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Druckdämpfer, jetzt auch mit Gas

Zwischenzeitlich geht es leider auch wieder modern weiter:
Der V50, den ich momentan im regnerischen Alltag bewege ließ seine Heckklappe ein wenig hängen.
Ein Makel, der sich vermeintlich fix abstellen lässt.
eBay lieferte für schmale Mark zwei neue Gasdruckdämpfer:
Volvo V50 Gasdruckdämpfer Heckklappe neu
Der Einbau läuft vermeintlich einfach über kleine Clipse, die die „Köpfe“ der Dämpfer auf den „Kugeln“ an der Klappe und Karosserie halten:
Volvo V50 Gasdruckdämpfer Heckklappe
Aber: Wo ein Clips ist, ist auch ein Problem.
Die Biester sind dermaßen wiederspenstig, dass ich sie mit Hammer und Schraubenzieher angehen musste.
Hat sicherlich ne halbe Stunde gedauert, bis die Alten raus und die neuen drin waren.
Mit dem Effekt, dass sie jetzt so viel Schmackes haben, dass man die Klappe auf ihrem Weg nach oben immer bremsen muss…

poröses Gummi und Lümmeltüte

Vadderns Jagdwagen rumpelt aus dem Bereich der Vorderachse bei Unebenheiten.
Daher waren wir ein wenig investigativ unterwegs.
Die ersten Verdächtigen waren die Kugelgelenke der Querlenker:
Kugelgelenkkopf vorne rechts
Die sehen aber noch ganz gut aus, soweit man das von außen beurteilen kann.
Einzig die Gummis des Querstabilisators haben ihre beste Zeit hinter sich:
Stabilisatorgummi

Stabilisatorgummi
Da die Teile relativ leicht zu wechseln sind, werden wir sie mal tauschen und sehen, ob das eine Besserung bringt.
Hat irgendwer von euch nen Hinweis, wie man solche Rumpelgeräusche weiter eingrenzen kann?

Gescheitert sind wir an der Befestigung der Lümmeltüte des Schalthebels. Die labbert lose in der Gegend rum:
Schaltsack Befestigung
Entweder sind wir zu doof sie richtig einzuclipsen, oder da ist irgendwas faul. Abgebrochen sieht da aber nix aus.
Muss ich mich mal im Forum zu umhören.

Ebenfalls zum scheitern verurteilt, war unser Versuch, die Abblendlicht-Birnen gegen die von OSRAM gespendeten Leuchtmittel zu tauschen. Da haben die kleinen Japaner doch heimlich ihr eigenes System mit verlötetem Obst:
Abblendlicht

Astralschraubereien -Außenspiegel-

Sorry Leute, dass hier so lange Sendepause herrschte. Ich ertrinke momentan ein wenig in Arbeit.
Mal sehen, dass ich das alles aufgearbeitet bekomme.
Am Astra(l)-Wochenende musste ich mich auch mit dem elektrischen Außenspiegel vom Opel Astra beschäftigen. Irgend so ein Pansen hat den hier an der Straße angefahren. Gehäuse ist an zwei Stellen gebrochen und der Spiegel ließ sich nicht mehr hoch und runter verstellen. Zum Glück ist das Glas ganz geblieben.
Natürlich war kein Zettel an der Windschutzscheibe… gleich die Lebensberechtigungskarte entziehen, solchen Menschen!
Das Gehäuse ließ sich adäquat mit Kunststoffkleber flicken.
Die Verstellung war da schon schwieriger.
Eine konkrete Anleitung habe ich im Netz nicht gefunden. Lediglich Hinweise. Um an die Motoren zu kommen nützt es zum Beispiel nix, die lackierten Abdeckungen an der Vorderseite der Spiegel zu demontieren. Da sitzt nur eine zweite, schwarze Blende drunter.
Um an die Motoren zu kommen, muss das Glas raus.
Wie man das ausbaut verrät diese Anleitung, deren Bild ich einfach mal ausborge:

