Schlagwort-Archiv: Opel

Opel-Puzzle

Durch den netten Hinweis von Trelo aus dem Erdgasfahrer-Forum bin ich auf diesen elektronischen Teilekatalog für Opel-Fahrzeuge gestoßen.
Da gibt’s Explosionszeichnungen samt Teilenummern für alle Fahrzeuge seit dem Corsa A.
Inklusive Sonderfahrzeugen, wie z.B. dem CNG Combo:

Sehr schick!
Wer eine Offline-Version sucht, findet sie übrigens hier. (Wobei die Installation und die Bedienung ein Krampf sind!)
Oben rechts lässt sich übrigens die Sprache umstellen. Nur falls ihr dem französischen nicht so mächtig seit…
Weiteres Feature ist, dass man sich die VIN decodieren lassen kann.
Interessant, was unser Combo alles an Sonderausstattung hat:

Decoding VIN-Code WOLOXCFO684XXXXXX

Zusammenfassung
Modell X01 CORSA-C
Model Code 0DE06
Produziert von 23.07.2008
Body style F06
Motor Z16YNG
Die motornummer 20MM2294
Übertragung
VIN Decoding
W0L
General Motors
0
Kein Sonderfahrzeug
X
Corsa
C
Corsa
F06
Windowed Combo
8
2008
4
Zaragoza
serial
XXXXXX
Optionen
TUERVERKLEIDUNG,FARBIG
INNENVERKLEIDUNG DUNKLE KOHLE
BEZUGSFARBE SITZ, DUNKLE KOHLE
AUSSENLACKIERUNG,SIEHE DIE IM VORWORT GEZEIGTE REFERENZETABELLE
ERSATZRAD ENTFAELLT
FENSTER VORN,ELEKTRISCH BETAETIGT
VORDERSITZ,LL,HOEHENVERSTELLER,MANUELL
FUER FAHRER,BEIFAHRER UND AIRBAG SEITLICH
GEPAECKNETZ,BODEN-LADERAUM
NETZ, KOMFORT
VORDERSITZRUECKEN,VERSTELLBAR
STOFFKOPFSTUETZE HINTEN,OHNE DURCHSICHTSOEFFNUNG
SICHERHEITSGURT HINERSITZ,MITTEN,3 VERANKERUNGSSTELLEN
TUERVERRIEGELUNG,MIT FERNBEDIENUNG
ABDECKUNG LADERAUM, GUMMI
KENNZEICHNUNG BAUSTANDSAENDERUNG 2008 1/2 M.J.
HECKSCHEIBENWASCHANLAGE
HECKSCHEIBE,ENTFROSTER
KLIMAANLAGE
FUER DEUTSCHLAND
SPIEGEL, ZSB.
AUSSENSPIEGEL,ELEKTRISCH BETAETIGT UND BEHEIZBAR,WEITWINKEL,NICHT GETOENT,RL-LL
ASCHENBECHER UND ZIGARETTENANZUENDER (RAUCHERSATZ)
INSTR., GRUEN
GRIFF
IN VERBINDUNG MIT HECKKLAPPE
ACHSUEBERSETZUNG 4.19
RADBEFESTIGUNG MIT 4 SCHRAUBEN
DACHRELING
ECOFLEX
FESTSTELLBREMSHEBEL,MATTCHROM
ABS
LICHTMASCHINE,100 A.
KOMPRIMIERTES ERDGAS
KAPPE GETRIEBESCHALTHEBEL, KNAUF, SCHWARZ MIT CHROMRING, EINLAGE GRUEN
LINKSLENKUNG
Z16YNG[LR1] ERDGASMOTOR
FUENF-GANG-SCHALTGETRIEBE,TYP F17
IN VERB. MIT SCHALTGETRIEBE
FUER VERSTELLBARE LENKSAEULE
AUSSTATTUNG,EUROPAEISCHE UNION
LEDERLENKRAD
ABDECKUNG,EBEN,RAD,VARIANTE 11
FUER REDUZIERTEN STELLWEG DER ZAHNSTANGE
ABGASWERTE,EEC 05
MIT OPEL-SPEZIALFAHRZEUG
POLSTERKOMBINATION, TWIST/ELBA
SCHEIBENRAD,STAHL,6JX15
REIFEN,185/60 R 15-88H
INNENVERKLEIDUNG,STANDARD,VARIANTE 1
‚ECOFLEX‘
BATTERIE,44AH
RAHMEN,RADIO
DREIFACH -INFO LCD – DATUM/ZEIT/TEMPERATUR
FERNBEDINUNGSSCHALTER
LAUTSPRECHER,6
STOSSFAENGER,GEFAERBT
SCHUTZWACHS
BLENDE MITTE INSTRUMENT,MATTCHROM
FUER RADIOBEDIENUNG LENKRAD
BESCHRIFTUNG SEITLICH ENTFAELLT
MOTOREMBLEM ENTFAELLT
OBEN
AUSRUESTUNG EMPFAENGEREINHEIT,RADIO
VORUEBERGEHENDE REIFENREPARATUR
FUER 433 MHZ FREQUENZ
SCHIEBETUER MANUELLE,LINKS
SENSOR,RUECKHALTESYSTEM,LL

