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In der Madenschraube ist der Wurm drin

Lola hat in der letzten Zeit mal wieder das Zicken angefangen. Wahrscheinlich Eifersucht auf Sir Edward und meine Freundin…“Frauen“…
Erst ließ sie sich kaum starten, bzw. nur, wenn man gleich beim ersten Lebenszeichen Vollgas gab und dann ein paar Sekunden lang die Drehzahl über 3000 hielt. Ging sie bei diesem Startversuch aus, konnte man fünf Minuten warten bis sie wieder an sprang.
Als ihr das an Zickerei noch nicht reichte, kamen mal wieder Schaltprobleme hinzu. Der 3. Gang ging immer schwerer rein, sprang ab und zu mal raus und am Ende ließ sich der Schalthebel vom 2. aus gar nicht mehr weiter vor drücken. Es kann natürlich auch Lolas Angst vorm älter werden sein. Zumindest der Tachostand lässt so eine Deutung zu:
Vergaserreparatur 001
Also mal wieder das Werkzeug ausgepackt und ran ans Werk. Es passt mir zwar momentan überhaupt nicht in den Zeitplan, aber wir brauchen Lola spätestens Donnerstag für den Umzug meiner Freundin. Da müssen wir die Wohnung noch streichen und brauchen ein Auto, um die Farbeimer im Baumarkt zu kaufen.
Aus dem Mühsal des letzten Mals habe ich gelernt und als erstes den Vergaser samt Muffe und Luftschlauch ausgebaut:

Auch den Schalthebel habe ich abgenommen, um einfacher schalten zu können, während ich an den Schrauben rumfummel.
Nachdem alles demontiert war, habe ich mal das Getriebeöl abgelassen, um zu gucken, ob es vielleicht zu wenig ist:

Während dieses vor sich hin plätscherte, wendete ich mich dem Vergaser zu.
Ich hatte ihn für die Startprobleme in Verdacht, da der Zündfunke schön stramm und hell war. Akcrazy aus dem Simsonforum hatte mir den vielversprechenden Tipp gegeben, dass die Startprobleme von einem falsch eingestellten Schwimmerstand herrühren könnten. Wenn der Sprit nämlich zu hoch in der Vorratswanne steht, saugt der Motor kein zerstäubtes Gemisch, sondern direktemang Sprit in flüssiger Form an, mit der Folge, dass er dann einfach absäuft. Dreht man den Gashahn weiter auf, wird es doch irgendwann zerstäubt (Düse, Teillastnadel – Teillastnadel weit genug aus der Düse raus, ergo grössere Durchflussfläche….). Klang für mich nach ner plausiblen Begründung. Also Wanne abgeschraubt und Messschieber ausgepackt:

Ich kann für diese Arbeit die Einstellanleitung aus der Simsonforum-FAQ sehr empfehlen!
Die Vermutung bezüglich des Schwimmerstandes war richtig. Er schloss das Ventil zu spät und somit stand immer etwas zu viel Sprit in der Wanne. Ein späterer Testlauf förderte auch ein vorbildliches Anspringverhalten und schönen Rundlauf zu Tage. Danke nochmal für den Tipp!

Die Gänge hingegen treiben mich mal wieder zur Verzweiflung. Wie schon bei meinem ersten Versuch, kann ich die Madenschraube mit bloßen Händen rein und raus schrauben, ohne einen fühlbaren Anschlag zu erreichen:

Ich glaube ohne fremde Hilfe komme ich da nicht mehr weiter….