Zum Ausbau das Glas an Stelle 1 in das Gehäuse drücken (das knackende Geräusch stammt von den Zahnrädern des Motors; nicht schön muss aber). An Stelle 2 möglichst viele Futtfinger zwischen Glas und Gehäuse quetschen, maximal große Auflagefläche erreichen und dann kräftig ziehen. Der Spiegel sitzt normalerweise so fest in den Motoren und seiner Verankerung, dass man meint, ihn gleich zu zerbrechen. Also nicht bange machen lassen. Sitzt echt höllisch fest.
Wenn er sich löst, achtet drauf, dass ihr nicht vor Überraschung die dünnen Drähte der Spiegelheizung ab reißt!
So sieht das Ganze dann aus:
Opel Astra G Außenspiegel 2
Die beiden „Nöppes“, die aus dem Gehäuse gucken, sind die Motoren. Rechts für die horizontale Verstellung, oben für die vertikale Verstellung. Die Mulde in der Mitte dient als Drehgelenk.
Wenn ihr das Spiegelglas ganz ausbauen wollt, achtet darauf, die filigranen Kontakte auf dem Spiegelglas fest zu halten, wenn ihr die Kabelschuhe ab zieht! Die sitzen auch anständig fest.
In ausgebautem Zustand könnt ihr dann kontrollieren, ob die Motoren sich noch bewegen bzw.vielleicht in welche Richtung.
Beim Stiefastra war zum Glück (aber für mich rätselhafterweise) nur der Motor aus seiner Vertiefung am Glas gesprungen.
Daher musste ich die ganze Chose nur einfach wieder zusammen werfen.
Wobei „einfach“ auch hier eine Untertreibung ist. Die Motoren selbst haben nicht genug Widerstand, damit man die Kugelköpfe in die Vertiefungen drücken kann. Man drückt dann einfach nur den Motor zurück.
Lösung ist auch hier rohe Gewalt:
Die Motoren in ihre „eingefahrenste“ Stellung bringen, Glas in das Gelenk drücken und dann mit gesteigertem Druck möglichst direkt auf das Gelenk des Motors drücken. Irgendwann machts da dann *klick* und er ist wieder mit dem Glas verbunden. Keine sehr elegante Lösung.

Astralschraubereien – Die Klimaanlage –

Vergangenes Wochenende habe ich mich mal wieder dem Opel Astra G der besten Freundin von Allen widmen müssen.
Madame schwitzt.
Das geht natürlich nicht.
Klimaflüssigkeit wurde nachgefüllt und Öl des Kompressors ergänzt. Laufen wollte er trotzdem nicht (ohne Kühlmittel verhindert eine Sicherheitsschaltung [Druckschalter] das anlaufen).
Also weitere Ursachenforschung. Ein wohl recht verbreiteter Defekt ist eine durchgebrannte Magnetkupplung am Kompressor.
Der Kompressor ist hier zu finden:
Klimakompressor
Läuft der Motor rotiert die vom Keilriemen (der eigentliche ein Keilrippenriemen ist) angetriebene Riemenscheibe (Nr. 2 auf dem folgenden Bild).
Drückt man nun im Innenraum auf den Schalter für die Klimaanlage um sie zu aktivieren, sollte die Magnetkupplung (Nr. 1) unter Strom gesetzt werden, einen Kraftschluss zur Riemenscheibe herstellen und sich mit drehen:
Magnetkupplung
Man kann nun mit dem Multimeter auf Fehlersuche gehen. Dazu zieht man den Stecker vom Kompressor ab. Der ist nur auf eine Klemme am Gehäuse gesteckt. Danach kann man ihn recht bequem erreichen und trennen:
Stromstecker
Der „kleine“ Teil des Steckers gehört zum Fahrzeugkabelbaum und sollte bei laufendem Motor und eingeschalteter Klimaanlage 12V liefern (Achtung! Rotierende Teile!).
Die Magnetkupplung sollte irgendwas bei 3,5 kOhm an Widerstand haben. Tauscht beim messen mal die Messspitzen. Die Kupplung soll eine Diode integriert haben, die nur in eine Richtung einen Stromfluss zu lässt. Daher kann es sein, dass euch das Multimeter fälschlicherweise unendlichen Widerstand anzeigt. Zeigt es dies trotz umgekehrter Polarität, ist die Kupplung hinüber.
Bevor man nun anfängt die Kupplung zu tauschen, sollte man noch überprüfen ob der Kompressor noch ok ist.
Das kann man, indem man (bei stehendem Motor) die Magnetkupplung in Drehrichtung des Motors (also so, als würde sie packen) dreht. nach einigen Umdrehungen sollte es immer schwerer gehen, da der Kompressor dann noch Kompression aufbaut.
Will man ganz sicher gehen, kann man etwas „afrikanischer“ zu Werke gehen und die Kupplung „überbrücken“.
Die Furchtlosen setzten dazu einfach 1-2 Schweißpunkte zwischen Riemenscheibe und Kupplung…..
Schisser wie ich wählen (starkes!) Panzertape:
Klimakompressor überbrückt
Das funktioniert auch, wie man hier sehen kann:

Am besten macht man das zu zweit, damit einer im Wagen testen kann, ob sich die Temperatur merklich abkühlt und der Andere vorne am Motor einen kritischen Blick auf das Tape hat.
Wirds kalt: Herzlichen Glückwunsch!
Ändert sich wie bei mir nix, sieht man seine aufgrund der mangelnden Kompression gemachten Vermutung bestätigt, dass nicht nur die Kupplung hinüber ist.
Nach ein paar Tagen kann man noch testen, ob das Klimaanlagen-Netz noch dicht ist. Unterhalb der Windschutzscheibe ist auf der rechten Seite eine Plastikkappe, unter der sich ein Ventil verbirgt. Drückt man das mit z.B. einem Kugelschreibe auf, muss es da wie wild raus pfeifen. Kommt nur ein müdes Lüftchen, ist irgendwo ein Loch im Netz und euch entweicht langsam aber unaufhaltsam euer teuer nachgefülltes Kühlmittel.
Die Beste muss auf jeden Fall in Zukunft das Fenster auf machen…..
Eine Reparatur übersteigt den Restwert der Karre.

Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou

Tag 8 : Marrakesch – Plage Aglou
Tag 8: Marrakesch - Plage Aglou
Heute wollten wir zum ersten Mal die offizielle Roadbook-Strecke fahren. Unser ursprünglicher Plan war es eigentlich, auch durch den Antiatlas zu fahren. Aufgrund unseres unfreiwilligen Zwischenstops bei Ismail und dem Defekt an Cobra I, mussten wir jedoch die dringend anstehenden Wartungsarbeiten am Morgen durchführen. Diese Zeit fehlte uns nun für den Antiatlas-Umweg.
Da wir ja erst im Dunkeln angekommen waren, hatten wir auch nicht mitbekommen, dass der Campingplatz von Pfauen bevölkert wurde.
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Da guckt man schon ziemlich dumm, wenn man halb verschlafen den Reißverschluss vom Zelt öffnet und unversehens so einem Vogel in die Augen blickt.
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Während die anderen beiden noch ein wenig schlummerten, schaute ich schon mal nach Cobra I.
Nächster Stopp auf meiner Werkstatthandbuch-Checkliste war der Temperaturfühler, welcher den Lüfter bei Bedarf zuschaltet. Kaum hatte ich mir das Teil auf dem Papier angeschaut und einen Blick auf die Stelle im Motorraum geworfen, war der Defekt offensichtlich.
Lediglich ein abgebrochener Stummel ragte noch aus dem Motorblock. Der Rest des Schalters baumelte lose am Kabel.
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Anscheinend war er das erste Opfer der afrikanischen Buckelpisten. Allerdings hatten die auch heilende Wirkung! Die ursprünglich defekte Zentralverriegelung von Cobra II funktionierte plötzlich wieder!
Zum Glück war der Reststummel des Schalters so abgebrochen, dass er noch dicht hielt und kein Kühlwasser austrat. So war die Reparatur einfach.
Der Lüfter hat Dauer-Plus und bekommt Masse über besagten Temperaturschalter. Ich habe dann einfach die sterblichen Überreste des Schalters vom Kabel abgetrennt und es unter eine Masseschraube am Motorblock getüddelt.
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Damit lief der Lüfter nun dauerhaft. Er hielt das übrigens klaglos bis Gambia durch.
Wir checkten auch alle Flüssigkeiten und ich zog die Schrauben unserer Unterfahrschutze nach.
Das Blumenbeet leistete mir gute Hilfe.
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Außerdem machten wir die Luftansaugstutzen mit Strumpfhosen wüstentauglich.
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Das feine Gewebe verhindert, dass Sand und grober Staub seinen Weg in den Luftfilter findet und diesen zusetzt. Hat spitzenmäßig funktioniert. Während andere Teams mit dem Inhalt ihrer Luftfilter Sandkuchen backen konnten, waren bei uns nur ein paar Krümel drin.
In der Zwischenzeit war auch der Rest der Truppe erwacht und hatte gefrühstückt. Als die anderen endlich abfahrbereit waren, waren wir die letzten Teams auf dem Zeltplatz.
Unser Weg führte uns nun statt in die Berge zum Meer hin. Hier war es auch, dass die Strecke erstmals nach Wüste aussah.
Kein Baum, so weit das Auge reicht:
First Glimpse Of Desert
Und vor uns eine Straße, wie mit dem Lineal zum Horizont gezogen:
PB140224
Am Meer schauten wir uns die „weiße Stadt“ Essaouira an und schmierten uns am Strand Fladenbrote zum Mittag. Sorenski vom Team „Elke Pohn“ fand dort in einem lokalen Sonnenbrillenverkäufer einen neuen Freund von dem er sich (zu unser aller Erheiterung) nur schwer wieder trennen konnte.
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Später hielten wir noch bei einer Frauen-Kooperative, welche in Handarbeit verschiedene Produkte aus den Früchten des Arganbaumes herstellten.
Das Arganöl war sehr würzig-nussig und ganz anders als Olivenöl. Die Nussbutter war ein Gedicht! Zu den angebotenen Kosmetikprodukten kann ich nix sagen. Allerdings war Antje nicht sehr beeindruckt. So lecker die Sachen aber auch waren und so nett die Dame uns auch alles dort zeigte und erklärte: Die Preise waren saftig! Ein kleines 200-gr-Döschen Nussbutter sollte z. B. 100 Dirham (ca. 10 €) kosten. So sind wohl die Preise, wenn man zur Herstellung eines Liter Öls 30 kg Früchte braucht und selbst das Mahlen und Pressen in Handarbeit geschieht.
Coopérative Féminine Tiguemine Argane
Danach sind wir weiter Richtung Nachtlager gefahren – unterbrochen von einem Tankstopp in Agadir und einem Fotostopp bei Sonnenuntergang an einer atemberaubenden Klippe 300 Meter über dem Meeresspiegel.
Sunset Above The Ocean