Wischwasserheizung

Der Besten von Allen froren vor einiger Zeit die Wischwasserdüsen am Combo ein.
Wenn man dann bei Sprüh-Schnee-Matsch noch ca. 200 km Autobahn vor sich hat, ist die Begeisterung überschaubar.
Also erging der Auftrag, Abhilfe zu schaffen.

Nach kurzer Recherche fanden sich drei Lösungswege:

1. Die Mercedes-Benz-Lösung

Mercedes-Benz bietet seit den frühen 80ern einen beheizten Wischwasserbehälter für seine Fahrzeuge an. Dabei wird der Rücklauf des Kühlwassers zum Ausgleichsbehälter durch eine Art Tauchsieder geleitet, welcher im Wischwasserbehälter hängt. Sieht so aus:

Knorke Lösung, die Menschen auch schon für andere Fahrzeuge nachgebaut haben. Hier z.B. eine bebilderte Anleitung für den Golf II.
Webasto bot mit dem „HotShot“ ein ähnliches Konzept zum nachrüsten an. Dabei wird das Wischwasser jedoch elektrisch erhitzt.

2. Die beheizte Düse

Viele Hersteller versuchen das Problem über elektrisch beheizte Wischwasserdüsen zu lösen.
Diese Systeme sind dann entweder an die beheizten Heckscheiben/Außenspiegel gekoppelt oder haben einen integrierten temperaturabhängigen Widerstand drin, der sie automatisch ab 0°C zuschaltet:

3. Die Billigvariante

Bastlerfreudenhäuser wie z.B. Conrad oder ATU vertreiben alle Jubel-Jahre für nen 10er Nachrüstsysteme, die im Wesentlichen auf einer Schlauchverlängerung basieren. Diese Verlängerung hängt man hinter den Wischwasserbehälter, wickelt sie um einen Kühlerschlauch und führt sie dann zurück zu den Düsen. Dieses System soll die vorhandene Abwärme des Kühlsystems nutzen, um das in der Schlauchwicklung stehende Wischwasser zu erhitzen. Das sieht dann so aus:

Also überlegt, was für den Combo umsetzbar ist.
Variante 1 scheint die Beste zu sein (sofern man nicht das teure elektrische System verwendet). Menschen singen Loblieder und preisen den Erfinder.
Auch preislich ist diese Variante überschaubar: 30cm Alurohr mit 8mm Innendurchmesser (kein Kupfer wegen Korrosion!); ein gebrauchter Wischwasserbehälter; 1,5m Kühlmittelschlauch mit 8mm Innendurchmesser; Dichtmumpe zum wieder-verschließen des Behälters. Allerdings erfordert die Umsetzung einigen Bastelaufwand, den ich ambulant nicht leisten kann und es besteht die (geringe) Gefahr der Undichtigkeit des Kühlsystems.
Also erst mal zurück gestellt.

