Schlagwortarchiv: Kupplung

Meister und Sklave III

Nachdem die Entscheidung gefallen war, beide Hydraulik-Hauptzylinder zu ersetzen, habe ich sie bei powertrackbrakes.co.uk bestellt.
Leider konnte man mir dort nicht bestätigen (oder verneinen) ob der Ersatz für den Hauptbremszylinder, wie das Original, 18mm Innendurchmesser hat. Allerdings wurde der Laden im BondBug-Forum vorbehaltslos empfohlen. Also geordert.
Diesmal war eine Expresstaube am Werk und lieferte die Zylinder nach nur drei Tagen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 15
Ich habe natürlich direkt ein Foto zur Dokumentation der Beschriftungen gemacht:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 17
Oben lese ich 4221 085 C3/4
unten steht H LB04FT
In den Tagen zuvor hatte ich schon mal den Pedalweg gemessen, um ihn durch einen Stopper passend zu limitieren:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 4
55mm vom „Knick“ im Pedal bis zum Schraubenkopf.
Mein winziger Schraubenfundus hier in Osnabrück lieferte glücklicherweise zwei passende Kandidaten um den original Bolzen (oben) zu ersetzen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 7
Es hilft doch, sich nach jeder Schraube auf der Straße zu bücken….
Probeweise habe ich mal einen der Bolzen eingebaut. So habe ich mir das vorgestellt:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 13
Da mich die Nachbarn gelyncht hätten, wenn ich den Umbau bei mir auf dem Garagenhof durchgeführt hätte, habe ich bei Mehl & Goof Unterschlupf gesucht:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 18
Dort gings dann frisch, fromm, frei ans Werk. Erstmal die Pedalbox samt Zylindern raus gerissen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 19
Anschließend konnte ich da anständig durch feudeln und die Reste der ausgelaufenen Bremsflüssigkeit entfernen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 20
Eigentlich müsste man den Bereich mal abschleifen und neu lackieren, aber das muss warten, bis auch der Rest des Wagens neuen Lack bekommt („Jahre“ ist der Zeitrahmen). Das ist der nicht zu leugnende Vorteil an GFK: Es gammelt nicht.
Anschließend konnte ich die Zylinder mal vergleichen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 22
Wie ihr seht, benötigt man für den als Kupplungszylinder zu verwendenden Bremszylinder (oben rechts) einen Adapter, weil die Fittings der Leitung unterschiedlich groß sind (Original: 7/16″ Neu: 3/8″). Alternativ kann man natürlich auch das kurze Stück Leitung mit passenden Fittings neu bördeln.
Wie ihr auf dem Bild schon erahnen könnt, stand es auch um den Bremszylinder (unten links auf dem Bild) nicht besonders. Im Detail war er gleich mürbe, wie der schon teilweise durchgerostete Kupplungszylinder:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 23
Unter seiner Staubmaschette lauerte das entblößte Grauen:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 25
Gammel soweit das Auge reicht.
Interessant fand ich, dass sein Kolben eine andere Form hat, als der des Kupplungszylinders:
Bond Bug Kupplungs- und Bremszylinder Umbau 26
Ich hätte erwartet, dass sie sich lediglich im Durchmesser unterscheiden.
Ich musste die Zylinder zerlegen, um die „Gabeln“, mit welchen die Pedale an ihnen befestigt werden, an den neuen Gebern zu montieren. War ein ziemlicher Kampf, die Segeringe raus und wieder rein zu bekommen.
Vom Zusammenbau und seinen Schwierigkeiten aber mehr in der nächsten Folge…..

