Wie geschrieben bestellte ich bei Scooterwelt.de neben den drei P26s-Lampen auch einen neuen Benzinhahn.
Der original Benzinhahn der Gorilla war latent sabberig und leider vernietet, so dass ich da auch keine Dichtung tauschen konnte.
Ebenfalls war problematisch, dass sich Ein- und Auslass in gerader Linie befanden:

Um die letzten Rostflocken aus dem Tank zu filtrieren habe ich einen Benzinfilter in die Leitung gehangen, welcher dazu führte, dass die Spritleitung einen scharfen Knick machen musste. Auf dem obigen Bild ist der Knick im Schlauch noch zu erkennen.
Der von Scooterwelt.de vertriebene Shen Meng Fuel Cock hat einen 90°-Winkel und ist verschraubt:

Im Onlineshop ist er nur als „Benzinhahn Honda MB Modelle“ betitelt, aber da die Honda MB/T/X-Serie auch nur mit 50 bis 80 ccm arbeitet ging ich mal ganz optimistisch vom Honda-Baukastenprinzip aus. Das Gewinde der Verschraubung sollte wohl passen. Baujahresmäßig lag da ja nicht sooo viel zwischen. Für 4,57€ war das Risiko ebenfalls sehr überschaubar.
Mein Plan ging jedoch allerliebst auf:

Passt 100%ig! Selbst die Länge des „Reserveröhrchens“, welches in den Tank ragt ist gleich lang wie beim Original.
Nun läuft der Benzinschlauch wesentlich entspannter Richtung Vergaser und die ausreichende Spritversorgung ist auch bei Vollgasorgien sichergestellt.
Der letzte Weg des Tages führte mich zur nahen Allianz-Vertretung für ein neues Kennzeichen:

Leider ist die Gorilla noch keine 30 Jahre alt, so dass ich nicht in den Genuss des Oldtimer-Mokick (!!) Kennzeichens kommen konnte.
Die Allianz bietet (dem Oldie-Moped-Hype folgend) eine Haftpflichtversicherung für Mofa, Moped, Mokick und Co. für 25€ Jahresbeitrag, wenn diese 30+ Jahre auf dem Buckel haben. Der Normalpreis liegt bei 67€!
Einzige Einschränkung ist, dass nur „gelegentliche Fahrten“ erlaubt sind. Es wird jedoch weder ein Tachostand noch irgend ein sonstiger Laufleistungsnachweis gefordert. Ein Schelm, der an Missbrauch denkt.
Ich bin mal gespannt, ob ich das Kennzeichen für Lola nehmen kann, oder ob Krankenfahrstühle davon ausgenommen sind.
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Erleuchtung & Shen Mengs Cock
Nachdem ich die Super Bravo gegen die Gorilla getauscht hatte, gab es in Magdebrug noch ein paar (vermeintliche) Kleinigkeiten zu erledigen.
Oben auf der Liste stand eine neue Batterie. In dem Karton mit den Ersatzteilen fanden sich auch zwei Batterien. Die Alte war nicht mehr zu gebrauchen (Ich vermute einen Kurzschluss zwischen den Zellen). Also musste ich die „Neue“ (und damit auch schon 15+ Jahre alt) fit machen:

Batteriesäure hatte ich noch reichlich von der neuen Batterie des Rialtos. Umbasteln musste ich nur die Flachstecker auf Japan-Stecker. Beim Sicherungshalter genügte umschrauben, da die Gewinde glücklicherweise identisch sind. Das blaue Massekabel musste ich per Lötkolben verpflanzen.
Für einiges an Rätselraten sorgte das Leuchtobst des Frontscheinwerfers:

Wie man sieht, hat da schon mal jemand die Halterung mit der Flex „optimiert“.
Dem ungeachtet brauchte ich auch eine neue Birne, weil die alte durchgebrannt war.
Um mir das Porto zu sparen bin ich zur SimsonKlinik geradelt, welche hier um die Ecke liegt.
Die Simmen brauchen auch größtenteils 6V-Leuchtmittel, so dass ich da ein wenig räubern konnte.
Sowohl die zwei BA9s 6V 2W als auch die vier BA15s 6V 21W waren in Sekundenschnelle auf dem Tresen.
Für den Hauptscheinwerfer wollte ich etwas Neues ausprobieren:
Bei der Bestandsaufnahme ganz zu Anfang war mir ja schon aufgefallen, dass der Keramikwiderstand auf dem Rahmen zerbröselt ist:

Recherchen und ein Blick in den Schaltplan offenbarten, dass dieser Widerstand eine Besonderheit für den deutschen Markt war.
Der Widerstand hängt zwischen Lichtspule sowie Hauptscheinwerfer und verbrennt einfach 10 Watt. Soweit ich raus gefunden habe, durfte nämlich in den 80ern die Hauptbeleuchtung eines Mokicks im Westen nicht mehr als 15 Watt haben (Fragt mich nicht nach dem Grund! Wäre sonst nicht funzelig genug gewesen, oder so…). Die internationalen Versionen der Monkeys und Gorillas hatten diesen Widerstand nicht und dementsprechend eine 25Watt Birne im Scheinwerfer.
Da gute Beleuchtung vor geht, habe ich kurzerhand den defekten Widerstand ausrangiert und nach einer BA20d 6V 25W-Birne gesucht.
Im lockeren Schrauberschnack mit dem Herrn von der SimsonKlinik meinte dieser jedoch, dass das dort in der Fassung gar keine BA20d-Birne wäre, sondern irgendwas anderes exotisches.
Auch hier verbleibt die Motivation des Umbaus im Nebel der Geschichte…
Kurz darauf stöberten wir zusammen in einem Leuchtenkatalog von Narva und identifizierten die Birne als P26s.
Eine passende hatten sie leider nicht im Angebot, so dass ich im Netz stöbern musste.
Gar nicht so einfach eine P26s 6V 25W zu finden, ohne gleich ein Vermögen auszugeben! 5,50 € plus Versand sind eher die Regel, als die Ausnahme.
Überraschenderweise fanden sich welche für läppische 0,97 € bei scooterwelt.de.
Damit sich die Versandkosten auch lohnen habe ich gleich drei Stück und noch einen Benzinhahn dazu geordert.
Bisher hält die Birne auch klaglos durch und verbreitet ausreichend Licht, um auch mal bei Dunkelheit unterwegs sein zu können.
Ich werde berichten, wie sie sich dauerhaft schlägt.
Scheibenschloss seziert II
Nachdem sich das neue Schloss planmäßig zerlegen ließ, habe ich auch das defekte Original demontiert:

Oben neu, unten alt.
Als absolute Windstille im Werkkeller herrschte und auch die Atmung aller Beteiligter auf ein Minimum reduziert war, konnte der filigrane Teil der Aktion angegangen werden.
Mit feinen Nadeln und Pinzetten habe ich die einzelnen Sperrklinken aus den Zylindern gepuhlt und unter strenger Beachtung der Reihenfolge 1:1 ausgetauscht:

Jede einzelne Klinke wurde dabei gründlich gesäubert und mit etwas Silikonöl (Mittel der Wahl bei Kunststoff-Metall-Reibung, da nicht verharzend) benetzt.
Beim Zerlegen muss man darauf achten, das einem die mikroskopisch kleinen Federn, welche die Sperrklinken in eingebautem Zustand unter Spannung halten, nicht entfleuchen und das man die Klinken nicht verkehrt herum einbaut.
Nachdem alle Klinken getauscht waren, sah der neu Schließzylinder mit den alten Sperren so aus:

Durch die unterschiedliche Höhe der Rasten verklemmt sich der Zylinder normalerweise im Schloss.
Der Moment der Wahrheit kam, als ich den Schlüssel rein schob:

Wie man sieht bilden alle Sperrriegel eine schön gleichmäßige Linie mit dem Zylinder, so dass sich das Schloss in eingebautem Zustand drehen ließe.
Die Einzelteile waren dann auch recht einfach wieder zusammengesetzt und die ganze Einheit wanderte zurück in die Tachoverkleidung:

Fixed.
Und das für einen Bruchteil der erwarteten Kosten.
Scheibenschloss seziert I
Nachdem die essentiellen Dinge geklärt waren, konnte ich noch etwas Feinschliff betreiben.
Bei meiner Gorilla störte mich seit Anfang an das kaputte Zündschloss.
Hier kann man es noch am Rande sehen:

Vom weißen Plastikkorpus war eine Einfassung ausgebrochen, so dass die Abdeckung samt Verschluss und Klappe im Laufe der Zeit verloren gingen.
Das Schloss funktionierte zwar noch, aber war den Elementen schutzlos ausgeliefert.
Also fix nach Ersatz umgesehen.
Leider vertreibt Honda weder das Schloss noch seine Einzelteile als Ersatzteil.
Die einzige Chance ist ein „Schloss-Set“, welches aber auch nur begrenzt passend ist (Das Lenkerschloss und der abschließbare Tankdeckel passen nicht) für saftige 99 €.
Eh ich für nur halbwegs passenden Ersatz so viel Geld ausgebe, wollte ich erstmal einen billigeren Weg testen.
Für 10 € bekam ich (u.a.) ein gebrauchtes Schloss ohne Schlüssel:

Mein Plan war, beide Zündschlösser zu zerlegen und dann „einfach“ die Innenleben zu tauschen.
Um die Durchführbarkeit zu testen, habe ich angefangen, dass 10€-Schloss zu demontieren.
Die beschriftete Kappe („Ignition“) kann man einfach vorsichtig abhebeln.
Um die metallene Abdeckung zu entfernen, muss man eine der beiden Klammern zurück biegen:

Nimmt man diese Kappe ab, sollte darauf geachtet werden, dass sich die federbelastete Klappe über dem Schlüsselschlitz nicht selbst ins Nirvana der Werkstatt katapultiert:

Hebelt man nun die schwarzen Haltezungen des Schlosskorpusses zurück, kann man den Schließzylinder samt seines Alu-Gehäuses entnehmen.
Um den Zylinder aus dem Sperrgehäuse zu bekommen, muss man auf der Rückseite mit einer Nadel die metallene, federbelastete Haltezunge horizontal in den Schließzylinder drücken:

Zerlegt sieht das Ganze dann so aus:

Wie man sieht, hat Honda auch beim Zündschloss auf eine modulare Bauweise geachtet.
So mussten nur wenige Teile individuell hergestellt werden und die Schlösser waren für eine Vielzahl von Fahrzeugen verwendbar.
Ein Umstand, der mir sehr entgegen kam…
Des Affen neue Pellen III
Nachdem das Zerlegen der Felgen abgeschlossen war und fertan sein Werk verrichtet hatte, habe ich ein wenig den Pinsel geschwungen:

Die Innenseiten der Felgen habe ich dick mit Hammerite bestrichen. Dabei ging es weniger um hübsch, als darum, die Rostnarben ein wenig zu entschärfen damit der neue Schlauch sich nicht durch scheuert und den Rost zukünftig vom Mantel fern zu halten.
Während die Farbe trocknete bin ich bei Hillibillis Dax & Monkey Stützpunkt vorbei gefahren und besorgte neue Schläuche:

Nachdem das Schwarz durchgetrocknet war, bekamen die Außenseiten ihre Dosis silberne Rostschutzfarbe:

Mit dem Pinsel ist das jetzt nix zum angeben, aber auch hier war primär der Rostschutz die treibende Kraft.
Der Zusammenbau von Affenfelgen läuft folgendermaßen:
Als erstes legt man den Schlauch in den Reifen und pustet ihn leicht auf, so dass er sich entfaltet (und nicht zwischen den Hälften eingeklemmt werden kann):

Anschließend bestreicht man das Felgenhorn und die Kante des Reifens mit anständig Spüli, legt als Erstes die Felgenhälfte mit der Aussparung für das Ventil auf, richtet sie so aus, dass das Ventil gut Platz in der Aussparung hat und drückt den Reifen auf die Felge. Als Zweites kommt dann die flachere Hälfte in den Reifen. Dabei sollte man aufpassen, dass die Löcher für die Verschraubungen schon möglichst genau zueinader passen.
Um das Verschrauben zu erleichtern, kann man ganz gut mittels Schraubenziehern die Hälften zueinander ausrichten:

Um sicher zu gehen, dass der Schlauch sich gut setzen kann, lässt man die verschraubte Felge vor dem finalen aufpusten ein paar mal kräftig auf den Boden hüpfen und knetet den Mantel innig durch.
Um den Mantel in seine finale Position am Felgenhorn zu bekommen reicht es aus, den Schlauch anschließend auf Betriebsdruck zu bringen. Es macht dann *PLOPP* und der Mantel sitzt.
So sahen abschließend die fertigen Räder aus:

Ich will jetzt nicht von „Augenweide“ sprechen, um nicht direkt als schamloser Lügner enttarnt zu werden.
Im Vergleich zu vorher aber durchaus eine Verbesserung.
Die sollen mich wohl über den Sommer bringen.