Variante 2 soll auch gut funktionieren, jedoch gab es sie nie ab Werk für den Corsa C bzw. Combo C.
Allerdings sollen die beheizten Wischwasserdüsen aus dem Vectra C von den Abmessungen her passen. Bei der Beschaffung wäre drauf zu achten, dass man keine Leuchtfackel-Versionen bekommt. Opel hatte da ein klitze-kleines Problemchen mit und musste sogar per KBA-Rückruf die Dinger tot-legen. Darüber hinaus müsste ich Zündungs-Strom in den Wasserkasten legen und diesen Wasserdicht verpacken. Das dürfte sogar noch mehr Aufwand sein, als die Mercedes-Variante. Ist also erstmal raus.

Variante 3 soll völlig nutzlos sein.
Zumindest behaupten das mal wieder Menschen. Allerdings gibt es auch gegenteilige Stimmen, die sich in Lobpreisungen ergehen.
Der monetäre Aufwand beläuft sich auf einen 5er, wenn man selbst kreativ wird (2,5m Aquariumschlauch 6mm Durchmesser; 1x Aquarium-Rückschlagventil). Risiken bestehen keine. Zur Not fliegt der Rotz einfach wieder raus. Bastelaufwand ist ebenfalls gering.
Also eine super ambulante Lösung!
Auf zum Zoohandel!

Das System hat zwei Fehlerquellen, welche die Wirksamkeit beeinflussen.
Zum Einen wird nur das Wischwasser innerhalb der „Spirale“ um den Kühlerschlauch erhitzt. Daher darf dieses Stück nicht zu kurz sein, um ausreichend Volumen für einen Wischvorgang zur Verfügung zu stellen. Zum Anderen darf der Weg des warmen Wischwassers zu den Düsen nicht zu lang sein, da es sonst direkt wieder abkühlt. Unter übermäßiger Schlauchlänge leidet auch der Wasserdruck, so dass evtl. bei höheren Geschwindigkeiten nur noch ein Rinnsal die Scheiben erreicht.
Außerdem erhöht es die Effektivität des Systems, wenn das Wischwasser nicht erst beim öffnen des großen Kühlkreises erwärmt wird. Das könnte bei z.B. einem Diesel schon einige Kilometer dauern.
Schaut man sich im Combo C/Corsa C-Motorraum nach Warmwasserquellen um, so findet man (neben dem viel zu weit entfernten Kühlerzulauf) Vor- und Rücklauf der Innenraumheizung direkt mittig an der Spritzwand:
Vor- und Rücklauf
Diese haben den Vorteil relativ nah an den Düsen, sowie Teil des kleinen Kühlkreislaufs zu sein.
Beim Z16YNG Motor bedeutet das, dass der Vorlauf außen schon nach ca. 500m handwarm ist. Ideal!
Vor- und Rücklauf kann man leicht unterscheiden, indem man den Wagen warm fährt, die Heizung auf Wüstensturm stellt und eine Zeitlang bei laufendem Motor laufen lässt. Fasst man nun an die beiden Schläuche der Heizung, wird man feststellen, dass der eine sehr heiß (Vorlauf) und der andere relativ kalt (Rücklauf) ist.
Beim Combo C bzw. Corsa C ist der (in Fahrtrichtung gesehen) linke Schlauch der Vorlauf und der Rechte der Rücklauf.
Um die Schläuche durch die Spritzwand zu führen, bieten sich die Durchführungen der Bremsleitungen an:
Wischwasserbehälter samt Durchführungen
Der Einbau ist easy.
Einfach die Verbindung in der Nähe des Wischwasserbehälterdeckels trennen, Behälterseitig das Rückschlagventil einfügen (eigentlich nur nötig, wenn das Behälterniveau unter dem der „Heizspirale“ liegt), den Schlauch durch die Durchführung der Bremsleitung fummeln, eng um den Vorlauf der Heizung wickeln, dabei darauf achten, dass der Schlauch sich nicht selbst abschnürt, wieder zurück durch die Durchführung fummeln und an den Verbinder zu den Wischerdüsen anschließen. Fertig:
Vorwärmung angeschlossen
Sollte sich beim anschließenden Funktionstest der pumpenseitige Schlauch immer vom Rückschlagventil lösen, hilft ein strammer Kabelbinder.
Schlauch abgerutscht
Selbige helfen auch dabei, die ganze Chose zu fixieren, so dass der Aquariumsschlauch nicht abknickt.