Meister und Sklave II

Ker, was da alles dran hängt….
Letzte Nacht war nahezu schlaflos, da mir im Halbstundentakt immer wieder neue Gedanken zu der Problematik (und einigen andren Dingen) kamen.
Erster Lösungsansatz, der mir kam, war, einfach auch den Kupplungsnehmerzylinder zu tauschen.
Wenn ich da einen mit ebenfalls größerem Kolbendurchmesser nehmen würde, würde das Bewegungsverhältnis ja gleich bleiben, oder?
Leider musste ich aber feststellen, dass der Bug wohl schon den größten Nehmerzylinder dieser Bauform verwendet. Der Bug-Sklavenzylinder hat 1″ Durchmesser. Die passenden Landrover-Teile gehen aber nur von 7/8″ bis 1″. Ich habe auch mal das Gerücht gehört, das „Jaguar-Teile“ passen sollen, aber da finde ich ebenfalls nichts größeres als 1″. Allerdings weiß ich auch nicht, nach welchem Modell ich genau suchen muss.
Also zurück zur Überlegung bezüglich des Anschlags.
Um da ein wenig grundsätzlichen Grund rein zu bekommen:
Wenn ich das richtig verstehe, liefert der 18mm-Zylinder 26,5% mehr Flüssigkeit bei gleicher Bewegung wie der original 16mm-Zylinder. Wenn ich also den Pedalweg um 26,5% reduzieren würde, müsste doch die gepumpte Flüssigkeitsmenge wieder identisch mit dem Original sein, oder?
Wie könnte man also den Pedalweg reduzieren?
Erste Überlegung war, eine Hülse mit definierter Länge über den Betätigungsarm zu stülpen, so dass der Arm nicht voll rein gedrückt werden kann.
Hier links im Bild seht ihr den „Arm“ mit der „Gabel“ in der das Pedal befestigt wird:
Bond Bug hydraulische Kupplung 21
Die „Unterlegscheibe“ am rechten Ende wird durch einen Segering und eine Nut fest im Zylinder gehalten. Dort könnte die Hülse sich also abstützen. Drückt man dann das Pedal würde die „Gabel“ bis an die Hülse laufen und dort ein Gegenlager finden.
Allerdings weiß ich noch nicht so recht, wie man da eine Hülse drauf bekommen soll, die stabil genug ist.
Daher hab ich weiter überlegt und meine zu einer recht einfachen und effektiven Lösung gekommen zu sein.
Die Zylinder selbst sind ja an der Pedalbox verschraubt. Hier gut zu erkennen:
Bond Bug Kupplungshydraulik Zusammenbau 14
Zufällig sitzt der obere Bolzen so im „Schatten“ des Pedalarms, dass er auch als Anschlag fungieren könnte.
Ich bin eben in die Garage gelaufen und hab mal nen Foto bei durchgedrücktem Pedal gemacht:
Bond Bug Kupplungspedal Anschlag 6
Meine Idee ist es, für den oberen Verschraubungspunkt einfach einen längeren Bolzen zu verwenden und ihn an der Box mit einer Mutter zu kontern. Dann könnte man ihn für die definierte Länge raus schrauben, kontern und hätte einen soliden Anschlag für das Pedal. Gegenvorschläge? Einwände? Berechnungen?

Fummeln im Untergeschoss

Da ja, am vergangenen Wochenende nur fremd gefummelt wurde, habe ich mir auch mal den Kleinen von unten besehen.
Vaddern klagte, wie berichtet, über ein „Klacker-Geräusch“ bei Lastwechseln.
Ich habe mir die Kreuzgelenke der Kardanwelle mal genauer besehen, konnte aber bei keinem Spiel feststellen.
Lediglich bei einem sieht es so aus, als würde der Segering in seiner Nut rotieren:
Volvo 1800S Kreuzgelenk Kardanwelle 21
Allerdings ist der erkennbare „Ring“ auch nicht frisch blank. So richtig sicher bin ich daher nicht.
Wir haben nun erstmal den schon festgestellten, losen Momentstab wieder fest angezogen.
Muss Vaddern mal ne Proberunde drehen und horchen, ob es verschwunden ist.
Weiterhin habe ich die Schrauben der Ölwanne nachgezogen (natürlich mit Drehmomentschlüssel [6-8 Nm]). Da gabs nämlich eine kleine Undichtigkeit:
Volvo 1800S Ölwanne 20
Mal sehen, obs geholfen hat. Im Vergleich zu meinen Engländern war der Kleine natürlich auch schon vorher knochen-trocken. Dienstags und Donnerstags mal nen kleinen Tropfen Öl abseilen, war schon bei der Produktion meiner Motoren nur ein Wunschziel.
Für etwas Unmut sorgt der Kupplungsnehmerzylinder samt Umgebung.
Die Gummiabdeckung des Betätigungsarms, welcher in das Getriebe läuft ist lose und gerissen:
Volvo 1800S Kupplungsnehmerzylinder 12
Da können sich Dreck und Feuchtigkeit nun ein fröhliches Stelldichein geben.
Weiß zufällig jemand, wie das Gummi im Original sitzt/befestigt wird?
Wirklich passen tut es nämlich nicht.
Aber es scheint ein original Volvo-Teil zu sein. Zumindest schient dort eine Volvo-Ersatzteilnummer drauf zu stehen:
Volvo 1800S Kupplungsnehmerzylinder 19
Soweit ich das entziffern kann, steht da:
VOLVO 663994
92050-6 ?30
Neben dem Gummi ist auch der Nehmerzylinder selbst fratze:
Volvo 1800S Kupplungsnehmerzylinder 16
Unter seiner Staubmanschette tritt Bremsflüssigkeit aus.
Der Zylinder scheint die Nummer 230365CK zu haben.
Mal sehen, ob’s den komplett neu gibt, oder ob wir ihn auch überholen müssen.

