Archiv der Kategorie: Simson Duo 4/1

Hier geht es um mein heiß geliebtes Duo 4/1. Meinen ersten Oldtimer.

Verzögerungswert und Reh-braunes Gesicht

Nope, ich war nicht unter der Sonnenbank. Ich hab nur eben, als ich die Bremsen von Lola nachgestellt habe (wofür ich ja extra den Wagenheber gekauft habe), auch mal fix das Zündkerzengesicht kontrolliert. Es sieht so aus:
Zündkerze nach Motorregenerierung
Eigentlich sieht sie etwas zu ölig aus. Zumindest laut Vergleichstabelle. Ich schiebe das aber auf das momentan fettere Gemisch von 1:33, welches ich ja noch während der Einfahrzeit benutze. Sobald ich dann wieder auf 1:50 zurück wechsel, sollte die ganze Kerze schön Reh-braun sein und nicht nur die Elektrode, wie momentan. Die Hälfte der 500 Km habe ich schon…
Der Anlass meiner Stippvisite bei Lola war aber das Nachstellen der Bremsen. Nachdem ich neulich an einem mittelmäßig steilen Hügel geparkt hatte und mit angezogener Bremse anfing rückwärts zu rollen, dachte ich mir, dass es mal nötig sei, die Bremsen etwas fester einzustellen. Wenn man dumm ist, hat man allerdings die Pfote vor der Linse, bei dem einzigen Foto, das man von der Aktion macht:
Bremse nachstellen
Auch wenn es so aussieht, als hätte ich Lola auf Rasen aufgebockt (und damit ihren und meinen Hals riskiert), dem ist nicht so. An Lolas Parkplatz liegt so rautenförmiges Betonpflaster, zwischen dem Gras durch kommt (gut erkennbar auf dem Zündkerzenfoto oben). Einen solchen Pflasterstein nahm ich als feste Basis zum aufbocken. Am wegrollen wurde sie durch zwei große Backsteine gehindert.
Ich konnte nun einen neuen Nachteil meines Wagenhebers feststellen: Wenn man ihn nach getaner Arbeit ablässt, sinkt die Fuhre schön kontrolliert und langsam Richtung Erde. Allerdings sinkt sie nur so weit, bis auf dem Stempel keine Last mehr ruht. Der Stempel selbst ist aber nicht schwer genug, um sich selbst zurück in die tiefste Stellung zu drücken. Man endet deshalb mit einem Wagenheber, welcher unbelastet die Fuhre berührt, sich aber nicht wegnehmen lässt, weil kein Spielraum besteht…. Tolle Konstruktion. Daher (und um Lola nicht zu zerkratzen) habe ich auch dieses Holzklötzchen auf den Stempel getan. Das konnte ich dann in unbelastetem Zustand zwischen Stempel und Lola rausdrücken, dann den Wagenheber drunter weg nehmen und von Hand den Stempel ganz rein drücken. Ach hätte ich doch nur auf einen Scherenwagenheber gewartet….

eBay – Ein Quell ewiger Freuden

Gestern sind zwei Päckchen für mich angekommen. In dem einen der gebrauchte Scheibenwischermotor für Lola und in dem Anderen der sehnsüchtig erwartete Wagenheber. Die Beiden Sendungen waren mal wieder ein Musterbeispiel für Dinge, die man bei eBay erlebt.
Beispiel 1: „total siffig und man ist sich nicht wirklich sicher, obs wirklich ein Originalteil ist.“
Der Scheibenwischermotor sieht so aus:
Scheibenwischermotor 002

Scheibenwischermotor 004
Er ist total versifft und ich glaube, dass einer der Vorbesitzer in die Außenhülse der Welle ein Gewinde geschnitten hat. Zumindest ist solch ein grobes Gewinde nicht an dem Scheibenwischermotor von Lola. Außerdem sieht die Welle irgendwie sehr lang aus…das würde dann aber auch bedeuten, dass es ein anderer IFA-Motor wäre. Diese Motoren sollen im Vergleich zu den original Duo-Motoren etwas müde sein. Hat zumindest Elion mal behauptet, wenn ich mich recht entsinne. Naja, sobald ich Zeit habe, werde ich ihn mal auseinanderbauen, reinigen und neu fetten. Dann werde ich auch testen, ob er wirklich wie versprochen läuft. Aber für 5,50€ + Versand kann man das schon mal riskieren. Normalerweise kosten die Motoren das Dreifache.