Ein erster Feldversuch über 250km Autobahn brachte verschiedene Erkenntnisse:

  1. Druck liegt auch bei höherer Geschwindigkeit unvermindert an.
  2. Ob das Wasser ausreichend warm wird, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ja, die Schlauchspirale fühlt sich warm an (allerdings bei weitem nicht so heiß, wie erwartet), ob davon allerdings noch was bei den Düsen ankommt, kann ich nicht sagen. Das Wasser, dass da raus kommt, will ich mal als „unverändert kalt“ beschreiben. Jedoch kann es durchaus sein, dass das Wasser dort nun nicht mehr mit -2°C raus kommt, sondern mit +3°C. Die Differenz ist nicht fühlbar, macht aber den Unterschied zwischen gefrieren und frei aus.
Mal sehen, was der Restwinter noch so bringt.
Sollte es sich als erwarteter Murks rausstellen, fliegt es wieder raus und ich bastel die Mercedes-Lösung.

Hexenküche

Im Zuge des Wasserpumpenwechsels am Combo musste ich Kühlwasser ergänzen.
Da ich keinerlei Hinweise fand, welche Art von Kühlmittel der Combo verwendet, konnte ich nur vage nach der Farbe gehen. Die ist orange.
Doof. Grün: easy; Blau: easy… Bei allem anderen stellt sich die Frage, ist dass nun gelb oder rot?
Ich entschied mich für rot.
Mittlerweile weiß ich, dass es wirklich orange ist (G34).
Allerdings mit Bauchschmerzen. Im Netz liest man immer wieder Schauergeschichten von verklumpter Kühlflüssigkeit wenn man rote mit andersfarbigem Kühlmittel mischt.
Also habe ich mich wie immer ein wenig schlau gelesen.
Fazit: Es ist schnurz, welche Farbe ein Kühlmittel hat.
Der enthaltene Farbstoff sagt NICHTS über die Verträglichkeit verschiedener Mittel untereinander aus. Selbst Mittel mit identischer Farbe können unverträglich zueinander sein!
Der Ausflockungsprozess wird lediglich ausgelöst, wenn man silikatfreie Kühlmittel und silikathaltige mischt.
Wie/ob der Hersteller des Mittels diese Unterscheidung farblich kennzeichnet, ist ihm selbst überlassen.
Eine Normierung gibt es hierzu nicht.
Als grobe Linie wird immer gesagt, dass grün und gelb silikathaltig sind. Aber Achtung: Glysantin G33 ist z.B. blaugrün und trotzdem silikatfrei.
Einzig verlässlich sind die Angaben auf der Flasche. Dort muss ausgewiesen sein, ob Silikate enthalten sind.
Um das Ganze mal zu untermauern habe ich den „Stammtisch-Todestest“ gemacht:
Kühlmittel rot
Im Bild sehen wir das nun im Combo beigemischte Glysantin G30 (Silikatfrei).
Im folgenden Bild ist das G30 schon im Wurstglas (vorher gründlich austrinken) und in der Spritze lauert der Stammtisch-Todesfeind, blaues Kühlmittel (im Rialto und Bug verwendet):
Kühlmittel blau
Ihr ahnt, was kommt, oder?
Ich alter Gefahrensucher hab die Beiden einfach mal vermischt!
Allen Schauermärchen folgend, müsste das eine zähe braune Suppe mit Klümpchen ergeben.
Und? Was ist passiert?
Die Farbe hat sich geändert:
rot und blau gemischt
Und dann?
Nix…..
Das Süppchen steht nun mittlerweile über einen Monat bei mir im Keller und ist immer noch nur lila.
Ist auch kein Wunder. Beide Flüssigkeiten sind silikatfrei….
Ich warte aber nochmal ein Weilchen, ob die Suppe vielleicht doch noch explodiert. Ich bezweifle es jedoch.