fröhliches Stelldichein

Meine erste (automobiltechnische) Amtshandlung am vergangenen Granaten-Samstag war es, die Kupplung von Sir Edward nach zu stellen.
Seit einiger Zeit ging der erste Gang nur noch mit Nachdruck rein. Ein sicheres Zeichen dafür, dass man den Kraftschluss nachstellen muss. Zum Glück ist das beim Rialto nicht so ein Krampf wie beim Bug. Dort findet sich nämlich eine schön altmodisch per Seilzug betätigte Kupplung:
Reliant Rialto Kupplungszug 3
Bevor man mit den Einstellarbeiten beginnt, sollte man der ganzen Anlage eine WD40-Dusche gönnen, den Schmodder aus den Gewindegängen wischen und sich einen Referenzwert aufschreiben, so dass man im schlimmsten Fall wieder zur Ausgangseinstellung zurück kehren kann. Also einfach Zollstock gezückt und abgemessen:
Reliant Rialto Kupplungszug 2
Anschließend muss man prüfen, ob der Knebel, welcher als Gegenlager für den Bowdenzug im Kupplungshebel dient, freigängig ist. Die rosten nämlich gerne fest und knicken dann den Bowdenzug, was dieser nicht lange mit macht. Die notwendigen Details zu dieser Arbeit habe ich aber schon mal behandelt.
Das Handbuch sagt, dass man zum einstellen der Kupplung die Mutter auf dem Bowdenzug so weit an ziehen soll, bis der Arm nur noch 1/16 Zoll (1,58mm) Spiel hat. Der Laie fragt sich nun: „Spiel? Bei mir fühlt sich das alles so an, als hätte es Widerstand…“ Das rührt von der Rückholfeder an dem Arm her. Die also vorm einstellen aushängen.
Nun sollte sich der Arm leicht bewegen lassen, bis zu dem Punkt, wo das Ausrücklager die Kupplung berührt. 1,5mm vor diesem Punkt ist unsere gesuchte Stelle.
Damit der Bowdenzug sich beim anziehen der Mutter nicht immer mit dreht, empfiehlt es sich eine Gripzange auf seinen abgeflachten, hinteren Teil zu setzten.
Im Handbuch steht noch, dass das Kupplungspedal und das Bremspedal in einer Ebene sein sollen.
Da muss ich nochmal etwas am Pedal nachstellen:
Reliant Rialto Kupplungszug 6
Ist aber nur minimal. Die Einstellschraube für das Pedal findet ihr im Fußraum. Ein Filzkleber wirkt da übrigens Wunder, um das metallische *klonk* beim einkuppeln zu eliminieren….
Zum Abschluss der Arbeiten gabs von mir dann noch eine Kontermutter (fehlte schon immer), damit die Einstellmutter sich nicht verstellen kann:
Reliant Rialto Kupplungszug 7
Abschließend sollte man dann noch die ganze Mechanik dick mit Fett einstreichen, den Bowdenzug etwas ölen und die Feder nicht vergessen.
Der erste Gang flutscht nun wieder wie gebuttert rein. Allerdings ist der jetzt ganz wo anders liegende Schleifpunkt gewöhnungsbedürftig. Zu Anfangs gabs an der Ampel die ein oder andere peinliche Hochtour-Einlage…

Drucksache IV

Da ich gerade schon mal in der Hydraulik-Thematik drin war, habe ich auch gleich bei der renitenten Kupplung des Bugs weiter gemacht.
Ausgangslage war ja, dass der Kupplungsgeberzylinder nach der Überholung keinen Furz von sich geben wollte.
Meine Vermutung war daher, dass ich beim Zusammenbau die Dichtungen falsch angeordnet hatte.
Leider waren bei der Demontage mir die Dichtungen einfach entgegen gepurzelt, so dass ich damals kein Foto von ihrer Reihenfolge machen konnte und es mir zusammen reimen musste.
Meine Anordnung sah ursprünglich so aus:
Bond Bug Kupplungshydraulik Zusammenbau 5
Ist man nun so schlau und gibt bei einer Suchmaschine seines Vertrauens „Lockheed clutch assembly“ ein, so stolpert man früher oder später über dieses Bild:

Zwar ist das nicht der Zylinder vom Bug, aber die unteren Teile sehen stark identisch aus.
Dort sieht man dann auch schon schnell den Fehler.
Das „Schüssel“-förmige Gummi (bei mir ganz links) gehört zusammen mit seiner Unterlegscheibe zwischen Stempel und Feder.
Quasi so:
Bond Bug Kupplungsgeber 20
Also alles wieder zusammen geworfen, eingebaut, entlüftet und wieder langes Gesicht gezogen……….
Der Kupplungsgeberzylinder baut nun zwar Druck auf und der Nehmerzylinder bewegt sich auch, aber nur ca. 1cm weit.
Man kann das Kupplungspedal auch mit der Hand recht leicht bis zum Boden durch drücken.
Hält man das Pedal gedrückt, kommt der Arm des Nehmerzylinders nicht zurück. Druck zu verlieren, scheint er also nicht.
„Pumpt“ man schnell nacheinander mit dem Pedal wird der Gegendruck spürbar härter und der Arm des Nehmerzylinders bewegt sich ca. 2 cm. Das Ganze ist auch so reproduzierbar.
Ich habe nun natürlich die Bedenken, dass das Gummi seinen fehlerhaften Einbau nicht überlebt hat (obwohl es noch gut aussah) und nun keinen anständigen Druck mehr aufbaut. Ist aber auch eher geraten, als wirklich gewusst. Allerdings bin ich auch langsam müde, die ganze Zeit die Scheiße ein- und auszubauen. So recht will mir da nix mehr einfallen.
Hat jemand von euch nen Tipp?