Nach über 5 Jahren war es mal wieder Zeit, nach den Ventilen des Rialtos zu schauen.
Da ich vom letzten mal noch wusste, dass man diese Arbeit mindestens zu zweit angehen sollte, habe ich die Weihnachtsfeiertage genutzt um Vaddern und Tobias zu requirieren.
Die Ventile der hinteren beiden Zylinder muss man durch die Zugangsluken im Fußraum einstellen, so dass diese im nächsten Schritt geöffnet wurden:

Als nächstes mussten die Schläuche rings um den Ventildeckel weichen und es konnte dieser dann ebenfalls abgenommen werden:

Damals(™) hatte ich ja die neue Ventildeckeldichtung mit Lagerfett eingestrichen um ein festbrennen am Zylinderkopf zu vermeiden. Dies hat auch vorzüglich funktioniert! Der Deckel ließ sich (im Gegensatz zu früher) leicht abnehmen und die Korkdichtung blieb unbeschädigt.
Hat man den Ventildeckel runter, sollte man unbedingt daran denken, die Benzinschläuche an der mechanischen Benzinpumpe ab zu ziehen:

Gibt ansonsten eine schöne Sauerei! Auch die Zündkerzen zu entfernen ist keine falsche Idee. Das erleichtert das durchdrehen des Motors erheblich.
Die Einstellung selbst habe ich schon wie damals vorgenommen:

Erfreulicherweise musste ich nur ein einziges Ventil nachstellen (zu lose). Bei allen anderen Ventilen flutschte die Fühlerblattlehre schön saugend durch.
Als wir damit fertig waren, habe ich auch mal meine neue Zündzeitpunktpistole rausgekramt und zum ersten mal nach dem Einbau der 1-2-3-Ignitiondie Zündung überprüft:

Auch das war erfreulich schnell gegessen. Die Zündung war schon mittels der eingebauten LED haargenau richtig eingestellt.
Alles in allem, sehr befriedigend.
Schlagwort-Archiv: Reliant Rialto
Wir sprechen deutsch
Seit einiger Zeit schreibe ich mir mit jemandem, der mit einem Reliant Robin SLX, Baujahr 1997 mit ca. 99.000 KM an der Tajik-Rallye teilnehmen will.
Es war klar, dass ich mich mit jemandem, der zwei Leidenschaften mit mir teilt gut verstehe.
So ergab sich ein reger Kontakt, wie man einen Robin Rallye-tauglicher machen könnte.
Dann überraschte mich Franz mit zwei Angeboten:
- Wenn ich Interesse hätte, hätte er noch eine österreichische Bedienungsanleitung für den Reliant Rialto.
- Wenn ich mal Lust auch Urlaub hätte, hätte er ein Gästezimmer auf seiner Ranch.
Angebot 1 habe ich natürlich sofort angenommen. Angebot 2 folgt vielleicht im nächsten Jahr, wenn Schräubchen etwas größer ist.
Vor einigen Tagen trudelte dann die versprochene Bedienungsanleitung bei mir ein:
Auf Deutsch! Ich bin noch ganz aus dem Häuschen.
Ich habe sie natürlich schon ausgiebig studiert und musste sehr schmunzeln. Auf den Abbildungen sind immer Rechtslenker zu sehen und auch die Bildtexte sind auch auf englisch. Ein lustiges Kuddel-Muddel.
Aber schön jetzt auch mal metrische Einstellwerte für die Ventile und co. zu haben.
Solltet Ihr Interesse am Rallye-Weg von Franz und seinem Robin haben, so findet ihr die Beiden bei Facebook.
Saftwürfel V
Nachdem nun geklärt war, das mir keiner der Verbraucher die Batterie leer nuckelt, habe ich die von Stan ausgegrabene Rasenmähertraktor-Batterie bestellt. Die Bezeichnung lautet 12N244GP.
Von den Maßen her klang die Batterie gut, jedoch hat sie statt der im Kfz-Bereich gebräuchlichen Rundpole, flache Schraubpole. Da musste also eine Lösung her.
Freundlicherweise meinte Ford in den 90ern (?), dass man viel mehr Geld am Service verdienen könnte, wenn man für seine PKWs Batterien mit flachen Polen verwendet, da dann nur die Ford-Werkstatt Ersatz liefern könnte.
Das kotzte erwartungsgemäß ausreichend Leute an, so dass diese Unsitte bald wieder aufgegeben wurde.
Um nun aber die im Umlauf befindlichen Ford-Batterien in normalen Fahrzeugen weiter verwenden zu können, gibt es im Zubehör entsprechende Adapter:

Leider fanden sich im Netz keine Angaben über die Maße der Ford-Pole, so dass ich nicht wusste, ob die Adapter auch zur Rasenmäher-Batterie passen würden.
Allerdings habe ich im Freundeskreis genügend Ingenieure, um zu wissen, dass auch die faule Hunde sind.
Es lag daher nahe, dass die Batteriehersteller, die Ford damals mit den Flachpol-Batterien beauftragte einfach die schon vorhandenen Flachpole aus dem Motorrad/Agrar-Bereich verwendet haben.
Ich sollte Recht behalten:

Am Pluspol kann man es schön sehen. Hier imProfil:

Auch vom Durchmesser passt der Adapter genau über den Flachpol:

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“
Auch eingebaut macht die Batterie eine gute Figur:

Da der Minuspol stärker konisch ist, als der Pluspol, steht dessen Flachpol leider ca. 1mm über den Adapter über. Funktionieren tut es trotzdem, allerdings würde dann mein nachgerüsteter Ausgleichsbehälter ein wenig schräg sitzen (siehe oben). Die Schlosserfeile löste dieses Problem schnell und nachhaltig. Der Flachpol hat nun die identische Form wie der Adapter und der Behälter sitzt wieder gerade.
Einziger Knackpunkt war, ob die Motorhaube noch zu geht, da mit den Adaptern die Rändelschraube des Trennschalters knapp über die Flucht der Karosserie hinaus steht:

Um zu testen, wie die Platzverhältnisse sind, habe ich mich eines alten Tricks bedient und Schräubchen etwas Knete gemopst. Die kam dann als Wurst oben auf die Schraube:

Nun einfach die Haube schließen, ein wenig ruckeln um Fahrbetrieb zu simmulieren und dann wieder öffnen:

Wie man sieht, ist die Wurst zwar etwas platt gedrückt, aber es scheint noch immer ca. 1cm Luft zur Haube zu sein. Nice!
Jetzt bleibt nur noch der Langzeittest, wie die Batterie sich so schlägt und ob 24 Ah im Gegensatz zu 32 Ah auch ausreichen.
Sollte dem so sein, wäre die 12N244GP mit knapp 40 € eine echte Altenative zur knapp 200€ teuren Numax-Batterie.
Saftwürfel IV
Bevor ich an das Experiment mit der Rasenmäher-Batterie gegangen bin, habe ich erstmal weitere Fehlerquellen ausschließen wollen. Dazu habe ich mal den Ruhestrom gecheckt, um zu sehen, ob mir nicht einfach ein heimlicher Verbraucher die Batterie leer nuckelt:

Bei ausgeschalteter Zündung werden 6,55 mA aus der Batterie genuckelt. Das ist sehr überschaubar. Der Grenzwert soll laut Internet bei 50 mA liegen. Bei 6,55mA würde die original 32 Ah-Batterie rechnerisch 4885 Stunden durchhalten, ehe sie leer wäre. Es scheint also wirklich die Batterie zu sein, die es hinter sich hat.
Dann schauen wir noch schnell, wer denn der Ruhestromverbraucher ist. Das geht am einfachsten, indem man systematisch Sicherungen entfernt.
Ein Blick in den Schaltplan offenbart, dass lediglich Lichthupe, Hupe, Innenraumbeleuchtung, Warnblinkanlage und die Uhr direkt an der Batterie hängen:

Großzügig wie Reliant nunmal war, hängen alle diese Verbraucher an einer Sicherung:

Damit bleibt nur Kabel ziehen und gucken, ob der Verbraucher noch funktioniert. Leider hilft das auch nur eingeschränkt. Sinnvollerweise hängen Lichthupe, Hupe und Innenraumbeleuchtung an einem Kabelschuh. Lediglich die Uhr hat ihren eigenen Schuh. So stellt Reliant sicher, dass man bei einem Kurzschluss in der Hupe auch keine unfreundliche Lichthupe machen kann… lediglich das therapheutisch beruhigende Ticken der Uhr wäre dann noch zu vernehmen.
Lange Rede, wenig Sinn:
Zieht man das Kabel von der Uhr, liegt auch kein Ruhestrom mehr an. Verbraucher gefunden.
Durch meine Rändelschraube trenne ich aber eh immer die Batterie vom Bordnetz, wenn der Rialto länger steht. Damit ist die Uhr als Verbraucher auch immer deaktiviert.
So konnte ich mich ruhigen Gewissens an das Batterie-Experiment begeben.
Saftwürfel III
Früher stand der Rialto bekanntermaßen in einer Fertiggarage und später in einer Tiefgarage. Beide ohne Strom. Das hatte leider zur Folge, dass seine Batterie regelmäßig platt war, wenn ich nicht dran dachte, sie auszubauen und ans Ladegerät zu hängen. Der Würfel hat das 5-6 mal mitgemacht und jetzt die Schlappen in die Luft geworfen.
Als ich den Rialto neulich zur Arbeit genommen habe, durfte ich nach Feierabend auf den netten Mann vom AVD warten.
Ärgerlich, aber nun gut. In seinem neuen zuhause gibt’s Strom und daher hält die neue Batterie hoffentlich länger als 4 Jahre.
Als ich allerdings den neuen Lebensspender bei Tayna.co.uk ordern wollte, traf mich spontan der Schlag:

Das sind umgerechnet ziemlich genau 200€….
*Aua*
Eh ich die investiere, werde ich mich erstmal nach Alternativen umhören.
Kennt jemand von euch zufällig eine 12V-Batterie mit Maßen kleiner als:
Länge: 180 mm
Breite: 140 mm
Höhe inkl. Pole: 190 mm
Die Höhe ist verhandelbar. Alles andere sind Maximalwerte.
Links vorne den Pluspol wäre auch schön:

Sonst muss ich die Verkabelung umstricken….
