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Der Prinzessin neue Schuhe IV

Nachdem ich nun die Räder gegen die Transportrollen getauscht hatte, konnte es ans ausspeichen, schleifen und polieren der alten Felgen gehen.
Um mir aber nachher das Neu-einspeichen zu erleichtern, habe ich vorher mit Buntstiften einen Plan von den alten Speichen gezeichnet. Einfach drei DIN-A4-Zettel aneinander geklebt, ein Rad mittig drauf gelegt, die Trommel und das Felgenhorn umzeichnet und dann abwechselnd mit drei Farben die Speichen nachgemalt:
Rad neu einspeichen -Plan- 4
An der Trommel nebeneinander liegende Speichen bekamen immer die selbe Farbe:
Rad neu einspeichen -Plan- 1
Der fertige Plan sah dann so aus:
Rad neu einspeichen -Plan- 5
So weiß man nachher von wo nach wo, welche Speiche geht.

Ich empfehle euch aber dringendst, ein Rad komplett zu lassen, bis ihr ein anderes komplett fertig habt! So habt ihr immer ein Anschauungsobjekt, sei es fürs einpressen der Radlager oder die Frage welche Speiche nun über oder unter welcher anderen her läuft.

Schluckspecht

Da ich ein tendenziell vergesslicher Mensch bin, habe ich mir überlegt, dass es schlau wäre in Lolas Handgepäck ein kleines Fläschchen 2T-Öl zu lagern. Wenn ich dann also mal wieder vergesse zu tanken und dann auf einer längeren Tour (z.B. nach hause) nachfüllen muss, weil mich auch die Reserve nicht (sicher) ans Ziel bringt, muss ich nicht gleich den vergoldeten Tankstellenstoff kaufen.
Bisher hatte ich zu diesem Zweck 100ml-Einweg-Plastikfläschchen aus dem Waldmopped-Bedarf dabei.
Aufgrund besagter Vergesslichkeit habe ich allerdings schon zwei Stück davon aufgebraucht und bei knapp 2€ pro Stück ist das ein nicht ganz billiges Vergnügen. Also fix nach einem passenden 100ml Gefäß gesucht, dass auch noch ölbeständig und unkaputtbar ist. Im lokalen Einzelhandelsgroßmarkt fiel mir als einzige 100ml-Flasche eine Baby-Trinkflasche in die Hände. Die Dinger sind unkaputtbar und haben eine schöne ml-Skala auf der Seite. Guter Anfang! Allerdings war ich mir unsicher, ob sie auch ölresistent sind… keine Ahnung, ob die kleinen Teppichratten nen Ölzusatz brauchen, damit sie anständig laufen? Vielleicht quietschen die dann nicht mehr so….
7€ waren mir für dieses Experiment zu teuer. Also weiter gesucht. Bei uns zuhause fand ich dann eine Plastikflasche (war früher Hefe-Extrakt zum Wein-selber-machen drin) auch mit ml-Skala. Die habe ich dann erstmal getestet, musste aber feststellen, dass sie nach ca. einer Woche begann sich aufzulösen und ich ganz herrliche Plastikschlieren im Öl hatte…traumhaft.
Da ich auf weitere Experimente keine Lust mehr hatte, hab ich dann einfach für 6€ einen 100ml-Edelstahlflachmann gekauft. Der ist auf jeden Fall ölfest!
Flachmann
Ich bin schon auf die Blicke an der Tanke gespannt, wenn ich Lola zuproste und es dann in den Tank entleere….

„Nick, Nick, Nick…„

Der Prinzessin neue Schuhe III

Nachdem nun die Transportrollen für Lola fertig waren, konnte ich daran gehen, ihr die Speichenräder zu mopsen. Vorsichtshalber hatte ich Stecheisen, Bohrer und Akkuschrauber mit nach Osnabrück genommen, um noch letzte Justierungen an den bisher nur in der Theorie funktionierenden Rollen vornehmen zu können. Säge, Hammer und anderes Werkzeug hatte ich eh schon da. Aber meine Sorge war unbegründet. Alle drei Transportrollen ließen sich problemlos montieren.
Als erstes kam das Vorderrad dran:
Lola tiefergelegt 002
Später stellte sich, wie schon angesprochen, heraus, dass der Druck der beiden Bolzen links und rechts nicht ausreichte, um den Klotz am drehen zu hindern. Als ich Lola über die kleine Kante am Eingang der Garage rollen wollte, klappte das Vorderrad einfach nach hinten um und Lola lag auf der „Vorderseite“ des Klotzes. Zum Glück war der Klotz dick genug, so das ansonsten nichts den Boden berührte. Mittlerweile hindern zwei Nägel im Klotz ober und unterhalb der Schwinge selbigen am wegdrehen. Sollte ich die Klötze nochmal verwenden, würde ich vorne auch die Drehmomentabstützung der Bremstrommel mit einbeziehen. Ein dicker Zimmermannsnagel im Klotz, welcher in die Aussparung an der Schwinge greift, dürfte genügen.
Hinten rechts war die einfachste Umbaustelle:
Lola tiefergelegt 003
Um zu vermeiden, dass Lola mir von der doch sehr kleinen Auflage des blöden Wagenhebers fällt, habe ich sie auf Backsteine gesetzt. Selbige lagen unter den Blumenkübeln der Nachbarschaft. Ich hab sie auch nachher ganz artig wieder zurück gebracht. Besonders auf der Fahrerseite war einiges rütteln angesagt, bis das Rad raus war. Da gehe ich doch lieber auf Nummer Sicher:
Lola tiefergelegt 007
Ein wenig Sorge, ob dort die Transportrolle passen würde und ob meine Überlegungen den Mitnehmer betreffend richtig gewesen sind, hatte ich ja schon. Aber auch hier klappte alles wie am Schnürchen. Es war sogar wesentlich mehr Platz zum Mitnehmer hin, als ich gedacht habe:
Lola tiefergelegt 009
So habe ich dann die tiefergelegte Lola zurück in ihr Winterlager geschoben:
Lola tiefergelegt 012
Nun konnte es endlich ans ausspeichen, schleifen, polieren und lackieren der alten Felgen gehen…