Kuppeleiparagraph

Neben der schon angesprochenen Uneinigkeit im Getriebe meinte die Kupplung, dass der Leerlauf nur mit einem laut hörbaren krachen zu übergehen sei. Wollte man vom 2. runter in den 1. Gang schalten oder rauf vom 1. in den 2. merkte mann einen deutlichen Widerstand im Getriebe. Drückte man den schalthebel dann weiter Richtung Gangwechsel gab es ein lautes metallisches *KLONG*. Grund hierfür war laut Schwalbennest eine nicht sauber trennende Kupplung.
Also fix den Schraubenzieher gegriffen und die Kupplung nachgestellt. Normalerweise kein besonders schwieriger Job. Die Einstellschraube hierzu findet ihr in der Mitte des linken Seitendeckels unter der großen Abdeckschraube. Hier schön zu sehen:
Kupplung Öffnung zum einstellen
Dort löst ihr als erstes die kleine linke Schraube (sie dient dazu die rechte Schraube zu kontern). Solltet ihr sie ganz raus schrauben, passt auf, dass sie euch nicht in den Motor fällt!!
Kupplung Einstellschraube
Dann dreht ihr die rechte Schraube etwas raus und anschließend langsam wieder rein, bis ihr einen fühlbaren Anschlag spürt. Von dort geht es dann wieder eine viertel Drehung zurück. Anschließend kontert ihr sie wieder mit der linken Schraube, welche ihr fest dreht. Fertig.
Anschließend könnt ihr eure Arbeit folgendermaßen testen:
Ihr blockiert das rechte Hinterrad mit zwei Steinen oder Balken gegen wegrollen und reißt das Duo im Leerlauf an. Nun lasst ihr es etwas vor sich hin tuckern und bockt das linke Hinterrad mit dem Wagenheber auf:
Aufbocken für Kupplungstest
Wichtig ist, dass ihr das Duo vor dem Aufbocken anlasst, da es ansonsten vom Wagenheber fallen kann, wenn ihr zu doll wackelt beim anreißen. Wenn das Hinterrad nun in der Luft schwebt sollte es sich nicht drehen. Sogleich legt ihr vorsichtig den ersten Gang ein. Nun sollte das Rad sich im Leerlauf langsam mitdrehen (vorausgesetzt, ihr habt die Bremse nicht angezogen…). Bremst ihr nun den Reifen mit dem Schuh sollte das Rad ganz leicht zum Stillstand kommen. Gebt ihr (oder besser eine Hilfsperson) anschließend Gas muss das Rad sich eurem Schuh entziehen und ihr dürft es nicht mehr anhalten können. Könnt ihr das Rad im Standgas nicht durch leichten Druck zum stehen bringen oder das Rad sich bei eingelegtem Gang nicht mitdrehen, müsst ihr die Kupplung noch einmal nachstellen.
Ihr könnt dann noch die anderen Gänge durchschalten. Das Rad sollte sich hierbei in jedem Gang leichter bremsen lassen und auch langsamer im Standgas drehen. Im 3. Gang musste ich das Rad nur mit der Fußspitze berühren um es an zu halten.

Schaltstelle

Lola hatte seit einiger Zeit Probleme mit ihrem 3. Gang und dem Leerlauf. Dem 3. Gang war das alles zu mühsam und auch viel zu schnell. Er verweigerte aus Protest des öfteren die Zusammenarbeit und entschied sich fürs rausspringen. Erst erneutes energisches Hochschalten konnte ihn wieder zur Mitarbeit überreden. Der Leerlauf hingegen fand, dass er viel zu wenig zu tun hatte und erweiterte sein Tätigkeitsgebiet auch auf den Bereich zwischen 2. und 3. Gang. Also klarer Fall von „Schaltung einstellen“.

Das Schwalbennest meint hierzu:

  • Kontermuttern der an der Oberseite der linken Gehäusehälften befindlichen Schaltanschlagschrauben (1 + 2) lösen und die Schrauben zwei bis drei Umdrehungen zurückdrehen.
  • Ersten Gang einlegen und den Fußschalthebel in der untersten Schaltstellung festhalten. Hintere Anschlagschraube (1) vorsichtig bis zum fühlbaren Anschlag einschrauben und kontern.
  • Den 3. (beim M54 den 4.) Gang einlegen und den Fußschalthebel in der obersten Stellung festhalten. Vordere Anschlagschraube (2) in gleicher Weise einstellen und kontern.

Gelesen, getan. Allerdings so einfach, wie sich die ganze Chose liest, ist sie nicht. Um überhaupt an die beiden Schrauben zum einstellen zu kommen, braucht man Gynäkologen-Finger und einen auch dazu passenden Schraubenzieher (Fragt mich nicht nach dem genauen medizinischen Zusammenhang). Wie ihr auf dem Bild seht, wird der Zugriff auf die beiden markierten Einstellungsschrauben von links vom Schaltgestänge und dem Ansaugschlauch behindert, nach oben hin ist der Vergaser samt Muffe im Weg und vorne und hinten ist auch kaum Platz.
Schaltung einstellen markiert
Da die Schrauben ja auch nach schräg oben stehen, kann man auch keinen Schraubenzieher anständig ansetzen. Ich habe die Einstellerei ohne Ausbau irgendwelcher Teile versucht und fast ne geschlagene Stunde gebraucht. Alleine zum lösen der beiden Kontermuttern habe ich 20 Minuten gebraucht. Es ist einfach kein Platz um einen Ringschlüssel (welchen ich gerade nur zur Hand hatte) anzusetzen. Beim nächsten Mal werde ich den Vergaser samt Muffe ausbauen. Das sollte die Aktion wesentlich erleichtern.
Doch auch die Einstellerei selber war ein Kreuz. Die Anleitung sagte ja was von fühlbarem Anschlag. Davon war aber bei mir keine Spur. Ich konnte die Madenschraube komplett mit den Fingern reinschrauben, so dass sich kein Gang mehr einlegen ließ, ohne einen Anschlag zu finden. Es half dann nur noch Trail-and-Error. Immer ein Stückchen rausschrauben, gucken ob der Gang rein bzw. raus geht. Ein Stück schieben, wieder gucken und dann wieder ein paar Millimeter am Schräubchen drehen. Das war zwar langwierig, hat aber funktioniert und Lolas Gänge sind sich über ihren Arbeitsumfang und die Aufgabenverteilung nun wieder einig.
Beim nächsten einstellen werde ich mir auch eine Hilfsperson suchen, die den Schalthebel in Position hält. Mit nur zwei Händen Schraube drehen, Schalthebel drücken und Schlüssel halten war schon arg kompliziert.