Android meets OBD

Im Zuge der Lambdasondenreparatur habe ich mich mal nach Möglichkeiten umgesehen OBD II Fehlercodes selber auszulesen.
Klar, bei Opel-Fahrzeugen aus den 2000er-Jahren geht das auch so, aber Opel ist im heimischen Fuhrpark klar in der Unterzahl.
Jeder drittklassige Elektronikversand bietet mittlerweile handliche Lesegeräte für den Heimanwender an. Auch eBay hat da reichlich im Angebot.
Aber in Verbindung mit den Preisen, spricht für mich auch die Abhängigkeit vom Hersteller für Updates gegen ein solches „geschlossenes“ System.
Für ein selbst geklöppeltes System bin ich jedoch nicht blond genug:

Es gibt auch Open-Source-Ansätze, wie z.B. OpenOBD.
Aber auch dort fehlt mir die Motivation, mich so tief in die Materie einzuarbeiten, als dass es auf einem der ollen Laptops die hier noch rum fliegen läuft.
Guckt man etwas weiter, so stolpert man ziemlich schnell über die Software „Torque„.
Torque nutzt Android-Geräte als Hardware und liest per Bluetooth oder W-LAN OBD II-Schnittstellen aus.
Es gibt zwei Versionen. Einmal „Torque Lite“ als kostenlose Version mit trotzdem riesigem Umfang und einmal „Torque Pro“ für sagenhafte 3,54 €.
Auch Herstellerspezifische Codes können damit ausgelesen werden.
NICE!
Hier ein kleines Video, was Torque Pro alles kann:

Und eine kleine Übersichtsgrafik:

Den Fehlerspeicher auslesen und löschen können übrigens beide Versionen.
Damit stand der Entschluss fest und ich hab mich mal nach kompatiblen Adaptern umgesehen.
Die vom Anbieter aufgelisteten Adapter waren mir alle zu teuer.
Also mal eBay direkt mit der Anfrage „Torque Bluetooth“ konfrontiert.
Da finden sich auch von deutschen Anbietern Angebote für schmale Mark.
Ich habe mich für dieses hier entschieden.
Ein deutscher Anbieter erleichtert die Nörgelei, sollte der Adapter doch nicht funktionieren.
Neben dem Adapter war noch eine deutsche Anleitung im Lieferumfang:
Lieferumfang
Die OBD II-Buchse findet sich beim Opel Corsa C bzw. Combo C in der Mittelkonsole unterhalb der Heizungssteuerung:
OBD II Anschluss
Der Adapter muss da leider über Kopf rein, so dass man die Kontroll-LEDs nicht sehen kann:
Adapter eingesteckt
Zu Anfang sah auch alles knorke aus.
Der Adapter wurde von meinem Defy gefunden und es konnte auch „gepaart“ (Ferkelkrams!) werden:
Pairing
Allerdings wollte Torque partout keine Verbindung mit dem Adapter herstellen.
Zurück am heimischen Rechner stellte sich heraus, dass ich mir selbst ein Bein gestellt habe.
Motorola verwendet proprietäre Treiber für die Ansteuerung seiner Bluetoothelemente.
Diese Treiber sind daher nicht in der von mir verwendeten Version des CyanogenMod 7 enthalten.
„Gibt’s nicht, bekommen wir auch nicht mehr rein…“ war die Antwort aus dem Netz.
Und ich bin nicht alleine.
Doof, aber weder ein Fehler des Verkäufers, der Cyanogen-Crew oder den Jungs von Torque.
Da ich wenig Lust auf Experimente mit anderen ROMs hatte, habe ich mich einfach im Freundeskreis nach Android-Geräten mit Stock-ROMs umgehört.
Michael war so freundlich mir den Zugang zu dem Mist-neuen Motorola-Telefon seiner Freundin zu verschaffen (herzlichen Dank dafür).
Da läuft noch ein gebrandetes original Android 2.3 drauf.
Damit war der Verbindungsaufbau glücklicherweise kein Problem und ich konnte den Fehlerspeicher auslesen:
hinterlegter Fehlercode
Wie zu erwarten war, war dort noch der Fehler P0136 hinterlegt (auch wenn die Motorkontrollleuchte längst erloschen war).
Zwei Klicks später war der Fehler gelöscht und bei einer Runde um den Block konnte ich mich davon überzeugen, dass Lambdasonde 2 wieder ihren Dienst aufgenommen hat:
Lambdawert von Sensor 2
Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass Torque ein hammermäßiges Tool ist, dass in keiner Auto-Nerd-Hosentasche (insbesondere beim Gebrauchtwagenkauf) fehlen sollte.
Eine Aufnahme in die Liste mit den besten Schrauber-Apps ist längst überfällig!

