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Viessmann Fehler 0A Außeneinheit II

Nachdem wir nun herausgefunden haben, dass die Fehlermeldung „Außeneinheit A0“ unserer Viessman Vitocal Heizung, auf einen Kurzschluss in einem der Lüftermotoren zurück geht und wir die zu unserer Vitocal 200-S passenden Ersatzteile geordert haben, geht es nun an den Austausch der defekten Teile.
Erstmal auspacken:

Neue Teile geliefert

Der Austausch ist simpel, sollte aber Schritt für Schritt erfolgen.
Als erstes tauschen wir die Lüftermotoren. Dazu bauen wir die Alten aus:

Lüfterflügel

Achtung! Die Muttern der Lüfterflügel haben ein Linksgewinde! Nach links drehen, ist also fest! Wenn ihr sie nicht an den Plastikflügeln festhalten wollt, empfehle ich einen Schlagschrauber zum lösen:

alte Motoren ausbauen

Danach noch Kabel raus fädeln und die Schrauben der Gummilager entfernen. Schon liegen alte und neu nebeneinander auf der Werkbank:

alte und neue Motoren

Kurzer Typenschildvergleich:

Aufkleber Motoren alt und neu

SIC-71FW-F170-4 ist die alte Version, SIC-71FW-F170-8 ist die neue Version. Wenn meine Recherche mich nicht trügt, sind die Motoren aber abwärtskompatibel. Heißt, die neuen Motoren laufen auch mit einer alten Hauptleiterplatine.
Dann werfen wir noch schnell einen Blick auf den Stromanschluss der alten Motoren:

alte Motoren auf der Werkbank

Der Grünspan am Anschluss des linken Motors verheißt nichts gutes. Kann gut sein, dass dort das Wasser eingedrungen ist. Wenn ich beim Ausbau nichts durcheinander gebracht habe, war das der untere Motor.
Beim Einbau der neuen Motoren habe ich daher das Kabel des unteren Motors etwas anders verlegt:

Neuer Ventilatormotor eingebaut

Durch den Bogen nach unten kann zumindest keine Feuchtigkeit am Kabel entlang zu den Anschlüssen laufen. Bei den alten Motoren verlief das Kabel diagonal nach unten und hatte seinen tiefsten Punkt direkt am Motoranschluss. Danach können die Lüfterflügel wieder montiert werden. Ich erinnere nochmal an das Linksgewinde…
Die Wellendurchmesser von alten und neuen Motoren sind übrigens identisch. Ein Austausch der Lüfterflügel, wie von Viessmann angeboten, ist daher nicht nötig. Nutzt die Montage der Lüfterflügel, um den Verlauf eurer Kabel zu prüfen. Dreht sie einfach von Hand durch und kontrolliert, dass sie sich nicht verheddern. Ich musste sie etwas korrigieren:

Achtung auf den Kabelverlauf

Sind die Motoren samt Flügel montiert, können die Abdeckgitter wieder dran. Deren Verschraubungspunkte zerbröseln im Laufe der Zeit:

Abdeckgitter ausgerissen

Ich hatte die Schnauze voll und habe einfach große Unterlegscheiben und längere Blechschrauben genommen. Und wenn der Mist gänzlich zerbröselt, kommt da ein Holzrahmen mit Karnickeldraht drüber.
Achtung, wenn ihr das ähnlich macht:
Hinter der Schraube oben rechts sitzt ein Teil der Elektronik. Da darf die Schraube nicht zu lang sein!
Sind die Kabel der neuen Motoren hoch zur Zentralelektrik verlegt, geht es an den Austausch der Hauptleiterplatine. Zusammen mit der neuen Platine kommt übrigens eine Anleitung von Viessmann zum Austausch. Trotzdem macht ihr schön viele Fotos, wo welcher Stecker auf der Alten saß:

alte Hauptleiterplatine

Die sind zwar alle eindeutig und nicht vertauschbar, aber sicher ist sicher.
Danach macht ihr noch ein Detailfoto vom DIP-Schalter auf der alten Platine:

Einstellung DIP-Schalter

Dessen acht Kontakte müssen nämlich vor dem Einbau auf der neuen Platine passend zur Außeneinheit eingestellt werden. Steht auch auf der Anleitung von Viessmann oder hier. Das checken wir doppelt und dreifach. Danach kann die alte Platine raus (die zugehörige Sicherung im Schaltschrank haben wir natürlich schon lange raus gemacht!). Viessmann möchte, dass wir dazu einfach die alten Haltepinne abschneiden/-brechen. Ist aber nicht nötig. Sie lassen sich einfach mit einem Schraubenzieher eindrücken und anschließen problemlos wiederverwenden. Nicht mehr Gewalt, als unbedingt nötig.
Ist die alte Platine raus, legen wir sie neben die Neue und nehmen uns einen Augenblick, um sie in Ruhe zu vergleichen:

Alte und neue Hauptleiterplatine nebeneinander

Links alt, rechts neu.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der explodierte Varistor auf der neuen Platine deutlich größer ausgeführt ist:

größerer Varistor neue Platine

Hat da jemand einen Schwachpunkt behoben?
Dafür ist einer der blauen Smarties im Hintergrund entfallen. Egal. Ich gucke da eh nur rein, wie ein Schwein ins Uhrwerk.
Die neue Hauptleiterplatine kann nach einem letzten Check des DIP-Schalters nun in die Vitocal 200-S eingesetzt werden. Alle Stecker wieder aufstecken, alles nochmal überprüfen und dann drinnen den Strom einschalten. Nun sollte die 7-Segment-Anzeige auf der neuen Platine wieder „Sb“ für Standbye anzeigen und die linke der drei grünen LEDs leuchten.
Jetzt geht es wieder rein und wir aktivieren an der Inneneinheit wieder die Außeneinheit. Dazu drückt ihr wieder 4 Sekunden lang „Menü“ & “Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „1“ und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „15“ (sofern da nicht ursprünglich was anderes bei euch stand).
Voller banger Gefühle laufen wir jetzt wieder nach draußen. Habt ihr alles richtig gemacht, sieht es so aus:

Außeneinheit läuft wieder

Auf der Platine leuchten zwei grüne LEDs und auf der Anzeige steht „HE“ für „heating“. Die Lüftermotoren sollten sich drehen.
Nun wieder rein laufen und auf das Display der Inneneinheit gucken:

Heizung läuft wieder

Dort sollten jetzt die Icons für den Lüfter (Propeller im Kreis) und den Verdichter (aufrechtes „>“-Zeichen im Kreis) erscheinen und keine Fehlermeldung.

Herzlichen Glückwunsch: Sie haben 3000€ Reparaturkosten gespart….

Viessmann Fehler 0A Außeneinheit I

Kurz vor Weihnachten (wie sollte es auch anders sein), zeigte unsere Viessmann Vitocal 242 den Fehler „Außeneinheiten 0A“ an:

Fehler Außeneinheit 0A

Der Fehler ließ sich zwar quittieren, tauchte aber sofort wieder auf. Leider blieb auch die Bude kalt. Gerade im Dezember eher unangenehm.
Der lokale Viessmann-Partner reagierte schnell und tauchte zusammen mit einem Elektriker auf.
Leider ist der Fehler „0A“ nur ein allgemeiner Fehler, der nur aussagt, dass die Inneneinheit nicht mit der Außeneinheit kommunizieren kann.
Wer, wie, was, warum?
Laut den Technikern alles nicht so einfach und muss erforscht werden.
Sie haben dann noch den Viessmann-Support angerufen. Als Premiumpartner hat man da spezielle Telefonnummern. Nach 45 Minuten Warteschleife ging dann auch jemand dran. Man sprach, man schaute, man prüfte, dann riss die Verbindung ab und der Techniker meinte, dass es nicht lohnen würde nochmal 45 Minuten in der Warteschleife zu sitzen.
Auf jeden Fall wäre da was gravierendes hinüber. Um das aber herauszufinden müsste man auf jeden Fall eine komplette neue Zentralelektrik für die Außeneinheit kaufen. Die wäre nämlich auf jeden Fall kaputt. Aber was sie zerstört hätte: Keine Ahnung.
Der folgende Kostenvoranschlag belief sich auf 4.140,37€….
Für eine 13 Jahre alte Heizungsanlage ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Allerdings bot man uns auch direkt den Einbau einer neuen Heizung an.
Knapp 26.000€. Ja, nach Abzug der staatlichen Förderung….
Aber vor Januar wird das eh nix mit dem Einbau.
Bis dahin läuft die Heizung im Notbetrieb mit einem elektrischen Heizstab (nix anderes als ein Tauchsieder).

