…
Um die Gorilla aufzubocken hat sich eine Getränkekiste bewährt:

Um die Maschine zu sichern empfiehlt sich ein Spanngurt, den man durch die Griffe der Kiste und über die Fußrasten führt. Zusätzlich kann man noch einen Spanngurt vom hinteren Gepäckträger zum Kasten führen, um das Heck am Boden zu halten.
Der Ausbau ist selbsterklärend.
Hier ein Asbest-Gruß aus den 80ern:

Für den Einbau empfiehlt es sich, die Federn in ausgebautem Zustand in die Belagträger einzuhängen und das Ganze dann mit roher Muskelkraft über den Halter, sowie den Nocken zu zwängen:

Der Einbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge….
Bei dieser Gelegenheit will ich auch mal auf eine weitere schlaue Honda-Idee hinweisen, den Verschleißanzeiger:

Wie man sieht, befindet sich am Bremshebel eine kleine Blechfahne mit einem Pfeil drauf, steht dieser Pfeil bei gezogener Bremse bündig mit dem Guss-Pfeil der Bremstrommel ist es Zeit, den Bremsbelag zu wechseln. Einfach und effektiv!
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Rubbel-die-Kratz III
Vor ein paar Tagen gab der Combo ein verräterisches Quietschen von sich, wenn man die Bremse betätigte. Klassisch, Metall auf Metall.
Da ich das nahende Ende des hinteren linken Bremsbelages schon beim letzten Reifenwechsel habe kommen sehen, hatte ich frühzeitig einen Satz neue Bremsbeläge geordert. Nach dem Debakel mit den Pinnen auf den letzten Belägen, hatte ich diesmal darauf geachtet, welche mit glatter Rückseite zu nehmen. Die Wahl fiel auf ATE 13.0460-2868.2.

Da wir glücklicherweise nicht täglich auf den Combo angewiesen sind, konnte ich ihn stehen lassen, bis ich Zeit für den Wechsel hatte.
Am letzten Wochenende war das dann ein Aufwasch mit dem anstehenden Sommerreifenwechsel.
Der Belag hinten links war klar am Ende:

Ausgebaut zeigte sich, dass er lediglich am erhöhten Rand der Bremsscheibe Kontakt mit dem Metall hatte:

Die Scheibe selbst trug keine Blessuren davon.
Laut Werkstatthandbuch sind Riefen in der Scheibe bis 0,4mm zu tolerieren. Davon war keine Spur.
Ich habe die Chance genutzt und mal die Stärke der Bremsscheibe vermessen. Die Verschleißgrenze beträgt an der Hinterachse 8mm:

Hat man keine Bügelmessschraube zur Hand, kann man auch mit einer einfachen Schieblehre die Dicke bestimmen. Allerdings nutzen sich Bremsscheiben in der Mitte stärker ab, als an den Rändern. Um also kein verfälschtes Ergebnis zu bekommen empfiehlt es sich bei der Messung zwei Unterlegscheiben als Distanzstücke in der Mitte der Scheibe zu platzieren und deren Stärke nachher vom Ergebnis abzuziehen. Die Scheiben des Combos haben noch 9,47mm Reststärke. Sind also noch gut.
Die Bremskolben an der Hinterachse muss man zum zurück stellen unter starkem Druck nach rechts (im Uhrzeigersinn) drehen. Für diese mühsame Aufgabe haben wir bisher einen Flexschlüssel mit passender Aussparung und eine Schraubzwinge verwendet. Aber selbst das war eher suboptimal und immer sehr zeitaufwändig. Also habe ich etwas Geld in die Hand genommen und ein Bremskolbenrücksteller-Set von Ro-Tools geordert:

Es beinhaltet neben rechts- und linksdrehenden Spindeln samt Druckplatten auch Adapter für folgende Fahrzeuge:

Das sollte einen Großteil unserer Fahrzeuge (mit Scheibenbremsen) abdecken.
Leider fand sich in dem Koffer weder obige Fahrzeugliste noch eine Bedienungsanleitung. Ist aber keine Weltraumwissenschaft:
Als erstes sucht man den passenden Adapter. Für Opel steht in obiger Liste der Adapter „F“. Allerdings passt der beim Combo C (und damit auch Corsa C) eher bescheiden. Die Pinne stehen zu eng zusammen und gucken halb aus den Aussparungen im Bremskolben. Haargenau passt hingegen der Adapter „6“:

Nachdem man den passenden Adapter auf den Mitnehmer der Spindel gesteckt hat, fädelt man die große Druckplatte von hinten über den Handgriff und verspannt das ganze Gesäusel handfest in der Bremszange:

Bevor man nun loslegt, sollte man den Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehälter begutachten. Durch das zurückpressen des Kolbens wird Bremsflüssigkeit zurück ins Reservoir gedrückt und kann dort überlaufen. Da der Combo bei uns sehr schief stand (Achsständer), hat Vaddern sicherheitshalber etwas Flüssigkeit abgezogen:

Anschließend kann man langsam die Spindel reindrehen. Es hilft, wenn man ab und zu eine kleine Pause einlegt, damit die Bremsflüssigkeit Zeit hat, zurück ins Reservoir zu strömen.
Mit dem Rücksteller ist zwar immer noch anständig Kraft nötig (insbesondere wenn der Kolben recht weit draußen ist), aber die Arbeit geht viel schneller und ohne Gefummel von der Hand. Die 19,99€ auf jeden Fall Wert!
Anschließend konnten die neuen Gleitbleche und Beläge rein:

Anschließend das gleiche Spiel nochmal auf der anderen Seite.
Interessant fand ich, dass drei der vier Beläge gleichmäßig abgenutzt waren. Lediglich der hintere, linke äußere Belag war bis auf den Belagträger abgefahren:

Hängender Kolben?
Ich befürchte sowas.
Ich werde da mal ein Auge drauf haben. Wenn auch die neuen ATE-Beläge bei dem so schnell runter sind, werde ich da mal tätig werden müssen.
Rubbel-die-Kratz II
Beim vergangenen Wechsel auf Sommerreifen am Combo hab ich auch nochmal nach der Hinterradbremse geguckt.
Die Bremsbeläge hatte ich ja im Februar ausgetauscht, da sie herzerweichend rubbelten und wimmerten.
Das Problem war damals, dass die neuen Bremsbeläge Zentrierstifte hatten, welche auf den Alten nicht vorhanden waren.
Da waren wir uns nicht ganz sicher, ob das mit der Positionierung in einer wahllosen Aussparung des Bremskolbens geklappt hatte.
Hatte es nicht:

Wie man sieht, greift der Belag nicht vollflächig:

Also alles nochmal zerlegt. Auf dem folgenden Bild sieht man die Druckstelle des Kolbens auf dem Nocken:

Auch die Ecke der Aussparung des Kolbens hat was abbekommen:

Alles nix wildes. Mit einem Flexschlüssel, welcher passende Stifte hat, habe ich den Kolben einfach ein kleines Stück weiter gedreht und anschließend alles wieder zusammen geworfen.
Mittlerweile habe ich Routine bei Opel-Bremsanlagen. Schlimm eigentlich….
Beim nächsten mal achte ich drauf, Bremsbeläge mit glatter Rückseite zu bekommen. Das erspart einem den ganzen Firlefanz.
Die Winterreifen auf dem Combo waren beim Kauf mit dabei. Sommerreifen waren aufgezogen, die Winterschlappen lagen verpackt im Kofferraum. Blöderweise habe ich es damals versäumt alle Wintereifen zu kontrollieren.
Natürlich stammten sie von verschiedenen Fahrzeugen und ganz unten lag einer, der schief abgefahren war…. Ein Schelm, der böses denkt. Passt aber zum Gesamteindruck, den der Händler bei uns hinterlassen hat.
Nach dem Winter hatte der Reifen es nun völlig hinter sich:

Also einmal neue Reifen für die Hinterachse.
Das Wischergestänge (eine echte Fehlkonstruktion und Schwachstelle bei den C-Corsaren/Combos) bekam eine Packung Fett:

An den Gelenken des Gestänges läuft immer das Wasser herunter, was bei längerer Nichtbenutzung dazu führen kann, dass das Gestänge fest rostet.
Das es bei Opel immer an solchen Basics hapern muss…. Die technisch exotischen Erdgasmotoren halten 300.000+ km, aber das Wischergestänge überlebt selten die 100.000 km…. *tstststs*
Naja, besser so, als andersherum.
Während ich so am Combo fummelte feierte die Vielzylinderfraktion ebenfalls ihr Frühlingserwachen:

Tobias schaute mit dem Hurst vorbei und unser Nachbar erweckte seinen E-Type.
Schöne Geräuschkulisse!
Das Bremslicht fällt unter Datenschutz
Am elektrisierten Frontabschnitt der Operation Gorilla (Note to self: Muss aufhören, beim tippen „Er ist wieder da“ zu hören!) musste ich neben dem Stecker am Zündschloss noch weiteren Pfusch beheben.
Es fing mit meiner Neugier an:
Vom Bremshebel auf der rechten Seite kamen ein rotes und ein schwarzes Kabel. Am Stecker zum Kabelbaum endeten diese Kabel jedoch als grün/gelb und schwarz.
Da musste also unterwegs was los sein.
Also mal ein wenig das Isolierklebeband des Kabelbaums abgewickelt und schnell fündig geworden:

Es fand sich gewohnte Qualitätsarbeit:

Löten? Crimpen? Warum, wenn man auch ein wenig rödeln kann?!
Also die Bremsarmatur demontiert und dabei auch gleich einen abgebrochenen Gasbowdenzug diagnostiziert:

Den Schalter für das Bremslicht kann man im unteren Teil des obigen Bildes gut erkennen.
Kaum fummelte ich mit der Armatur vor mich hin, baumelten auch schon zwei weitere lose Kabelenden vor meiner Nase rum:

Der Mensch, welcher sich da mal an einer Reparatur versuchte, hatte beschlossen, dass es ausreichen würde, die blanken Kabelenden mittels Isolierklebeband an den Kontakten des Schalters fest zu tapen….
Ich kenne Blinkmuffel, die aus Ausflucht immer behaupten, dass es niemanden etwas anginge, wo sie hin wollten, dies sei schließlich Datenschutz.
Der „Mechaniker“ sah das anscheinend ähnlich in Bezug aufs Bremslicht. „Geht keinen was an, wenn ich in die Eisen gehe!“
Der Schalter selbst war übrigens auch defekt:

Hat also noch nicht mal in der Theorie funktioniert.
Muss ich erwähnen, dass das Ersatzteil samt Kabelbaumstück gerade mal 14,28 € kostet?
Rubbel-die-Kratz
Nur weil hier die letzte Woche über Stille herrschte, müsst ihr nicht meinen, dass ich auf der faulen Haut gelegen habe. Ganz im Gegenteil!
So produktiv, wie in der vergangenen Woche, war ich schon lange nicht mehr. Ist zwar nicht alles Blog-geeignet, aber einiges will ich berichten.
Den Anfang machte der Combo.
Der hat seit längerer Zeit ein nerviges Gerubbel und Gekratze beim Bremsen von sich gegeben.
Verortet wurde das Geräusch an der Hinterachse.
Menschen fragten wiederholt, ob die Beläge runter seien. Die hatten aber noch reichlich Fleisch, was ich erst beim Wechsel auf die Winterreifen im Oktober überprüft hatte.
Also die Kiste auf Achsständer gesetzt und mal genauer unter die Lupe genommen.
Die Zerlegung der Bremsanlage ist eigentlich selbsterklärend:
Rad ab, Handbremse lösen (natürlich vorher Gang einlegen und mit Keilen sichern!), Sicherungsblech des Bremsbowdenzugs am Anker abziehen, Betätigungsarm mit einem Schraubenzieher runter drücken und die Bowdenzugkugel mit einer Zange aus ihrer Halterung am Ende des Arms hebeln, Bowdenzug ausfädeln.
Bis dahin ist das Vorgehen identisch zum Stiefastra.
Unterschiedlich wird es erst im Anschluss. Um den Bremssattel vom Träger zu lösen muss man die Kontermuttern auf der Innenseite mit einem Schlüssel gegen halten:

Im Halbdunkel und unter all dem Dreck/Staub kann man die Muttern leicht übersehen und schraubt sich dann nen Wolf, ohne dass was passiert.
Nachdem auch die Schraube oben gelöst ist, kann man den Sattel abnehmen und mit einem Draht am Federbein aufhängen.
So sahen die ollen Beläge aus:

Gammelig, aber noch reichlich Fleisch.
Aus den Problemen mit der Bosch-Bremsanlage beim G-Astra hat Opel offensichtlich gelernt und beim C-Combo CNG (und GSI-Corsaren) hinten Lucas-Bremsanlagen verbaut, welche den Belag anders führen und nun nicht mehr verklemmen.
Trotzdem schadet es nicht, wenn man die Führung des Belags bzw. das Bett der Edelstahlfedern schön sauber macht:

Die alten Beläge zeigten Haarrisse quer zur Auflagefläche und auch die Ränder waren etwas bröselig. Wahrscheinlich war das verantwortlich für die Geräusche.
Nix lebensbedrohliches, aber da neue Beläge nicht die Welt kosten, habe ich sie natürlich ausgetauscht:

Wie man sieht ist die Form deutlich unterschiedlich. Ich hatte daher Zweifel, ob sie überhaupt passen, aber die Bedenken waren unbegründet:

Sind halt Universalbeläge für eine ganze Reihe von Opel-Modellen.
Um die Kolben der Bremszangen zurück zu bewegen, muss man sie gleichzeitig im Uhrzeigersinn drehen und rein drücken.
Hier hat sich ein Flexschlüssel mit passenden Aussparungen, sowie eine Schraubzwinge bewährt.
Danach die Schrauben mit neuem Sicherungsmittel versehen und alles wieder zusammen werfen.
Die Geräusche sind nun weg. Sehr angenehm.