Der Marder nagt am Lambda II

Wie berichtet litt unser Opel Combo C unter einer maladen Lambdasonde Nummer 2.
Dies hatte er mir freundlicherweise über den Fehlercode P0136 mitgeteilt.
Krabbelt man unter’s Auto findet man die Lambdasonde 2 recht einfach:
Sonde eingebaut
Links oben im Bild ist die Ölwanne und mittig sieht man die rechte Antriebswelle. Eigentlich nicht zu verfehlen.
Der kopf-über hängende Stecker lässt sich recht leicht, nach einem Druck auf seine Rastnase, lösen.
Um die Sonde aus dem Auspuffrohr zu schrauben gibt es spezielle Nüsse.
Da die Verschraubung beim Combo aber noch ganz ok aussah, hab ich mich mal mit einem einfachen Maulschlüssel (SW 22) dran gewagt.
Ging auch erstaunlich gut.
Kaum ausgebaut erhärtete sich auch schon der Verdacht der Sabotage:
Bissspur
Mit zurückgeschobenem Glasfaser-Gummimantel offenbarte sich ein sauber durchgebissenes Massekabel:
durchgebissenes Kabel
Die Belegung der Lambdasonden-Kabel ist übrigens herstellerübergreifend nahezu gleich:

  • Sonde mit 1 Kabel: schwarz = Signal für das Steuergerät, Masse über Gehäuse
  • Sonde mit 2 Kabeln: schwarz = Signal; grau = Masse
  • Sonde mit 3 Kabeln: schwarz = Signal; 2 x weiß = Spannungsversorgung der Sondenheizung
  • Sonde mit 4 Kabeln: schwarz = Signal; 2 x weiß = Sondenheizung; grau =Masse

Wie man oben im Bild sieht weicht die Belegung etwas vom Schema ab. Statt zwei mal weiß gibt es einmal lila und einmal weiß.
Ändert aber nix dran, dass die graue Masseleitung keinen Kontakt mehr hat.
Also endgültig durch gekniffen und den Lötkolben geschwungen:
Vorbereitet zur Reparatur
Das habe ich natürlich nur gemacht, damit nicht weiter behauptet wird, ich würde nur crimpen 😉
Voilà:
Draht zwischengelötet
Anschließend noch schön isoliert, die Glasfaser-Gummihülle wieder drüber geschoben und das ganze mit Spiralschlauch „gepanzert“:
Sonde repariert
Mal hoffen, dass das dem Marder nicht schmeckt.
Wer sicher gehen will, dass seine Reparatur funktioniert hat, kann die Sonde noch durchmessen.
Eine extrem gute Seite zur Fehlerdiagnose bei Lambdasonden findet ihr hier.
Der anschließende Einbau ist selbsterklärend.
Sollte nach der Reparatur die Motorkontrollleuchte noch weiterhin brennen, so zweifelt nicht an eurer Arbeit!
Das muss so:

Nach drei fehlerfreien Fahrzyklen wird die Systemkontrolleuchte ausgeschaltet und der Taskmanager schaltet automatisch den Fahrzyklus-Zähler auf einen Warmlaufzyklus-Zähler um. Fehlercodes werden automatisch nach 40 Warmlaufzyklen gelöscht, wenn das Bauteil nicht erneut ausfällt.
Fahrzyklus: Anlassen, Fahren, Abstellen
Warmlaufzyklus: Anlassen des Motors und Ansteigen der Temperatur auf über 70°C, wobei die Motortemperatur mindestens um 22°C steigen muss.

Bei unserem Combo waren es gefühlt mehr als drei „Fahrzyklen“. Ich denke eher 5-7.
Auf jeden Fall schweigt irgendwann die Motorkontrollleuchte.
Allerdings ist der Fehler im Hintergrund immer noch hinterlegt und wird erst wesentlich später automatisch gelöscht (siehe oben).
Das kann zu Erklärungsnot beim nahen TÜV-Termin führen, da dort traditionell zur AU nur der Fehlerspeicher ausgelesen wird!