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„Kabel, alles dran…“

Eine meiner „unter-Auto-Baustellen“ der letzten Zeit war neben den Stoßdämpfern, auch die Handbremse. Die zog zwar sehr kräftig, aber das Kabel zeigte schon fortgeschrittene Auflösungserscheinungen. Mal wieder mangelnde Pflege:

An der Umlenkrolle wars noch fieser:

Da ich das Kabel nun eh tauschen wollte, konnte ich auch gleich die zugehörige Mechanik überholen. Die sieht nämlich auch recht fies aus:


Alles verrostet und versifft.
Der Ursprüngliche Plan war, alles auszubauen und auf der Werkbank zu entrosten. Bei näherer Betrachtung habe ich dann allerdings festgestellt, dass die Schraubenköpfe der Bolzen, welche das Blech am Unterboden halten, auf der Innenseite tief unterm Teppich sitzen. Leider ist das auch kein kleines Teppichstück, sondern das zentrale Stück, welches mit den Sitzschienen, den Gurten, der Rückbank und der Mittelkonsole verschraubt ist. Damit sank der Lustfaktor auf -15 und ich entschied diese Arbeit erst anz gehen, wenn mir das Teil komplett weggerostet ist. Bis dahin gibts nur zeitwertgerechte Überbrückungsmaßnahmen. Sprich: Siff ab, Rost so gut es geht ab, Hammerite drüber, fertig.
Um halbwegs anständig arbeiten zu können, sollte nun erstmal das alte Bremsseil raus. das hingegen fand das eine blöde Idee und entschied sich lieber dazu festgegammelt zu verharren. Das blöde ist nämlich, dass man an die Verschraubungen nur mit einem Maul- oder offenen Ringschlüssel ran kommt. Und selbst das nur mit fiesen Verrenkungen, da die Kardanwelle ziemlich dicht darunter verläuft.

Eigentlich hätte ich das alte Kabel ja gerne als Notfallfundusteil behalten, aber es half alles nix. Ich bekam es partout nicht los. Erst als ich mit dem Seitenschneider das Kabel selbst durchtrennt hatte, konnte ich eine Nuss mit verschiedenen Winkelstücken und Verlängerungen auf die Kontermutter schieben und dann gegen den Gammel losbrechen:

Entrostet und entsifft sah das Trägerblech gar nicht mal so schlecht aus:

Vom bepinselten hab ich irgendwie vergessen Bilder zu machen. War auch schon spät…
Ich liefere sie nach, wenn es an den Einbau geht.

Aus dem letzten Loch pfeifen

Im letzten Artikel habe ich ja die Frage aufgeworfen, was das unmotiviert erscheinende Loch mit dem Splint drin in Sir Edwards Hinterachse zu suchen hat:

Das R3w-Forum wusste mal wieder die Antwort:
Das ist Reliants Idee einer Ventilationsöffnung für die Achse und das Differential….
Es ist dazu da, das, durch Erwärmung des Öls, sich aufbauender Druck entweichen kann und nicht Öl durch die Dichtungen raus presst.
Andere Hersteller bauen da extra Ventile ein, mit Schläuchen etc. damit da kein Dreck rein kommt und sie nicht verstopfen. Reliant packt da einfach nen Splint als Versotpfungssicherung in ein Loch und setzt die Bremsleitungs-Halteklammer drüber. Fertig ist der Druckausgleich…
Ich sachs ja immer wieder: Rudimentärste Technik.

In der Kürze liegt die Würze

Auf dem Zettel der letzten Werkstatttage stand auch die Hinterachse samt Stoßdämpfer.
Die Achse hatte leichten Rostbesatz und die Stoßdämpfer sahen schon richtig fies rostig aus.
Die Arbeitseinheit begann erstmal mit einem Schock. Als ich die neuen Stoßdämpfer von Sparesman neben die Alten hielt wollte ich ja direkt wieder zusammenpacken. Viiiiiel zu kurz:

Nach kurzem Überlegen und vor dem Hintergrund, dass Sparesman bisher immer genau die richtigen Teile geliefert hat, habe ich mal kurz meine Herkuleskräfte ausgepackt, und die Stoßdämpfer von Hand ausgezogen. Passt:

Ok, also zurück zum Arbeitsprogramm.
Als erste gabs mal wieder eine Rostlöserdusche für die Verschraubungspunkte:

Nach einiger Einwirkzeit habe ich mich als erstes dem oberen Verschraubungspunkt zugewandt:

Trotz Rostlöser war ein Rohr als Verlängerung notwendig. Die nächste Überraschung wartete auf mich, als ich den Bolzen gelöst hatte. Der alte Stoßdämpfer nutzte seine neu gewonnene Freiheit und fuhr auf seine maximale Ausdehnung aus:

Ich hätte nicht gedacht, dass die alten Teile noch funktionieren. Es dürften immerhin auch noch die Ersten sein.
Als nächstes habe ich mich der Achse angenommen. Ich wollte sie säubern und mit Hammerite neu bepinseln. Ist zwar keine tolle Steinschlag-Schutzfarbe, aber der Pott war gerade da und wenn das Zeug in absehbarer Zeit den Geist aufgibt, kommt es einfach wieder runter und was besseres drauf. Ist halt erstmal Rostschutz. Keine Ahnung, ob ich das nochmal bereuen werde.
Mit dem Drahtbürstenaufsatz ging die Säuberungsaktion auch recht flott voran:

Links der alte Schmodder, rechts blanke Achse mit leichtem Rost in den Vertiefungen.
Das Differential habe ich nicht gesäubert/bepinselt. Das ist aus Alu und gammelt nicht. Man muss ja auch erstmal nicht mehr machen, als nötig. Der TÜV wird schon nicht weinen.
Allerdings stieß ich bei der linken Halbachse auf etwas, auf das ich mir keinen Reim machen kann:

Im Achskörper ist dort ein winziges Loch, in dem ein Sicherungssplint steckte. Der Splint sicherte aber nur sich selbst. Ich konnte ihn mit zwei Fingern aus dem Loch ziehen. Er war auch nicht im Innern aufgespreizt. Nur ganz leicht angebogen. Habt ihr ne Idee, was der da wollte? Und was soll das Loch da? Auf der rechten Seite ist da kein Loch.
Ok, aber alles nix, was mich aufhält. Nach dem 4. Anstrich und ausreichender Trocknungszeit kamen die neuen Stoßdämpfer final rein:

Alles schön neu jetzt.
Die alten Teile lege ich erstmal in den Fundus:

Wer weiß, wozu man die nochmal gebrauchen kann.
Für die Nachwelt dokumentiere ich hier mal gerade die Maße und Beschriftungen.
Damit die Stoßdämpfer passen, darf der Minimumabstand zwischen den Augenmitten nicht geringer als 25cm sein. Das Maximum sind 35cm.
Auf den neuen Stoßdämpfern steht folgendes:

442001
HB05
KYB
Made in Japan

Wenn ich die Google-Suche richtig interpretiere, werden diese Dämpfer normalerweise beim Mini an der Vorderachse verbaut.
Die Alten tragen als Beschriftung:
Girling Decarbon
70052869E4     DS4

Wenn ich auch das richtig interpretiere, sind die Girling-Geräte Gasdruckdämpfer und die neuen sind Öldruckdämpfer. Don’t ask me, was das für Konsequenzen im Fahrverhalten hat. Zumindest konnte ich bisher feststellen, dass die Öldruckdämpfer sich nicht automatisch wieder ausfahren. Was bei näherem überlegen ja auch logisch ist, da Öl ja nicht komprimierbar (wie das Gas) ist. Die arbeiten ja mit verschiedenen Kammern und Strömungswiederständen.
Kommt Zeit, kommt Erfahrungswert. Hauptsache erstmal wieder ein Punkt abgehakt.

Entscheidend ist, was hinten rauskommt II

Nach dem ambitionierten Start mit leichter Ernüchterung am Ende, habe ich nun mal den Auspuff mit den alten Stücken als Innenhülsen zusammengesetzt.
Als erstes habe ich die Striche, welche Sparesman freundlicherweise vorm Auseinandersägen gemacht hatte, durch Körnermarkierungen ersetzt:

Die Striche dienten dazu, dass ich beim zusammenschweißen/setzen die Rohrbiegungen wieder richtig positionieren kann. Leider wischt man Edding auf blankem Metall aber sehr leicht ab. Außerdem ging ich zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, die Rohrenden erhitzen zu müssen, um den Spreizer anständig einsetzen zu können. Das hätten die Eddingstriche wohl auch nicht überlebt.
Als nächstes gabs eine Trockenübung:

Spreizer ganz zusammenschrauben, mit der ganzen Spreizfläche ins Rohr stecken, von Hand aufdrehen bis die Flanken an der Rohrinnenseite greifen, passende Nuss samt Ratsche aufstecken und dann mal sehen, ob auch ohne Hitze was passiert. Um es vorweg zu nehmen: Es passiert was.
Mit lediglich moderatem Kraftaufwand lässt sich das Rohr aufweiten. Schön einfache Technik. Schon nach diesem ersten Testversuch ließ sich das von mir zugeschnittene alte Rohrstück einschieben:

Also gleich weiter gemacht und auch die anderen Ende etwas geweitet und zusammengesteckt:

Leider hat Sparesman die Rohre mit der Flex zerschnitten und nicht, wie ich, mit dem Rohrschneider. Daher sind die Schnittkanten sehr uneben und man behält immer einen Spalt. Schade.
Allerdings habe auch ich ein wenig unsauber gearbeitet. In meiner Freude über den gut funktionierenden Spreizer habe ich es bei zwei Rohrenden wohl übertrieben. Da sitzt das ganze nun etwas lose drin. Blöd…
Fertig zusammengesteckt sieht das Ganze nun so aus:

Nun ist die Frage, wie ich die einzelnen Übergänge dicht/fest bekomme. So kleine Schellen (ca. 35mm) finde ich einfach nicht. Ich hab hier Holts Gun Gum liegen. Allerdings nur die Paste:

und nicht die „Bänder“.
Keine Ahnung, ob die Paste auch bei den Vibrationen der Enden dicht bleibt. Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Zeug?
Ich werde mal Tobias Vorschlag testen und die zusammengesteckten Rohre weiten. Vielleicht gibt das ja dem Ganzen schon genug Halt und eine gute Grundlage für die Paste.
Fehlt nur noch eine Lösung für die vergnaddelten Krümmerschrauben.
Da muss ich meine bisherige Aussage widerrufen. Sir Edward hat doch nur den Standard-Krümmer. Ein Forumsmitglied fertigt allerdings die 4-1-Krümmer neu nach:

Wäre schon reizvoll. Allerdings wären das auch wieder ca. 175€…. aua….
Ich werde wohl erstmal ein wenig mit dem alten Krümmer rumpfuschen und gucken, dass ich ihn dicht bekomme. Wenn das alles nix hilft, kann ich den obigen immer noch kaufen.

Straße: Die unnütze Spaßbremse II

Am Samstag war ich mit Elion und am Sonntag mit Janosch und Heli beim Truck Trail hier am Piesberg.
Ich sage euch: Ganz groß!
Es war auf jeden Fall seine 20€ wert! Ein echter Sport zum anfassen und mit großem Unterhaltungswert.
Ich habe natürlich einen Kubikmeter Fotos geschossen und eine ganze Wagenladung Videos gedreht. Die Highlights davon findet ihr in diesem Zooomr-Set und in meinem Youtube-Channel.
Ich will mich hier auch nur auf ein paar Dinge beschränken.
Das hier, war das Panorama, dass uns begrüßte:

Es gab richtig fieses Geläuf:

Es gab großes Gerät in schönen Situationen:

Es gab kleines Gerät in schönen Situationen:

Es gab kleines Gerät engagiert gefahren:

Es gab großes Gerät engagiert gefahren:

Es gab spektakuläre Bergungsaktionen von großem Gerät (Ist ein Mehrteiler):

Es gab spektakuläre Bergungsaktionen von kleinem Gerät:

Es gab auch einen Absturz (Für Mensch und Maschine zum Glück glimpflich):

Also alles in allem echt eine tolle Sache!
Doch als echter Deutscher muss ich auch hier mal wieder ein wenig nörgeln…. wie schon beim Bergrennen, war auch beim Truck Trail die Organisation SEHR dürftig! Das drei Euro teure „Programmheft“ enthielt lediglich unvollständige und auch falsche Informationen. Es war außerdem auf die ganze Rennsaison abgestimmt und enthielt daher keinerlei Detailinformationen zum Ablauf diesen Wochenendes. Ein Plan, wann welche Klasse wo starten soll gab es nirgends. Mir ist schon klar, das man da keine genauen Uhrzeiten nennen kann, aber „ca.“-Angaben wären ja schon hilfreich! Zumal es ja auch anscheinend festgelegte (Mittags-)Pausenzeiten für die jeweiligen Klassen gab.
Einen Sektionsplan gab es nicht zusammen mit dem Programmheft, sondern nur separat am gut versteckten Info-Bunker. Der Plan war mit Paint gestaltet und kam ohne jede Erklärung oder Legende aus, so dass erstmal großes Rätselraten angesagt war, bis man das Prinzip dahinter erraten hatte. Aufgrund dieser lausigen Informationspolitik konnte man in dem weitläufigen Gelände regelmäßig nur an den aufsteigenden Rauch-/Staubschwaden erkennen, das irgendwo gerade was los war. Und kam man dort an, konnte es sein, dass gerade schon der letzte LKW die Sektion passierte. Einen Wettbewerb von Anfang bis Ende haben wir daher kaum gesehen. Auch eine Übersicht, wie welches Team in der Punktewertung steht, suchte man vergebens. Da besteht, meiner Meinung nach, noch einiger Nachholbedarf! Mal sehen, wie es beim nächsten mal ist.