Beispiel 2: „Chinascheiß und nicht durchdachte Verpackung“
Das ist der Wagenheber:
Wagenheber
Man merkt die billige Verarbeitung von „Shin Fu Europe B. V.“. Auch die Bedienungsanleitung ist ein Quell der Freude. Besonders herzlich gelacht habe ich über Punkt 6:
Wagenheber Bedienungsanleitung
Er besagt: „6. Tragen Sie eine Sicherheitsbrille während der Arbeit mit diesem Produkt.“. Ich meine, wer hat sich denn damit schon mal ein Auge „ausgehoben“? Handschuhe, ok. Sicherheitsschuhe, ok. Aber eine Schutzbrille? Soll ich auch noch Sonnenschutzcreme auftragen, bevor ich damit arbeite?
Der hydraulische Stempel wird in der Bedienungsanleitung immer als „Bremse“ bezeichnet…. hat schon etwas gedauert, bis ich die Suche nach der Bremse aufgegeben und den Zusammenhang verstanden habe. Das die Asiaten aber auch immer online-Übersetzungsprogramme benutzen müssen, um ihre Bedienungsanleitungen erstellen zu lassen…
Schön fand ich die Tatsache, dass der Verkäufer (Welcher wirklich bei mir um die Ecke wohnt) den Wagenheber im Paket mit BILD-Zeitung gepolstert hat. Die Leute machen sich einfach viel zu wenig Gedanken über ihr Verpackungsmaterial! Ich meine, was macht das denn für einen Eindruck?! In die FAZ oder SZ einpacken ist in Ordnung. Das ist nen Statement! Oder die Coupé… Ich hatte mal eine Sendung, die in alte Baupläne eingepackt war. Das hatte auch Unterhaltungswert. Fand ich gut. Aber bitte doch nicht die BILD!

Ach übrigens, nur falls ihr auch mal nen Wagenheber kaufen wollt: Stempelwagenheber sind kacke. Die winzige Auflagefläche auf dem Stempel ist blöd zu platzieren und der Hebelarm zum hochpumpen benötigt recht viel Platz. Also gleich Rangier- oder Scherenwagenheber kaufen.

Wassereinbruch

Gestern bin ich das erste mal nach Lolas Restaurierung mit ihr im sintflutartigen Regen unterwegs gewesen.
Das hatte den Vorteil, dass ich so endlich mal testen konnte, wie meine Scheibendichtung 2.0 unter realen Bedingungen funktioniert. Und ich muss sagen: Vorzüglich! Wo bei der alten U-förmigen Dichtung ab und zu mal Wasser durchdrückte, ist nun (wahrscheinlich Dank der Doppellippe) alles trocken. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, doch nicht das Nachbauteil an zu passen und statt dessen nach einer besseren Dichtung zu suchen!
Kommen wir nun zum unerfreulichen Teil des Regengusses. Bei der Restaurierung des Scheibenrahmens habe ich natürlich auch das graue Windleitblech, welches sich unterhalb des Rahmens befindet und über das Frontblech greift (hier ganz gut zu erkennen) abgeschraubt, gesäubert, abgeschliffen und neu lackiert. Beim Wiedereinbau habe ich, um es zum Scheibenrahmen hin ab zu dichten dort eine Lage Hylomar aufgetragen. Allerdings scheine ich dabei nicht sorgfältig genug gearbeitet zu haben bzw. die Schicht ist nicht dick genug. Auf jeden Fall drückt nun das Regenwasser zwischen Rahmen und darunter liegendem Blech hindurch:
Wassereinbruch unterm Scheibenrahmen

Wassereinbruch unterm Scheibenrahmen 2
Ich werde es jetzt erstmal provisorisch mit Klebeband von außen abdichten und nach meinen Klausuren den ganzen Scheiß wieder ausbauen und mit Silikon erneut abdichten.

Parkgeleuchte II

Manchmal hilft einem auch der Zufall. Auf der Suche nach neuen Blinkergehäusen, habe ich gelesen, dass diese auch am Multicar 25 verbaut sein sollten. Dies ist zwar nicht der Fall, allerdings habe ich am Multicar die schon lange von mir gesuchte Parkleuchte gefunden! Zumindest sieht es so aus, als wäre sie es. Siehe hier:

und hier:

Auch das Multicar 24 soll die identische Parkleuchte haben. Ich habe das gleich mal in der Gleichteileliste ergänzt.
Bei der Gelegenheit, fiel mir auch mal wieder auf, was für ein steiles Gerät das M 21 ist! Liebevoll auch „Dieselameise“ genannt. Ich muss Tobias unbedingt überreden, dass wir so ein Teil kaufen, wenn er seine Halle hat. Mit ner ebenen Ladefläche, kann man das bestimmt vorzüglich zum schwere Dinge transportieren nutzen! Und den Fahrerplatz bei dem die Lenkung über die Plattform auf der man steht per Gewichtsverlagerung erfolgt, finde ich sehr cool.

Parkgeleuchte

Damit in der DDR keiner der jahrelang erwarteten Trabants (Trabanten?) an einem achtlos im dunklen abgestellten Duo zerschellte, haben die Duos an der linken Seite normalerweise eine Parkleuchte. Lola hatte vor der Restaurierung dort aber nur einen Streifen Klebeband, welcher die Bohrungen im Kotflügel überdeckte. Als ich dann die neuen Kotflügel besorgt hatte und fest stand, dass ich sie schweißen lassen muss, habe ich überlegt, ob ich auch gleich die Löcher für die Parkleuchte schließen lasse. Zu dieser Überlegung trieben mich Posts im Simsonforum, welche den Tenor hatten, dass man sich gleich immer zwei dieser Leuchten kaufen soll, da sie aufgrund ihrer exponierten Lage andauernd abgetreten werden, bzw. abbrechen. Ich entschied mich aber gegen ein Zuschweißen und für dieses etwas spleenige Gimmick. So sah Lola mit Parkleuchte dann aus:
Duo Endmontage 027
Es hat dann ziemlich genau 10 Tage gedauert bis meine Parkleuchte so aussah:
Parkleuchte schief 003
Blöder Kack. Ich hab auch keine Ahnung, wie das passiert ist. Es viel mir erst morgens auf, als ich Lola unter ihrer Plane hervor holte. Ich vermute, das entweder jemand auf dem Uniparkplatz da gegen getöffelt ist, oder aber jemand an ihrem Nachtlager ihr zu nahe gekommen ist. Wobei letzteres eher unwahrscheinlich ist. Naja, wenigstens ist nichts kaputt. Lediglich das Trägerblech hatte sich verbogen. Das ließ sich aber ambulant mit einem Stein wieder gerade hämmern. So sieht die Lampe in ihren Einzelteilen aus:
Duo Endmontage 023
Die Verschraubung ist zum Glück zweigeteilt aufgebaut. Die Schrauben des Trägerblechs gehen durch die Laschen links und rechts, den Kotflügel und drücken das Gummi dort an. Das Leuchten(plastik)glas wird dann mit einer separaten Schraube am Trägerblech befestigt. So konnte das Glas „umknicken“ und das Trägerblech verbiegen, ohne das der Kotflügel in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Allerdings überlege ich nun, wie man einem solchen Vorfall in Zukunft begegnen könnte. Mir schwebt eine Mercedesstern-Lösung vor. Also das Leuchtenglas mit einer Feder am Träger zu befestigen. Wenn dann jemand gegentöffelt klappt es einfach nur um, bzw. gibt etwas nach. Sobald ich wieder zu meinen Eltern fahre, werde ich mal unseren Federn-Fundus nach etwas brauchbarem durchwühlen.

BTW.: Die Herkunft der Parkleuchte ist immer noch eines der ungelösten Rätsel meiner Gleichteilliste. Als einziges weiß ich, dass sie nicht mit der Parkleuchte der Schwalbe identisch ist. An welchen Fahrzeugen sie aber sonst noch verbaut wurde? Keine Ahnung…