Die heiße Phase beginnt

In der Tiefgarage bei Tobias kann man neuerdings Stellplätze mieten. Das beseitigt den bisher einzigen Hinderungsgrund für mich, mir endlich einen Reliant Rialto zuzulegen.
Somit starte ich ab heute in die heiße Phase der Fahrzeugsuche.
eBay.at: 0 Treffer
eBay.nl: 0 Treffer
marktplaats.nl: 2 Treffer

Die beiden Rialtos (dieser und dieser) bei marktplaats.nl sind aber leider auch nicht wirklich das, was ich suche. Am liebsten wäre mir ja ein Kombi, so wie dieser hier:

Allerdings wurden die offiziell nie in Holland verkauft, weil sie über 400 Kilogramm wiegen. Das war damals das Limit, dass ein Fahrzeug wiegen durfte um dort noch als Motorrad zugelassen zu werden. Was ja der essentielle Vorteil der Reliants war…
Um an einen links gelenkten Kombi zu kommen ist daher der österreichische Markt die einzige Alternative für mich. Allerdings sind die da auch sehr selten.

Die andere Alternative wäre dann ein „Hatchback“, so wie dieser hier:

Die beiden Holländer bei marktplaats.nl haben aber noch die alte kleine Heckklappe unter dem Heckfenster, was den praktischen Nutzen des Kofferraums doch sehr reduziert. Daher scheiden sie auch aus. Mal sehen, wann mir einer mit größerer Klappe über den Weg läuft.

Spülhilfe

Da unser Kleiner zu tief liegt, um unseren alten Ölwechsel-Kanister für den Ölwechsel drunter zu schieben, habe ich vor einiger Zeit ein kleines Hilfsmittel gebaut. Ich habe über Tobias bei eBay eine alte Küchenspüle für nen Euro gekauft und die Löcher des Hahns und des Ablaufs der Abtropffläche wasser– öldicht mit Gummi verschlossen. Natürlich mal wieder vom LKW-Schlauch…

Öl-Auffangwanne 003
Auf der Unterseite habe ich den Siphon abgebaut und ein Kugelventil aus dem „Rohrbau“ am Ausguss angebracht. Den Ausguss selbst wollte ich behalten, da durch das Sieb an der Oberseite eventuell ins Öl gefallene Kleinteile (Schraube, Ratschen-Nuss, etc.) aufgefangen werden. Außerdem sorgt er für einen dichten Abschluss an der gekrümmten Unterseite des Beckens.
Öl-Auffangwanne 001
Ob das Ventil ölbeständig ist, wird die Zeit zeigen. Bisher gibts da noch nix zu klagen. Die Seitenabgänge des Ausgusses habe ich wieder mit Gummi und entsprechenden Schraubkappen aus unserem Sanitärfundus verschlossen.
Öl-Auffangwanne 002
Da Ausguss und Kugelventilstutzen leider den selben Durchmesser haben, musste ich ein passendes Verbindungsstück finden. Geeignete Schläuche habe ich partout nicht gefunden. Stattdessen fand sich in unserem heimischen „Rohr-Fundus“ ein verchromtes Staubsaugerrohr, dass exakt den passenden Durchmesser hatte. Mit Hilfe der Eisensäge und Epoxidharz hatte ich also nach kurzer Zeit ein spitzen Verbindungsstück mit bombenfester Verbindung. Sollte jemand von euch das nachbauen, passt auf, dass es der Person, welche den Staubsauger normalerweise benutzt nicht auffällt, dass das Rohr neuerdings etwas kürzer ist…. Ich empfehle einen spätpubertären Wachstumsschub als Ausrede. Gerne auch in Verbindung mit dem Satz: „Ker, Schatz! Sind deine Brüste auch größer geworden?“. Das sollte erstmal für Frieden sorgen.

Damit uns das gefüllte Ölbecken nicht in die Grube fallen kann, habe ich in passendem Abstand noch ein Hölzchen unter die Abtropffläche geschraubt. Auf der anderen Seite dient das Becken selbst als Anschlag (Bitte ignoriert den gruseliegen Zustand unserer Grube! Sie wird in nächster Zeit renoviert.).
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So funktioniert unsere neue Öl-Auffangwanne ganz tadellos. Die Abtropffläche gibt eine vorzügliche Ablagefläche für Lappen und Werkzeug ab und das Becken selbst fasst mehr Öl als jedes durchschnittliche Auto haben sollte. Und sollte man mal nen Ölwechsel an seinem Audi R8 (14,2 Liter Ölvorrat) machen, kann man ja gleichzeitig das Öl über das Kugelventil in den Altölkanister ablassen, so dass es durch das Becken nur durch läuft.
Hier noch ein abschließendes Einsatzfoto:
Öl-Auffangwanne 007