Sollte bei euch das Problem der uneinigen Gänge mal auftauchen, dreht nicht sofort an den Schrauben! Was die obige Anleitung nämlich verheimlicht ist, dass die Duos ja noch eine separate Anschlagschraube für den Schalthebel haben. Hier das bepfeilte Dingen auf dem Bild:
Schalthebelanschlag markiert
Guckt erstmal nach, ob die Schraube nicht einfach zu weit vor steht und daher der Schalthebel sich nicht weit genug bewegen kann. Nicht das ihr euch beim einstellen einen abbrecht und es nachher vergebens war…

Arschbeißen 1.0

Seit gestern Abend versuche ich mich selbst in den Arsch zu beißen. Was für Außenstehende sicherlich lustig anzusehen ist, hat für mich hingegen einen ernsten Hintergrund: Bevor ich Lola eine neue Lackierung auf neuen Kotflügeln angedeihen lies, gab es am linken Kotflügel eine Stelle, an der der Lack bis aufs Blech abgeplatzt war. Der Grund hierfür war, dass einer der Vorbesitzer die Schaltstange so lang eingestellt hatte, das sie beim hochschalten immer hinten am Kotflügel anschlug. Das hatte ich damals auch registriert, aber nicht geändert, weil es für den Kotflügel eh schon zu spät war. Nun hat sich die Restaurierung ja über ein Jahr hingezogen und in dieser Zeit habe ich neben vielen anderen Dingen auch diese blöde Geschichte schlicht und einfach vergessen. Das Resultat ist jetzt eine saftige Macke im nagelneuen Lack bis runter aufs Blech…. Ich bin sooooo dumm!
Zur Selbstgeißelung habe ich heute morgen im Regen die Schaltstange kürzer eingestellt. Zu einer Proberunde bin ich aber noch nicht gekommen. Mal sehen, ob das Getriebe auch mit kürzeren Schaltwegen zufrieden ist.
Sobald ich wieder bei meinen Eltern bin, muss ich unbedingt dran denken, den RAL-3000-Lack-Topf einzupacken und die Macke überzutupfen, eh die braune Pest das knabbern anfängt. Ker, was ärgere ich mich…

Nachtrag: Bin gerade quer durch die Stadt gefahren und verlautbare: Das Getriebe arbeitet auch mit einem wesentlich verkürzten Schaltweg einwandfrei.

Linientreu

Bevor ich zur Probefahrt mit meiner Lola aufbrechen wollte, habe ich mit der Hilfe von Tobias mal die Spur eingestellt.  Das war nötig, da wir um den regenerierten Motor einsetzen zu können, die Kettenspanner am Hinterrad lösen mussten. Als wir die Kette dann wieder gespannt hatten, stellten wir fest, das es schief stand. Also Duo-Handbuch rausgeholt und Einstellanleitung studiert. Die Anleitung zum Spureinstellen beim Duo muss man erstmal sorgfältig durchdenken, eh man sie, so ganz ohne Bilder, versteht. Nach einigen Diskussionen, wie das wohl gemeint sein könnte, hatten wir es aber verstanden und konnten es erfolgreich umsetzen. Ich rate es jedem Duofahrer mal die Spur zu checken! 1. verringert ihr so den Abrieb eurer Räder, 2. verbessert den Geradeauslauf und 3. erleichtert ihr dem Motor (geringfügig) die Arbeit. Um euch die Nachahmung zu erleichtern, haben wir ein paar Bilder geschossen und Erklärungsmarkierungen eingefügt.

Heckansicht (Markierungen)

Rahmen Draufsicht 2 (Markierungen)

Als erstes sucht ihr euch an einem Hinterrad zwei möglichst gegenüberliegende Punkt in senkrechter Ausrichtung. Wir haben einen Punkt bei 25 cm auf der Rückseite des Rades genommen und an der Vorderseite einen direkt über der nach vorne gehenden Schwinge. Diese Punkte markiert ihr euch mit Kreide. Bei dem gegenüberliegenden Rad markiert ihr die selben Punkte (Bild 1).
Nun nehmt ihr einen Zollstock und messt in waagerechter Ausrichtung den Abstand zwischen den hinteren Punkten (Bild 2, rot) und den vorderen Punkten (Bild 2, blau). Die Beiden Messwerte sollten nur 0-1 mm von einander abweichen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind eure Räder nicht in gerader Spur und ihr müsst sie einstellen. Dazu löst ihr die Schrauben der Steckachsen, die Kettenspanner (soweit vorhanden) und auch die große Mutter an dem V-Förmigen Querstabilisator. Nun, wenn alles lose ist, etwas am Rad geruckt, nochmal gemessen und wenn es passt, alles wieder festgeschraubt. Abschließend in festem Zustand nochmal messen und den schönen Geradeauslauf genießen.