Above The Atlantic Ocean
Natürlich kamen wir wieder erst im Dunklen an.
Da Plage Aglou direkt am Meer liegt, war der Wind recht stark.
Es trat auch ein sehr interessantes Phänomen auf: Der Wind dreht dauernd seine Richtung und damit änderte sich auch schlagartig die Umgebungstemperatur. Kam der Wind vom Meer griff man leicht fröstelnd zum Pulli. Kurze Zeit später kam er wieder vom Land und es war im Pulli zu warm… sehr strange.
Um unsere Zelte gegen den starken Wind zu schützen, bauten wir wieder eine Wagenburg aus den Autos.
P1030729
Ich krabbelte dann auch bald in meinen Schlafsack. Antje und Tobias schlenderten noch etwas über den Platz zu den anderen aus unserem Tross. Atze kam bei der Gelegenheit auf die Idee, ein Foto, dass Antje vom Team Øltanker geschossen hatte, anzuschauen. Daher gingen die beiden zu den Orgas, wo eine Reporterin von AUTO MUTTI MOTOR und SPORT gerade dabei war auf ihrem Laptop die Fotos der letzten 8 Tage zu sichten und einen kurzen Zwischenbericht zu schreiben. Als die Reporterin das Bild sah, war sie ganz begeistert und fragte, ob sie es für ihren Bericht verwenden dürfte. Dagegen hatte Antje natürlich nichts. Vielleicht hat es ja durch Zufall einer von euch in der passenden Ausgabe gesehen:
P1030694
Nach ein wenig Plauschen mit dem Rest vom Tross gingen Tobias und Antje dann auch ins Bett.
Da der Wind während der Nacht immer mehr an Stärke zu nahm und auch seine vorherrschende Richtung änderte, so dass unsere Eier keinen Schutz mehr boten, fing Tobias und mein Zelt an im Wind zu knattern und wurde auf uns herunter gedrückt. Gegen 2:30 Uhr war es dann so arg, dass wir aufstehen und das Zelt mit der spitzen Seite in den Wind drehen mussten. Das linderte die Auswirkungen des Windes und wir schliefen wieder mit dem Tosen der Brandung ein.