Damit war so oder so genügend Zeit um Angebote von der Konkurrenz einzuholen, attraktive Alternativen zu prüfen und selber nach Lösungen für den Defekt zu suchen.
Um das Ergebnis schon mal vorab zu spoilern: Ich habe die Wärmepumpe selber repariert. Zu einem Bruchteil des Preises, den Viessmann aufgerufen hat.
Und damit andere mit dem Fehler „Außeneinheit 0A“ und einer Vitocal 200-S es leichter haben, will ich bei der Behebung mal ein bisschen an die Hand nehmen. Alles kein Hexenwerk, wenn man es einmal gesehen hat.

Starten wir mit dem wichtigsten:
Für die Zeit der Reparatur muss die Bude wieder warm werden.
Dazu aktivieren wir die E-Heizung an der Inneneinheit. Findet sich selbsterklärend im Menü. Denkt auch daran, einen Zeitplan für die E-Heizung zu hinterlegen. Das hatten die Techniker bei mir erst vergessen und die Bude blieb kalt, bis ich es selbst merkte.
Nun wollen wir verhindern, dass die Heizung dauernd in den Fehlermodus geht und programmieren dazu vorübergehend die Außeneinheit aus. Dazu drückt ihr 4 Sekunden lang „Menü“ &“Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „0“ (Damit meint die Heizung es gäbe keine Außeneinheit) und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „3“ (Ist eine interne Abfrage ob die Heizung ohne Außeneinheit laufen soll):

Parameter 5012

Schreibt euch vorher auf, was da im Original bei euch eingestellt war (normalerweise 5000:1 & 5012:15).
Nachdem die Mädels nun nicht mehr zittern müssen (sie können sich die Hände am Stromzähler wärmen), machen wir draußen an der Außeneinheit weiter und entfernen die obere und vordere Abdeckung:

Abdeckungen der Elektrik

Unter den jetzt noch verbliebenen Blechabdeckungen verbergen sich die verschiedenen Platinen. Als erstes entfernen wir die obere mit den Lüftungsschlitzen:

obere Platinen

Was genau da alles vor sich geht, interessiert uns erst mal nicht näher. Wichtig ist: Leuchtet da noch was?
Nein? Dann kommt schon kein Strom an eurer Außeneinheit an. Kein Wunder also, dass die Inneneinheit nicht mit ihr kommunizieren kann. Dann sucht mal, wo der Strom verloren geht.
Sieht es bei euch so aus, wie auf dem Bild oben, dass da noch verschiedene LEDs leuchten, kommt zumindest noch Strom in der Außeneinheit an und wir machen mit der Hauptleiterplatine weiter:

alte Hauptleiterplatine

Die versteckt sich seitlich unter der Blechabdeckung mit der Tabelle drauf.
Leuchten die grünen LEDs rechts der Mitte noch? Zeigt die 7-Segment-Anzeige noch was?
Wenn Ja, könnt ihr dort direkt die Fehlercodes auslesen und im Handbuch des Herstellers (Airwell, Viessmann hat da nur seine Aufkleber und Preisschilder drauf geklebt.) nachschlagen.
Ist die Platine duster, wie bei uns, seid ihr dem Fehler schon weiter auf den Fersen.
Nun wendet ihr einen Trick an, den weder die beiden Techniker, noch der Mensch vom technischen Support kannten. Ihr prüft die Sicherungen der Hauptleiterplatine….Mehrzahl!
Klar, die Feinsicherung rechts springt einem direkt ins Auge, aber die ist in den seltensten Fällen durchgebrannt.
Im Gegensatz zu den Fachleuten findet ihr aber auch die unter einer blauen Abdeckung oben Links, oberhalb der Ventilatoranschlüsse versteckte 3.15A-Sicherung:

versteckte Sicherung unter blauer Abdeckung

In 96,3% der Fälle wird diese Sicherung durchgebrannt sein. Und der grüne Varistor RT201 (sieht aus wie ein Smartie auf Stelzen) daneben sieht aus, als hätte da eine Maus ein Stück raus geknabbert:

defekter Varistor RT201

Herzlichen Glückwunsch!
Sie sind ebenfalls Opfer eines weit verbreiteten Serienfehlers der Vitocal 200-S geworden!
Der bisherige Stand der Wissenschaft ist, dass der Harzverguss der Lüftermotoren im Laufe der Jahre Risse bekommt. Das wiederum führt dazu, dass Feuchtigkeit in den Motor eindringen kann und zu einem Kurzschluss innerhalb der 310V-Versorgung führt. Dieser Kurzschluss läuft zurück zur Hauptleiterplatine. Wenn man Glück hat, brennt nur die Sicherung durch (ca. 5% der Fälle). In den allermeisten Fällen schafft es die Sicherung allerdings nicht, die Hauptleiterplatine zu schützen und es werden noch mehr Bauteile auf der Platine zerstört (Varistor, Optokoppler).
Die Abhilfe ist, zwei neue Lüftermotoren (ca. 350€/Stück), sowie eine neue Hauptleiterplatine (ca. 650€) zu bestellen.
Das ist zwar happig, aber immer noch billiger, als der vorgeschlagene Reparaturweg von Viessmann, die die komplette Steuerung der Außeneinheit (ca. 2715€) und die Motoren samt Lüfterflügel (ca. 1138€) tauschen wollen (alles zuzüglich Arbeitslohn).
Um bei der Diagnose ganz sicher zu gehen, macht ihr die Außeneinheit im Sicherungskasten stromlos, ersetzt die versteckte Feinsicherung (3,15A), zieht beide Motoren ab (Wichtig, sonst brennt sie im Zweifel direkt wieder durch und der Kurzschluss zerstört euch die Platine, sofern sie nicht eh schon hinüber ist!) und schaltet den Strom wieder ein. Jetzt sollte die Haupleiterplatine (selbst wenn sie einen Schlag abbekommen hat) wieder zum Leben erwachen:

alte Platine, Motoren abgezogen


Die 7-Segment-Anzeige sollte jetzt „Sb“ für „Standby“ anzeigen und die linke grüne LED leuchten.
Ist das der Fall, wisst ihr, dass es bei euch wirklich die Motoren waren, die zum Ausfall geführt haben.
Habt ihr genügend Zeit, könnt ihr versuchen erst mal nur die Motoren zu tauschen. Das würde ich aber immer paarweise machen, auch wenn es weh tut. Es wäre zu ärgerlich, wenn ihr den falschen Motor tauscht oder der nächste in 6 Monaten durchbrennt und euch die Platine doch noch himmelt.

Um die korrekten Teile zu bestellen, benötigt ihr die ersten 7 Stellen der Typennummer eurer Außeneinheit. Die findet ihr auf dem seitlichen Aufkleber unter dem unteren Strichcode:

Datenaufkleber Viessmann Vitocal 200-S

Um sicher zu gehen könnt ihr zusätzlich noch die Teilenummern der Platine (Aufkleber unten links):

Aufkleber Hauptleiterplatine

Und auf den Lüftermotoren abgleichen:

Typenschild alte Motoren

Wundert euch aber nicht, dass die Zahlen leicht voneinander abweichen. Sowohl die Platine, als auch die Motoren wurden überarbeitet (Wen wundert’s?). Viessmann warnt sogar explizit davor, die alten Versionen zu verbauen.
Ich selbst habe hier Hauptleiterplatine und Motoren bestellt.
Ihr könnt die Ersatzteilnummern auch direkt bei Viessmann abgleichen (geht auch ohne Anmeldung).

Und während wir auf die Lieferung der Ersatzteile warten, kann ich Teil 2 des Artikels tippen.

Walk of Nerd II

Während ich darauf warte, dass das Genesungswerk verputzt wird (nach meinen Erfahrungen mit der Abdichtung, eine Arbeit, die ich auf jeden Fall outsourcen wollte), habe ich schon mal mit den Arbeiten rings um angefangen. Da hatten wir ja schon mal mit ein paar Gedanken gespielt. Den Start bildet aber eine Rasenkante, die den Hallenteil vom Rest des Gartens trennen soll:

Leitungen gezogen

Dafür teste ich mal eine neue Methode, um Kantsteine zu setzen:

https://youtube.com/shorts/qFWWY3UgiME?si=osT8ijRXYO4XoUSX

Profis schmunzeln bestenfalls drüber, aber für einen Dilettanten wie mich, hat diese Methode den großen Vorteil, dass man ganz in Ruhe alles vorbereiten kann und nicht in Hektik verfallen muss, weil der Beton nebenbei aushärtet. Auch ein absacken der Steine wird so verhindert.
Natürlich wollte es der Zufall so, dass die Randsteine genau auf der Linie laufen, in der auch die ganzen Leitungen zwischen Haus und Genesungswerk/Garten laufen. Auch der Verteilerknoten liegt genau unter dieser Linie. Ich habe daher die Steine so ausgemittelt, dass der Knoten wenigstens mittig unter einem Stein ist:

Verteilerknoten unter Kantstein

Dann kann ich dort den Beton aussparen, um später noch dran kommen zu können.
Da ich eh schon am buddeln war, konnte ich auch gleich einen Fehler aus der Anfangszeit beheben und sowohl eine Telefonleitung (für die Kommunikation der Solaranlage per ModBus) als auch ein Netzwerkkabel einziehen.
Für’s Protokoll: In 80 cm Abstand zum Kantstein an der Pumpenbank ist das Ende des Leerrohres:

Abstand der Rohröffnung

Um die Einziehspirale an den bestehenden Leitungen vorbei zu manövrieren, hat es sich bewährt, eine Hohlraumkamera an die Spirale zu tapen:

Kamera an der Spirale

An die Spirale kamen dann die Leitungen und noch zwei zusätzliche Litzen:

Leitungen an Spirale

Die Litzen sollen später dazu dienen, um etwaige noch vergessene Leitungen einziehen zu können, ohne wieder mit der Spirale hantieren zu müssen.
Zum abrollen der Leitungen habe ich mir kurz was gebaut:

Abrollhilfe

Der Teil der Leitung, der später verscharrt wird, bekam noch einen Spiralschlauch als Panzerung:

Leitung in Panzerrohr

Die Restlänge der Leitungen wird im Spritzschutzstreifen der Halle entlang geführt. Da kommt man auch später noch immer gut ran.
Da ich mit verschiedenen Neigungen arbeiten musste, hier noch ein Tipp, wie man das (auch dank der Setzmethode mit den Pflastersteinen) schön hinbekommt. Die Ausgangslage ist ein Gefälle in unterschiedliche Richtungen:

Lücke

Mittels eines Winkels überträgt man eine 90°-Kante entlang der Phase auf einen der Steine:

Winkel angezeichnet

Schneidet man entlang dieser Linie und spart noch ein bisschen an der Unterseite den Stein aus, ergibt das eine schöne Stoßkante:

Winkel angepasst

Am Ende hatte ich so einige Knicke realisiert:

Unterschiedliche Neigungen

Der Weg ab dort war verhältnismäßig einfach:

Die Pflastersteine kamen auf ein kleines Bett aus Splitt. Darauf kam der Kantstein und beides zusammen wurde mit dem Gummihammer auf Niveau geklopft. Anschließend kam der Meterstab dran und der nächste Pflasterstein wurde gesetzt:

Kantsteine gestellt

Die verbleibenden Höhenunterschiede (auch die Kantsteine untereinander haben Toleranzen) habe ich mit Distanzkeilen ausgeglichen:

Höhenunterschiede ausgeglichen

Als alle Kantsteine standen, alle Maße nochmals in Ruhe überprüft waren und das Wetter passte, konnte ich die Steine in Ruhe ausbetonieren.
Ich persönlich bin begeistert. Dauert aber natürlich alles drei mal so lange.

Lückenschluss I

Natürlich geht es auch am Genesungswerk voran.
Aktuell arbeite ich darauf hin, dass der Putzer innen und außen sein Werk verrichten kann. Dafür müssen aber noch zig Kleinigkeiten erledigt werden.
Angefangen habe ich mit der Lücke zur Stützmauer. Leider habe ich da kein gutes Foto von, aber hier kann man sie in der rechten Ecke erahnen:

Die Mauer sollte bündig mit der Halle abschließen. Um da aber keine Probleme mit unterschiedlichen Ausdehnungen zu bekommen, habe ich zwischen Hallenwand und Mauer die Noppenbahn samt Drainagefließ stehen lassen. So können sich Halle und Mauer unabhängig voneinander bewegen, ohne das da irgendwas an der Abdichtung kaputt geht. Das war an der Stelle schon nervig genug. Ansonsten war es schön, mal wieder mit Schalsteinen zu arbeiten. Die habe ich den Bau über echt lieb gewonnen.
Also alles schön mit der Diamantscheibe zugeschnitten und eingepasst. Sieht doch gut aus:

Vorderseite Mauerstummel 1

Man durfte nur nicht auf die Rückseite gucken:

Rückseite abgestützt

Ich habe die Chance genutzt und alles an Schalungsstein-Resten verbaut, was ich finden konnte. Jeder Jenga-Meister wäre stolz gewesen.
Betoniert habe ich wieder mit dem sanierten Betonmischer. Natürlich fand ich auch noch einiges an Eisen, um den Mauerstummel an die bisherige Mauer anzubinden.
Ich habe die Steine fast komplett ausbetoniert. Lediglich die oberste Reihe habe ich nur zu einem Viertel mit Beton gefüllt. Das hindert sie an der Bewegung, lässt aber noch genügend Platz für ein paar Bodendecker zur Begrünung:

Ausbetoniert

Meine Stützkonstruktion hat auch gehalten:

Rückseite fertig

Sieht wild aus, wird aber nachher alles unter Erde begraben.
Damit die Bodendecker später keine nassen Füße bekommen, gab es noch ein paar Ablaufschlitze:

Schlitze schneiden

Alles senkrecht?

Hatte ich neulich noch geschrieben, dass mich das stete Tropfen der Heizung in den Überlauf nervös machte, regelte sich das Problem Anfang der Woche von selbst.
Ich kam in den Technikraum und bemerkte direkt eine Pfütze rings um das Podest der Heizung…
Nach dem obligaten Wischmob-Einsatz war der Schuldige schnell gefunden.
Das Membran-Sicherheitsventil des Brauchwasserkreislaufs tropfte munter vor sich hin:

Vom Auslösedruck (10 Bar) war das System aber weit entfernt:

Zieht man die blaue Kappe ab, findet sich darunter ein Plastikkäfig mit einer starken Feder darin:

Da gibts auch nix zu reparieren oder abzudichten, sondern nur auszutauschen.
Es gibt die Ventile in unterschiedlichen Ausführungen und Druckstufen. Hier wird das ganz anschaulich erklärt:

Ich benötigte demnach ein Trinkwasserventil (blau) mit 10 bar zulässigem Maximaldruck. Der maximal zulässige Druck steht auf der Kappe des Alten bzw. findet sich auf dem Datenschild des Brauchwasserspeichers. Die Gewindegrößen sind auch unterschiedlich. Gemein ist aber allen, dass der Ausgang immer eine Nummer größer ist, als der Eingang, um sicher zu stellen, dass bei Überdruck genügend Wasser entweichen kann. Da muss man also auch bei der folgenden Verrohrung aufpassen, dass man da keine Engstelle einbaut. Mein Ersatzteil (evenes 90 014 92) kam nach zwei Tagen:

Hier sieht man auch nochmal die Membran im Inneren:

Um eine große Wasserschlacht beim Austausch zu vermeiden, reicht es, wenn ihr den Hauptwasserhahn abdreht und dann für kurze Zeit irgendwo einen Warmwasserhahn aufdreht, bis nichts mehr kommt.
Da der Austausch aber nur durch eine geschulte Fachkraft erfolgen darf, habe ich mich vorher geschult und die Montagehinweise gelesen:

Besonders ins Auge fällt uns der vorletzte Punkt:
„Die Einbaulage des Sicherheitsventils ist immer senkrecht….“
Auch in dem ausführlichen Datenblatt zu dem Ventil wird die senkrechte Einbaulage nochmals betont, genauso wie überall im Internet (Sonderformen ausgenommen).
Nun schauen wir uns nochmal die ersten Bilder in diesem Artikel an…
*Seufz*
Also ab in den Baumarkt und einen 1/2″ 90°-Winkel besorgt.
Damit lässt sich das Sicherheitsventil problemlos auch korrekt montieren:

Warum auch immer das der Heizungsmonteur damals nicht ordentlich gemacht hat?! War wahrscheinlich einfach keine Fachkraft.

Dieser Montagefehler war wohl auch der Auslöser für die stete Undichtigkeit. Durch die seitliche Lage konnten sich Schwebteilchen an der Dichtung ablagern und sich bei z.B. einem Funktionstest (soll alle 6 Monate gemacht werden) zwischen Dichtung und Sitz klemmen.
Und das da schon reichlich Brauchwasser in den Auslass getropft war, zeigt ein Blick in die zugehörige Leitung:

Nun ist alles wieder schön ordentlich montiert (Ich liebe mittlerweile PTFE-Schnur zum eindichten) und nix tropft mehr: